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Saufnix
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Dieses Thema hat 24 Antworten
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 Akute Hilfe
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Tina72 Offline



Beiträge: 533

07.06.2005 15:24
RE: Es ist soweit antworten

Hallo erstmal,

ich trinke seit ca. 3 Jahren fast jeden Abend 1-2l Wein.
Das ich ein Problem habe, weiß ich schon länger. Ich habe mir schon oft vorgenommen das Schluß ist mit dem saufen, aber es nie länger als zwei Tage durch gehalten. Heute habe ich mir nun einen Termin bei der Beratungsstelle geholt und nachher gehe ich zu meiner Hausärztin.
Mein Lebensgefährte weiß auch Bescheid. Ich bin also dabei mich zu outen und ich spüre irgendwie Erleichterung. Jedoch schleichen sich auch die Gedanken ein wo ich mir evt. noch ein Hintertürchen auflassen kann.
Ich lese auf dieser Seite schon länger und denke dann oft, das es doch nicht so schwer sein kann das erste Glas stehen zu lassen.
Heute beginnt der Kampf für ein besseres Leben.

Bereite mich jetzt auf meinen Termin bei meiner Ärztin vor.

VLG Tina


Frodo Offline



Beiträge: 226

07.06.2005 15:45
#2 RE: Es ist soweit antworten

Hallo,

Du bist schon auf dem richtigen Weg. "Zweifel" sind vor bzw. während einer solchen Entscheidung normal, sollten Dich aber nicht davon abhalten, Deinen Weg weiter zu gehen.

Gruß
Frodo


Tina72 Offline



Beiträge: 533

07.06.2005 15:50
#3 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Frodo,

Ich wollte mich eigentlich seelisch und moralisch auf den Hausarzt vorbereiten, doch wie schon öfters fesselt mich dieses Board. Ist vielleicht auch ganz gut so, denn dann denke ich nicht soviel nach. Werde später berichten wie es war.

VLG Tina


Andy1 Offline




Beiträge: 1.385

07.06.2005 15:51
#4 RE: Es ist soweit antworten

Willkommen auf Bord Tina,

Dir muss man ja gar nichts erzählen. Du machst ja von vornerein schon alles richtig. Hausarzt und Suchberatung.
Super Tina.

Für mich persönlich war der erste Schritt der schwierigste. Aber war der mal gemacht, erlebte ich eine Erleichterung und eine Freiheit, die du mit Sicherheit auch erleben wirst.

Ich wünsche dir viel Erfolg

Liebe Grüße von

Andy


Frodo Offline



Beiträge: 226

07.06.2005 16:23
#5 RE: Es ist soweit antworten

@Tina

Zitat
Ich wollte mich eigentlich seelisch und moralisch auf den Hausarzt vorbereiten, doch wie schon öfters fesselt mich dieses Board



Ich finde, dieses Board stellt auch eine seelische und moralische Vorbereitung für alle weiteren Schritte dar.

Als Angehöriger würde mich natürlich interessieren, wie das im Zusammenspiel mit Deinem Partner aussieht und er dazu steht, ob er Dich unterstützt etc.

Gruß
Frodo


Horn Offline




Beiträge: 445

07.06.2005 17:50
#6 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Tina,

der erste Schritt ist sicher der schwerste. Wenn Du den getan hast und beim Arzt warst bist Du auf dem richtigen Weg. Wenn Dir der Arzt eine klinische Entgiftung empfiehlt dann mach es. Unter Kontrolle fallen die ersten Tage leichter und es ist auch sicherer. Mit möglichen Entzugserscheinungen ist nicht zu spaßen.

Ich hoffe wir hören bald etwas erfreuliches von Dir.

Ganz liebe Grüße und halt die Ohren steif.
Werner


malo Offline




Beiträge: 1.684

07.06.2005 18:40
#7 RE: Es ist soweit antworten

hallo tina,

willkommen on board...

finde ich toll,dass du gleich nägel mit köpfen machst...

so nimmst du dir gleich am anfang einen großen druck von der seele..
du spüst ja schon jetzt eine gewisse erleichterung wie du schreibst...

wenn dein arzt dir rät in der klinik zu entgiften nimm
die möglichkeit wahr...dort wirst du auch kontakt zur
suchtberatung bekommen...

weiterhin alles gute auf deinem weg...

lg malo


Tina72 Offline



Beiträge: 533

07.06.2005 18:59
#8 RE: Es ist soweit antworten

Halli Hallo,

vielen Dank erstmal für die vielen lieben Begrüßungen. Habe leider nicht viel Zeit, da ich zum Elternabend in die Schule muß.
Mein Arztbesuch war sehr positiv. Meine Hausärztin war total lieb zu mir und hat mir versichert Tag und Nacht die nächsten Wochen für mich da zu sein. Ich mache den Entzug zu hause und sie hat mir auch schon Medikamente auf geschrieben. Fühl mich total befreit und werde heute abend auch noch mit meinem Schatzi alles weitere bereden, denn ich denke er hat noch keine Ahnung wie schlimm es wirklich war. Habe halt immer alles verhamlost vor ihm.
@Frodo: Aus den letzten Satz kannst du ja erlesen das er voll hinter mir steht. Er ist ein toller Mensch und ich schätze und liebe ihn sehr.
Ab morgen beginne ich dann die Hintertürchen zu zu Schließen. D.h. das Komplettouting wird beginnen und ich werde zumindest mit den Menschen über meine Sucht sprechen die mir am Herzen liegen.

Muß mich jetzt aber wirklich sputen.

VLG Tina


Tina72 Offline



Beiträge: 533

08.06.2005 08:42
#9 RE: Es ist soweit antworten

Moin Moin,

also fühle mich heute als könnte ich Bäume ausreissen. Aufwachen ohne Kater ist wunderbar. Ich habe gestern nach dem Elternabend noch sehr intensiv mit meinem Freund über alles geredet. Vor allem war ich das erste mal zu ihm komplett ehrlich. Er hat bis dahin noch gar nicht gewusst wieviel ich wirklich getrunken habe. Ich habe ihm erzählt wo ich es versteckt habe und wann und wie besorgt usw. usw. Richtig schlimm wurde es als er anfing fast zu weinen und ich merkte was er für eine Angst um mich hat. In dem Moment hätte ich mich selbst ohrfeigen können. Wie konnte es nur soweit kommen, daß ich den Alkohol mehr liebe als ihn. Ich habe noch lange darüber nachgedacht und auch nicht besonders gut geschlafen, da ich wohl viel zu verarbeiten hatte. Trotz allem ist es schön nüchtern aus dem Bett zu steigen. Er hat mir auch zu einer LZT geraten, da er mich kennt und nicht denkt das ich es ambulant schaffen werde. Es hat mir zwar weh getan zu spüren das er in der Beziehung nicht an mich glaubt aber wahrscheinlich hat er Recht. Dazu muß ich vielleicht noch schreiben, das ich seit meiner Jugend (bin übrigens 33 Jahre jung) bulimiesch bin(Essstörung - Ess-Brechsucht). Von daher weiß er mich ganz gut einzuschätzen. Darüber weiß er von Anfang an Bescheid und ich habe auch am Anfang unserer Beziehung eine stationäre Therapie dafür gemacht. Die Süchte ziehen sich also durch mein Leben und ich will das nicht mehr. Es liegt alles sehr dicht beieinander und hat nur das eine Ziel mich und meinen Körper nicht zu spüren. Mich wieder zu lieben und so zu nehmen wie ich bin ist viel Arbeit und ich packe es an.
Auf jeden Fall weiß ich jetzt, das mein Schatzi hinter mir steht und er ist ja Fachmann in Bezug auf Süchte. Er hat die einjährige Ausbildung zum Suchtkrankenhilfepfleger. Von daher weiß er schon ganz gut damit umzugehen. In Bezug auf meine Tochter (wird 8 Jahre alt) habe ich auch noch Fragen, die ich aber in "Kinder aus Alkoholikerfamilien" stellen werde.
Ich werde mich in Bezug auf Therapie entscheiden, wenn ich bei der Beratungsstelle am Dienstag war.

VLG Tina


Biene2 Offline




Beiträge: 4.231

08.06.2005 09:08
#10 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Tina,

Zitat:

Wie konnte es nur soweit kommen, daß ich den Alkohol mehr liebe als ihn.

Da drum mach Dir mal keinen Kopp...Alkoholismus ist eine Krankheit...der Stoff ein überlebensnotwendiges Elixir.

Wenn's um Essen oder (Wasser)-Trinken ginge würdest Du Dir solche Fragen doch auch nicht stellen.

Ich finds übrigens gut,daß Dein Freund sich in der Materie auskennt...das erleichtert doch Einiges.

Ich wünsch Dir was...


Schneefrau Offline




Beiträge: 2.955

08.06.2005 09:44
#11 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Tina!

Auch von mir ein "Herzliches Willkommen auf Saufnix"

Schön, dass du bereits in den Puschen bist, für DICH und dein "Suchen=Süchteln" was zu tun, ganz wirklich

Freu mich darauf mehr von dir zu lesen und vielleicht ist Saufnix für dich ja auch ein "Zusatzraum"/Platz, wo du deinen Fragen nachgehen magst. Bei Sucht spielt Kontrolle ja auch immer eine enorme Rolle und auch -klaro- das Moment, etwas nicht mehr spüren zu wollen, was einem überfordert. Hast du je an eine Therapie für dich gedacht bzw. eine gemacht? Ich meine zu Hause, in deinem Alltag integriet?

Schön, dass du schon sehr viel Klarheit für dich hast und ich wünsche dir gute 24 h

Schneefrau/Sabine


Frodo Offline



Beiträge: 226

08.06.2005 10:45
#12 RE: Es ist soweit antworten

Hallo

ich habe in einem Vortrag eine sehr nachdenkliche Beschreibung zum Thema Sucht mitgenommen, die mir sehr einleuchtend vorkommt:

Missbrauch liegt dann vor, wenn sich der Trinkende Gedanken über seinen Konsum macht UND um die betroffenen Menschen in seiner Umwelt.

Sucht liegt dann vor, wenn sich der Trinkende Gedanken darüber macht, wie die betroffenen Menschen in seiner Umwelt sein Trinkverhalten behindern.

Genau so habe ich es erlebt. Ich habe mich tlw. als Störfaktor gefühlt, der meiner Partnerin beim Trinken im Weg steht.

Diesen Vertrauensbruch, der daraus entstanden ist, kann man nicht von Heute auf Morgen wieder aufbauen, aber es ist möglich.

@Tina

Ich kann verstehen, dass Du eine ambulante Therapie als sinnvoll erachtest. Du bist dabei aber sicher voreingenommen. Schließlich hast Du ein Kind, dass versorgt werden muss (bei mir sind es 3 Kinder) und in einer LZT, wärst Du eine lange Zeit dazu nicht in der Lage.

M.E. gibt es für eine ambulante Therapie einige wichtige Voraussetzungen. Nicht jeder Mensch ist gleich gestrikt und deswegen kann nicht für jeden Suchtkranken die ambulante Therapie das Ideale sein. Du befindest Dich in der gleichen Situation, mit Kind, Familie, Partner, Umfeld und musst dann zusätzlich noch die Therapie "miterledigen". Das ist nicht einfach. Meine Partnerin wollte bis 2 Wochen in der LZT auch lieber noch auf ambulant umsteigen und jetzt wissen wir beide, dass der Wunsch nur "vorgeschoben" war und die ambulante Therapie nur eine weitere Quälerei gewesen wäre. Der Wunsch nach ambulanter Behandlung war einfach nur die Angst vor der räumlichen Veränderung, wie ich mit den Kindern alleine klar komme etc.
Diese Ängste habe ich durch Taten ausgeräumt und als meine Partnerin gemerkt hat, dass ich mit Haushalt und den Kindern prima zurecht komme, waren die Ängste verschwunden.

Sicher gibt es auch einige Vorteile für eine ambulante Therapie: Ich kann sofort "üben", alle Situationen ohne Alkohol zu meistern, meine alltäglichen Aufgaben weiterhin wahrnehmen und bin nicht von meiner Familie getrennt.

Ich denke, eine ambulante Therapie erfordert ein Höchstmaß an Selbstdiziplin und ist wesentlich schwerer zu schaffen, als eine LZT, wo man erst einmal von allen Problemen, die ja zum Teil auch trinkauslösend waren, abgekapselt ist.

Entscheiden musst letztendlich Du.

Sei nur ehrlich zu Dir selbst in dem, was Dich wirklich zu einer ambulanten Therapie bewegt.
Wenn dann das Ergebnis immer noch das gleiche ist, wirst Du es sicher auch schaffen.

Gruß
Frodo

[ Editiert von Frodo am 08.06.05 10:46 ]


fallada Offline



Beiträge: 2.386

08.06.2005 11:45
#13 RE: Es ist soweit antworten

Tina,

"Ich werde mich in Bezug auf Therapie entscheiden, wenn ich bei der Beratungsstelle am Dienstag war."

Finde ich goldrichtig! Ich hoffe, dein Berater nimmt sich genug Zeit für dich. Frag ihm ein Loch in den Bauch:-)

Zwischen ambulanter und stationärer Thera gibts ja auch noch die Tagesklinik, vielleicht auch in deiner Nähe.
Beispiel: =klick=>KA
, da dauerts im Regelfall 12 Wochen und geht Mo-Sa 8:30 bis 15:30Uhr.

g24h

fallada


Depri Offline



Beiträge: 1.848

08.06.2005 13:54
#14 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Tina,

bau dir keine Hintertürchen, bau dir Vordertürchen.

Vorne ist die Freiheit! Vorne ist das Leben! Vorne ist alles was du ohne Alkohol endlich geniessen kannst.

Schau, ich war so auf deinem Level, und jetzt? Ich bin trocken wie staub und glücklich. Sauschweineglücklich!

Alles Gute für dich............


Bakunin Offline




Beiträge: 1.575

08.06.2005 16:04
#15 RE: Es ist soweit antworten

moin tina
ich freu mich für dich...du hast eine superentscheidung getroffen !!!
überhaubt erst mal die hintertüren endecken !
da gibt es so manche in vielerlei gestalt.die denke ist voll davon.aber du bist ja gerade dabei sie schon zu erkennen.
gefahr erkannt gefahr gebannt.ich weiss...so einfach ist das nicht.wie du herangehst finde ich klasse nur überstürz nichts nimm dir viel zeit für dich.ich wünsch dir viel kraft für die nächsten tage.

lassen wir heute das erste glas stehn !
erik


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