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Saufnix
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Dieses Thema hat 66 Antworten
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 Akute Hilfe
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Beachen Offline




Beiträge: 3.654

30.03.2007 11:59
#16 RE: Therapie antworten

Zitat
Das nie wieder ist ein besch*** Punkt, an dem ich ebenfalls hänge, und es ist nicht der richtige Ansatz, ich weiß. ich denke daher, dass nur eine Therapie es irgendwie bringen kann, einem dieses Verhalten abzugewöhnen.



Hi Helianta und die anderen !

Willkommen am Board.

Ich denke, das ist kein Verhalten das man sich abgewöhnen kann, das ist Sucht.

Und auch eine Therapie kann einem nur Wege aufzeigen, gehen muß man diese selbst.
Die Therapie/Therapeuten sind nicht dafür verantwortlich, was du mit deinem Leben machst. Das bist du ganz allein.

Irgendwas gibt einem das Trinken, um eigene Defizite, seine Zerissenheit abzuwiegeln, den Selbstwert aufzuwiegeln oder was auch immer.
Leider klappt das auf Dauer nicht und der Schritt vom Mißbrauch zur Abhängigkeit ist sehr klein.

Ich denk es geht darum, sich selbst etwas *wert* zu sein, wenn man aufhört mit dem Trinken.

Und um wirklich dahinter zu schauen, was bei einem selbst los ist, denke ich wie die anderen, muß man nüchtern sein, denn erst dann hat man einen realen Blick auf sein jahrelang selbstgezimmertes, alkoholgeschwängertes Selbstmitleid.
So jedenfalls wars bei mir.

Gruß
Bea


dachica ( gelöscht )
Beiträge:

01.04.2007 12:18
#17 RE: Therapie antworten

hallo
ich kam auf diese seite weil ich hilfe brauche,ich persönlich nich aba die mutter eines guten freundes
Sie is stark alkohol abhänging,kommt tagelang nich nahc huase und lässt ihr kinder einfach zurück.
Wenn ihr großer sohn aus ihrer stammkneipe holen will,wird er immer rausgeschmissen
er leidet sehr darunter,leider fängt er auch shcon an immer mehr und mehr zu trinken,ich will ihn helfen,ihm und seiner mutter,er versucht sie alleine davon abzubringen
aba er schafft es nich und geht daran kaputt.
ich kann/will und werde nich zusehen wie er wegen seiner mutter das selbe problem kriegt,ich weiß bloß nich wie.
ich hoffe so,dass ich hier irgendwelche hilfen oda tipss bekomme,weil ich kann ncih weiterzusehen wie er darna leidet und mit 18jahren ein alkoholproblem bekommt



BITTE HILFT MIR
BITTE
LG dachica


RdTina Offline




Beiträge: 4.304

01.04.2007 17:29
#18 RE: Therapie antworten

Hallo dachica,
tut mir echt leid, was Du da schreibst.
Ich kann Dir den Tipp geben, nach einer Jugend- und Drogenberatung in Deiner Nähe zu suchen. Die gibt es in jeder größeren Stadt und können Euch sicherlich weiterhelfen.
Liebe Grüße und ich drück Dir die Daumen
Tina

Alles im Leben hat seinen Sinn



Über die Steine, die ich mir HEUTE in den Weg lege, werde ich MORGEN stolpern


Helianta Offline



Beiträge: 153

01.04.2007 21:27
#19 RE: Therapie antworten

Hi Ihr,

Danke, dass ihr mir geschrieben habt und auf mich eingegangen seid. Inzwischen habe ich mich hier im Forum durch einige Threads durchgewühlt und viel gelesen. Das ist ganz schön aufschlußreich! Es hat einiges in mir nach vorne gebracht.

Komisch, dass mir irgendwie nicht klar wurde, dass man gerade so "technische" Probleme - wie geh ich vor -, und seine Ängste dabei, am besten mit der Suchtberatung besprechen kann. Weiß der Himmel, was ich gedacht habe, wozu es die gibt - ich habe das irgendwie bisher nicht mit mir in Zusammenhang gebracht!? So, mir ist schon mal klar geworden, dass die Leute da schon Ahnung davon haben und sich damit auskennen. So geht es mir auch mit anderen Themen - ich guck mich plötzlich um - und sehe etwas, was ich vorher gar nicht gesehen habe und wundere mich und frag mich ob ich blind war.

@alle: Hui, danke für die langen Beiträge. Ich war sehr beeindruckt , und das war eigentlich mein Einstieg mehr und mehr zu lesen. "Was sucht anging war ich zu der zeit noch mächtig was naiv." ähh, ja.. so fühle ich mich gerade, doch ziemlich unbedarft. Also, die Beiträge haben mich schon irgendwie angerührt. Und mir vor allem schon weitergeholfen.

Welche Entscheidungen da tatsächlich bei rauskommen -- dazu sag ich lieber erst mehr, wenn es auch mehr ist. Erzähle ich euch aber gerne bald, wenn ich darf.. Tschüß!

Heliante

:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Erich Kästner


Hermine 2 Offline




Beiträge: 3.177

01.04.2007 22:58
#20 RE: Therapie antworten

Moin Heliante,

Zitat
Welche Entscheidungen da tatsächlich bei rauskommen -- dazu sag ich lieber erst mehr, wenn es auch mehr ist. Erzähle ich euch aber gerne bald, wenn ich darf.. Tschüß!



da möchte ich doch drum bitten.

Alles gute dir
lieben gruss
Mine

Mein Selbstbetrug endete in einer Sackgasse.
Meine Selbstbestimmung zeigt mir viele neue
Wege in eine bunte Welt.


Helianta Offline



Beiträge: 153

02.04.2007 23:44
#21 RE: Therapie antworten

Hallo,

Greenery schrieb:

Zitat
Für den Anfang reicht es schon, einfach nicht mehr zu trinken. Wenn man sich darauf konzentriert, hat man die ersten Wochen eigentlich schon genug zu tun.


Gut.

Am Donnerstag habe ich geschrieben. Letzlich - nach dem Schreiben ganz nass.

Am Freitag war ich abends verabredet, und habe Bionade angeboten. die ist nämlich seehr lecker und da freuen sich Gäste immer drüber. Als wir rausgegangen sind, also in eine Kneipe, hatte ich das Gefühl, dass es jetzt komisch auffiele, keinen Alk zu trinken - da habe ich ja wirklich ein Problem mit, das mich jemand für einen Alki hält - so ein Blödsinn. Dabei weiß ich genau, der der, mit dem ich aus war, ein Nichttrinken meinerseits bestimmt sogar begrüßen würde! Im krampfhaften Bemühen um eine Darstellung a là "ich habe alles im Griff, alles ganz normal" habe ich zwei kleine Bier getrunken. Soweit kein Problem. Dachte ich. Aber es kam wie es kommen musste: nachdem ich zu Hause wr und mein Besuch außer Reichweite, schnell zum Kiosk gelaufen und eine Flasche Wein erstanden. Und dann bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken. Ich konnte nur verhindern, danach nochmal loszuziehen.. Am nächsten Morgen-- das Grausen vor meinem Spiegelbild.

Dass ich am Samstag nichts getrunken habe, fällt noch in meinen normalen Trinkerrahmen, in dem ich häufig am Tag danach nichts trinke. Danach gehts mir meistens noch richtig schlecht. Körperlich, je nach Menge des Alkohols und der Menge der Zigaretten, mental, ja, auch je nachdem, was ich dabei verzapft habe.. Manchmal, häufig, kann ich mir gar nicht mehr in die Augen sehen. Traue mich nicht mehr ans Telefon. Mag nicht Menschen begegnen, und am besten auch nicht mich im Spiegel anschauen.

Gestern, am Sonntag, habe ich mich trocken weiter durch das Forum gelesen und versucht es einfach auszuhalten, nicht zu trinken.. Lesen, Wasser, Lesen, Wasser, uff. Lesen. Das war schwierig, und ich bin von Kiosken umzingelt, die die ganze Nacht aufhaben. Geschafft für gestern.

Heute, am Montag hatte ich nach der Arbeit die klassische Situation. Und nein, was habe ich mit mir gehandelt.

"Zumindest ein bischen, damit der Druck weg ist, Mitbewohner und Kind sind grad nicht da - es sieht keiner, wenn Du Dir was holst"
"Nein, merkst Du nicht, dass das jetzt nur ein Moment ist, in dem Du so angespannt bist? Weißt Du nicht mehr, wie das letzte Woche mit dem Gin gelaufen ist? Im übrigen waren es ja gar vier Tage, die die gehalten hast. Was willst Du eigentlich? Willst Du wirklich etwas trinken? Komm, lies schnell etwas im Saufnix, vielelcht hilft Dir das."
"Sch.. verdammt, ich wiiill aber"
"Stimmt ja gar nicht. Ich will nicht. Es geht nicht, das gibt es für dich nicht, nur dieses jetzt grad einmal und dann ist es auch gut. Es ist nämlich dann doch nie gut." Ok, also Bionade.

:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Erich Kästner


Hermine 2 Offline




Beiträge: 3.177

02.04.2007 23:55
#22 RE: Therapie antworten


super oberprima wie du den suchtdruck gemeistert hast Helianta!
Ganz gross das!
Nutze die guten gefühle die dir das macht für dich und deinen weiteren weg Heliant.
Es lohn sich sowas von. Echt jetzt!

Lieben gute nacht gruss dir gewunken
Mine

Sorry, namensdreher, sogar die zweite......ups

Mein Selbstbetrug endete in einer Sackgasse.
Meine Selbstbestimmung zeigt mir viele neue
Wege in eine bunte Welt.


fallada Offline



Beiträge: 2.386

03.04.2007 00:16
#23 RE: Therapie antworten

Hi Salo!

"Momentan ist es so, das, wenn ich Vorrat da habe, hab ich so`n Zwang:"

Bei mir wars anders. Ich hatte "Zwang" auch ohne Vorrat. :-(
Bin dann halt losgelaufen... oder nicht!
Erst, als mir klar war, daß ich in punkto Alk nich mehr ich bin, konnte ich immer öfter widerstehen.
Eins ist für mich Fakt: Es ist "leichter", dem ersten Schluck zu widerstehen, als dem 2.! Is so, bei mir.

Vorräte im Haus haben? Auf _keinen_ Fall! (Also, bei mir schon ewig nich mehr.)

Und wenn einen der Saufdruck zur Tanke treibt, weil nix im Haus is? Ein Ritual einhalten! Erst 3x den Korridor auf und ab laufen und sich immer wieder (auch laut, scheißegal!) sagen: "Muß das sein?!" Klar, da kommt dann auch (aber immer seltener) die Antwort: Ja, scheiße, ja!

Aber... das läßt wirklich nach... mit der Zeit!

HTH

"Wenn das das berühmte 'lange Glück' sein soll, dann lass ich meine Fenster lieber ungeputzt und beschäftige mich mit mir oder meinem Mann." -- 'Saftnase'


Helianta Offline



Beiträge: 153

03.04.2007 00:49
#24 RE: Therapie antworten

Hallo Salo,

haben wir den gleichen Stand der Dinge? Können wir uns vielleicht gegenseitig helfen? Vielleicht?

Grüße, Heliante

:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Erich Kästner


Inessi Offline



Beiträge: 4.790

03.04.2007 09:51
#25 RE: Therapie antworten

Zitat
Gepostet von Helianta

... und ich bin von Kiosken umzingelt, die die ganze Nacht aufhaben.


Hallo Helianta,

ich wohne in einem kiez in berlin, der so viele geschäfte, kioske, kneipen, bars usw. mit 24-stündigem, wochenendlichen öffnungszeiten, daß es mich wundert, wie die alle finanziell über die runden kommen.

Was ich sagen will ist, daß ich dort immer alkohol kaufen könnte, interessiert mich nicht mehr (4,5 jahre trocken).

Es lohnt sich, um ein alkoholfreies leben zu kämpfen.

Als ich meinen trockenen Weg begann, war meine Tochter 14 Jahre. Heute haben wir ein Super-Verhältnis miteinander. Schon allein für sie hat es sich gelohnt, trocken zu werden und die ganzen "Mühen" bis dahin auszuhalten.

Liebe Grüße.


Helianta Offline



Beiträge: 153

03.04.2007 19:57
#26 RE: Therapie antworten

Hallo Inessi,

Zitat
Es lohnt sich, um ein alkoholfreies leben zu kämpfen.


Danke, dass Du das schreibst! Ich habe schon verschiedentlich gelesen, dass es auch nach Jahren manchmal nicht einfach ist, gut zu hören, dass es Dir das allgegenwärtige Angebot nichts ausmacht, bzw. es dich nicht (mehr) interessiert! Aber in der ersten Zeit war das wahrscheinlich schon ziemlich schwierig, oder?

Meine Tochter ist mein größter Motivationspunkt. (Ob ich mir das alleine wert wäre, kann ich gar nicht sagen - womöglich würde ich mich noch weiter treiben lassen).

Aus Verantwortungsgefühl, weil man damit das Leben des Kindes durch Vorleben in eine Richtung beeinflusst, weil ich ihr kein Alkoholiker-Verhalten mit auf den Weg geben möchte. Und man weiß ja auch, dass die Kinder in den Jugendjahren irgendwann ihr eigenes Verhältnis zu Drogen definieren..

Aber auch, weil ich schlichtweg stellenweise sehr ungenießbar bin
- gerade wenn ich am Vortag getrunken habe. Oder weil ich für sie auch einfach nicht da bin, kaputt, im Bett liegend, kraftlos..

Das ist das Gegenteil von der Lebensfreude, die ich mir für sie wünsche.

Grüße, Heliante

:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Erich Kästner


Inessi Offline



Beiträge: 4.790

03.04.2007 20:51
#27 RE: Therapie antworten

Zitat
Gepostet von Helianta

Meine Tochter ist mein größter Motivationspunkt. (Ob ich mir das alleine wert wäre, kann ich gar nicht sagen - womöglich würde ich mich noch weiter treiben lassen).



Hallo Helianta,

irgendwann schrieb ich hier schon mal, daß ich zu Anfang gar nicht unbedingt für mich, sondern eher für meine Tochter aufhörte. Ich hab mir in meiner Jugendzeit immer gesagt, ich werd nicht so wie meine trinkende Mutter und erst recht nicht so wie mein trinkender Stiefvater. Am 12.09.02 (mein 2. Geburtstag im Jahr jetzt) wurde mir aber aufgezeigt, daß ich wie meine Mutter bin, und auch genauso soff wie mein Stiefvater. Das war ein Schock; und ich hab mich und mein Leiden als Kind/Jugendliche wieder gesehen. Meine Tochter hat zwar (gottseidank) nie Prügel bekommen, aber sie litt genauso wie ich damals. Das tat mir so weh und so leid...
Irgendwann (ca. nach 2 Jahren) kam mir dann die Erkenntnis, daß meine Tochter mich aber irgendwann verläßt, und was dann? Trink ich wieder, oder was? NEIN, dazu fühlte ich mich schon zu gut mit allem - mit mir, mit meiner Tochter, mit meinen Veränderungen, mit meinem erweiterten Blickfeld, die irgendwie andere Art zu denken, andere Menschen wahrzunehmen, usw. - NEIN, wozu Alkohol? Um wieder alles kaputt zu machen? NEIN! Ich bin es mir wert, trocken und zufrieden zu bleiben.

Liebe Grüße.


Helianta Offline



Beiträge: 153

29.04.2007 06:12
#28 RE: Therapie antworten

Hallo ihr guten Geister, (ich sehe euch ja nicht)

ich habe mich quer durch das Forum gelesen und es hat in mir viel bewegt. Vor allem, weil ich auf so vieles eine Antwort bekam, das mir bisher nur so diffus und nur bei mir vorkam.. wie ich meinte.

Nach meinem ersten Post haben mich all die Antworten tatsächlich überfordert. Ich war erstaunt über all das, was ihr mir dazu schon sagen konntet und das ihr das auch getan habt. Das ist ja schon sowas wie ein ehrenamtliches Engagement.

Die Menschen die hier schreiben, tun das doch wohl um sich in ihrem trockenen Dasein zu helfen und sich darin zu bestärken, so würde ich das Saufnix beschreiben. Deshalb habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, wenn ich hier aufschlage und nicht trocken bin, denn ich will an und für sich niemanden beanspruchen für etwas, durch das sie oder er durch ist. Nachdem ich allerdings soo viele Beiträge hier gelesen habe, merke ich, dass das vielleciht gar nicht soo schlimm ist teilhaben zu lassen an den Problemen, in denen ich noch stecke, und sei es auch nur zur "Abschreckung".

Und ich merke auch, dass ich die Fülle gar nicht verarbeiten konnte. Was ich am Anfang schrieb, wiederholt sich hier, ich bin in allem etwas langsam. Woran ich mich zunächst am meisten festgehalten habe war der Post von Greenery

Zitat
Für den Anfang reicht es schon, einfach nicht mehr zu trinken. Wenn man sich darauf konzentriert, hat man die ersten Wochen eigentlich schon genug zu tun.


denn das war einfach der Impuls. Der Impuls, dem zu folgen, was ich mir selber denke. Es hat etwas geholfen. aber eigentlich auch nicht. es hat geholfen, weil sich in mir etwas bewegt hat. Ich habe gemerkt, dass sich sich meine Geschichte nicht so sehr von einigen anderen im Forum unterscheidet. aha - ich bin wohl nicht die einzige, bei der es so ist, wie es ist.
Nicht die einzige, Frau, die Kinder hat, nicht die einzige, die von Verpflichtungen meint aufgefressen zu werden, die mit Sucht im Job ist und versucht den zu bestehen, nicht die einzige : wichtig: die denkt oder besser gedacht hat, es sei vielleicht möglich, den Umgang mit Alkohol in andere - "normale" Bahnen zu lenken und in dem Punkt mit sich handelt, handelt und nochmal handelt. Ich habe soviel in den Geschichten gelesen, in denen es immer wieder darum geht:

Die Versuche, mit sich auszumachen, wie schlimm es denn mit mir gekommen ist. Ob es denn wirklich schon so schlimmm ist.
Ist es nicht: ich mache doch alles, es funktioniert doch, so schlimm ist es nicht, du darfst halt nur nicht immer soviel zu viel trinken und auch keinen Blödsinn dabei machen. Behersch dich halt mal und trinke unter der Woche nichts mehr. Es darf halt nicht mehr vorkommen, dass du soviel zuviel trinkst, dass Du Telefongepräche führst, für die Du dich nachher schämst, also kein telefonieren in Trunkenheit! Es darf halt nicht mehr vorkommen, dass du in der Woche trinkst und Deinem Kind kein Frühstück machen kannst, weil Du komatös im Bett liegst. Es darf halt nicht mehr vorkommen, dass du in der Woche trinkst und Dich danach für zwei Tage krankmeldest. Es darf halt nicht mehr vorkommen, dass du betrunken Auto fährst, und sei es auch "nur zur Tanke".

ist es doch siehe oben. alles das kommt vor. ich habe es nicht im Griff. Ich hatte es nie.

:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Erich Kästner


Helianta Offline



Beiträge: 153

29.04.2007 06:17
#29 RE: Therapie antworten

Ja, die Selbstregulation hat schon auch gegriffen. Bis auf.. die vielen Tage im Monat, in denen das leider nicht geklappt hat. Und immernoch nicht klappt.

Denn, und jetzt komme ich endlich zum Grund meines Posts, es hat letzte Woche zweimal wieder nicht geklappt.

In meiner Jugendzeit habe ich (im Alter von 16 Jahren) gekifft wie blöd und dazu Alkohol getrunken wie blöd. Schlimm war aber irgendwann das Kiffen für mich, weil ich merkte, dass ich gar nichts mehr merkte und so auch nicht weiterkam. Das habe ich ohne großes Federlesen mit mir selbst ausgemacht und nach einigen Jahren aufgegeben. Einfach, weil ich nicht mehr wollte. Das war mit 24 Jahren. Den Alkohol konnte ich nicht so einfach aufgeben. Der Alkohol fand Pausen, lange und kurze. Ich dachte, ich könnte vielleicht ebenso problemlos meine zweite Suchtproblematik lösen. Ja, ich war ganz guter Dinge, ich dachte, es klappt. Ich habe kein Bock mehr auf Alkohol.

Und nun grassiert die Krankheit.

vor meinem ersten Post ging es nur so, dass ich nach der Arbeit nur einen Gedanken hatte: Alk her. Abschalten sofort. Mach mich weg. Möglichst schnell. Scheiß Leben. Wenn meine Tochter weg war: Alk her, wenn ein arbeitsfreier Tag in Sicht war: alk her. wenn Tochter weg, aber Arbeit nicht: egal. Alk her. Wenn alles zuviel: alk her. Scheißegal. Sollen sie mir doch kündigen, dann habe ich endlich zeit für mich und den Haushalt und mein Kind. Mir ist alles zu viel. Ich will nicht dasein. Was ist lebensfreude - kenn ich nicht. ich will doch nur meine Ruhe. Und wenn ich die mit Alk für immer finde, gut so.

Nach dem Aufschlagen in saufnix erstmal besser. trinkpausen. nachdenken. verinnerlichen. Aha.

Aber nun:
Dienstag habe ich mir den Alkohol förmlich reingezwungen, niemand hat das getan, ich war es. Warum bloß? Mittwoch, donnerstag nicht bei der Arbeit. Ich schäme mich. Danach wieder freie Tage, bis gestern.

Samstag, tolle Party. Ich habe 1 1/2 l Bionade mitgebracht und schwupps ausgetrunken. Danach Bier. menge: ok. 4 x 0,33. ok, dann Pulle wein von der Tanke, weil ja wieder oder noch nüchtern.

Shit.

:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Erich Kästner


Bancha Offline




Beiträge: 59

29.04.2007 08:02
#30 RE: Therapie antworten

Hallo Helianta,

ich bilanziere mal kurz, was ich hier lese:

Vorschlag Suchtberatung: keine Antwort.
Vorschlag ambulante Therapie in Form einer Tagesklinik: keine Antwort.
Vorschlag ambulante Therapie in Form wöchentlicher Abendtermine: keine Antwort.
Vorschlag Selbsthilfegruppe im realen Leben: keine Antwort.

Du hampelst lieber mit Deinem nassen Schädel herum und überlegst mal hin, mal her, und ringsherum ist auch nicht schwer. Auch gern mit einem guten Glaserl bei der Hand, wenn ich's recht sehe. Das kann locker noch zehn Jahre dauern. Das nennt man Rumeiern und geht einher mit Runtersaufen, bis die wirkliche Bereitschaft zur bedingungslosen Annahme all dessen, was wirklich hilft, eintritt.

Wenn Du das unbedingt so haben willst, bitte. Aber das machst Du allein, bestenfalls in der Begleitung anderer Jammergestalten, die auch nicht mit sich zu Potte kommen.

Willst Du wirklich nicht lieber in die Puschen kommen?


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