Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Saufnix
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 43 Antworten
und wurde 3.456 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Seiten 1 | 2 | 3
Seelchen ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2006 17:55
#16 RE: alles irgendwie... antworten

Hi lieber O.

naja, glaub mir mit so wolkigem Esokram kann ich auch nicht...

Dennoch sind für mich Liebe, Geborgenheit und das vermeindliche Finden des Selbst ganz natürliche Dinge.

Selbstdisziplin ist mein Lieblingswort und das vieler reichlich alter Philosophen. Möge sie uns zu weitreichenden persönlichen Erfolgen gereichen!!!

Ich kann sehr wohl mit dir fühlen, mach dich auf und erledige den besonders unangenehmen Kram sofort.

Den gemäßigt unangenehmen Kram in naher Zukunft und den Rest, wenns dir möglich ist; aber tu was !!!!!

Besten Wunsch gewünscht!
Marianne

[ Editiert von Seelchen am 02.01.06 17:56 ]


Wickie712 Offline



Beiträge: 677

02.01.2006 18:33
#17 RE: alles irgendwie... antworten

Hallo !!

Selbstdisziplin ist ja nicht zu schwer zu haben, aber es gibt einen Teufel der gerne dazwischen Boxt. Das ist dieses Scheiß gesöf! Und dann die anderen umstände. Am Anfang denkt man so ein scheiß und dann wieder ach egal.
Schlimm ist immer der erste Schritt zur Besserrung. Sich eingestehen das man Abhängig vom dem Zeuch ist. Das ist mit jeder Droge so. Am Anfang ist es wenig, dann wird es immer mehr. Ich habe auch schon Cannabis genommen. Was war die Wirkung? Nichts gespürt. Also nicht wieder gemacht.
Warum kann man so einfach manche Dinge lassen und manche nicht?
Weiß einer von Euch ne Antwort???

MFG Arne


Seelchen ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2006 18:47
#18 RE: alles irgendwie... antworten

Also, Wickie!

Wenn du erkannt hast, dasde abhängisch bist, is ja schon die Hälfte gewonnen.

Dann kommt der erste Schritt mit der Kapitulation, also dem Anerkennen der Tatsache, dass du dem Alk gegenüber machtlos bist. Was wiederum einfach bedeutet, du kannst damit nicht umgehen, Punkt.

Wenn du das dann geschafft hast, bist du an dem Punkt, wo die Selbstdisziplin eine große, sehr maßgebende Rolle spielt. Es liegt an dir, ob du ohne Alk lebst oder nicht!!!

Kein anderer kann das für dich ´übernehmen und kein anderer wird für dich abstinent sein! Nur DU kannst das bewerkstelligen. Gibst du auf, hast du gewonnen!!!

Leb' dein Leben, du hast es verdient!!!


Wickie712 Offline



Beiträge: 677

02.01.2006 19:19
#19 RE: alles irgendwie... antworten

Hallo !!
Stimmt schon. Ich gehe ja auch zur Beratungsstelle, mein arzt weiß auch bescheid. Ich warte halt jetzt nur noch auf den Therapieplatz.

Der erste Schritt ist halt den Schritt zur Hilfe zu suchen. Für viele Betroffene und Co Abhängige ist es schwer diesen Schritt, durch eine Tür zu einer Beratungsstelle, durchzubrechen. Dieser Gang ist schwer, weil die Angst davor das jemand einen sehen könnte und das man schlecht über jemanden redet. Wenn man die Zahlen der Rentenversicherer sieht, das allein in Bayern 75000 Therapien gemacht wurden.

Schwer war es für mich 2001 auch, mir einzugestehen das ich Abhängig bin. Den Schritt beim Arzt zu sagen, ich brauche eine Entgiftung, dann den Schritt in das Krankenhaus. Dann in der Firma zu der Sache zu stehen. Dann war es im Dezember, wo ich wieder raus kam musste ich Weihnachten meinen Eltern alles gestehen. Sylvester war ich alleine. Da kamen auch die Gedanken, fahr ich zur TAnke oder nicht. Da das Wetter schlecht war, fuhr ich nicht. Gott Sei Dank. Dann zur Suchtberatung, war mir völlig Fremd. Dann die Gespräche brachten etwas. Ab in die Suchtklinik. Das Grauen. Mitten in der Pampa, Öhrlinghausen. Nur Männer, kahle Flure, neben an nur Wald. 4 Wochen nicht rausdürfen, nur auf dem Gelände. Ist für einen Freiheitsliebenden schwer. Sozialdienste und viele Gespräche. Nach 2 Tagen wollte ich wieder raus. Aber ich habe es durchgezogen. Bin drinne geblieben. Hatte zum Glück ne gute Gruppe, jedenfalls waren die Kerle sehr in Ordnung. Nach der ersten Zeit wo Mann dann wieder raus durfte. War schön nachher. Ich kann sagen, wer das schon mal gemacht hat ist gut. Nur der Rückfall nach 3,5 Jahren ist nicht schön.

JEDER der diesen Weg durchmacht weiß wie gut es ist.

Also viel Spass und wagt den Schritt.
MFG Arne


Seelchen ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2006 19:29
#20 RE: alles irgendwie... antworten

Hi Arne,

na Hanseaten gibt es viele, Bayern ist groß!

Du bist überall dort zuhause, wo du liebst und geliebt wirst...

ich danke meinem Schicksal, dass es mir nie schwer fiel, mich zu outen, oder mir und anderen meine Fehler einzugestehen. Es fällt mir daher, dass ich das von jedem voraussetze schwer, zu verstehen, dass es Menschen gibt, die damit ein Problem haben.

Ich selbst habe ebenfalls einen 3monatigen Aufenthalt in einer Suchtklinik (bzw. Psychosom. Klin.)hinter mir, dort wurde uns Ehrlichkeit zu uns selbst und unseren Mitmenschen wahrhaft eingebläut.

Ehrlichkeit mit mir selbst beginnt in dem Moment, in dem ich mir eingestehe, dass ich süchtig und machtlos bin. Danach wird das Leben um ein Vielfaches einfacher und leichter.

Ich selbst habe mein Leben in der Hand.
Marianne


DerZwerg Offline




Beiträge: 899

02.01.2006 19:36
#21 RE: alles irgendwie... antworten

Hallo Oblomov ,

Auch von mir herzlich willkommen hier am Board.
Könnte es sein dass du dich trotz deiner Erkenntnis über dein Problem doch nicht sooo als Alkoholiker angesprochen fühlst ?

Zitat :
Ich hab natürlich auch schon überlegt mal zu den AA zu gehen, aber ich weiss nicht, ich könnte mir denken dass ich da dann mit Leuten sitze die seit zehn Jahren zwei Flaschen Vodka am Tag wegziehen?!



Es gibt sicher andere , auch Alkoholiker , die vielleicht "nur" eine halbe Flasche Sekt pro abend trinken und dann bei den AA's oder anderswo sitzen und den Oblomov bestaunen dass der 5 Liter Bier am Abend "schafft".
Auch ich habe anfangs so gedacht.Mittlerweile weiss ich dass es egal ist wieviel oder was man trinkt , nicht egal ist , wenn man Alkohol , benutzt um...
wie auch in deinem Fall die Langeweile (bei mir was das Einschlafproblem)
Deine Entscheidung hier zu posten war gut , ich denke alles weitere musst du selbst herausfinden.Lies dich hier weiter durch , mir hat es geholfen hier zu sein und die Notbremse hab ich im entscheidenden Moment für mich gezogen.
Du kannst das auch

LG und wünsch dir den richtigen Weg
Zwerg


oblomov Offline



Beiträge: 12

03.01.2006 04:42
#22 RE: alles irgendwie... antworten

Muss gestehen dass ich es heute nicht geschafft habe, bin ziemlich betrunken, aber immerhin, habe nicht allein gesoffen, habe geredet und rumphilosophiert. Geredet, was unglaublich wichtig für mich war, und schon kommt mir das ganze 'besoffen sein' gar nicht mehr so problematisch vor. Ach Mist, doch, tut es doch, ich weiss ja immer noch dass ich morgen wieder allein hier sitze mit meiner Pulle, sorry, wenn das jetzt so ein Art offenes Tagebuch wird... Wünschte, ich könnte auch trocken sein und trotzdem reden.


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

03.01.2006 07:14
#23 RE: alles irgendwie... antworten

Hallo oblomov,

Zitat
schon kommt mir das ganze 'besoffen sein' gar nicht mehr so problematisch vor



Das kenne ich gut, war bei mir auch immer so, wenn ich die Flasche Wein dann intus hatte.

Zitat
Ich glaube ich empfinde halt vor allem mich selbst als sehr 'unnormal'.



Auch das kenne ich nur zu gut. Heute weiß ich, dass es daran lag, dass ich die Menschen in 2 Schubladen steckte. Die schönen, perfekten, die keine Probleme haben (zu denen wollte ich gehören) und die, die einen schwachen Willen haben, ihre Probleme nicht lösen können, die zu faul und zu blöd sind (zu denen wollte ich auf keinen Fall gehören!)

Jeden Tag zu Trinken, war für mich eindeutig die zweite Kategorie, deshalb tat ich es auch ab einem gewissen Level heimlich und verachtete mich dafür. Nein, diese "Erscheinungen" gehörten eigentlich gar nicht zu mir. Ab morgen würde das anders werden...

...15 Jahre später...

auch wenn ich noch so gerne tun wollte, dass dieser "verwerfliche Teil" nicht zu mir gehört, konnte ich es nicht mehr verleugnen. Die Freunde waren schon Weg, die Ehe krieselte, mit meinem Kind war ich überfordert, die Blutwerte beim Arzt sprachen auch eine deutliche Sprache.
Ein Scheiß-Gefühl war das, als meine Fassade bröckelte.
Ich wollte doch nicht zu "denen" gehören: Die Alkis unter der Brücke..
Ich schwankte zwischen Selbtmitleid und Ignoranz.
Zig´Versuche, dass ich es alleine schaffen würde...es brauchte doch niemand zu wissen, oder?

Während meiner Schwangerschaft und die ersten Monate danach trank ich insgesamt fast 1 Jahr nicht. Also kann ich doch keine Alkoholikerin sein, oder?

Als ich mir dann mal wieder ein Gläschen gönnte, war es gleich die ganze Flasche. Ich war noch nicht mal sonderlich betrunken davon.Na sowas.....

Ich ging schließlich auch nur zum Suchtberater und in die Motivationsgruppe, um mal festzustellen, dass ich KEINE Alkoholikerin bin. Klar, ich würde mir die bemitleidenswerten Geschöpfe mal ansehen, dann würde ich auch ganz schnell merken, dass ich gar kein Problem habe.

Es ist gibt keinen Zwang dort zu bleiben oder was erzählen zu müssen. Es gibt auch tatsächliche Leute, die dort für sich herausfinden, dass sie kein Problem mit Alkohol haben.

Ich bin sehr froh, dass mein Brett vorm Kopf nun endlich abgefallen ist, mein Schubladendenken, meine mühsame Fassade. Ich habe wahnsinnig viele liebe Menschen kennengelernt, muss mich nicht mehr so anstrengen im Leben und Schubladen sind unwichtig geworden, wie es mir geht, ist ausschlaggebend.

Ich habe vor über 2 Jahren - hier mit Saufnix - und dem Suchtberater aufgehört zu trinken. Es ist also möglich .. und...so gut, wie es mir heute geht, ging es mir noch nie in meinem Leben!

Und wie geht es dir heute?

Liebe Grüße
Gaby


jule ( gelöscht )
Beiträge:

03.01.2006 09:31
#24 RE: alles irgendwie... antworten

wünsch dir einen guten = alkfreien morgen, oblomov,

ich schreib dir jetzt, weil du einen teil meiner geschichte geschrieben hast.
mir hat es sehr geholfen, als andere auch mir gesagt haben: was du erzählst, kenne ich..
hab mich nicht mehr so allein und als allermiesestes stück dreck gefühlt.

Zitat:
(...) ziemlich betrunken, aber immerhin, habe nicht allein gesoffen, habe geredet und rumphilosophiert. Geredet, was unglaublich wichtig für mich war, und schon kommt mir das ganze 'besoffen sein' gar nicht mehr so problematisch vor(...)

meistens hab ich allein gesoffen, aber der höhepunkt war immer, wenn sich meine schwester und schwager bei mir angekündigt haben. zwischen ihren klamotten zogen sie erstmal ne pulle cognac aus der tasche, ich hatte diverse "feine tröpfchen" besorgt. dann konnte das philosophie-wochenende beginnen.
meine schwester hat meist um 12 schlappgemacht, aber mein schwager und ich haben uns bis zum brötchen holen verbrüdert und soooooo tolle gespräche und erkenntnisse gehabt. kann mich leider nich mehr daran erinnern, vielleicht wäre ich dann heute bestseller-autorin


zitat: Ach Mist, doch, tut es doch, ich weiss ja immer noch dass ich morgen wieder allein hier sitze mit meiner Pulle, sorry, wenn das jetzt so ein Art offenes Tagebuch wird... Wünschte, ich könnte auch trocken sein und trotzdem reden.

genau, alles mist, ich schaffs sowieso nich, wünsch es mir aber geht nich...etc. ect. ect.
ich hab mich so wohl gefühlt in meinem selbstmitleid-bad, denn das war mir vertraut.
alle negativen gedanken und gefühle waren mein revier.
und es hat verdammt weh getan und war mit 1000ängsten verbunden, als ich die möglichkeit zuließ:
he, du schwimmst in scheiße und willst daraus.

mich am schopf zu packen und selbst aus dem sumpf rauszuziehen, hat nicht geklappt.
ich hab es ohne hilfe nicht geschafft und gehe deshalb regelmäßig zu AA, weil das kleine mir im nacken sitzt und manchmal zuflüstert: "ich kenn ein mittel gegen deinen frust"

lieber oblomov,
ich wünsch dir die er-nüchternde erkenntnis,
dass du ein alki bist,
nur dann kommst du in bewegung.
sicher, dass ist superanstrengend
und macht angst (alles, was fremd ist, macht erstmal angst)

aber du musst dir ja nicht gleich dein ganzes leben alkfrei vorstellen.
erstmal nur 24 stunden

liebe grüße
jule


mirko65 Offline



Beiträge: 362

03.01.2006 09:58
#25 RE: alles irgendwie... antworten

Moin Oblomov,ich denke wenn Du nachher aufstehst ist das Hochgefühl verschwunden und der Katzenjammer groß.
Ich habe mich am nächsten Tag immer beschissen gefühlt,der erste Gedanke,ist noch genug Bier da oder habe ich noch genug Geld für Bier,oder wie besorge ich mir Geld für Bier kaufen(Pfandhaus,Geld leihen von wem auch immer).
In schlimmen Zeiten mußte ich erstmal hinter dem Supermarkt ein schnelles Bier trinken,ich dachte immer hoffentlich sieht mich keiner.Später war sogar das mir egal.Ich soff das erste Bier direkt vorm SB Markt die Leute konnten mich sowieso mal am Arsch lecken.
Oder ich war richtig fertig,da mußtem mir Leute das Zeug Nachhause bringen.Ich trank dann das Bier im Bad,weil die ersten zwei sowieso wieder rausgeschossen kamen,dann ging es für eine Stunde,Fernseher an und ab aufs Sofa.
Nee,nee da habe ich keine Böcke mehr drauf,mir reicht es.Gruß Mirko


Tina72 Offline



Beiträge: 533

03.01.2006 10:47
#26 RE: alles irgendwie... antworten

Hallo oblomov,

Erst einmal Herzlich Willkommen hier.

Zitat
Ich habe auch schon oft versucht, mir das mit der aktiven Lebensgestaltung auf die Fahne zu schreiben, das klappt auch immer für ein, zwei Tage, aber dann holt mich das saufen doch wieder ein & ich sitz wieder rum.



Ich denke Du solltest erst einmal (nachdem Du aufgehört hast zu saufen)für Dich herausfinden was Du willst. Für mich hört sich das so an, als würdest Du Dich ein bis zwei Tage überfordern und dann fängst Du wieder an zu trinken.

Bei mir hat sich in meiner Trockenheit immer mehr herauskristallisiert, das ich gar nicht permanent die energiegeladene Bettina bin und sein will, die ich in meiner nassen Zeit dargestellt habe. Es war ein reines Ablenkungsmanöver von mir und meinen Problemen und vor allem wollte ich anderen vorgaukeln, wie gut es mir geht.

Heute brauche ich das nicht mehr. Ich komme sehr gut mit mir alleine klar. Ich genieße es, abends einfach auf dem Sofa zu liegen und ein gutes Buch zu lesen oder meinen Gedanken nach zu hängen.

Sicherlich ist es nicht einfach seinen Weg zu finden. Aber Du wirst ihn nur finden können, wenn Du zuerst den Alkohol weg lässt und dafür bist Du selber verantwortlich. Danach wird sich erst zeigen, was es Dir so schwer macht, Dich selbst aus zu halten.

Ich wünsch Dir was

VLG Tina


oblomov Offline



Beiträge: 12

04.01.2006 20:42
#27 RE: alles irgendwie... antworten

Hallo, nochmal vielen Dank für alles was ihr so schreibt. Ihr habt recht, es ist wirklich schon gut zu hören dass es anderen auch so geht. Fast wäre ich schon gar nicht mehr wiedergekommen weil es so ein blödes Gefühl war, sich erst von euch sagen zu lassen dass man selbstdisziplin braucht und all das, um dann ein paar Stunden später wiederzukommen und zu schreiben dass man es schon nicht geschafft hat.
Naja, jetzt fängt dann gleich mein zweiter trockener Abend an, oder besser gesagt mein Tag, weil ich grad erst aufgestanden bin. Natürlich ist das wieder nur einer in einer schon ziemlich langen Sammlung von 'zweiten trockenen Abenden'... Aber immerhin, trocken!

Sicherlich ist es nicht einfach seinen Weg zu finden. Aber Du wirst ihn nur finden können, wenn Du zuerst den Alkohol weg lässt und dafür bist Du selber verantwortlich. Danach wird sich erst zeigen, was es Dir so schwer macht, Dich selbst aus zu halten.

Das stimmt. In dem Brei, in dem ich im Moment stecke, freue ich mich eigentlich nur immer drauf aus der bewussten und irgendwie quälenden Lethargie des tages in die unbewusste des besoffenen Abends zu gleiten. Da ist weder Raum noch Motivation da, sich um irgendeinen Weg zu kümmern, da kann ich höchstens rumjammern und denken 'ach wäre doch alles anders...'

Ich habe mich am nächsten Tag immer beschissen gefühlt,der erste Gedanke,ist noch genug Bier da oder habe ich noch genug Geld für Bier,oder wie besorge ich mir Geld für Bier kaufen(Pfandhaus,Geld leihen von wem auch immer).
In schlimmen Zeiten mußte ich erstmal hinter dem Supermarkt ein schnelles Bier trinken,ich dachte immer hoffentlich sieht mich keiner.Später war sogar das mir egal.Ich soff das erste Bier direkt vorm SB Markt die Leute konnten mich sowieso mal am Arsch lecken.


Kenn ich auch, da bin ich mir dann gerne wie Bukowski vorgekommen... Aber eigentlich weiss ich ja schon länger dass ich nun mal nicht bukowski bin sondern bloss aus Angst saufe.

genau, alles mist, ich schaffs sowieso nich, wünsch es mir aber geht nich...etc. ect. ect. frage3
ich hab mich so wohl gefühlt in meinem selbstmitleid-bad, denn das war mir vertraut.
alle negativen gedanken und gefühle waren mein revier.
und es hat verdammt weh getan und war mit 1000ängsten verbunden, als ich die möglichkeit zuließ:
he, du schwimmst in scheiße und willst daraus.

Negative Gedanken und Gefühle, aber hallo, und sich schön in schlammigem, warmen Selbstmitleid suhlen... Das ist es wohl auch irgendwie, das bin eben ich, genau wie ich mir ein Leben ohne Alkohol gar nicht richtig vorstellen kann kann ich mir auch eins ohne Selbstmitleid nicht vorstellen, ohne dieses 'ich kann doch nicht, ich will auch gar nicht, das ist alles zuviel, das ist alles Lüge, ich bin schwach, ich bin hässlich, die Welt ist böse...' - Hab mir schon oft gewünscht religiös zu sein, oder sowas...

Während meiner Schwangerschaft und die ersten Monate danach trank ich insgesamt fast 1 Jahr nicht. Also kann ich doch keine Alkoholikerin sein, oder?frage3

Ja genau, wie ich in meiner Beziehung. Es war obendrein auch so verdammt leicht, nichts zu trinken, weil da mein Leben plötzlich wieder einen Sinn hatte, wie schön...
Aber noch leichter war es dann leider, nach der Beziehung wieder anzufangen. Siehste, hatte ich ja doch recht, sagt das , ist alles Sch**sse und sinnlos, also saufen wir doch besser wieder und sind Bukowski und finden Gosse cool...
Das mit der Fassade habe ich auch schon oft, oft gehört, und ich merk's auch selber, das kostet verdammt viel Energie...

Puh, ich danke euch nochmal allen und ich komme bestimmt wieder!


oblomov Offline



Beiträge: 12

06.01.2006 11:39
#28 RE: alles irgendwie... antworten

Ha, der dritte Tag, grad hat mich der Postbote aus dem Bett geschmissen und ich bin völlig nüchtern!
Werde jetzt mein Fahrrad satteln und mich ein bisschen abstrampeln, in der Hoffnung vielleicht irgendwann mal wieder vor fünf uhr morgens schlafen zu können.
Im übrigen habe ich seit diesen drei Tagen ein Bier im Kühlschrank stehen, ich bin mir nicht ganz sicher aber es könnte sein dass mir das sogar irgendwie hilft: Da habe ich dann nicht irgendein imaginäres 'erstes Glas' zum stehenlassen, sondern ich weiss immer genau: Es ist diese Flasche, die ich nicht aufmachen will.
Hm, vielleicht auch gut daran - weiter oben hat mich ja Marianne drauf gebracht dass es tatsächlich auch der beschwerliche Weg zum Kiosk ist, der mir irgendwie was gibt - aber es ist ja quatsch zum Kiosk zu laufen wenn da noch was im Kühli ist...

Naja, bin mir aber dieser ganzen Geschichte mit der provokativen Flasche im Kühlschrank nicht so sicher - gibt's hier irgendwen der nicht sagen würde 'Bist du wahnsinnig? Allen Alk aus dem Haus?'

Viele Grüße & ein erfolgreiches Wochenende für alle die's brauchen können,
O.


sternchen76 Offline



Beiträge: 43

06.01.2006 11:58
#29 RE: alles irgendwie... antworten

Hallo!
Das hört sich ja alles ganz gut an. 3 Tage sind für manche 'ne lange Zeit.
Ich kenne allerdings das Problem. Bei mir sind es aber immerhin zwischendurch 5-6 Tage, an denen ich nichts trinke. Ein normaler Saufabend fängt bei mir ganz harmlos an. Erst kauf ich Zigaretten, dann denke ich, ein, zwei Bier wären auch nicht schlecht. Geh dann nochmal zum Kiosk, und später noch zur Tanke. 10 Flaschen schaff ich auch am Abend.
Eigentlich sauf ich nur aus Langeweile oder um die Stimmung 'n bißchen zu heben. Mir fällt dann auch absolut nicht ein, was ich statt dessen tun könnte. Und außerdem meldet sich dann der innere Schweinehund, der mir dann am Kiosk einredet: Andere trinken doch auch Bier, warum Du nicht?
Wie kann man denn dagegen ankommen?
Mel


Adebar Offline




Beiträge: 2.527

06.01.2006 12:19
#30 RE: alles irgendwie... antworten

Hi oblomov!

Zitat:
Naja, bin mir aber dieser ganzen Geschichte mit der provokativen Flasche im Kühlschrank nicht so sicher

Sicher ist die Gefahr relativ gross,auf diese Flasche zurückzugreifen.Ich kenne Dich nicht und weiss nicht,ob
Du das durchhälst.

Auf die Gefahr hin,dass ich gleich Schelte bekomme,schreib ich trotzdem,wie´s bei mir war:
An jenem 3.10.im vorletzten Jahr,als ich den Entschluss fasste,keinen Tropfen mehr anzurühren,hab ich den Alkohol nicht aus dem Haus verbannt,sondern mich damit konfrontiert und das tue ich heute auch noch.A.begegnet mir überall,und ich wollte stark sein.So war ich auch früh wieder auf Feten oder Gaststätten und Cafe´s.Für mich war das die richtige Entscheidung-ich würds immer wieder so machen,auf die brutale Art.Ist aber nicht jedermans Sache und nicht für jeden zur Nachahmung zu empfehlen!

Triff die richtige Entscheidung!
Und weiterhin viel Glück!

LG
Inge


Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  
disconnected Saufnix-Chat Mitglieder Online 1
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen