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Saufnix
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Dieses Thema hat 146 Antworten
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gepard Offline




Beiträge: 851

18.08.2005 23:32
#31 RE: Tag 1 antworten

Hallo Inge,

ich habe "einfach" noch mal gründlich über mein Leben nachgedacht; das klingt etwas seltsam, ja. Trinken aufhören wollte ich ja wiegesagt längst, und jünger wurde ich auch nicht. Auch in Bezug auf den neuen Beruf dachte ich: jetzt oder nie, und ohne Alk wäre das sicher leichter zu machen. Dann war ich wirklich fest entschlossen.
In zwei Jahren bin ich mit der Ausbildung fertig (habe bisher nämlich gar nichts gelernt, nur Abi). Dann bin ich 40, da brächte ich also immerhin noch 27 Dienstjahre zusammen, etwas Wartezeit auf eine Dienststelle eingerechnet, in der ich mich ja noch mal weiterbilden kann. Ich bin auch nicht der einzige alte Anfänger - ich habe KollegInnen jeden Alters bis Mitte 40, aber die meisten haben gerade das Abi hinter sich.

Trotzdem: paar Jahre früher Nägel mit Köpfen machen, das wäre schon fein gewesen. Aber es hat keinen Sinn, nachzutrauern, was man alles besser gemacht hätte, wenn man die Zeit zurückdrehte... - muss da echt aufpassen, dass ich nicht ins Grübeln komme!


Adebar Offline




Beiträge: 2.527

18.08.2005 23:47
#32 RE: Tag 1 antworten

Klar ärger ich mich auch über die verschwendete Zeit,aber vielleicht haben wir sie einfach gebraucht!?!

Übrigens:Reifer Anfänger hört sich wesentlich besser an!

Viel Glück!!!


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

19.08.2005 07:51
#33 RE: Tag 1 antworten

Hi Gepard,

vielleicht stimmt es nicht immer - ich weiss ja nicht bei allen Leuten wie es in ihnen aussieht. Das was Du schreibst hab ich auch schon bei mehreren gelesen, daß sie schon länger drauf rumgekaut haben.

Ich kanns sogar verstehen, denn bei mir war das beim Rauchen so. Da wusste ich auch seit Jahren, daß es irgendwann zu Ende sein wird, und über die Süchtigkeit hab ich mir keine Illusion gemacht. Da hab ich mich dann auch dazu hingetrieben, daß ich das Aufhören endlich anfange.

Beim Trinken ging es eher schlagartig. Von einem Tag auf den anderen hatte sich meine Einstellung dazu um 180 Grad gewendet. Vielleicht gings aber auch deswegen so gut, weil der Termin den ich mir da gesetzt habe zu dem Zeitpunkt noch 6 Wochen in der Zukunft lag und bis dahin war ich einfach so weit. Ich konnte es jedenfalls ohne wenn und aber umsetzen.

...beim Rauchen letzlich auch, denn ich hab an dem Tag engültig damit aufgehört, als ich endlich mal mit reduzieren anfangen wollte. War mir schon beim Verzicht auf die Kippen zum Morgenkaffee zu mühselig, also gleich Schluss.

Irgendwo muss halt der Punkt sein, wo ich sage "jetzt ist es soweit", und dann gibt es einfach kein Zurück mehr.

Schlecht gehn ist relativ - mir geht es auch schlecht wenn ich mich selbst nicht leiden kann, aber um das zu spüren muss mir mein Wohlbefinden erst wichtig sein.

der minitiger


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

19.08.2005 09:20
#34 RE: Tag 1 antworten

Hi Gepard !

Vielleicht ist das "schlecht genug gehen" ja auch Ansichtssache.
Das Ding mit dem Leidensdruck eben.

Will heißen, bei dem einen ist da schon Ende Fahnenstange und dem andern muß es eben noch ein bißchen schlechter gehen.
Ja und "wirklich" schlecht ging es mir ja auch nicht.
Ich hatte nie Entzugserscheinungen, ich hatte nach wie vor einen job, Führerschein wieder, eine Beziehung etc.

Ich hatte die Kater so satt, ich hatte mich so satt - wie ich betrunken immer draufgekommen bin.
Ich habe mir über die Jahre durch meine betrunkenen Aktionen sehr viel verbaut.

Grüßle
Bea


Seele62 Offline



Beiträge: 635

19.08.2005 09:22
#35 RE: Tag 1 antworten

Guten Morgen Arri,
als Erstes wüßte ich gern, wie es Dir ergangen ist,hast Du den Alkohol stehen lassen können?

Hallo Werner,
schlimm wäre daran gar nichts, aber für mich wäre das eine Art Kapitulation.
Ich müßte zugeben, dass ich es alleine nicht schaffe und ich denke, das ist das Problem. Wo ich doch immer sooo stark war, jedenfalls nach aussen.

Ansonsten denke ich auch, dass bei Jedem der Grund für den Ausstieg unterschiedlich ist. Der Eine braucht wirklich ein Ereignis, dass ihn schlichtweg zur Vernunft bringt und bei dem Anderen ist es so, dass plötzlich der richtige Zeitpunkt da ist. Ich habe beides schon in der Praxis erlebt.
Wenn ich da an meinen Ex-Mann denke, der hätte sich wahrscheinlich zu Tode gesoffen, wenn er nicht im Rausch einen Unfall gehabt hätte, der ihm beinahe das Leben gekostet hätte.
Wenn man das mit dem Rauchen vergleicht, so hat mein jetziger Mann hundertmal versucht, damit aufzuhören, ohne
Erfolg. Letzten Dezember hat er sich den 1.1. zum Ziel gesetzt und hat sich langsam auf den Tag vorbereitet. Er hörte tatsächlich auf und hat bis heute keine Zigarette mehr angefaßt. Er sagt auch, dass es diesmal gar nicht schwer war, denn er hatte diesmal eine andere Einstellung gewonnen. Er war nicht gereizt, wie es all die anderen Male der Fal war. Ich fand das schon erstaunlich.

Das soll natürlich kein Freifahrtschein für die nächsten Jahre sein! So nach dem Motto: Ich warte auf den richtigen Zeitpunkt!

Hallo Gepard,
Du bist also auch ein "reiferes Semester" unter lauter jungen Spunden.
Ich habe mit 38 meine zweite Ausbildung begonnen und der Durchschnitt unserer Klasse lag so bei 17 bis 23.
es war schon sehr gewöhnungsbedürftig anfangs, aber auch sehr interessant.
Also nach 3 Jahren hatte ich dann das beste Examen des ganzen Kurses in der Tasche und war mächtig stolz, schließlich war ich ja dann schon 41.
Das schaffte ich alles ohne Anstrengung in meiner trinkfreien Zeit!
Dir ein großes Lob für Deinen Mut!

Übrigens habe ich den gestrigen Abend ohne Alkohol verbracht. Aber das ist bei mir ja auch keine große Leistung, die Frage ist nur, wann ist das nächste Mal und werde ich das Glas dann stehen lassen?


gepard Offline




Beiträge: 851

19.08.2005 11:06
#36 RE: Tag 1 antworten

Hi Seele, dann ist das bei dir genau wie bei mir mit der Ausbildung. Alters- und erfolgsmäßig genau gleich, von den Noten her bin ich auch meist "der Beste", in der Praxis bin ich leider weniger unbeschwert als die anderen; ich mache mir viel mehr Gedanken und bin oft zu selbstaufmerksam, stehe mir selber im Weg, aber ich denke, mit zunehmender Erfahrung werde ich da auch meinen Weg finden.

Tiger und Beachen, für mich war es eh auch so, dass ich mich als Trinker nicht mehr leiden konnte, und auch mit den negativen Begleiterscheinungen und der Sorge, dass es mal wirklich schlimm um mich stehen könnte, wenn ich so weitermache, hat es mir einfach gereicht. Vernünftig betrachtet reihe ich das auch unter "Schlechtgehen" ein. Das Aufhören war dann auch nicht spontan; ich habe mir schon den Kalender hergenommen, einen guten Tag gewählt mit Rücksicht darauf, was vorher und nachher so ansteht. Mit diesem Termin im Kopf war ich seelisch gut vorbereitet, und außerdem war ich fest entschlossen.

Ich war nur etwas dumm, bei meiner Informiertheit und meiner Ängstlichkeit darüber, dass ich vielleicht einen Anfall bekommen könnte, nicht vorher zum Arzt oder Beratung zu gehen sondern erst danach.
Ich habe neulich "Krieg der Welten" im Kino angeschaut. So waren ungefähr meine Alpträume beim Entzug. Und diese durchdringende Hupe, bevor die dreibeinigen Maschinen geschossen haben: die habe ich auch mal im Wachzustand gehört. Das wäre mir bei medizinischer Überwachung wahrscheinlich nicht passiert.

Ich glaube, wenn der Entschluss nicht feststeht, und wenn man nicht so hundertprozentig weiß, für was die Abstinenz für einen ganz persönlich konkret gut sein soll, dann kann das gemütsweise ziemlich anstrengend sein, nicht mehr zu trinken.


gepard Offline




Beiträge: 851

19.08.2005 11:20
#37 RE: Tag 1 antworten

Seele, du hast den gestrigen Abend ohne Alkohol verbracht. Große Leistung oder nicht, aber wenn man das endlich geschafft hat, dann kann es eigentlich so weitergehen! Am zweiten Abend schaffst du das wieder, denn am Vorabend hast du dir ja bewiesen, dass es geht.

Beim ersten Abend ohne Alkohol habe ich es in gewissem Sinne schon "geschafft". So ging es dann weiter. Vorher gab es ja nie einen Abend ohne Alkohol, ich wusste nicht, wie das ist und habe immer "morgen ..." gesagt. Erst wenn man etwas mal gemacht hat, weiß man, dass man es kann.


Seele62 Offline



Beiträge: 635

19.08.2005 14:02
#38 RE: Tag 1 antworten

Hi Gepard,

ich hoffe, dass es nie wieder einen Abend mit Alkohol geben wird!
Momentan erscheint mir das Ziel dennoch zu hoch gegriffen.


gepard Offline




Beiträge: 851

19.08.2005 14:16
#39 RE: Tag 1 antworten

Du brauchst es dir nur immer für den heutigen Tag vornehmen. Wirst sehen: am nächsten Morgen freust du dich. Und das kannst du jeden Tag.


Hermine 2 Offline




Beiträge: 3.177

19.08.2005 14:18
#40 RE: Tag 1 antworten

Moin Seele,

Zitat
schlimm wäre daran gar nichts, aber für mich wäre das eine Art Kapitulation.
Ich müßte zugeben, dass ich es alleine nicht schaffe und ich denke, das ist das Problem. Wo ich doch immer sooo stark war, jedenfalls nach aussen.



kenne ich, kenne ich sogar noch sehr gut diesen gedankengang. Ich für mich durfte feststellen, dass es das beste war, was ich tun konnte, als ich endlich bereit war hilfe anzunehem. Der spruch: Nur du alleine schaffst es, aber du schaffst es nicht alleine, birgt für mich verdammt viel wahrheit.
Ohne meine shg`n, therapie und saufnix wäre ich heute mit sicherheit nicht dort wo ich jetzt bin. Diese kapitulation vor meinem so hohen anspruch an mich selber, war letzendlich die kapitulation vor dem alkohol und da bin ich mächtig froh drüber.
Wie gesagt, ich habe diese erfahrung gemacht. Wollte ich dir nur mal erzählen.
Schönen tag noch,
lieben gruß
Hermine


Horn Offline




Beiträge: 446

19.08.2005 14:30
#41 RE: Tag 1 antworten

Hallo Seele,

das ist eine Kapitulation vor einem sehr starken Gegner. Einen Kampf gegen diesen Gegner allein zu führen ist sehr schwer. Hol Dir Verbündete. Mit vereinten Kräften unter Deiner Führung wirst Du diesen Kampf gewinnen.
In Therapeutenkreisen wird oft der Spruch zitiert: Ein Alkoholiker muss ganz unten sein, sonnst schafft er es nicht rauszukommen. Die Frage ist nur: Was ist ganz unten?
Ich ersetze diesen Satz gerne und sage: Ein Alkoholiker muss seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht haben um aus der Sucht heraus zu finden. Dieser Punkt kann aber auf einem sehr unterschiedlichen Niveau liegen.

Ich wünsche Dir einen guten 2., 3., 4. usw. Tag.

Ganz liebe Grüße
Werner


Arri ( gelöscht )
Beiträge:

19.08.2005 14:42
#42 RE: Tag 1 antworten

Hi Zusammen,

ich konnte leider nicht früher schreiben....unser ISDN Anschluß lag den ganzen Vormittag brach, jetzt geht es wieder!

Danke für Eure Antworten erstmal ( die meisten beschäftigen sich allerdings eher mit Seele als mit mir ), habe gestern noch viel nachgedacht was diesen Tag 1 anders machen sollte als die Tausenden zuvor!

Ich habe gestern nicht getrunken, ich werde auch heute nicht trinken....die Gedanken kommen zwar aber ich will nicht!

Körperlich geht es mir gut! Ich weiß wenn ich jetzt wieder trinke ist das innerhalb von Minuten vorbei...das will ich nicht mehr! Wie es in Zukunft weitergeht muß ich noch herausfinden, ich denke ich werde es mit einer Psychotherapie versuchen ( hat mir die Suchtberaterin vor ca. 1,5 Jahren mal angeraten, damals dachte ich was für ein Unsinn.....heute sehe ich das anders).

Seele, wie geht es Dir?

Viele Grüße,
Arri!


Lachfalte Offline



Beiträge: 378

19.08.2005 16:10
#43 RE: Tag 1 antworten

Hallo Arri,

willkommen an Board

Bezüglich den Antworten die größenteils an Seele gerichtet sind Arri vielleicht soviel: die Leute hier sind immer für jeden da. Seele hat sich hier eingeklinkt, war und ist kommunikationsbereit und bekommt darum auch Antwort. Das braucht Dir nicht weh zu tun Arri.

Du fragst Dich, was dieser Tag 1 in Deinem Leben wird anders machen. Ich sag: ALLES - Dein ganzes Leben.

Ich habe die ersten trockenen Tage die 12 Versprechen der AA gefunden und meine Augen wurden mit jeder Zeile größer und größer. Es waren alles Dinge die ich mir so sehr wünschte und nicht wußte wie ich das denn jemals erreichen soll

Mein Weg führte mich dann in ein AA-Meeting - das war (mitunter) meine "Rettung". Ich brauche jetzt seid fast 12 Wochen nix mehr trinken, es geht mir gut dabei und ich staune immer wieder wie schön das Leben ist!

Die 12 Versprechen sind nachzulesen auf der HP der AA. Lies mal Arri, vielleicht ist es ja auch das was Du suchst.

Schön, dass Du da bist - g24h
Lachfalte

EDIT: http://www.online-aa.de/content/link_05.htm

[ Editiert von Lachfalte am 19.08.05 16:20 ]


Randolf Offline




Beiträge: 1.020

19.08.2005 17:16
#44 RE: Tag 1 antworten

Hallo Bea,

Ich hatte die Kater so satt, ich hatte mich so satt - wie ich betrunken immer draufgekommen bin.

Ja,ja,ja - - das war es auch bei mir.

Gehasst hab ich mich am nächsten Tag - wenn draussen das beste Wetter war, aber ich viel zu kaputt um irgenwas zu machen und stattdessen die nutzlosen Gedanken im Kreis liefen - voller Scham und Ekel über mein dämliches Verhalten am Vortag, wo ich mich für den besten und coolsten Typen hielt....

Randolf


Seele62 Offline



Beiträge: 635

19.08.2005 17:32
#45 RE: Tag 1 antworten

Hallo Arri,

ich finde es wunderbar, dass Du den ersten Tag so gut gemeistert hast. Ich wünsche Dir, dass Du auch Tag 2,3,4,u.s.w.gut hinbekommst.
Mir geht es auch ganz gut.
Aber wie gesagt, ich kenne ja sauffreie Tage, Wochen, Monate.
Hab`ein bisschen Angst vor dem nächsten Mal.
Auch ich habe mir seit gestern einige Gedanken gemacht und denke, eine SHG wäre gut für mich. Habe mich heute schon schlau gemacht und werde dementsprechend Kontakt aufnehmen.Ich muß einsehen, alleine kriege ich es nicht hin. Das versuche ich nun schon seit Jahren, ohne Erfolg. Also muß ich mir nun was anderes überlegen.
Weglaufen geht auch nicht mehr!
Heimlichkeiten helfen mir nicht weiter!
Bitte entnehme auch den Antworten, die an mich gehen, das was für Dich wichtig ist, denn irgendwie sitzen wir im selben Boot, d.h.beide stehen wir am Anfang und brauchen Unterstützung, die man uns hier gibt. Manche Antwort wird auch Dir helfen,obwohl sie an mich gerichtet ist.
Ich fände es sehr schön, wenn wir uns gegenseitig auf dem Laufenden halten würden.
Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute für die nächsten Tage.


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