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Saufnix
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Dieses Thema hat 34 Antworten
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 Akute Hilfe
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Amira Offline



Beiträge: 51

15.09.2005 09:18
RE: SHG\'s und Outen antworten

Hallo,

ich lese hier seit 3 Tagen mit und bin heute bei meinem Tag 5 ohne Alkohol. Das hat nichts zu bedeuten, weil ich das auch schon öfter geschafft habe. Naja, und die ganzen anderen Tricks und Anleitungen für kontrolliertes Trinken kenne ich auch.

SHG mag ich überhaupt gar nicht, mir das Leid von anderen so Face-to-face reinzuziehen ... habe ich schon bei meiner vergangenen Krebserkrankung nicht gewagt. Mich deprimiert so etwas eher.

Deshalb meine Frage ... Ist das hier wie eine SHG?

Und meine zweite Frage: Muß ich mich unbedingt in meinem direkten Umfeld outen? Bin ich dann nicht total stigmatisiert? Oder hat das jemandem geholfen?

Btw. kann ich nicht behaupten, dass ich den 5. Tag jetzt so viel leichter finde. Wird das irgendwann entspannter?


Joachim44 Offline



Beiträge: 48

15.09.2005 09:53
#2 RE: SHG\'s und Outen antworten

Hallo Amira
Schön das Du hier schreibst. Ich bin selbst erst vor 3 Wochen auf das Forum getroffen und finde es ziemlich toll und hilfreich hier zu sein, aber es ersetzt natürlich nicht das reale Leben.
Zu deiner Frage. Nein das Forum ist kein Ersatz, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu einer SHG. Es ist auch nicht wie eine SHG, sondern was neues, auf einer anderen Ebene, aber auch sehr hilfreich. Zumindest empfinde ich es so.
Ich bin zur Zeit in 5 SHG, weil man ein bißchen suchen muß bis man eine gefunden hat, wo einem die Leute auch gefallen. Auch wenn ich mich nächste Woche von mindestens 3 trennen werde, weils zuviel wird, leiden tut da eigentlich niemand so richtig, gejammert wird auch nicht. Es wird über die Schwierigkeiten im normalen Leben geredet und wie Frust und Spaß ohne Alk zu machen ist und das das Leben einfach mehr Spaß bringt ohne Alk, bei allen Problemen. Mir tun die , trotz macher Kritik sehr gut.
Wer zwingt Dich eigentlich Dich zu outen. Kein mensch. Das entscheidest Du ganz alleine . Sicher machmal ist es hilfreich sich Freunden der Familie zu öffnen, da viele es ohnehin schon ahnen, dass Du ein Problem mit dem Alk hast. Aber das liegt völlig in deiner Hand. Und wenn dich jemand blöd anquatscht, warum du nichts trinkst, frag ihn einfach ob er (sie) ein Alkoholproblem hat.
Und glaub mir es wird mit jedem Tag besser. Mir hat mein Arzt Campral verschrieben mir hat das am Anfang sehr geholfen, allerdings sollte man es auf keinen Fall darauf beruhen lassen. Mach einen Termin bei einer Suchtberatungsstelle, die nennen Dir SHG (wie gesagt das sind keine Trauervereine) und Therapiemöglichkeiten. Die meinungen zu Campral gehen nicht nur in diesem Forum, sondern auch in den SHG weit auseinander (Zitat vom Moderat einer SHG: Jedem Arzt, der Camral verschreibt sollte man die Zulassung entziehen).
Jeder Tag ohne lohnt sich
Liebe Grüße Joachim


Seelchen ( gelöscht )
Beiträge:

15.09.2005 10:07
#3 RE: SHG\'s und Outen antworten


Seele62 Offline



Beiträge: 635

15.09.2005 10:45
#4 RE: SHG\'s und Outen antworten

Hallo Amira,

Du bist jetzt 5 Tage ohne Alkohol und sagst, es hat nichts zu bedeuten, da Du häufiger schon ohne warst.
Ich glaube, das waren auch meine ersten Sätze hier im Forum, ich konnte nämlich auch lange Zeit ohne auskommen.
Es waren aber eben nur Pausen.
Meine Einstellung zum Alkohol hat sich verändert und von daher haben meine 5 Wochen, die ich jetzt trocken bin, einen ganz anderen Stellenwert.
Dieses Mal will ich keine Pause, sondern ich will nie mehr Alkohol trinken!!!!
Das macht den Unterschied.
LG
Seele


Amira Offline



Beiträge: 51

15.09.2005 11:04
#5 RE: SHG\'s und Outen antworten

@ Seele

Hi, also im Gegensatz zu Dir konnte ich bisher keine 5 Wochen ohne auskommen. Und ich sehe das auch nicht als Pause, sondern als x-sten Anfang davon loszukomm

Mein Trinkverhalten entspricht komplett meiner sonstigen Lebenseinstellung: Ganz oder gar nicht. Ganz ist zwischenzeitlich ganz und gar geworden und bedroht sowohl meine persönliche, finanzielle Existenz, meine gesundheitliche wohl auch und vor allem meine Ehe. Der weltbeste Ehemann erträgt nämlich seine Frau nicht in dem besoffenen Zustand und wäre am liebsten gar nicht mehr nach Hause gefahren.

Das mit den 24 Stunden klappt für mich nur bedingt, weil ich immer zu weit nach vorn schaue und überlege, was wäre wenn. Naja, und in diesem Fall gibt es da nichts zu überlegen, respektive auch nichts zu erwarten. Nur dieser Gedanke, niemals nie nicht wieder ist total frustrierend. Allerdings sehe ich auch ganz deutlich die Steigerung dieser Sucht und ich bin noch lange nicht am Ende angelangt. Dieser oft gepriesene Selbstmord auf Raten stimmt wirklich. Nur, wenn man das vorhat, sollte man alle Menschen, die man liebt, davon unbehelligt lassen. Und trennen möchte ich überhaupt nicht, weil ich diesen Mann wirklich sehr liebe.

Ach Scheiße. So einfach und doch so schwer.


hopefully Offline




Beiträge: 9

15.09.2005 11:15
#6 RE: SHG\'s und Outen antworten

Hallo Amira,

am Sonntag wurde ich von einem Bekannten mit der Nase auf mein Problem gestoßen, am Montag habe ich mich meinen nächsten und wichtigsten Leuten gegenüber geoutet, die mir alle ihre Hilfe und ihr Verständnis entgegenbrachten. Wenn man trinkt, belügt man sich selbst und sein Umfeld genauso. Glaub mir, wenn du dir dein Problem eingestanden hast ist es der erste Schritt. Wenn du deinen Lieben davon erzählst ist es der nächste und bringt eine soooo große Erleichterung mit sich. Es nimmt viel des schlechten Gewissens, dass man hat, weil man schlicht weg unehrlich ist.
Hier gehen die Meinungen oft weit auseinander. Dies ist meine Erfahrung und muss nicht grundlegend für jeden der richtige Weg sein. Ich für mich habe das Gefühl, das Outen hat mich stärker gemacht. Und mal ehrlich, die Menschen, die dich wirklich lieben, werden dich nicht dafür verurteilen, sondern dir ihre Hilfe anbieten und in schwachen Momenten für dich da sein.

Von SHGs will ich momentan auch nichts wissen, habe mir vorgenommen, das Problem mit Familie und Freunden zu lösen. Allerdings, sollte ich das nächste Mal schwach werden, werde ich mir professionelle Hilfe suchen müssen. Das ist mir klar.

Liebe Grüße von hopefully


Seelchen ( gelöscht )
Beiträge:

15.09.2005 11:18
#7 RE: SHG\'s und Outen antworten


Seele62 Offline



Beiträge: 635

15.09.2005 11:28
#8 RE: SHG\'s und Outen antworten

Hallo Amira,
wenn Du wirklich aufhören willst, dann suche Dir Hilfe, wie Joachim schon gesagt hat.
Für mich waren es auch immer wieder xte Anfänge mit anschließender Resignation.
Hab`mir eingebildet, es wieder schaffen zu wollen.
Aber so war es nicht!
Habe mir immer schön ein Türchen offen gehalten und es wurde wieder nur eine Pause daraus.

Die Lebenseinstellung "Ganz oder gar nicht" finde ich super. In Bezug auf Alkohol solltest Du Dich aber lieber für das "gar nicht" entscheiden, dann bist Du doch auf einem guten Weg.
All die Dinge, die Dich bedrohen, wie die Finanzen, Ehe u.s.w., kennen wir wohl alle hier.
Aber glaubst Du, Du bekommst diese Dinge in den Griff, wenn Du nicht klar denken kannst?
Ein noch tieferer Absturz wäre doch vorprogrammiert.

Auch ich habe einen weltbesten Ehemann, der seine Frau 14 Jahre immer wieder besoffen ertragen hat.
Es ist sehr spannend, noch viel bessere Seiten an ihm zu erkennen, wenn man ihn nüchtern betrachtet.

Willst Du wirklich Deine Gesundheit, Deine Ehe,u.s.w. auf`s Spiel setzen und dem Alkohol weiterhin die Macht überlassen?
Naja, wenn Dein Mann dann irgendwann weg ist und Du hoch verschuldet und vielleicht auch noch krank bist, dann hast Du ja immer noch Deine Flasche!!!!
Das kann nicht unser Ziel sein, oder?
LG
Seele


Paphos Offline




Beiträge: 4.057

15.09.2005 11:36
#9 RE: SHG\'s und Outen antworten

Hallo Amira,

das outen hat einen weiteren großen Vorteil.
Man macht damit auch die letzten "Hintertürchen"zu.
Solange ich versuche alles mit mir alleine klarzumachen,merkt ja auch keiner wenn es schief geht

Je früher und umfangreicher Du Dich outest,um so mehr
Unterstützung können Dir auch andere geben.

Mir hat es damals sehr geholfen in der ersten Zeit.

Viele Grüße
Paphos


miezegelb Offline




Beiträge: 2.677

15.09.2005 11:41
#10 RE: SHG\'s und Outen antworten



Hallo Amira,

mit dem outen in der Anfangsphase da kann ich gar nicht so recht mitreden, denn das musst ich nicht.
das hat mein Zustand in dem ich durch den Alkohol gekommen bin ganz alleine geschafft.
Und du kannst es mir glauben , der schafft das nach und nach...
Später hab ich dann noch vor vielen geoutet, aber zuallererst vor mir selber "Ich bin Alkoholkrank" , das hat was mit Einsicht in die Krankheit zu tun die du dir dein Rest deines Lebens nämlich bewusst bleiben musst, wenn du irgendwann mal zufrieden ohne Alkohol leben willst.

Genau so selbstverständlich, wie du hier in deinem ersten Post schreibst und dich outest das du eine Krebserkrankung hattest, genau so ernst solltest du die Alkoholkrankheit nehmen.

Das mit dem outen vor anderen das hab ich auch gemacht dann, das heisst nicht das ich mit einem Schild um den Hals rumlaufe, aber in meinem näheren Umfeld, Arbeit Freunde ist das schon angebracht gewesen.
Erstens ist es ermüdend immer irgendwelche Entschuldigungen zu finden, warum ich denn gerade nichts trinke und zweitens erfährst du auch Rücksichten, dir wird nicht mehr einfach ein Obstsalat mit Alkohol vorgesetzt oder es wird sogar für dich extra einer ohne gemacht..

Das rumgeeiere um das outing hat aber auch für mich eben was damit zu tun, die Krankheit in den Hintergrund treten zu lassen... und ein weiterer Aspekt war für mich mich zu outen, es hat ganz einfach meine Seelenleben geholfen. Es ist einfach auf dauer eine Belastung selbst zu Wissen krank zu sein, aber es vor anderen glauben ständig verheimlichen zu müssen.

und zu den Selbsthilfegruppen, da findest du im Moment unter Selbsthilfegruppen allerhand. Warum weshalb wieso...


liebe Grüße
Ramona


Adebar Offline




Beiträge: 2.527

15.09.2005 12:09
#11 RE: SHG\'s und Outen antworten

Zitat hopefully
Allerdings, sollte ich das nächste Mal schwach werden, werde ich mir professionelle Hilfe suchen müssen. Das ist mir klar.

Hi hopefully!

Besonders überzeugt klingst Du nicht.
Warum auf den nächsten "Schwächeanfall" warten,bevor Du´s richtig angehst?

LG
Inge


Joachim44 Offline



Beiträge: 48

15.09.2005 14:42
#12 RE: SHG\'s und Outen antworten

Hallo Seelchen,
Campral verringert die Lust (den Hieper) auf Alkohol. Bei mir wirkt es. Der Hersteller sagt zwar, man solle es ein Jahr einnehmen, mein Doc meinte aber nach 2 Wochen, wenn ich es nichr mehr benötige könne ich es absetzen bzw. die Dosis verringern. Bei mir hat es unterstützendfunktioniert - bis jetzt - ich bin noch ein gutes Stück davon entfernt stabil zu sein und nehme es in gefährlichen Situationen ein. Vielleicht ist da auch viel Psycho im Spiel, ist mir aber egal und Nebenwirkungen habe ich, da haben andere im Forum allerdings von anderen Erfahungen berichtet, bei mir keine festgestellt.
Es gibt noch ein anderes Mittel, ich habe den Namen vergessen, wenn Du das einnimmst verträgst Du keinen Alk mehr, es wird dir schlecht, falls Du ihn überhaupt runterkriegst. Dein Doc kennt das und zu dem musst Du eh, denn beide Mittel sind verschreibungspflichtig.
Geholfen hat mir auch das Buch lieber schlau sein als blau sein das auch hier auf der Homepage vorgestellt wird, dort steht auch ein bißchen was über die Medis.

Hallo Amira

genauso empfinde ich es auch, eigentlich so einfach und doch so schwer. Manchmal erschrecke ich richtig, wenn mir der Gedanke kommt Du darfst jetzt nie wieder was trinken du bist nicht wie die anderen.

Es klingt zwar jetzt saublöd: ich denke dann oft an eine Bekannte (38 Jahre)die vor kurzem an Brustkrebs gestorben ist (wurde schlichtweg übersehen) die ihren Weg gegangen ist und die nie niemals gesagt hat warum gerade ich und schäme mich dann fast, weil es mir doch eigentlich so gut geht, Trotzdem ist es manchmal ganz schön schwer und es gibt Momente, da könnte ich mir so richtig einen brennen, aber die gehen auch wieder vorbei.

Und sch.. sch... sch... ich habe auch mal gesagt ich will keine Therapie ich schaff das, ich brauch keine SHG. Meine Frau hat sich das 2 Jhre angeschaut, im Juni ist sie ausgezogen es gibt auch kein zurück, bloß ein Hätt ich nur und wär ich bloß - "kalter Kaffee "(Zitat Igel). Aber Erfahrungen kann man leider nicht weitergeben.

@hopefully
Inge hat recht warte nicht, sondern gehe jetzt am besten zur Suchtberatung- niemand will dir was wegnehmen oder dich zu irgendetwas zwingen. Geht auch gar nicht. Vor meinem ersten Gespräch sagte der Therapeut: "manche machen Termine, trinken dann aber was und sagen aus Scham ab, kommen Sie auch wenn Sie was getrunken haben, das ist nicht schlimm. Ich bin auch schon statt zum Arzt, arbeiten gegangen, war ein Fehler.
Warum auf einen Rückfallwarten und dann Hilfe, statt Hilfe zu holen um keinen Rückfall zu bekommen. Alles leicht gesagt. Ich weiß.

Viele viele Grüße puh es ist schwer und befreiend
Joachim


gepard Offline




Beiträge: 851

15.09.2005 15:34
#13 RE: SHG\'s und Outen antworten

Zu dem Gedanken "niemals wieder":

Also entweder ich verstehe euch nicht ganz, oder ihr versteht es noch nicht ganz, worum es geht.

Für mich persönlich ist der Gedanke "nie wieder Alkohol" nicht angstmachend sondern erleichternd. Nur der Gedanke, dass ich vielleicht mal wieder trinken würde, wäre für mich beängstigend. Ich bin froh, nie wieder Alkohol konsumieren zu müssen, und ich finde, dass ich damit nur Vorteile habe. Es gibt viele Menschen, die ebenfalls keinen Alkohol trinken.

P.S.: Die Angst, nie wieder trinken zu dürfen, hatte ich nur, als ich noch trank. Wie ich mit dem Alkohol abgeschlossen hatte und fest entschlossen war, nicht mehr zu trinken, war ich froh, nicht mehr zu trinken. Aber diese Erleichterung habe ich erst, seit ich erlebe, dass es ohne Alkohol viel besser ist, und das erlebt man ja schon nach einiger Zeit der Trockenheit. Nur vorher stellt man sich das ganze unangenehm vor. Nachher ist es ganz anders, viel besser als man es befürchtet hat.

[ Editiert von gepard am 15.09.05 15:43 ]


Bakunin Offline




Beiträge: 1.575

16.09.2005 14:58
#14 RE: SHG\'s und Outen antworten

das unterschreibe ich was gepart geschrieben hat.
das " nie wieder " war nur eine unüberwindbare hürde solange ich noch mittendrin hing.im suff.jetzt erfüllt es mich mit freude nicht mehr trinken zu müssen. nie wieder !

lieben gruß
erik


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

16.09.2005 15:13
#15 RE: SHG\'s und Outen antworten

Zitat
Bin ich dann nicht total stigmatisiert?



Hallo Amira !

Jeder der mich besser kannte, sah ja auch, das ich ein Alkoholproblem habe.
Will heißen, es wissen meist mehr Menschen, als man sich selbst eingestehen will.

Zum Thema "nie wieder" :

Aus dem ich "darf/kann" nie wieder trinken wurde bei mir sehr schnell ein "ich brauche" nicht mehr zu trinken.
Und das ist so unheimlich schön, gab mir langsam endlich das Selbstbewußtsein, das ich mir durchs Trinken immer erhoffte !

Gruß
Bea


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