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Saufnix
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Dieses Thema hat 57 Antworten
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 Ganz, ganz viele Fragen
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Loli1968 Offline



Beiträge: 59

10.05.2007 16:51
RE: Neu antworten

Hi, ich bin neu hier. Ich mache mir ernsthaft Gedanken, ob ich schon alkohlabhängig oder "nur" gefährdet bin. Normal ist mein Getrinke jedenfalls nicht. Ich trinke ca. jeden 2. Tag 1 bis 2 Flaschen Wein und währenddessen macht es irgendwann "Knacks" und ich weiß am nächsten Tag nichts mehr von dem Verlauf des Abends. Leider merke ich überhaupt keinen Übergang von "charmantem Schwips" nach "hackevoll". Kennt jemand von Euch diesen Zustand. Was mache ich jetzt bloß? Ich bin verheiratet und Mutter von 2 Kindern und keine Probleme, warum saufe ich dann?


Horn Offline




Beiträge: 445

10.05.2007 17:35
#2 RE: Neu antworten

Hallo Loli,

Zuerst mal möchte ich Dich herzlich auf dem Board begrüßen.

Die Frage nach der Abhängigkeit kannst nur Du alleine beantworten. Nach Deiner kurzen Schilderung würde ich aber dazu neigen von einer Abhängigkeit zu sprechen.

Mach Dir mal Gedanken zu folgendem Satz dann siehst Du vielleicht etwas klarer.

"Wer nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort aufhören kann zu trinken hat zumindest ein ernsthaftes Problem."

Liebe Grüße

Werner

Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.


Loli1968 Offline



Beiträge: 59

10.05.2007 17:43
#3 RE: Neu antworten

Hallo Werner,

vielen Dank erst einmal für die rasche Antwort. Ich bin ziemlich verzweifelt, weil ich nicht weiß, was ich jetzt machen soll. Mein Hausarzt ist ein guter Freund der Familie, SHG kommt nicht in Frage und irgendwie kann ich es glaube ich selbst nicht ganz wahrhaben. Ich mag auch mit niemandem darüber reden, der sich hier in meinem Umfeld aufhält. Auch mit meinem Mann nicht. Der macht mir ständig ein schlechtes Gewissen, zeigt mir Photos, auf denen ich sichtlich voll bin... Irgendwie denke ich immer, gerade solche "Attacken" bringen mich dazu, noch mehr zu trinken. Auf jeden Fall finde ich es auch sehr seltsam, dass ich, obwohl ich mir fest vornehme, bei einer Party nicht so viel zu trinken, trotzdem irgendwann die Kontrolle verliere, aber den Übergang überhaupt nicht bemerke. Weißt Du woran das liegt??

Liebe Grüße, Loli


Seyell Offline




Beiträge: 338

10.05.2007 18:14
#4 RE: Neu antworten

Huhu Lolli,

auch ich will dich hier erst einmal herzlich willkommen heissen.

Deine Geschichte hört sich so ähnlich wie meine an.. Bin ebenfalls Mutter von zwei Kinder, hab bis vor einer Weile auch eine ähnliche Menge Alkohol wie du getrunken, dann kamen mir auch so meine Zweifel, ich hab' mich auch nicht getraut mich jemanden anzuvertrauen usw., usw..

Kurzum, irgendwann hab' ich es dann ganz alleine, dass heisst ohne Arzt etc. versucht trocken zu werden. Bis jetzt hat es auch ganz gut geklappt, nochmal würde ich es allerdings nicht so machen. Falls ich, was hoffentlich niemals eintreten wird, nochmal rückfällig werden sollte dann werde ich mich umgehenst in ärztliche Behandlung begeben.

Es kann leider immer wieder zu mitunter sehr schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen kommen wenn man den Entzug auf eigene Faust und ganz alleine versucht. Über diese Gefahren bin ich mir erst so richtig bewusst geworden, als ich regelmässig hier gelesen habe.
Also, überleg es dir gut.

Vielleicht kannst du dich ja auch an einen anderen Arzt wenden oder in ein Krankenhaus gehen.
Es kostet bestimmt eine grosse Überwindung, aber es lohnt sich.

Empfehlen kann ich dir an dieser Stelle noch das Buch "Endlich ohne Alkohol" von Allan Carr. Auch darüber gehen die Meinungen sehr auseinander. Mir hat es allerdings weitergeholfen und nachdem ich es gelesen habe hat es bei mir "Klick" gemacht und so vieles fiel mir dann wie Schuppen von den Augen.

Ich wünsche dir alles, alles Gute und viel Erfolg auf dem Weg in die Trockenheit.
Denk' dabei auch an deine Kinder.

Ganz liebe Grüsse von

Gina


Loli1968 Offline



Beiträge: 59

10.05.2007 18:20
#5 RE: Neu antworten

Hallo Gina,

danke für die netten Worte. Was meinst Du denn für gesundheitliche Risiken?? Was genau könnte mir denn passieren. Ich hatte schon öfter ein bis vier Wochen nichts getrunken, da ist mir gesundheitlich nichts aufgefallen.

Das Buch werde ich mir gleich bestellen, Allen Carr hat mich damals auch von den Zigaretten befreit.

Es hört sich vielleicht blöd an, aber ich denke immer daran, dass ich in gewissen Situationen so ein "Genießer-Rotwein" toll finde, und es verdammt schwer wird, darauf zu verzichten. Irgendwie genau wie beim Rauchen. Naja, ich hoffe, ich schaffe es. Heute ist Tag 1.

Liebe Grüße, Loli


Seyell Offline




Beiträge: 338

10.05.2007 18:34
#6 RE: Neu antworten

Huhu Loli,

also es kann mitunter zu massiven Kreislaufproblemen kommen, ausserdem gibt es Leute die Halluzination oder Wahnvorstellungen haben. Es gibt sicher noch eine ganze Menge anderer Gründe warum man keinen kalten Entzug versuchen sollte.
Bei mir war es auch nicht so, es ging alles ganz reibungslos und ohne Schwierigkeiten. Da du auch schon öfter längere Zeit ohne Alkohol warst ist bei dir vermutlich die Wahrscheinlichkeit dass es auch so geht relativ hoch. Versprechen kann dir das allerdings keiner.

Das mit dem Geniesserglas Rotwein ist auch so eine Sache. Manche Leute können das, die können kontrolliert trinken, andere wiederum, und ich gehöre da leider auch dazu (so wie es aussieht geht es dir da ganz ähnlich) können es nicht.
Wir müssen uns, wenn wir trocken bleiben wollen mit dem Gedanken anfreunden, überhaupt keinen Alkohol mehr zu trinken. Es ist sicherlich ähnlich wie beim Rauchen bzw. beim Abgewöhnen. Allerdings fiel mir persönlich das Nichtrauchen komischerweise wesentlich einfach wie das Nichttrinken.

Liebe Grüsse von Gina


Loli1968 Offline



Beiträge: 59

10.05.2007 18:48
#7 RE: Neu antworten

Hi Gina,

ich habe gerade 2 Bücher bestellt und bin ganz glücklich und hochmotiviert. Dieser erste Schritt hat mich ganz viel Kraft gekostet und ich freue mich unheimlich, dass man gleich und sofort durch Euer - oder jetzt unser - Forum Unterstützung erfährt.

Ich denke, ich werde es erst einmal allein versuchen oder den direkten Draht zu einer Psychotherapeutin suchen. Das geht doch bestimmt auch ohne Hausarzt. Sollte dann eine der von Dir genannten Entzugserscheinungen auftreten, werde ich natürlich sofort einen Arzt aufsuchen.

Mein Vater war übrigens sogenannter Quartalssäufer und wenn ich so nachdenke und mich jetzt aktiv mit meinem Problem beschäftige, so muss ich leider feststellen, dass ich leider noch nie "reingespuckt" habe und schon ganz schön oft richtig abgestürzt bin. Am Schlimmsten dabei ist eigentlich der Kontrollverlust und die Scham am nächsten Tag. Damit muss jetzt auch Schluss sein. Ich bin guter Hoffnung.

Ganz liebe Grüße zurück, Loli


Horn Offline




Beiträge: 445

10.05.2007 19:10
#8 RE: Neu antworten

Hallo Loli,

Gina hat Dir bereits geschrieben, dass ein Entzug alleine gefährlich werden kann. Wenn Du es tatsächlich alleine versuchen willst solltest Du zumindst sicherstellen, dass immer, wirklich immer, jemand bei Dir ist der Hilfe holen kann. Ein Kreislaufzusammenbruch kann ohne Vorwarnung kommen und dann brauchst Du jemanden der Dir hilft.

Nun noch eine Frage. Wieso kommt eine SHG nicht in Frage?
Nur Schamgefühl darf da kein Grund sein.
Ich habe in mehreren Jahren ehrenamtlicher Suchthilfe die Erfahrung gemacht, dass das Umfeld sehr positiv reagiert wenn ein Abhängiger den Ausstieg schafft. Viele von uns denken immer, dass das Umfeld von unserem Problem nichts bemerkt. Ich versichere Dir diese Annahme ist falsch.
Unser Umfeld bemerkt sehr wohl was los ist, es spricht nur keiner darüber. Zumindest nicht mit Dir. Untereinander getratscht wird aber kräftig.

Ganz liebe Grüße

Werner

Zum Schluss noch ein Satz aus der Suchthilfe:
"Nur Du alleine schaffst es, aber alleine schaffts Du`s nicht."

Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.


Maja82 Offline




Beiträge: 5.091

10.05.2007 19:15
#9 RE: Neu antworten

Hey Loli,

ein herzliches Willkommen im Forum


Wenn du lange keinen Alk mehr getrunken hast, dann wirst du merken das dir das Glas Wein auch nicht fehlt

Sag nicht du trinkst ein Glas Wein wegen des Geschmackes oder zum Genießen...das halte ich für Unsinn denn sonst könntest du es dir ja jeden Abend gönnen....ohne danach auf die Flasche zu starren

Liebe Grüße Maja


Seyell Offline




Beiträge: 338

10.05.2007 19:16
#10 RE: Neu antworten

Huhu Loli,

das hört sich für den Anfang doch schon ganz gut an.

Freut mich sehr zu lesen dass du so motiviert bist.. Mach' weiter so.

Mir ging es mit den Kontrollverlusten ganz ähnlich. Da sind dann so viele oberpeinliche Sachen passiert... Darauf kann ich wirklich absolut verzichten. Nur beim blossen Gedanken an die vielen Peinlichkeiten könnte ich im Erdboden versinken. Oft frage ich mich, was andere Leute dann so über mich gedacht haben...
Zum Schluss haben sich meine Abstürze dann auch extrem gehäuft und ich denke es wäre, wenn ich so weitergemacht hätte, irgendwann jeden Tag passiert.
Ich bin sehr, sehr froh dass ich die Kurve noch bekommen habe. Hoffentlich bleibt es auch so.

Ich drücke dir ganz, ganz fest die Daumen dass du es auch schaffst.

Liebe Grüsse,

Gina


Seyell Offline




Beiträge: 338

10.05.2007 19:18
#11 RE: Neu antworten

@ Maja,

Huhu kleene Grosse,

das hast du wirklich schön und absolut treffend gesagt!!

Diese Worte kann ich nur bestätigen!!

Lieben Gruss von

Gina


Maja82 Offline




Beiträge: 5.091

10.05.2007 19:25
#12 RE: Neu antworten

Huhu Gina,

du bist einfach zum Knuddeln

Liebe Grüße Maja


Loli1968 Offline



Beiträge: 59

10.05.2007 19:31
#13 RE: Neu antworten

Hi Ihr alle,

@Maja,

Du hast natürlich total recht. Das ist ja genau wie mit dem Rauchen.

@Gina @Maja,

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie gut es tut, dass man hier einfach mal alles schreiben kann und sich austauschen kann, wenn man monatelang diese Selbstzweifel hat und mit niemandem aus Scham über die Probleme sprechen kann oder will. Ich bin überaus froh, dass ich hier gelandet bin und schaffe das auch mit Eurer Hilfe. Seitdem ich mich seit heute aktiv mit mir und meinem Wein-Problem beschäftige ist mir schon das eine oder andere Licht aufgegangen, und ich glaube ich bin abhängiger, als ich heute morgen noch dachte!

@Werner

Was macht eine Selbsthilfegruppe überhaupt. Könnte man auch in eine andere Stadt gehen? Und, wieviel Alkohol muss man denn so wöchentlich getrunken haben, um den körperlichen Entzug zu spüren.... Oh, so viele Fragen!!

Ich danke Euch für Eure Hilfe, Loli


Maja82 Offline




Beiträge: 5.091

10.05.2007 19:34
#14 RE: Neu antworten

Huhu liebe Loli,

du bist hier auch ganz herzlich Willkommen Ich weiß wie gut das tut, ich dachte auch vor ein einhalb jahren das ich ganz alleine bin, dann bin ich hierher gekommen und habe mich sofort wohl gefühlt. Also wenn du Fragen hast immer her damit.

Wir können versuchen dir zu helfen, aber auf hören zu trinken kannst nur du selbst

Liebe Grüße Maja


Loli1968 Offline



Beiträge: 59

10.05.2007 19:43
#15 RE: Neu antworten

Hi Maja,

ich bin wahrhaftig zu Tränen gerührt und weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Ich bin einfach total froh, dass ich Euch gefunden habe.

Ich kann definitiv nicht mehr so weiter leben und möchte auch für meine Kinder da sein. Mein Mann will sich bald mit mir über mein Alkoholproblem unterhalten, davor graut mir total... Ich kann mit ihm seltsamerweise überhaupt nicht darüber reden. Hast Du oder Gina zufällig Erfahrung mit solchen Gesprächen?? Am liebsten würde ich ihm zeigen, dass ich ohne kann, ohne nochmal darüber zu sprechen; andererseits mag ich auch nicht, dass "es" immer irgendwo noch nicht ausgesprochen ist und mich und uns ständig begleitet. Im Prinzip bin ich ständig auf der Lauer, dass er irgendetwas sagt, was in die Richtung geht und werde dann total sauer.

Nächste Woche ist er wieder da, vielleicht habe ich bis dahin eine Strategie.

Ganz liebe Grüße, Loli


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