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Saufnix
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Dieses Thema hat 24 Antworten
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 Akute Hilfe
Seiten 1 | 2
Horn Offline




Beiträge: 445

08.06.2005 17:51
#16 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Tina,

Wenn Dein Arzt und Dein Freund als ausgebildeter Fachmann zu einer LZT rät dann solltest Du das machen. Nicht Jede hat einen Partner der so viel Verständnis aufbringt. Dein Partner ist bereit die Belastungen des Haushalts auf sich zu nehmen um Dir zu helfen. Dann solltest Du es auch annehmen.
Viele Partner in der gleichen Situation würden sicher zu einer Tagesklinik o.ä. raten. Dann bist Du abends zu Hause und kannst Dich um den Haushalt kümmern. Ist doch viel einfacher. Aber Du bleibst auf der Strecke.

Liebe Grüße und bleib dran. Es lohnt sich.
Werner


Tina72 Offline



Beiträge: 533

08.06.2005 18:46
#17 RE: Es ist soweit antworten

Hallöchen,

dann will ich mal anfangen die Fragen zu beantworten.

@Schneefrau
Ich mache bereits Therapie aufgrund meiner Essstörungen seit einigen Jahren. Nach der stationären Thera mußte ich dies alles im Alltag integrieren. Ist mir schon klar was auf mich zukommt. Es ist nur diesmal so anders. ich empfinde und spüre meinen Willen viel klarer und fester.

@Frodo
Wie Recht du damit hast, das einem die liebsten Menschen in der eigenen Umgebung beim Trinken im Weg sind. Ich ziehe eine ambulante Therapie nicht nur aus familiären Gründen vor. Darüber mache ich mir weniger Gedanken. Ich weiß mein Freund käme mit Haushalt und meiner Tochter supi klar und außerdem sind da noch meine Eltern. Mehr Sorgen mache ich mir da um meinen Arbeitsplatz. Ist im Moment nicht so rosig und ich liebe meinen Job sehr. Weiterhin finde ich den Punkt, gleich alles in den Alltag integrieren sehr wichtig. Damit hatte ich damals bei der Therapie(wir durften zwischendurch Testphasen zu Hause machen)extreme Schwierigkeiten.
Auf jeden Fall werde ich schauen, wie gut ich bis Dienstag zurecht komme und ob ich mich nicht überschätzt habe. Nach dem Beratungsgespräch werde ich dann wohl schlauer sein und mich entscheiden.

@fallada
Das mit der Tagesklinik höre ich das erste mal und ich werde mich mit Sicherheit näher darüber informieren.

@Depri
Danke das sind sehr schöne aufmunternte Worte.

@Horn
Ja ich weiß was ich für einen tollen Mann an meiner Seite habe und ich weiß auch genau, das er mich, egal wie ich mich entscheide, unterstützen wird.

So nun zu meinem Tag. Ich habe mir heute morgen das Medikament in der Apotheke geholt. Es ist eine Antidepressivum und heißt: Doneurin. Kennt das vielleicht jemand?????? Meine Ärztin hat es mir auch nur für Notfäle verschrieben. Ich habe mit Antidepressivern negative Erfahrungen gemacht und werde es nur im äußersten Notfall benutzen. Es ist aber beruhigend zu wissen das man was für den Notfall hat.
Heute nachmittag war meine Freundin mit Kindern da. Ich konnte aber nicht in Ruhe mit ihr sprechen, halt wegen der Kinder. Na,ja passt schon noch.
Als sie weg war habe ich doch tatsächlich einen Moment an Alkohol gedacht. Dafür schäme ich mich, aber ich weiß das es wohl noch öfter solche Momente geben wird.
Zur Beruhigung habe ich mich schnell vor den PC gesetzt. Ist jetzt auch schon wieder rum und habe für sowas jetzt auch keine Zeit

VLG Tina


Phoenixa Offline




Beiträge: 89

09.06.2005 06:12
#18 RE: Es ist soweit antworten

Hi Tina,

in deinem Beiträgen erkenn ich mich gut wieder:
"Dazu muß ich vielleicht noch schreiben, das ich seit meiner Jugend (bin übrigens 33 Jahre jung) bulimiesch bin"

Bin/war ich auch vor der Alkoholgeschichte. Habe ebenfalls wegen der Ess-Störung eine 4-wöchige stationäre Therapie hinter mir, die aber bereits viele Jahre zurückliegt. Mir hat die stätionäre Therapie aber nicht besonders geholfen. Ist aber natürlich nur meine ganz persönliche Erfahrung.

Habe dann meinen eigenen "Weg" aus der Ess-Störung "gefunden". Alkohol. Hurra!

Die dahinter liegenden Probleme wurden, glaube ich jedenfalls heute, in "meiner" Klinik gar nicht wirklich erkannt. Aber vielleicht habe ich das auch nicht zugelassen? Ich weiß es nicht und es spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Jedenfalls hatte ich in 4 Wochen ganze 8 Einzelgespräche und 8 Gruppengesprächsrunden (je 2 pro Woche). Die meiste Zeit habe ich rumgehangen und mich gelangweilt. Und wenn ich mich langweile, fange ich an zu grübeln und das war gar nicht gut für meine weitere Entwicklung...


Wie waren deine Erfahrungen? Wäre schön, von dir zu hören.

Liebe Grüße

Phoenixa


Tina72 Offline



Beiträge: 533

09.06.2005 15:28
#19 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Phoenixa,
als ich in stationäre Thera gegangen bin, hatte ich vorher schon ein Alkoholproblem ohne es wahr zu nehmen. D.h. das ich schon fast jedes Wochenende getrunken habe. Diese Ausmaße nahm es erst danach an. Mit dem essen hat es geklappt, da ich ja einen Ersatz gefunden hatte. Tolle Perspektive. In der letzten Zeit gab es dann nur eines von beiden: Essen oder Saufen. Kam beides gemeinsam vor, habe ich gleich die Kloschüssel begrüßt. Im Moment merke ich erst wie einfach Mahlzeiten sein können, ohne den Alk im Hinterkopf. Das mir die Thera nichts gebracht hat, kann ich nicht behaupten, da ich schon einiges über mich erfahren habe. Konnte es im Alltag nur nicht umsetzen. Ich muß eben mehr Kampfgeist zeigen.
Mich würde interessieren in welcher Klinik Du warst und wie es jetzt mit dem essen bei Dir klappt??????

Heute morgen war ich bei meiner Hausärztin zur Blutabnahme. Kann mir die Ergebnisse morgen abholen. Da ich aber am Betriebsausflug bin, werde ich wohl zwischendurch mal anrufen, um mir einen Schock wegen der Leberwerte zu holen. Der Ausflug morgen wird meine erste öffentliche Zerreisprobe ohne Alkohol. Ich werde den Tag voller Stolz auf mich durchleben.

VLG Tina


Phoenixa Offline




Beiträge: 89

10.06.2005 00:37
#20 RE: Es ist soweit antworten

Hi Tina,

da haben wir ja suchtmäßig "ganze Arbeit" geleistet. Frei nach dem Motto: "doppelt gemoppelt" hält besser.

Du schreibst:
"Tolle Perspektive. In der letzten Zeit gab es dann nur eines von beiden: Essen oder Saufen."

Den Satz kann ich nur VOLL unterschreiben. Allerdings habe ich in den letzten Jahren hauptsächlich zur Flasche gegriffen, nachdem ich festgestellt hatte, dass die Wirkung von Alkohol bei mir wesentlich "effektiver" ist. Und "effektiv" war das in der Tat: In jede wirklich große Sch..., in die ich mich bisher hereingeritten habe, war der Alkohol maßgeblich beteiligt (die letzte war vor 2 Wochen).

Aber ich bin doch sehr zuversichtlich. Wenn ich meine Alkoholsucht überwinden kann, dann kann ich auch die Bulimie (wieder) überwinden. Voraussetzung dafür ist, dass ich MICH wirklich ändern will, und dazu bin ich jetzt bereit.

Zum Thema Klinik habe ich dir lieber 'ne nmail geschickt.


Liebe Grüße

Phoenixa


Tina72 Offline



Beiträge: 533

11.06.2005 11:17
#21 RE: Es ist soweit antworten

Hallo und Guten Morgen,

also wir hatten ja nun gestern unseren Betriebsausflug. Es war lustig und ich habe den Tag ohne Alkohol "erlebt".
Ich schreibe das bewusst in Anführungszeichen, da es für mich eine neue Erfahrung war, bei solchen Anlässen nichts zu trinken, obwohl um mich rum fast niemand ohne Alkohol war. Das Beobachten der Leute in Bezug auf ihr Trinkverhalten war sehr intensiv bei mir. Ich habe bemerkt, wie sich die Laune bei jedem Glas steigerte und sie immer lustiger wurden. Dabei bin ich dann in eine Depriphase abgerutscht und habe mich selbst bedauert. Mein Freund(wir arbeiten im selben Betrieb) hatte dadurch gestern keinen leichten Tag mit mir, zumal ich meinen Frust dann ab und zu an ihm ausließ. Das ging soweit, das ich ihm sagte, das ich es nicht gut fände das er Alkohol trinkt, wenn ich noch Mitten im Entzug bin. Als ich dann näher darüber nachdachte, merkte ich wie unsinnig das war und das es ganz alleine mein Ding ist, damit klar zu kommen, wenn andere trinken. Er hat mir dann aber auch gesagt, das er mich unterstüzt und keinen Alkohol mehr getrunken. Mut hat es mir wieder gegeben, als er mir sagte, das dieses Verhalten die ersten Tage bei einem Alkoholiker normal wären und das es von Tag zu Tag besser wird. Ich merke das ich ohne trinken viel nachdenklicher bin und auch viel ehrlicher zu mir selbst.
Ich habe lange überlegt ob ich bei dem Ausflug mitfahre und mich in die Alkoholhölle begebe, doch jetzt bin ich froh das ich mit war, denn ich denke, es war lehrreich für mich. Ich habe mir selbst nicht getraut und bin jetzt um eine Erfahrung reicher. Heute abend sind wir schon wieder unterwegs auf einem Geburtstag und ich bin froh das erste Glas stehen lassen zu können.

VLG Tina

PS: Ich habe in dem ganzen gestrigen Gedankenwirrwarr ganz vergessen mir meine Blutwerte telefonisch durchgeben zu lassen. Hole mir dann Montag den Schock.


Bernard72 ( gelöscht )
Beiträge:

11.06.2005 11:46
#22 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Tina.

Hast Du doch ganz gut hinbekommen !

Das Du in eine "Depriphase" gerutscht bist, kann darauf
deuten, dass Du noch zu positive Assoziationen mit dem Trinken im Kopf "abgespeichert" hast.

Ob das gefährlich werden könnte, weiß ich nicht.

Also wenn Dein Entschluss- vom Kopf her- eindeutig ist
(ich trinke heute nicht mit),verfällst Du eigentlich nicht in Depri-Phasen....

Ich konnte von Sekt, Bier. etc. Flaschen umgeben sein-
beim Grillen gaben sich Alle die Kante- mir war´s egal.

INNERE EINSTELLUNG.
Ist aber bestimmt bei Jedem anders will Dir auch keine Angst machen ! Mach weiter, es wird deutlich leichter !

P.S: Cooler Freund !

Bernard.


Tina72 Offline



Beiträge: 533

16.06.2005 10:48
#23 RE: Es ist soweit antworten

Hallo Leute,

ich habe mich die letzten Tage bewusst zurück gezogen. Mußte erst mal mit mir etwas klar kommen. Ich war zwei Tage total müde und kaputt und meine Hausärztin sagte mir es wäre normal beim Entzug. Das waren aber auch die einzigen Entzugserscheinungen die ich hatte. Meine Leberwerte sind wie erwartet erhöht aber noch nicht beunruhigend.
Am Dienstag war ich bei der Suchtberatung. War sauer darüber, das ich von dort an die nächste Beratungsstelle verwiesen wurde, da bei dieser keine ambulante Therapie, zwecks Versicherung(nur LVA), möglich ist. Das hätten sie mir auch am Telefon schon sagen können. Trotz allem war das Gespräch mit der Beraterin sehr gut. Von daher hat es doch noch was gebracht. Ein Satz von ihr begleitet mich seitdem und motiviert mich sehr:
"Sie brauchen sich für diese Sucht nicht zu schämen. Schämen müssen sich die, die die sich ihres Problemes bewusst sind aber nichts dagegen tun. Sie hingegen können stolz auf sich sein es anzupacken".
Wie auch hier auf dem Board schon oft geschrieben wurde, hat auch sie mir gesagt, jeden Tag einzeln zu sehen und zu leben. Sich jeden morgen nur für den einen Tag vor zu nehmen das erste Glas stehen zu lassen.
Bei Bedarf kann ich mich jederzeit wieder bei ihr melde. Das werde ich auch tun, da es mit den Terminen bei meinem Therapeut immer so lange dauert.
Heute fühle ich mich körperlich fit. Ich merke das ich mit weniger Schlaf auskomme, wenn ich morgens ohne Kater aufstehe. Die Gedanken an den Alkohol sind fast verschwunden und wenn sie sich einschleichen, rufe ich mir immer wieder das Gefühl ins Gedächtnis, wie es war wenn ich getrunken habe. Das sofort nach dem ersten Schluck, dieses Unwohlsein, sich selbst nicht leiden können und vor allen Dingen immer diesen Streit zu provozieren zwischen meinem Freund und mir, präsent waren. Das hilft mir dann ungemein. Ich genieße es sehr abends so friedlich zu sein und sich nüchtern zu unterhalen ohne Angst es am nächsten morgen nicht mehr zu wissen. Gerade gestern abend haben wir uns noch sehr lange unterhalten. Einfach über Gott und die Welt. Das sind solche Kleinigkeiten, die man vergessen hat zu genießen.
Mein Freund war von Dienstag auf Mittwoch bei einem Seminar. In der nassen Zeit gab es für mich keine schöneren abende um mich so richtig abzuschießen. Dieses mal habe ich gemerkt, das ich doch tatsächlich noch in der Lage bin mich mit mir selbst zu beschäftigen und etwas sinnvolles zu tun. Ich habe wieder angefangen zu malen und meine Tochter ist ganz hin und weg von dem Bild. Ich übrigens auch. Mit meiner Tochter habt ihr übrigens Recht gehabt (siehe Board: Kinder aus Alkoholikerfamilien, Thread "Ist sie zu klein um zu verstehen"). Sie spürt auch ohne irgendwelche Erklärungen, das mit mir eine Veränderung passiert. Alleine schon daran, das ich sie abends in Ruhe zu Bett bringe, ohne den Saufdruck dahinter. Für mich und für sie eine sehr positive Erfahrung.
Ich merke gerade wie gut es tut hier zu schreiben und die Kraft in mir das erste Glas stehen zu lassen.

VLG Tina die den 10 Tag auch trocken erlebt


Tina72 Offline



Beiträge: 533

21.09.2005 11:30
#24 RE: Es ist soweit antworten

Hallo,

ich habe meinen alten Thread hervor gekrammt um dort an zu schließen.
Ich hatte einen derben Rückfall und bin nun wieder bei Tag 6. Es war so schlimm das ich den ganzen Tag nur auf der Couch lag und in Selbstmitleid zerflossen bin. Ich habe fast nur geheult. Dabei war ich beim ersten mal so sicher und euphorisch das ich es schaffe. Die Euphorie war wohl zu groß. Es ging mir zu gut und ich war so überschwenglich das ich dachte das schaffst du auch alleine. Die Realität hat mich eingeholt.
Am Montag war ich das erste mal in einer SHG und es ging mir danach besser obwohl ich nichts gesagt habe. Ich hatte die ganze Zeit einen Kloß im Hals. Ein Mitglied hat mir dann am Ende seine Karte gegeben und mir angeboten, das wir uns auch erstmal alleine unterhalten können, was ich auch am Wochenende tun werde.
Mein Therapeut meinte das ich diesen Rückfall wohl gebraucht habe um nun die Sache langsamer und ruhiger anzugehen. Ich denke er hat Recht damit. Dieses überschwengliche Gefühl und das übertriebene Suchen nach Veränderung ist dieses mal nicht da. Ich denke es liegt daran, das ich spüren konnte wie nah ich dem ersten Schluck noch sein kann. Ich bin viel nachdenklicher geworden. Es ist momentan ein Gefühl als könnte ich mir selbst nicht mehr trauen. Deshalb tue ich einiges für mich und meinen Körper wie z.B. Solarium, Nordic Walking oder einfach mit meiner Tochter albern sein.

Ich habe beschlossen mir diese eine Chance noch zu geben. Ansonsten gehe ich in LZT.

VLG Tina


Seelchen ( gelöscht )
Beiträge:

21.09.2005 11:44
#25 RE: Es ist soweit antworten


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