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Saufnix
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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 1.388 mal aufgerufen
 Ganz, ganz viele Fragen
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Claudia73 ( gelöscht )
Beiträge:

01.05.2007 21:15
RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Ihr Lieben,
gestern sagte ich zu meinem Mann, dass ich am Mittwoch zu einer Beratungsstelle gehen werde.

Meine Kinder haben es mitbekommen und der Kleine fragte, was für eine, wofür? Ich sagte nur nix.

Ich traue es ihnen nicht zu sagen, da ich weiss, dass sobald ich abends eine flasche öffne, sie sich sorgen machen. genauso lasse ich ihrer phantasie freien lauf, in dem ich nciht den grund des besuches bei der beratungsstelle genannt habe.

wie habt ihr es euren kindern erklärt, ohne vor scham im boden zu versinken?

alles liebe euch
claudia


funkelsternchen Offline



Beiträge: 3.800

01.05.2007 21:26
#2 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

liebe claudia,
laß die flasche zu, dann werden sie sich keine sorgen machen müssen ...

funkelsternchen


Claudia73 ( gelöscht )
Beiträge:

01.05.2007 21:36
#3 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

dennoch werde ich ihnen erklären müssen, warum ich vielleicht wieder in eine klinik muss...


funkelsternchen Offline



Beiträge: 3.800

01.05.2007 21:40
#4 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

wie alt sind deine kinder?


Claudia73 ( gelöscht )
Beiträge:

01.05.2007 21:42
#5 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

12 und fast 15


funkelsternchen Offline



Beiträge: 3.800

01.05.2007 22:00
#6 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

tja, dann denk ich, du wirst nicht umhin können, daß du den beiden "reinen wein einschenkst". erklär ihnen, daß dich der alk krank gemacht hat. verschweigen kannst du es ihnen auf jeden fall nicht, dazu sind sie einfach schon zu groß.

funkelsternchen


Falballa Offline




Beiträge: 3.707

01.05.2007 22:03
#7 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Claudia

Was du deinen Kindern sagen sollst?

Am Besten die Wahrheit

Kurz und ehrlich,"ich habe ein Alkoholproblem, lasse mich beraten und vielleicht gehe ich in eine Klinik".

Ehrlichkeit zu mir und meinem Kind, das war mir sehr wichtig, beim trocken werden und bleiben.Ich bau noch heute drauf, weils das einzig Richtige war.

Alles Gute für dich

wünscht dir Falballa


trullachen Offline



Beiträge: 188

02.05.2007 00:43
#8 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Zitat
Gepostet von Falballa
Claudia
Was du deinen Kindern sagen sollst?

Am Besten die Wahrheit



Ehrlichkeit zu mir und meinem Kind, das war mir sehr wichtig, beim trocken werden und bleiben.Ich bau noch heute drauf, weils das einzig Richtige war.



wünscht dir Falballa





Seyell Offline




Beiträge: 338

02.05.2007 04:40
#9 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Huhu Claudia,

ich kann mich da nur den anderen anschliessen.
Ich denke dass deine Kinder in einem Alter sind in dem sie verstehen was mit dir los ist.

Sag' ihnen die Wahrheit - es gibt keine andere Möglichkeit.

Ich wünsche dir alles, alles Gute.

Lieben Gruss,

Gina


RdTina Offline




Beiträge: 4.304

02.05.2007 06:32
#10 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Moin Claudia,
meine Kinder waren damals 11 und 17 J. Auch ich habe, ohne irgendetwas zu beschönigen, meinen Kindern gesagt was Sache ist. Aber mal abgesehen davon, haben sie ja ohnehin schon Jahre mitbekommen, daß ich ein Alkoholproblem habe (ich denke, bei Deinen Kindern ist es nicht anders). Die Tatsache, daß sie es u.U. Dir gegenüber nicht erwähnen, heisst nicht, daß sie es nicht wissen!! Ich sehe heute noch die Erleichterung in ihren Augen, daß sich endlich etwas bewegt und ändern wird. Bei späteren Gesprächen sagten sie mir beide, daß sich erleichtert waren, daß IHRE Angst ein Ende hatte. Angst vor jedem Tag, denn sie wussten nie, wie der sein wird. Meine Kinder haben sich erwachsener gezeigt, als ich es ihnen zutraute, und ich war damals, und bin es heute noch, mächtig stolz auf die beiden.
Und glaube mir, auch DU wirst Dich besser fühlen. Du musst ihnen nichts mehr vorspielen und bist evtl. auch ein klein wenig unter "Zugzwang" Dein Vorhaben durchzuziehen. Denn eines wollte ich nicht mehr. Vor meinen Kindern als Lügerin und Betrügerin dastehen. DAS war ich lange Jahre genug.

Ich drück Dir die Daumen, daß Du den Mut und die richtigen Worte findest. Du darfst mir glauben, sie werden es Dir mehr als dankbar dafür sein und Dich nicht ein Stück weniger lieben.

LG, Tina

Alles im Leben hat seinen Sinn



Über die Steine, die ich mir HEUTE in den Weg lege, werde ich MORGEN stolpern


Schneefrau Offline




Beiträge: 2.958

02.05.2007 07:00
#11 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Jop Claudia!

Ich hätt´mir des von meinen beiden Oldies gewünscht, dass sie mir das so klar sagen und damit diese "Sorgen-Schwebezustand" endlich auch beenden...

Es heisst nämlich die Dinge beim wahren Namen zu nennen und net mehr davon zulaufen, wo das doch nur ein "Rennen-auf-der-Stelle" ist und ich als Kind doch nur zum hilflos zugucken und verdrängen "verdammt" war...

Zu sagen: "ich habe ein Alkohol-/Suchtproblem und suche mir grade Hilfe, daraus zu kommen- drum Beratung/ev. Klinik ectpp"

... das wäre wie eine erste Erlösung von Last gewesen, denn damit ginge die Verantwortung irgendwie auch endlich zurück an denjenigen, der wirklich alleinig was zum aktiven Stillstand von Sucht auch was machen kann...
Der "wichtige andere Rest" hätte später kommen können- mit allen wichtigen Beteiligten, mir inklusive und meinem Part dann... aber vorher net!

Ich habe diese Worte bis heute nicht gehört, diese Zauberworte: ich bin Alkoholikerin ( mein Vater lebt ja seit 4 Jahren nimmer) und ich hoff´ da auch nimmer drauf, was auch gut so ist... für mich heute halt. Ich weiss ja was Sache ist

Aber mit 12 oder 15 hätte des halt schon noch anders MEIN Leben beeinflussen können... Und das "Wie" ist deine Claudiaart- ich würde dir empfehlen es dann zu machen, wenn du dich net so labil empfindest- also net in deine Jammertrinen-Seiten-Zeit und ja net unter Sprit/Weineinfluss !

Mach´s wenn du so klar bist, wie auch oft zu lesen hier und komplett ohne Promille in der Blutbahn und ganz sachlich- net rechtfertigen, sondern informieren und damit erklären... Und mach dir zuvor net son Kopp drüber- wissen tun sie´s schon, dass da was mit Alk und dir net stimmig ist...- und das weisst Du auch eh schon irgendwie, dass sie des wissen : also erlös´euch alle mal von diesem "drum-herum-Geeiere"
Wäre ja ebenfalls net so pralle, sie löchern deinen Mann, der ja wohl mit der Alkproblematik auch co-verwurschtelt ist und da auch mit überfordert seinen Senf zu gibt... mach das selber Claudia!

Gut´s Gelingen damit und ich wünsch dir morgen ne produktive Beratungsbegegnung...

Schneefrau/Sabine

--------------------------------------------------
First they ignore you, then laugh at you and hate you
Then they fight you, then you win
When the truth dies, very bad things happen
They're being heartless again

I know it's coming
There's gonna be violence
I've taken as much
As I'm willing to take

Why do you think
We should suffer in silence?
When a heart is broken
There's nothing to break

Tripping von Robbie Williams
( grade mein Motto-Song)


Mannfredo Offline




Beiträge: 65

02.05.2007 07:27
#12 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

claudia,
meinst du allen ernstes deine kinder machen sich nicht schon jetzt sorgen um dich?
aber wenn du schon jetzt angst davor hast das du abends wieder zur flasche greifst
warte einfach noch eine weile bis es noch schlimmer wird mit dir und mach noch eine weile die augen zu.
bestimmt kommt für dich auch noch die einsicht.
spiel deinen kindern ruhig noch weiter die heile welt vor.
sie kennen dich erst 12 und fast 15 jahre.
denk mal drüber nach.

manfred


relaunch ( gelöscht )
Beiträge:

02.05.2007 07:54
#13 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Hi Claudia,

meine Jungs sind bald 9 und 12 und ich denke, sie haben schon sehr früh geschnallt, das mit mir etwas nicht stimmt. Und auch ich habe es wahrgenommen, das sie etwas bedrückt, nur habe ich das immer wenig erfolgreich aber immerhin weggedrückt.

Als ich ihnen zum ersten Mal vor ungefähr 2 Jahren gebeichtet hatte, was mit mir los ist, waren sie erleichtert, dass endlich drüber gesprochen wird. Das war, als hätte man in einen Ballon gepickst. Ich war dadurch auch sehr viel souveräner und habe neuen Mut geschöpft und wußte, so bin ich auf dem richtigen Weg: immer raus mit der unbequemen Wahrheit.

Dennoch hat mich das leider nicht davon abgehalten, mehrere Rückfälle zu bauen, die meine Kinder an den Rand der Verzweiflung brachten und ich habe gemerkt, wie sie anfingen, Verantwortung für mich übernehmen zu wollen. Beim Einkaufen haben sie genau sondiert, was da im Wagen landet und sie haben mich zielstrebig an den Weinregalen vorbeigelotst. Das fand ich grausam und hat mir weh getan und mich unter Druck gesetzt, noch genauer auf mich zu achten, auch um meinen Kindern die nötige Sicherheit zu geben und ihnen die Last der Verantwortung für ihre schwache Mutter nicht mehr zumuten zu müssen.

Im Dialog mit meinen Kindern, die natürlich genau wissen, was da passiert und wie es mir geht, kann ich an mir arbeiten und meine Kinder fühlen sich auch ernst genommen in ihren Wahrnehmungen und Gefühlen. Ich finde das sehr wichtig. Ich selbst mußte als Kind schon dauernd an meiner Wahrnehmung zweifeln, weil nicht offen kommuniziert wurde.

Vor meinem ersten Besuch in einer ganz tollen SHG habe ich ihnen genau gesagt, 'eure Mutter ist krank und tut jetzt alles, um zu genesen, damit wir ein gutes Leben führen können. Ich tue alles, wozu ich in der Lage bin, ich gebe mein Bestes und dennoch kann es im schlimmsten Fall passieren, das ich rückfällig werde, wie ihr es erlebt habt, aber deswegen tue ich ja alles mir mögliche und dafür bin ich eben manchmal weg oder sitze vorm PC.' Meine Kinder geben mir jetzt gerne den Raum, damit ich mich um mich kümmern kann und unterstützen mich, wir reden sehr offen darüber und das gibt ein ganz tolles Gefühl von Sicherheit und Akzeptanz und ich kann mir meiner Krankheit im vollen Umfang bewußt sein und muß mich nicht mehr belügen.

Also, wirf deine Zweifel über Bord und mute deinen Kindern und dir die Wahrheit zu. Nur die führt ja schlußendlich zum Ziel.

Ich drück dir die Daumen und wünsche dir viel Mut

Marianne


Claudia73 ( gelöscht )
Beiträge:

02.05.2007 08:08
#14 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Danke für die vielen Antworten,
ja, ich werde ihnen die Wahrheit sagen. So, wie es ist. Hm... was mich so erschreckt ist, dass sie Angst haben könnten vor einem Tag, aber das kann ich mir nicht vorstellen, dafür geben sie zuviel kontra was ich mich niemals in meinem Leben getraut hätte. Nicht mal als Erwachsene hatte ich den Mut nur einmal meiner Mutter zu wiedersprechen.

Du Sabine, des stimmt schon, ich hätte mir auch nichts sehnlicher gewünscht, als das meine Eltern nur einmal zugegeben hätten, dass sie Alkoholiker waren und das Größte in meinem Leben wäre gewesen, wenn sie sich Hilfe geholt hätten. So blieb mir nichts anderes zu wünschen, dass mich irgendwann irgendjemand da raus holt. Naja, wie wir alle es kennen, jeder hat es gewusst aber alle haben geschwiegen und weggeschaut.

Ich hab nur ein bissel Angst wg. dem 12 Jährigen. Wir waren über viele Jahre miteinander verwoben und lösen uns erst so langsam Schritt für Schritt voneinander. Bei dem jetzigen Klinikaufenthalt wäre der Vorteil, dass er selber wieder in Therapie ist und mit der Therapeutin sehr gut klar kommt. Er hat eine generalisierte Angststörung und Depressionen. Ich war früher, bevor alles über mich zusammengebrochen ist, so unglaublich unberechenbar in meinen Stimmungen und dass Oma bei uns gestorben ist, die ein großer Teil unseres Lebens war, hat ihn sehr mitgenommen.

Ich hab bammel vor dem heutigen Gespräch, vor allem das ich dort wie ein verängstigtes Kind sitze - wie bei meiner Thera - und nicht als Erwachsene.

Ich werde euch heute Abend von dem Gespräch berichten. Es wird Zeit das sich was ändert. Das wir einfach auch mal unbeschwert und glücklich sein dürfen. Ich werde alles dafür tun, um dieses Ziel für uns zu erreichen.

Nochmal danke an euch
Claudia


Lissy01 Offline




Beiträge: 2.780

02.05.2007 08:54
#15 RE: Wie es den Kindern sagen? antworten

Hi Claudia,

ich kann mich noch genau erinnern, wann mir zum ersten Mal so richtig bewußt wurde, daß mit meiner Mutter was nicht stimmt.

Da war ich acht Jahre alt, es war in den Pfingstferien und sie war permanent schlecht drauf.

Ich weiß bis heute nicht, was genau mit ihr war/ist.
Es hat nichts mit Alkohol zu tun.

Diese Ungewissheit ist einfach fürchterlich für Kinder.

Deine kriegen ja auch mit, daß was nicht stimmt.
Kinder neigen dazu, wenn sie keine plausible Erklärung bekommen, dann beziehen sie das automatisch auf sich.

"Mama geht's schlecht, weil ich als Kind nicht perfekt bin und weil sie wegen mir auf so vieles verzichten muß."

Das ist keine tolle Botschaft fürs Leben.

Wenn Du aber klipp und klar sagst, daß Du alkoholkrank bist und Dich in Behandlung begibst, dann übernimmst Du die Verantwortung für Dich und Deine Kinder können sich (relativ) unbalastet fühlen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir Gutes Gelingen für das Gespräch.
Bleib einfach dabei, wie es D I R geht und denke nicht so viel dran, wie es den Kindern dabei geht.
Ich denke, damit kannst Du nichts falsch machen.

Gruß, Lissy


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