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Saufnix
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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 643 mal aufgerufen
 Positives
Biene2 Offline




Beiträge: 4.231

27.03.2006 15:47
RE: Wie's dann weiterging... antworten

Hallo Ihrs,

ich möchte doch noch erzählen,wie es schlussendlich weiterging nach meinem Rückfall.
Seit Ende Januar nehme ich nun die Antidepressiva ein,die mir insgesamt sehr gut tun.
Nebenwirkungen sind gar keine da,und ich bin eine ganze Ecke ruhiger,ausgeglichener und auch mutiger geworden.
Seit ich mich nicht mehr mit meinen Uralt-Ängsten rumplagen muss,traue ich mich nun auch endlich,mal ganz neue Wege für mich einzuschlagen.

Eine Psychotherapie wurde mir von meiner Neurologin zwar nicht genehmigt (zu langwierig und nicht ganz ungefährlich),wohl aber begleitet sie mich verhaltenstherapeutisch.Sie ist auch der Meinung ich sei wohl nicht depressiv,eher aber innerlich sehr unzufrieden.
Den allerersten Dämpfer von ihr bekam ich schon beim ersten Besuch bei ihr,als sie mich fragte,warum ich eigentlich nicht arbeiten würde.
Natürlich behauptete ich mit Fug und Recht,daß meine 4 Racker mich schon völlig auslasten würden...aber so ganz überzeugte mich das dann doch nicht.

Es fehlt mir doch tatsächlich was.

So ein Haushalt ist zwar ziemlich arbeitsintensiv,wenn man/Frau sich wirklich die Mühe macht,alles immer TipTop zu halten...aber so eine Art von Hausfrau bin ich nicht.
Und ausserdem ziemlich flink auf den Beinen...also,daran dürfte eine Berufstätigkeit nicht scheitern.

Und ich will auch endlich wieder meine Nase in den Wind halten und habe auch gar keine Lust mehr,hinterm Herd zu versauern
Lange Rede,kurzer Sinn...seit letzter Woche bin ich nun in einem Programm des hiesigen Arbeitsamtes,das es sich zur Aufgabe gemacht hat,Leute wie mich,via Betriebspraktika wieder in die Arbeitswelt einzugliedern.
Noch dazu wurde mir mitgeteilt,daß meine kaufmännische Ausbildung in Belgien hier in D auch anerkannt wird und somit auch einer eventuellen Umschulung nichts im Wege steht.

Das widerum,also die Aussicht auf eigenes Brötchenverdienen und somit eine unabhängige wirtschaftliche Existenz zu haben,hat dann dafür gesorgt,daß die Fixierung,die ich auf meinen Mann hatte (Vaterersatz) sich wie von Zauberhand auflöste.

Mein Mann und ich konnten auch noch einige Diskrepanzen,die ich vorher nie hätte in Worte fassen können,weil mich meine Verlassensängste davon abhielten,ausräumen.
Ich habe keine Angst mehr,meine Bedürfnisse anzumelden und auch dafür zu sorgen,daß meine Grenzen nicht verletzt werden.
Im Gegenteil,ich habe jetzt gelernt,daß es die normalste Sache der Welt ist,daß diese respektiert werden.
Ich bin auch z.B. mittlerweile nicht mehr der irrigen Meinung (bei Mutti und Vati mal gelernt ),daß die Ehe ein Ort ist,wo Beide ungestraft ihre Neurosen ausleben dürfen,sondern daß dieser Ort eine Bereicherung für beide Partner darstellen sollte und muss.
Ansonsten kann man/Frau sich die Show gleich sparen.

Irgendwie sehe ich meine Welt nun mit völlig neuen Augen und kann wirklich behaupten,daß ich zum ersten Mal so richtig trocken und auch noch rundum zufrieden bin.

Ich war viele Jahre meines Lebens damit beschäftigt,mir eine eigene Familie aufzubauen,die mir das Geben kann,was ich als Kind nicht hatte.
Nun gehts ab in die 2.Runde....und jetzt werde ich mal schauen,wie ich die Arbeitswelt (wieder) bereichern kann.


clara3 Offline



Beiträge: 115

27.03.2006 18:30
#2 RE: Wie's dann weiterging... antworten

Hallo Roswitha,

herzlichen Glückwunsch zu dieser Entwicklung.Bei mir ist es ähnlich gelaufen.

Dass Dir bei vier "Rackern" die Arbeit niemals ausgeht, ist
völlig klar. Der Knackpunkt ist nur der, dass diese Arbeit zu Hause von allen als notwendiges Übel angesehen wird und letztlich nicht anerkannt wird.

Das hat mich mit der Zeit ziemlich unzufrieden gemacht.
Das eigene Brötchenverdienen war nicht die Hauptsache, kann aber sehr wichtig sein.

Der springende Punkt war für mich, dass ich im Beruf, also ausserhalb der eigenen vier Wände, nicht geschont werde.
Dass ich auch ausserhalb der wohlwollenden Familie
bestehen kann.

Ich habe den Entschluss "draussen zu arbeiten" noch nie bereut, obwohl er mit viel Kraftanstrengung verbunden war.

Liebe Grüsse von
Clara


Wilma Offline




Beiträge: 2.102

27.03.2006 18:37
#3 RE: Wie's dann weiterging... antworten

Hallo Biene
dass hört sich Klasse an!
Freut mich für dich!!
Ich finde es gut, wenn Frauen nach Familie und so wieder in der Gesellschaft mitmischen wollen!
Viel Erfolg dabei!

Ich würd dich gern was fragen, weil du von Tabletteneinnahme schreibst.
Ich hab ne Freundin, der es richtig mies geht und die sich strikt weigert, auch nur den Gedanken an medikamentöse Hilfe zuzulassen...

Hattest du selbst auch erst Bedenken und sind die jetzt für dich erledigt? Wie gehst du damit heute um?

Sei ganz lieb gegrüßt!

Wilma


Biene2 Offline




Beiträge: 4.231

27.03.2006 19:12
#4 RE: Wie's dann weiterging... antworten

Hi Ihrs,

Danke für die Glückwünsche

@Wilma,

natürlich hatte ich auch Bedenken,war ich doch immer der Meinung,ich sei für meine trockene Glückseligkeit selber verantwortlich.
Nur leider gings mir am Ende so mies,hatte Angst-und Panikattacken,die ich gar nicht richtig einordnen konnte.
Ich bin dann zu meiner Hausärztin,die mir die Medis zur Dämpfung gegeben hat.
Mittlerweile,mit Abstand,habe ich begriffen,was da los war.
Ich sah die Welt nicht als Erwachsene,sondern aus meinen kindlichen Verlassensängsten heraus und hatte mein ganzes Leben mithilfe von Vermeidungsstrategien geführt.
Alles,was nicht in den Kram passte,wie z.B. die Umschulung meines Mannes nebst Internatsunterbringung,löste dann Panik aus.
Den letzten Panikanfall hab ich ja dann gründlich weggesoffen,wusste aber auch,daß ich letztendlich Hilfe brauchte und alleine aus dieser Schleife nicht mehr rauskommen würde.
Ich wollte zwar normal und erwachsen leben,traute mich aber nicht.
Die Medis haben diese Ängste gedämpft und seitdem gehe ich,zunächst erst mal tastend,aber mittlerweile immer mutiger einen neuen Weg.
Ohne die Medis hätte ich immer und immer wieder die falsche Abzweigung genommen,da bin ich mir sicher.

Ich nehme zwar auch nicht gerne Medis und scheue Ärzte normalerweise wie der Teufel das Weihwasser....aber irgendwann muss man/Frau auch zugeben können,daß es alleine nicht mehr geht.
Alles andere ist unnötige Quälerei.


Jenny1965 Offline




Beiträge: 49

27.03.2006 21:55
#5 RE: Wie's dann weiterging... antworten

Hallo Biene,
hast du schon eine Vorstellung, was du beruflich machen willst.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alls Gute.
Jenny


Falballa Offline




Beiträge: 3.707

27.03.2006 22:26
#6 RE: Wie's dann weiterging... antworten

Roswitha

das klingt super was du schreibst.

Das wird dir bestimmt gefallen. Ein 6 Personenhaushalt ist zwar ne Menge Arbeit,aber ich könnte mir vorstellen, dass du dich damit auf spezielle Weise unterfordert fühlst?
Du weisst, wie ich das meine?
Unterforderung kann genau so frustrieren und gefährlich sein wie Überforderung.
Ich freue mich mit dir und wünsch dir viel Erfolg

Lieben Gruss
von Manuela


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