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Saufnix
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Dieses Thema hat 22 Antworten
und wurde 1.498 mal aufgerufen
 Ganz, ganz viele Fragen
Seiten 1 | 2
zonk Offline



Beiträge: 5

05.05.2005 10:27
RE: AA antworten

guten morgen.....

kurz zu mir: ich besuche dieses forum bereits seit langer zeit. es hilft mir, meine säuferzeit nicht vergessen zu machen und vorallem nicht wieder vor mir selber zu verharmlosen...
meine "schwarze" zeit mit vielen aufs und abs verlief ca. zwischen meinem 24. und 28. lebensjahr (3x eine phase mit antabus etc..., eskapaden mit 1.5 flaschen vodka pro tag, filmrisse etc..). nun habe ich seit fast 2 jahren keinen schluck mehr getrunken und es geht mir diesbezüglich gut.....

vor 2 monaten habe ich mich entschlossen, ein problem, das mich quält, mit einem psychologen zu besprechen und mir so unterstützung zu holen. es geht bei diesem problem nicht ums trinken, sondern um eine zwischenmenschliche geschichte, um eifersucht etc..
natürlich sind wir dann auch auf den alkohol zu sprechen gekommen. ich habe auch in der phase, in der ich antabus genommen habe, keine therapie gemacht, keine shg etc.... ich habe einfach, manchmal täglich, in diesem forum gelesen und mich so immer wider mit dem thema beschäftigt und mir so vor augen geführt, was alles passieren kann etc..

nun zu meiner frage:
mein psychologe findet es eine "katastrophe", was die "idee" der AA ist. d.h. er findes es äusserst abwegig, sich einzureden man sei das leben lang krank und sich in diesem sinne ein leben lang einzuengen und krank zu reden.....

seid ihr solchen theorien auch schon mal begegnet? ist die AA-sache nicht der weisheit letzter schluss...?
ich muss dazu sagen, dass ich die ganze shg sache und so immer schon eher skeptisch betrachtet habe, klar kann es helfen, trotzdem finde ich, dass man diese "hilfe" auch in seinem persönlichen sozialen umfeld finden kann..? (wenn man noch eins hat, war bei mir fast schon "weg...)

hmm, ich weiss nicht so recht, ob klar ist was ich eigentlich siskutieren möche...
ich schick den text halt einfach mal ab und schaue.....


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

05.05.2005 10:53
#2 RE: AA antworten

Hallo Zonk,


Zitat:
nun zu meiner frage:
mein psychologe findet es eine "katastrophe", was die "idee" der AA ist. d.h. er findes es äusserst abwegig, sich einzureden man sei das leben lang krank und sich in diesem sinne ein leben lang einzuengen und krank zu reden.....

Eines ist vollkommen klar und erwiesen und viele Süchtige haben es auch schon ausprobiert. Alkoholismus ist nicht heilbar, sondern nur durch Abstinenz zu stoppen.

Recht gebe ich Deinem Psychologen in der Aussage sich einzuengen und krank zu reden. Ich persönlich enge mich überhaupt nicht ein und fühle mich auch nicht krank. Das einzige was ich dazu tue, ist keinen Alkohol zu mir zu nehmen.

Wenn Dein Psychologe es in diesem Sinne meinte, ist es ok. Andernfalls finde ich es unverantwortlich, einem Alkoholiker zu suggerieren, er könnte ja wieder mal.

LG
Adobe


Ingmarie Offline




Beiträge: 3.829

05.05.2005 11:07
#3 RE: AA antworten

Meine Sichtweise ist, den Krankheitsbegriff zu relativieren auf "latent gefährdet, die Krankheit wieder akut zum Ausbruch zu bringen".

Und das bedeutet, dass ich in meiner Achtsamkeit und Aufmerksamtkeit der Krankheit gegenüber nicht nachlässig werden darf.

Wenn ich allergisch gegen etwas bin, dann bin ich das ja auch mein Leben lang. Und dann bin ich auch nur so lang nicht akut krank wie ich es einfach meide, das Allergen zu mir zu nehmen. Ich selbst bin z.b schwer allergisch gegen Penicillin und Bienengift - und auch wenn ich seit über zwanzig Jahren keins mehr genommen hab, wäre es absolut lebensgefährlich, das zu vergesen und zu denken, jetzt könnts mir nix mehr anhaben. Auch wenn seit der letzten angreifenden Biene mittlerweile über 15 Jahre vergangen sind - die nächste bringt mich genauso zuverlässig ins Krankenhaus wie die erste.

Genauso gehe ich einfach damit um, das notwendige Meiden von Alkohol für mich zu sehen.


tommie Offline




Beiträge: 10.571

05.05.2005 11:16
#4 RE: AA antworten

Zitat
Gepostet von zonk
nun zu meiner frage:
mein psychologe findet es eine "katastrophe", was die "idee" der AA ist. d.h. er findes es äusserst abwegig, sich einzureden man sei das leben lang krank und sich in diesem sinne ein leben lang einzuengen und krank zu reden.....


Moin moin zonk,

kein Wunder dass dein Psychologe es eine Katastrophe findet. Er selbst scheint mir nämlich katastrophal schlecht informiert zu sein.
Es ist keine "Idee" der AA dass Alkoholismus eine Krankheit ist. Das Bundessozialgericht hat Alkoholismus in Deutschland als Krankheit anerkannt, in Österreich war es der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, auch in der Schweiz ist Alkoholismus gesetzlich als Krankheit anerkannt.

Persönlich fühle ich mich als trockener Alkoholiker weder eingeengt noch rede ich mich krank.

Das, was mich eingeengt hatte, den Alkohol, brauche ich nicht mehr.
So einfach kann das sein.


Falls ich dich missverstanden haben sollte wäre das kein grosses Wunder...bei den AA war ich noch nie. Meine SHG ist innerbetrieblich.



tommie


zonk Offline



Beiträge: 5

05.05.2005 11:20
#5 RE: AA antworten

hallo adobe.....

ich glaube nicht, dass mir mein psychologe sagen wollte, trink nur mal wieder, du hast dir den "alkoholiker" nur eingeredet....

ich glaube es geht um ein anderes thema:
in unserer gesellschaft werden doch oft "randgruppen(scheisswort)" irgendwie zusammengefasst...: alte leute ins altershein, behinderte leute ins behindertenheim, schlechte schüler in sonderklassen, schwule treffen sich in schwulenklubs und alkoholiker treffen sich bei den AA's.

ist das der weg?

ich habe auch einige beiträge gelesen betreffend den shg, AA's etc...
klar, einige wirds über wasser halten können, sich wöchentlich zu treffen und einander leid zu klagen. doch ich glaube dass für viele der besuch solcher shg dazu dient, sich lediglich des schlechten gewissens zu entledigen. z.b alle 2, 3 monate vom rückfall erzählen.. und alle begreifen das, können mitfühlen, sind ja alle im gleichen boot... andere haben ja auch rückfälle, manche stehen ja nicht mal dazu, aber man riechts ja...
man unternimmt ja schliesslicht etwas zum weg zur abstinenz, man geht ja in die shg.... ist jja schon viiiel engergie, die aufgewendet wird einmal die woche.

vielleicht habe ich meine meinung von shg wenig überzeichnet... möchte nicht, dass das missverstanden wird, ich habe mich vor einiger zeit lang schon fast dazu entschlossen, auch mal zu gehen..


sollte es nicht der weg sein, sich den "gesunden" menschen zu widmen? sich beispiele zu suchen von lebensstrukturen die funktionieren? beziehungen aufbauen die halt bieten und unterstützen...? die eigene engergie eher dort einzusetzen..?


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

05.05.2005 11:32
#6 RE: AA antworten

Hallo Zonk,

ich finde nicht, daß man zu einer Randgruppe gehört, weil man eine SHG besucht. Aber es bleibt jedem selbst überlassen, ob er es tut oder alleine oder mit Hilfe dieses Forums trocken zu bleiben.

Ich persönlich bin in der Anfangszeit häufig in eine SHG gegangen. Heute gehe ich nur noch sporadisch.

Es gibt einige, die brauchen die SHG und widerum welche, die brauchen sie nicht. Das muß jeder für sich selber entscheiden.

Für mich ist jeder Weg richtig, der einem hilft, trocken zu werden und zu bleiben. Und jeder sollte soviel Hilfe wie nötig annehmen.

LG
Adobe


zonk Offline



Beiträge: 5

05.05.2005 11:36
#7 RE: AA antworten

Es ist keine "Idee" der AA dass Alkoholismus eine Krankheit ist. Das Bundessozialgericht hat Alkoholismus in Deutschland als Krankheit anerkannt, in Österreich war es der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, auch in der Schweiz ist Alkoholismus gesetzlich als Krankheit anerkannt.



genau solche "fakten" stelle ich eben gerade in frage...:

zwei beispiele:

vor ein paar jahren war in der ernährungswissenschaft noch etwas gaaanz anderes das "non-plus-ultra", was eine gesunde ernährung anbelangt als es dies heute ist. die wissenschaftlichen erkenntnisse ändern sich.

als ich zur welt kam, trugen bei der geburt sämtliche leute die im raum anwesend waren (inkl. meiner mutter) mundschutz und grüne schürzen und grüne hauben auf dem kopf. wissenschaftliche erkenntnisse haben ergeben, dass all diese massnahmen absolut zwingend und richtig sind.
5 jahre späer kam mein bruder zur welt, da war der mundschutz weg.. letzes jahr kam die tochter meiner schwester zur welt: alles noch einmal anders.. die wissenschaft hat fortschritte gemacht, und jedesmal sind die aktuellen erkenntnisse absolut richtig und alles andere falsch und gefährlich....

also wenn die wissenschaft heute das und das erklärt, ist es (ziemlich sicher) morgen schon wieder anders....

deshalb versuche ich herauszufinden, was mein problem FüR MICH bedeutet und bin vorsichtig was dazu AA's, Wissenschaft und Gesetze etc. meinen..


malo Offline




Beiträge: 1.725

05.05.2005 11:46
#8 RE: AA antworten

hallo zonk,

Zitat
klar, einige wirds über wasser halten können, sich wöchentlich zu treffen und einander leid zu klagen.



einige in meiner gruppe(freundeskreis fl-west)halten sich
ganz bestimmt erstmal damit über wasser ihren seelischen
ballast/druck mit reden los zu werden.wenn dabei noch
erfahrungen von anderen mit dem gleichen problem weiter
helfen ist das auch der sinn der schon in dem begriff
SELBSThilfegruppe enhalten ist.

seit über zwei jahren gehe ich nun in die gruppe,und das
ganz bestimmt nicht nur wenn es mir schlecht geht.meistens
geht's mir sogar ausgesprochen gut,gerade weil ich weis,
dass ich am gruppenabend sehr liebe einfühlsame menschen
treffe die oberflächliches gerede genau wie ich nicht mehr
wollen.

zu deinem psychologen fällt mir auch noch jede menge ein,
aber dazu schreibe ich lieber nichts weil ich ja ein
höflicher alkoholiker bin der sich seine krankheit gerade
heute morgen wieder eingeredet hat....

ach ja,sich fast zu etwas entscheiden wird in meiner shg
als rumeiern bezeichnet.nur mal so als denkanstoss.

lg malo


tommie Offline




Beiträge: 10.571

05.05.2005 11:49
#9 RE: AA antworten

Zitat
Gepostet von zonk
genau solche "fakten" stelle ich eben gerade in frage...:


zonk ,

darf ich fragen wieso du das in Frage stellst?
Welche Krankheiten sollten noch überdacht werden? Heuschnupfen, Grippe, Aids? Alle "selber schuld"?

Die Alkoholproblematik als Erscheinung einer Randgruppe hinzustellen ist allerdings definitiv falsch. 9,3 Millionen Deutsche, eine Randgruppe? Wohl kaum.
In der Schweiz haben 2001 insgesamt über 300 000 Menschen einen klinischen Entzug oder eine Therapie gemacht. Eine Randgruppe?

tommie

[ Editiert von Administrator tommie am 05.05.05 11:53 ]


zonk Offline



Beiträge: 5

05.05.2005 11:57
#10 RE: AA antworten

hallo malo...

ach ja,sich fast zu etwas entscheiden wird in meiner shg
als rumeiern bezeichnet.nur mal so als denkanstoss.



tja, nun kommen wir vielleicht wirklich schon auf den punkt... was ist genau meine frage/ mein problem....?

bin ich am "rumeiern" weil ich mich nicht entscheiden kann in der frage...:

soll ich nun alle die "wissenschaftlich belegten" erkenntnisse anerkennen und mich "im moment trockener alkohoiliker" nennen und mich als mensch mit einer vom gesetzt anerkannten krankheit sehen...?

oder spiel das eigentlich überhaupt eine rolle?
sorry, vielleichz denken einige, was hat den der für ein problem......?

aber

aber mir geht es manchmal so, dass ich erst mal frisch von der leber weg diskutieren muss um herauszufinden, was mich gerade bedrückt....


miezegelb Offline




Beiträge: 2.677

05.05.2005 12:00
#11 RE: AA antworten

Zitat
oder spiel das eigentlich überhaupt eine rolle?





Hallo Zonk,

wenn du nicht Alkoholkrank bist, dann biste doch gesund.
und ein Gesunder kann trinken.

liebe Grüße
Ramona


tommie Offline




Beiträge: 10.571

05.05.2005 12:03
#12 RE: AA antworten

Zitat
Gepostet von zonk
oder spiel das eigentlich überhaupt eine rolle?


zonk,

mir persönlich wäre das egal, ist das egal. Darum geht's aber wohl nicht. Denn dir scheint es nicht egal zu sein ...



tommie


malo Offline




Beiträge: 1.725

05.05.2005 12:32
#13 RE: AA antworten

hallo zonk,

gegen diskussionen hab ich noch nie etwas gehabt,und gerade
hier im forum findest du so viele frische lebern auf'n
haufen,wie sonst selten im leben.....

aber mal im ernst.du bist jetzt schon 2jahre nicht mehr am
saufen wie du schreibst.ohne fremde hilfe und nur durch ab
und zu hier lesen bist du so lange alkoholfrei geblieben.

aber irgendwie werd ich das gefühl nicht los,dass diese dis-
kussion dir dazu dienen soll einen freibrief zu bekommen
um es doch einmal zu probieren mit dem konntrollierten
trinken.anders kann ich deine zweifel an der tatsache,dass
alkoholismus eine durch fachleute anerkannte abhängigkeits-
erkrankung ist nicht verstehen.

verstehe mich da bitte nicht falsch,denn wie gesagt,ist nur
mein gefühl...

nach so langer zeit ohne alkohol sollte sich meiner meinung
nach schon ein wenig gelassenheit eingestellt haben.

oder bist du immer noch am kämpfen mit dirwenn ja,
würde der besuch einer shg bestimmt sehr gut tun...

müssen ja nicht unbedingt die aa's sein.es gibt noch jede
menge andere,aber alle haben sich die gleiche aufgabe
gegeben....

"nie wieder alkohol"

und sie wissen auch warum....

lg malo


Ralfi Offline



Beiträge: 3.528

05.05.2005 13:07
#14 RE: AA antworten

Hi Zonk,

Zitat
sollte es nicht der weg sein, sich den "gesunden" menschen zu widmen? sich beispiele zu suchen von lebensstrukturen die funktionieren? beziehungen aufbauen die halt bieten und unterstützen...?



Warum sollte das eine das ander ausschließen?

Zitat
die eigene engergie eher dort einzusetzen..?



Also mir gibt die SHG neue Energie.

Gruß Ralf


Merryl Offline




Beiträge: 822

05.05.2005 13:40
#15 RE: AA antworten

Hallo Zonk,

nein, das was man in einer SHG findet, gibt es nicht im ganz normalen Umfeld, weil das Umfeld in der Regel keine Ahnung von Sucht hat. Der Austausch mit Menschen mit eigener Suchterfahrung über alltägliche Dinge, auch über Probleme, sehr viel weniger über Rückfälle ist für mich persönlich durch nichts zu ersetzen. Nur hier kann ich meine gedanken überprüfen, hier bekomme ich ab und an ein "Vorsicht, pass auf Dich auf" gesagt, dass ich in bezug auf Sucht ernstnehmen kann.

Alkoholismus ist die einzige unheilbare Krankheit, die zum Stillstand gebracht werden kann. Ein trockener Alkoholiker ist nicht krank, im Gegenteil. Ich persönlich kenne keinen trockenen, der sich als krank empfindet.

Frag Deinen "Psychologen" mal, ob er gerne einen hebt. Es ist schon ziemlicher Unsinn, den er von sich gelassen hat.

Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass es zwei typische Fragen gibt, von Leuten, die sich an ihre Trockenheit erst gewöhnen. Die erste ist: "warum gerade ich?". Da kann man glaube ich nur antworten "Pech gehabt, Leben geht weiter". Die zweite ist: "all das, was da erzählt wird, schön und gut, aber gilt das denn auch für mich? Was, wenn es nur ein Irrtum ist?" Und da kann ich nur antworten: ja es gilt auch für Dich. Wenn Du es nicht glaubst, probier es aus. Du wirst überrascht sein, wie schnell es geht, wie logisch das saufen wieder ist. Schluaer finde ich es aber, die "heiße Herdplatte" nicht anzufassen und den Leuten zu glauben, die Dir sagen, dass sie heiß ist.

Mich interessiert sehr, was schreckt Dich daran, Alkoholiker zu sein, trockener Alkoholiker. Du bist es doch schon lange. hast Du keine guten erfahrungen gemacht? Hast Du Angst davor, etwas anders als die anderen zu sein?


Merryl

[ Editiert von Merryl am 05.05.05 13:41 ]


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