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Saufnix
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Dieses Thema hat 66 Antworten
und wurde 4.812 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
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zai-feh ( gelöscht )
Beiträge:

16.03.2008 09:35
#61 RE: Therapie antworten

Hallo Heli,

anno duz, wie ich in die Gruppe ging, war ich 21 Jahre (eine von zwei Frauen - bei 20 Mann), der im Alter mir an nächsten war 38, die Frau 41 und danach ging es ab 50 aufwärts weiter. Ich war aber nicht dort, um "Freundschaften" zu suchen, sondern um Sicherheit zu erlangen. Und das ging dort prächtig. Eigentlich war es phasenweise sogar herrlich. Nachdem ich mich eingebracht hatte - davor wurde ich weitgehend ignoriert - avancierte ich, so mein Empfinden, zu einer Art Maskottchen der älteren Herren. Bei den "Danachtreffen" wurde ich auf meinen Kaffee oder mein Wasser von den Herren eingeladen und irgendeiner hat mich immer nach Hause gefahren - ohne anzüglich oder aufdringlich zu werden.
Es war einfach schön.

Ich denke immer gerne an die Herren zurück.

LG
Suse


mihu ( gelöscht )
Beiträge:

16.03.2008 16:14
#62 RE: Therapie antworten

Zitat
Gepostet von theodor

Zitat
Gepostet von mihu

Zitat
Gepostet von nina58
Ja, aber die "neue Freizeitgestaltung" musstdu ja nicht unbedingt mit den Leuten aus deiner SHG machen...



nein, da gebe ich dir recht. aber mir einen neuen - trockenen oder cleanen - freundschaftskreis aufbauen scheint nicht so einfach zu sein. also auf meine posts mit gruppe hamburg oder freizeit hamburg...hmm...es war keine wirkliche resonanz *gg*...leider.




Hallo mihu,
Du kannst doch eine Anonce in die Zeitung setzen,um Leute kennen zulernen.Oder melde dich in einem Verein an,schau selbst in die Zeitung ,da werden immer mal wieder Partner gesucht zum Tanzen,Badminton SQuasch,Skat,Doppelkopf...
Du darfst auch ruhig "normalos" kennenlernen,für die Alkohol kein Problem.
also wenn ich meine Freizeit ausschließlich nur mit Menschen
mit Suchtproblem verbringen würde,hätte ich das nächste Problem glaube ich.Hätte dort dann das Gefühl mich auszugrenzen,auszugrenzen dem Leben gegenüber

Viel Glück auf der Suche nach deinem Glück
wünscht Theo




hi theodor,

ja, habe ich auch schon überlegt, aber so für den anfang wäre es leichter für mich (glaube ich), eher auchbetroffene um mich zu haben. vielleicht sieht das aber auch in nächster zukunft etwas anders aus.

ds mihu


Grigori Offline




Beiträge: 432

16.03.2008 17:22
#63 RE: Therapie antworten

Hallo Helianta,

habe mir gerade mal die Zeit genommen, den ganzen Threat zu lesen. Also willkommen von mir.

Zunaechst einmal, will ich sagen, dass ich der gleiche Triinkertyp war, wie Du. Mit dem Tag danach platt, am zweiten dann schon ueberlegen und am dritten ganz sicher hoch die Tassen.

Den klassischen Tiefpunkt, wenn es den ueberhaupt gibt, hatte ich nicht. Ich habe mir hier die Tipps von den alten HAsen zu Herzen genommen und nun ja, zwar trinke ich nicht mehr, aber auf dem Weg zur Trockenheit bin ich natuerlich immer noch.

Ich finde Du hast gute Gedanken, auch wenn Du noch nass bist. Du weisst was Sache ist und tust auch was. In meiner SHG sind auch viele aeltere Menschen, das stoert mich aber nicht weiter. Was mich stoeren wuerde, waere der staendige Wechsel der Mitglieder. Du wohnst in einer Grossstadt - also mit mehr als 100 000 Einwohnern und es gibt nur zwei Gruppen? Kaum zu glauben. Wer sagt das? Das Internet? Informiere Dich nochmals gruendlich, etwa bei der Suchtberatung oder bei den Leuten in der SHG.

Ich habe fuer mich beschlossen, keine LZT zu machen. Inzwischen denke ich aber darueber nach - nicht zuletzt dank Saufnix - eine Therapie in welch auch immer gestalteten Art doch zu machen. Kost ja nix und schaden kanns auch kaum. Ich denke, ich werde das mal angehen, wenn ich wieder im Land bin, was ich derzeit nicht bin, wie Du an meinen Umlauten leicht erkennen kannst. Wie ich das angehen will? Na, mal in der SHG rumfragen und zur Suchtberatung gehen und dort nachfragen.

Den Druck den Du beschreibst und die wundersame Biervermehrung kenne ich nur zu gut. Der Druck vermindert sich wirklich extrem, wenn Du ein paar Wochen nicht trinkst. Bei mir kommt es nur noch selten inzwischen in bestimmten Situationen. Die analysiere ich dann und wappne mich, wenn die Situation nochmals kommt oder meide diese Situation kuenftig.

Bei Dir am Arbeitsplatz ist es uebrigens sehr wahrscheinlich, dass die Leute Bescheid wissen oder zumindest eine Ahnung haben. "Neee auf keinen Fall?" Tja, das haben schon seeeeeeeehr viele Alkoholiker gedacht, inklusive mir. Glaub' mir, die Leute um Dich herum wissen viel mehr als Du denkst. Wenn Du aufhoerst und Dich dazu bekennst, wirst Du oft Saetze wie "Ja, ich hatte schon mal ueberlegt, ob ich Dich darauf ansprechen soll" u.ae.

Alles Gute,
Grigori


RdTina Offline




Beiträge: 4.304

17.03.2008 07:34
#64 RE: Therapie antworten

Moin Moin Ihr Lieben,

das "Überaltern" der SHG ist ja nun ein Phänomen, das überall besorgt zur Kenntnis genommen wird. Meine Theorie ist, dass eine Generation (zwischen 25J. u. 50J.) von den Selbsthilfeorganisationen sträflich vernachlässigt wurde, das Ergebnis gefällt mir absolut nicht.

Ich kann die "Fluchtgedanken" einiger Jüngerer durchaus nachvollziehen, mir ging es am Anfang meiner SHG Besuche nicht anders. In meiner ersten Gruppe betrug das Durchschnittsalter 65J. und ich war seinerzeit 40. Gemeinsamkeiten konnte ich anfangs überhaupt nicht erkennen. Ich bin aber nicht "geflüchtet", sondern bin geblieben und habe mich eingebracht und engagiert. Und siehe da, nach und nach konnten wir immer mehr "Jüngere" für unsere Gruppe gewinnen.

Deshalb plädiere ich an alle "Jüngeren" sich nicht abschrecken zu lassen, sondern die Chance zu nutzen "frischen Wind" in die SHG zu bringen und dadurch vll. den Weg zu ebnen für Neues. Die nächste Suchtgeneration wächst mittlerweile heran und wo sollen sie adäquate Hilfe finden, wenn die SHG Mitglieder langsam aber sicher "aussterben" (im wahrsten Sinne des Wortes)?

LG, Tina

Alles im Leben hat seinen Sinn



Über die Steine, die ich mir HEUTE in den Weg lege, werde ich MORGEN stolpern


fitti Offline




Beiträge: 2.444

17.03.2008 07:57
#65 RE: Therapie antworten

Moin
Deshalb plädiere ich an alle "Jüngeren" sich nicht abschrecken zu lassen, sondern die Chance zu nutzen "frischen Wind" in die SHG zu bringen und dadurch vll. den Weg zu ebnen für Neues. Die nächste Suchtgeneration wächst mittlerweile heran und wo sollen sie adäquate Hilfe finden, wenn die SHG Mitglieder langsam aber sicher "aussterben" (im wahrsten Sinne des Wortes)?
Genau nicht meckern,sondern kommen und ideen mit bringen,
ist doch schön mal was zu bewegen ,
Lamentieren bringt da nichts

Liebe Grüße Friedhelm:Ich bin ein Mensch und nicht der Alkoholiker:gut:
:grins2:und schreibfehler bei eby versteigern:sly:


Helianta Offline



Beiträge: 153

18.03.2008 23:53
#66 RE: Therapie antworten

Zitat
Du wohnst in einer Grossstadt - also mit mehr als 100 000 Einwohnern und es gibt nur zwei Gruppen? Kaum zu glauben.



erstmal danke für das (nachträgliche) Willkommen. Da freu ich mich doch noch drüber :-) ja, also:

ich war bei drei verschiedenen Gruppen vom blauen Kreuz, die habe ich, weil es der gleiche Träger ist, quasi als eine zusammengefasst. Wobei es schon, je nach Gruppenleiter, sehr unterschiedlich geprägt war. Eine mochte ich gar nicht, bei einer passte der Tag ganz schlecht. Aber insgesamt gibt es eine Linie. Die ist auch völlig okay!

Es gibt insgesamt gesehen natürlich schon insgesamt sehr viele Gruppen, da hast Du völlig recht. Die AA habe ich aber für mich ausgeschlossen, weil ich nicht glaube, dass ich damit glücklich wäre. Das sind aber reine Vorurteile, ich war nie da. Vielleicht sollte ich auch noch mal so eine Gruppe besuchen, einfach, um mir anzuschauen. Dann will ich die Hürde für mich möglichst gering halten, deshalb habe ich nur Gruppen in meiner Nähe in Betracht gezogen. Klar ließe sich das erweitern - aber es wäre ja auch mal schön, wenn etwas einfach zu erreichen ist Vor allem, da ich einfach als berufstätige alleinerziehende Mutter genug an den Hacken habe, und mir festgelegte Termine an einem Tag in der Woche nicht aus den Rippen stricken kann. Das ist ja auch etwas was immer an mir zwackt, kaum Zeit mit meiner Tochter zu haben. Es gibt soviele Termine in der Woche, - ab und zu sollte man sich doch mal guten Tag sagen.

Na, wie auch immer - der Besuch heute in der sogar nächstgelegenen SHG (Kreuzbund) stellte sich als ziemlich positiv heraus. Das hat mich total gefreut!

Wobei ich auch glaube, dass schon meine jetzt klarere Haltung mit dazu beiträgt. Aber die Leute sind sehr nett, und ich habe das Gefühl, als sei speziell in der Gruppe mehr Austausch möglich. Das scheint mir ja wichtig zu sein.

Ach, jetzt würd´ich eigentlich noch gerne auf RdTinas Plädoyer eingehen. Finde ich generell gut! Selber konnte ich das dort nicht, ich glaube aber beinahe, dass für mich insgesamt noch zuviele Fragen offenstanden. Mir war es zunächst wichtig, überhaupt erstmal mit der Materie vertraut zu werden, da war noch kein Platz für mich, mich irgendwo einzubringen, dafür bin ich zu zögerlich und muss erstmal wissen, WIE ich mich da überhaupt einbringen KANN und will. Das Hauptproblem fand ich, dass immer soviel "doziert" wurde, und ich lieber im offeneren Gespräch bin. Das habe ich als eine generationenbedingte Art gemarkert.

Dafür hat mir die Gruppe aber vielleicht doch geholfen. Da leisten Leute ehrenamtliches Engagement, und dafür bin ich auch dankbar. Wenn es das nicht gäbe, stünde ich schön blöd da. Nämlich alleine. Deshalb finde ich es immer klasse, wenn Menschen bereit sind, sich selbst zu engagieren und etwas weiterzugeben, egal in welchem Belang.

so, Roman des Tages ist fertig..

liebe Grüße, und vielen Dank fürs Lesen!

Helianta

:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Erich Kästner


Elefantino Offline




Beiträge: 4.209

19.03.2008 01:14
#67 RE: Therapie antworten

Hi Helianta!

Freut mich, dass Du ein positives Erlebnis mit der Kreuzbund-Gruppe hattest.

Ich habe "meine" SHG erst in mehreren Anläufen gefunden.
War anfangs bei AA, aber die Gruppe war "überaltert" und die meisten Mitglieder so lange trocken, dass sie wenig Bezug zur Thematik hatten, und angelegentlich auch mal darüber sprachen, wo man im Urlaub besonders schön Golf spielen könne......

Letztendlich hat mich, in meiner letzten Entgiftung vor 4 Jahren, ein Mitpatient in seine SHG und Beratungsstelle mitgeschleppt, und da "passte" es dann für mich.

In der Beratungsstelle habe ich mehrere Gespräche geführt, und in der angeschlossenen - aber freien und unabhängigen - SHG wurde ich sehr schnell heimisch.

Lag daran, dass mich die Mitglieder kraft Persönlichkeit beeindruckten. So klasse Leute - obwohl sie alle Alkoholiker waren. Oder vielleicht auch gerade deswegen. Führte jedenfalls dazu, dass ich da immer wieder hingehen wollte, und mich selber zunehmend auch wieder als lohnenswerte Baustelle und nicht als hoffnungslosen Fall sah.

Diese SHG ( und die Beratungsstelle ) waren vor vier Jahren starke Stützung bei meiner Trocknung - nachdem ich mich nach 2 "erfolglosen" LZTs bereits fast aufgegeben hatte.

Also investiere ruhig viel in die Suche "Deiner" SHG.
Dass das Suchen sich gelohnt hat, merkst du, wenn du angekommen bist!


LG

Christoph

Die schärfsten Kritiker der Elche
waren früher selber welche


F.W. Bernstein


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