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Saufnix
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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 1.715 mal aufgerufen
 Deine eigene Alkoholkarriere
Seiten 1 | 2
bright_63 Offline



Beiträge: 24

22.02.2007 10:42
RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

ich bin wieder hier. vor fast genau einem jahr war ich auch hier und hab große sprüche geklopft, von wegen, dass ich das mit dem kontrollierten Trinken schon gebacken kriege. jetzt bin ich wieder so weit, oder noch tiefer drin als vor nem jahr.
will nicht mit der tür ins haus fallen, ein paar infos über mich: bin 43, erste schlucke natürlich mit 15, 16 jahren, im jahr 85 hab ich dann das erstemal getrunken, um besser einschlafen zu können, seitdem gings in wellen manchmal etwas nach oben, die wellentäler nach unten waren immer größer als die nach oben. seit ca. 10 jahren gestehe ich mir auch ein, alk zu sein. hab dann immer wieder mal weniger getrunken, mal wieder mehr. 2002/2003 hab ich dann mithilfe von sehr viel sport ein gutes jahr gehabt, allerdings nicht trocken, aber sehr kontrolliert. nachdem ich mein sportliches ziel (marathon zu laufen) erreicht hatte, glaubte ich, kann ich mir doch wieder mal was gönnen, habs ja im griff. seitdem hat der alk mich wieder im griff. wie gesagt, letztes jahr machte ich wieder mal nen anlauf, der dann aber sehr schnell im sande verlief. bin, bzw war, auf 4 oder 5 bier, wein oder prosecco zwischendurch und natürlich was hartes (flasche klarer für 3 bis 4 tage) bin abendtrinker, ab ca. 18.00 gehts los, bin dann am nächsten tag bis so gegen mittag meistens noch tütelig. angeblich merkt niemand was, meine frau nicht, freunde und bekannte auch nicht. bin aber kein asi, hab keine finanziellen probleme, hab frau und kinder, bin angesehen am ort.

genug der langen reden, meine karriere ist kein einzelfall, hab jetzt einen abend ohne geschafft, wobei das für mich kein problem ist. ich hab auch kein problem, einige tage nichts zu trinken (in den letzten jahren hab ich fast immer für 40 tage nichts oder fast nichts getrunken), werd deshalb auch diesmal keine körperlichen probleme bekommen, glaube ich.

ich werd auf alle fälle auch dieses jahr wieder 40 tage ohne schaffen, aber dann geht mein problem los: ich weiß jetzt, dass ich es nicht kontrollieren kann. Ich hoffe, ich kann dann dem alltäglichen "Trink doch eins mit"-Druck widerstehen. Sogar meine Frau drängte mich in den letzten Jahren nach diesen 40 Tagen dazu, doch wieder ein gläschen mitzutrinken.....

so long, ich weiß, ich muß da alleine durch, Therapie oder Klinik oder sonstwas geht nicht....

freu mich trotzdem auf reaktionen von da draussen....

..denn das Leben bietet so viel mehr....:licht:


Bea60 Offline




Beiträge: 2.400

22.02.2007 10:55
#2 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Hallo Bright,

da würde mich doch mal interessieren, unter welchem Namen Du im letzten Jahr gepostet hast....


Zitat

so long, ich weiß, ich muß da alleine durch, Therapie oder Klinik oder sonstwas geht nicht....



Warum eigentlich?? Es gibt ja auch ambulante Therapien. Und dass Du damit nicht alleine durchkommst, hast Du Dir doch wohl selbst bewiesen - oder?

Im übrigen schaffen es einige Wenige mit sich alleine. Dem weitaus größeren Teil geht es wie dir - jahrelanges Rumgeeiere bis man dann doch einsieht, das Hilfe nötig ist. Kenn ich aus eigener schmerzhafter Erfahrung.

Aber, jeder muss den Weg für sich finden.

Lieber Gruß
Beate


Spieler Online




Beiträge: 7.879

22.02.2007 10:58
#3 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Zitat
so long, ich weiß, ich muß da alleine durch, Therapie oder Klinik oder sonstwas geht nicht....

freu mich trotzdem auf reaktionen von da draussen....



warum eigentlich?
Du hast doch von vornherein festgelegt, das für dich die bewährten Hilfsangebote nicht in Frage kommen. Wozu sollten dann also irgendwelche Reaktionen dienen? Zur Bestätigung?

wäre aber auch hilfreich, wenn du mal kurz auf den Nick verweist, unter dem du leztes jahr hier geschrieben hast

Jörg


Bea60 Offline




Beiträge: 2.400

22.02.2007 11:01
#4 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

@ Spieler

Hallo Jörg, da haben uns ja wohl gleichzeitig die selben Fragen bewegt.....


newlife2005 Offline



Beiträge: 200

22.02.2007 11:26
#5 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Zitat
Gepostet von bright_63
"Trink doch eins mit"-Druck



Sehe ich das richtig, dass Dein eigentliches Problem ist, was andere sagen/denken könnten, wenn Du keinen Alkohol mehr trinkst?

Falsches Verhalten bei dieser Antwort produziert viel überflüssiges Leid. Es soll sogar schon der eine oder andere dran gestorben sein.

Wenn meine Oma ein Bus wäre, könnte sie hupen. (Dieter Eilts)


bright_63 Offline



Beiträge: 24

22.02.2007 11:44
#6 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

hallo, kurze antwort, muss leider gleich weg, ich war im letzten jahr auch unter bright gemeldet,...

danke erstmal und bis später

..denn das Leben bietet so viel mehr....:licht:


Ullrich Offline



Beiträge: 9

22.02.2007 11:50
#7 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Hallo bright,

ich bin ungefähr so alt wie du, ich bin persönlich fast genau so situiert wie du, mit Family, Haus, Kindern, Job usw. Ich war auch in der Menge ungefähr da, wo du bist.

Du hast Krankheitseinsicht. Prima.

Wenn du 40 Tage ohne kannst, hast du den körperlichen Entzug locker hinter dir. Prima.

Du weist genau, was passiert, wenn du nach den 40 Tagen wieder anfängst. Prima.

Genau so war das bei mir. Und die anderen Vorbehalte, die du noch hast, hatte ich auch.

Du ahnst es schon, der nächste wichtige Schritt ist deine Frau. Auch das war bei mir genau so, wie du es schilderst. Genau so schwer, wie es für einen selbst ist zu akzeptieren, dass man Alkoholiker ist, ist das auch für die Ehefrau. (Jedenfalls an der Stelle, wo du jetzt stehst und es noch keine großen Probleme nach aussen gibt).

Deine Frau muss du unbedingt mit ins Boot holen. Mach ihr klar, wie du dich fühlst, wass du willst und vor allem mach ihr klar, dass es für dich nur ein "gar nicht mehr " gibt. Sag ihr, dass du es öfters erfolglos versucht hast. Vielleicht lässt du sie hier mal lesen, wie die Geschichten sonst weitergehen.

Wenn du deine Frau auf deiner Seite hast, hast du gute Chancen, es ohne weitere Hilfe zu schaffen.

Du wirst feststellen, dass das mit dem gesellschaftlichen Druck lange nicht so schlimm ist, wie du denkst. Du brauchst nur zu sagen "heute trinke ich mal nichts". Falls wirklich einer weiterbohrt warum, sag einfach "heute nicht. heute mag ich nicht". Niemanden, der nicht selbst ein Problem damit hat, wird das dann weiter interessieren.

So habe ich es gemacht und fahre seit zweieinhalb Jahren sehr zufrieden damit.

Grundsätzlich solltest du trotzdem versuchen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychos gibt es auch in der nächsten größeren Stadt - und wo du abends hinfährst, braucht ausser deiner Frau keine zu wissen. Ebenso ist das mit einer SHG.

Ich wünsche dir vile Erfolg und glaube, dass du einer von denen bist, die das hinkriegen.

Gruß,

Uli


Friesenvolker Offline




Beiträge: 2.907

22.02.2007 12:29
#8 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Hi, brigth_63,

was der Uli das gepostet hat, trifft den berümten Nagel auf den Kopf. Diese Erfahrungen decken sich voll und ganz mit meinen. Du bist schon mal hier im Forum, der erste Schritt ist also wieder gemacht, um einen Lebensabschnitt hinter sich zu lassen, damit ein neuer eingeleistet werden kann. Das ist das schöne am Leben, daß wir dazulernen, uns verändern und verbessern dürfen - so wir denn auch wollen. Und hier liegt der Schlüssel zum Erfolg: Wollen!

Nicht von anderen Mitmenschen geraten, von Abhängigkeiten veranlaßt oder von Umständen getrieben sollte dieser Schritt in eine nüchterne, trockene Zukunft gegangen werden, sondern einzig und allein von dem eigenen Willen, nicht mehr fremdbestimmt vom Alkohol, sondern selbstbestimmt vom eigenen ich zu sein. Der Weg kann lang sein. Auf jeden Fall unterstützt Hilfe von anderen Betroffenen (SHG usw.). Alleine diesen Weg zu gehen, ist noch schwerer. Und warum sollte ich mir immer alles so schwer machen, wenn's doch auch leichter geht?

Wir lesen uns.

VG
Volker

Ein Zuviel an Intellekt ist durchaus geeignet, die Freude am Leben zu trüben.


Bea60 Offline




Beiträge: 2.400

22.02.2007 12:46
#9 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Hallo bright,

habe mir gerade Deinen Thread vom 09.11.05 "Die unstillbare Gier....." durchgelesen.
Eigentlich hast Du hier schon alle Antworten bekommen. Denkst Du, jetzt werden sie anders sein??

Damals bist Du ja auch gleich wieder verschwunden, ohne nur auf die Beiträge einzugehen....

Gruß
Beate

[ Editiert von Bea60 am 22.02.07 12:47 ]


Phönix56 ( gelöscht )
Beiträge:

22.02.2007 13:03
#10 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

bin neu bei euch ich habe 90 eine therapie gemacht und bin dort abgehauen weil mein mann gesagt hatt ,du bist kein alkoholiker bin blöderweise wider nach hause 6monate trocken und dann ging die post ab.bis vor 4 jahren habe therapie gemacht bin weggezogen.und habe neu angefangen.Das meine tochter bei meinem mann geblieben ist hatt mich sehr getroffen damals jetzt wohnt sie bei mir und ich bereue nichts trotzdem habe ich immernoch angst vor einem rückfall muss noch lernen am computer entschuldigt fehler


Friesenvolker Offline




Beiträge: 2.907

22.02.2007 14:43
#11 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Hallo Phönix56,

erst mal herzlich willkommen hier im Forum! Auch ich bin nicht ganz so "computerfest", wie es aussieht, aber ich lerne weiter dazu. Hier gibt es auch - schau mal nach - schöne Tipps für die "Computerei".

Gönne Dir ruhig mal die Zeit, hier verschiedene Themen anzuklicken und die Beiträge zu verfolgen, ich habe mich in einigen Darstellungen tatsächlich widergefunden und konnte für mich auch etwas aufnehmen - sprich: Mich dabei in Bereichen wiedererkennen. Das hilft mir, ohne Alkohol trinken zu müssen, weiterhin zufrieden zu leben. Auch langjährige Trockenheit schützt nicht davor, doch mal wieder zur Flasche zu greifen. Was dann daraus wird, weiß ich.

Wenn Dir danach ist, schreib Dir ruhig die Seele vom Leib, ich hab's auch gemacht. Letztlich bleibt auch alles hier anonym, trotzdem habe ich das Gefühl, hier aufgenommen und persönlich mit den Forumsteilnehmern zu kommunizieren - das tut gut. Versuchs doch einfach mal.

Also, "nimm' die Feder in die Hand" und schreib' mal etwas über Dich.

Wir lesen uns.

VG
Volker

Ein Zuviel an Intellekt ist durchaus geeignet, die Freude am Leben zu trüben.


bright_63 Offline



Beiträge: 24

22.02.2007 16:56
#12 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Hallo, vielen vielen dank dafür, dass ihr euch für mich interessiert. danke. danke besonders ulli und friesenvolker. mit ihrer aufbauenden kritik kann ich besser umgehen als mit der doch etwas aggressiveren beitrag von bea z. b. vielleicht bin ich bei bea auch zu "cool" rübergekommen. das bin ich nicht. ich will es nämlich wirklich, ich hab sowas die schnauze voll. ich will nicht mehr heimlich schnell rauslaufen müssen, um nen schluck zu holen, will nicht mehr heimlich verstecke für die flaschen anlegen, will nicht in manchen momentan totale abscheu vor mir selber haben, will nicht mehr zusehen, wie ich abends auf mein level komme....
will nicht mehr nach einem komatösen schlaf am nächsten morgen aufwachen und mir überlegen, was gestern abend wohl war, was ich gemacht habe....

zu beas kritik möchte ich noch anmerken, dass ich letztes jahr dann noch mit 2 forums-leuten längeren e-mail kontakt hatte. ich war damals der meinung, ich könnte es doch noch kontrolliert bekommen, jetzt bin ich soweit, dass ich weiß:

ICH KANN ES NICHT KONTROLLIEREN UND ICH WILL DIE KONTROLLE NICHT MEHR VERLIEREN!!!!!!!

Ihr wollt alle, dass ich eine therapie mache, zu einer selbsthilfegruppe gehe. ich kann das nicht, ich bin immer schon ein typ, der alles mit sich selbst ausmacht. am wochenende war ich kurz davor, mich meinem besten freund anzuvertrauen, auch das konnte ich nicht, obwohl ich durch alkohol gut enthemmt war.... dass ich über kurz oder lang meine frau dazunehmen muss, war mich irgendwie schon klar, ohne wirds wohl nicht gehen, aber ich will noch so lange damit warten, wie es geht. vielleicht geht es doch auch anders....

ich bin quasi therapie-allergen.... kleiner scherz am rande.

könnt ihr nicht meine selbsthilfegruppe sein, mein therapeut??

liebe grüsse an alle.....

ulli`s beitrag hat mir schon sehr viel weitergeholfen und macht mir mut....

..denn das Leben bietet so viel mehr....:licht:


Lissy01 Offline




Beiträge: 2.780

22.02.2007 17:12
#13 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Hi Bright,

Zitat
dass ich über kurz oder lang meine frau dazunehmen muss, war mich irgendwie schon klar, ohne wirds wohl nicht gehen, aber ich will noch so lange damit warten, wie es geht. vielleicht geht es doch auch anders....



Ich bin auch die Frau von einem...der inzwischen zum Glück schon länger trocken ist.

Wie soll das gehen, daß Du mal abwartest, ob es nicht klappt, ohne sie "dazu zu nehmen"?
Wie willst Du diesmal dann rechtfertigen, daß Du nach 40 Tagen weiter nicht trinken willst, wenn Du ihr keinen reinen Wein einschänkst (sorry, blöder Spruch:grins2.

Du hast ja vielleicht auch mal im Co-Bereich mit gelesen.
Wenn ihr schon lange zusammen seit, dann hat sich auch Deine Frau verändert durch Deine Sauferei, das bleibt nicht aus.
Alkoholismus ist eine Familienkrankheit heißt es.

Also gibt es eigentlich nur die Möglichkeit mit offenen Karten zu spielen oder Du drehst halt noch mal ne Runde und schreibst nächstes Jahr als bright_2008.

Was hoffst Du, daß hier anders ist, wenn wir Dir die SHG bzw. den Therapeuten machen?
Wovor hast Du hier weniger Angst, als im Realleben?

Ich denke, das zu wissen ist wichtig für Dich, weil genau dort liegt für Dich vielleicht etwas vergraben, ein Schatz oder eine Leiche, egal, beides solltest Du vielleicht mal aufräumen.

Gruß, Lissy


Friesenvolker Offline




Beiträge: 2.907

22.02.2007 17:36
#14 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

... ich hab' auch keine Therapie, weder ambulant, noch stationär, gemacht. Es geht auch ohne - is' aber auch "nich' mal eben so ...".

Wir lesen uns.

VG
Volker

Ein Zuviel an Intellekt ist durchaus geeignet, die Freude am Leben zu trüben.


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

22.02.2007 17:49
#15 RE: Was soll ich noch sagen...? antworten

Zitat
Gepostet von bright_63
ich kann das nicht, ich bin immer schon ein typ, der alles mit sich selbst ausmacht. am wochenende war ich kurz davor, mich meinem besten freund anzuvertrauen, auch das konnte ich nicht, obwohl ich durch alkohol gut enthemmt war.... dass ich über kurz oder lang meine frau dazunehmen muss, war mich irgendwie schon klar, ohne wirds wohl nicht gehen, aber ich will noch so lange damit warten, wie es geht. vielleicht geht es doch auch anders....



sorry, daß ich Dir jetzt mal kurz auf den Fuss trete.

Aber ich unterstelle Dir ganz offen, daß Du Dich deswegen in Deinem realen Leben nicht offenbaren willst, weil Du Angst davor hast, daß Dich jemand beim Wort nehmen könnte, wenn aus Deinen grossen Ankündigunge nix wird und Du dann als Versager da stehst.

Hier aus dem Board kannst Du halt ganz einfach verschwinden und in deinem wirklichen Leben so tun, wie wenn nie was gewesen wäre und hättest Dein Gesicht gewahrt.

Reine Feigheit, und dafür willst Du hier Unterstützung. Ich mag Dir die Windeln nicht wechseln, wenn Du die Hosen voll hast, Du bist schliesslich selber groß, und wenn Du nicht für dich sorgen willst, dann lässt Du es halt bleiben.


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