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Saufnix
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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 876 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Sensibelchen ( gelöscht )
Beiträge:

21.12.2004 18:00
RE: Karriere? antworten

Sorry, daß ich in dieses Board poste, denn wirklich dringende Hilfe brauche ich nicht, aber ich habe kein Passenderes gefunden.

Meine Säufer-"Karriere" möchte ich hier (heute) nicht publizieren.

Ich beschäftige mich mit dem Thema seit etwa 13 Jahren und bin zu dem Schluß gekommen, daß ich ein "Quartalssäufer" bin, also nicht jeden Tag trinken muß. Mir reicht es, wenn ich jeden zweiten Tag "dicht" bin.

Nach dem nun nach meiner beruflichen Existenz auch meine Ehe "den Bach runtergeht", muss (möchte, will?) ich wieder aktiv werden.

Ich habe vor sieben Jahren schon einmal einen Anlauf genommen und war zu zwei Treffen der Anonymen Alkoholiker in Berlin-Mitte gegangen.
Das war nicht wirklich schön.
Gleich am ersten Abend hörte ich von verschiedenen Teilnehmern, daß sie es "merkwürdig" fänden, daß jemand "neu" dorthin kommt und so schnell in der Gemeinschaft offen über sein Problem spricht und ich erfuhr auch eine erhebliche nonverbale Ablehnung.
Hallo!!! Bin ich im falschen Film?
Muss man als Säufer erst eine Eignungsprüfung ablegen, um von DENEN anerkannt zu werden???
Beim zweiten mal habe ich mir "Mut angetrunken", um den Weg überhaupt zu schaffen.
Ich habe dort noch ein Buch über Alkoholismus gekauft und es in meinem Suff liegen gelassen.
Naja, haben die Leutchen wenigstens was verdient...

Ich bin dann nie wieder dort hin gegangen.

Mein Grundproblem ist - wie ich es da mal wieder gesehen habe - die Angst vor Ablehnung.
Davor schütze ich mich in meinem "normalen" Leben durch ein extrem dominantes Auftreten und fliehe ansonsten in meine verteufelte Liebe Alkohol.
In den Armen meiner "Liebsten" ist mir alles egal und keiner kann mich verletzen.

LG


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

21.12.2004 18:48
#2 RE: Karriere? antworten

Hi sensibelchen

Was soll man dazu jetzt sagen? Ich mein, ich bin auch nicht besonders schüchtern und bin in meiner Selbsthilfegruppe angeeckt. Aber so lang ich das Gefühl hatte, dass ich dort was haben will, bin ich doch immerhin hingegangen.

Schliesslich ist es dort um mich gegangen und darum, dass ich trocken bleibe, und nicht darum, ob mich die anderen nun anerkennen. Ich mein, mich hat es auch gestört, das mich manche nicht verstehen wollten, aber genau damit musste ich vielleicht klarkommen?

Wie überall im Leben gibt es halt auch in einer Selbsthilfegruppe Leute, mit denen kannst Du, und andere mit denen kannst Du nicht. Und das kann natürlich auch mal wechseln.
Da hast Du Angst vor Ablehnung, aber letztlich haben Dich die anderen damals doch genau so genommen, wie Du halt warst - Du bist dominant aufgetreten, und die anderen wollten sich nicht dominieren lassen. Würdest Du vielleicht auch nicht wollen, dass Dich jemand dominiert...
Kann ja keiner in Dich reingucken, welche Ängste Dich dabei treiben.

Letztlich hast Du Dich ins eigene Fleisch geschnitten. Hast Dich vor dem Konflikt zurückgezogen und lieber weitergetrunken. Wärst Du länger hingegangen, dann hätten sie dich vielleicht anerkannt, wer weiss?

der minitiger


miezegelb Offline




Beiträge: 2.677

21.12.2004 18:50
#3 RE: Karriere? antworten

Zitat
Meine Säufer-"Karriere" möchte ich hier (heute) nicht publizieren.

Ich beschäftige mich mit dem Thema seit etwa 13 Jahren und bin zu dem Schluß gekommen, daß ich ein "Quartalssäufer" bin, also nicht jeden Tag trinken muß. Mir reicht es, wenn ich jeden zweiten Tag "dicht" bin.




Hallo sensibelchen,

erstmal herzlich willkommen an Board.
um näher auf dein Problem einzugehen müsstest du vieleicht doch etwas mehr auf deine Trinkgewohnheiten schreiben.
So wie du es hier darlegst, das du "nur" jeden 2 Tag dicht bist hat bei mir nichts mit Quartalssäufer zu tun, das ist lediglich ein Tag Pause, weil du wirklich nicht mehr kannst.
was die Selbsthilfegruppen an geht, so kann man da sicherlich auch negative Erfahrungen machen, nicht überall fühlt man sich auf anhib angenommen. Das sollte dich aber nicht davon abhalten weiter zu suchen und das geeignete für dich zu finden.
vieleicht kannst du dich dazu hinreissenh lassen auf das eine oder andere doch näher einzugehen.

liebe Grüße Ramona


Pauline Offline




Beiträge: 580

21.12.2004 19:50
#4 RE: Karriere? antworten

Hallo Sensibelchen,

wenn Du hier überhaupt noch liest, naja, wer weiß........
Also ich war auch schon bei den AA`s, die waren echt Sch..., weiß auch nicht warum.Aber zum Glück gibt es ja noch genug andere SHG.

Apropo: Quartalssäufer saufen nur einmal im Quartal und nicht jeden zweiten Tag, hihi, oder wie ist das? Ich würde sagen, Du bist ein Jeden-Zweiten-Tag-Säufer- oder was?


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

21.12.2004 19:59
#5 RE: Karriere? antworten

Hallo sensibelchen,
würde mich mal gerne mit dir im chat treffen. Bin jetzt dort.Dann können wir ja mal über alles reden.
Liebe Grüße Estrea


nacubenda Offline




Beiträge: 77

22.12.2004 06:03
#6 RE: Karriere? antworten

Hallo Pauline

Ich habe so gelacht über deine Aussage
" jeden zweiten Tag Säufer"

Finde ich echt gut geschrieben hihihih


Sensibelchen Offline



Beiträge: 2

22.12.2004 07:46
#7 RE: Karriere? antworten

Zitat
Gepostet von miezegelb

So wie du es hier darlegst, das du "nur" jeden 2 Tag dicht bist hat bei mir nichts mit Quartalssäufer zu tun, das ist lediglich ein Tag Pause, weil du wirklich nicht mehr kannst.
was die Selbsthilfegruppen an geht, so kann man da sicherlich auch negative Erfahrungen machen, nicht überall fühlt man sich auf anhib angenommen. Das sollte dich aber nicht davon abhalten weiter zu suchen und das geeignete für dich zu finden.



Moin.
Ich konnte gestern nicht mehr antworten, weil ich Schwierigkeiten hatte, die richtigen Tasten zu finden... :-(

Ist schon klar, daß man nicht überall mit offenen Armen empfangen wird, aber da war echte Ablehnung - warum ist mir bis heute nicht klar.

Interessant finde ich die Alternative, einen medikamentös gestützten Entzug in einer Klinik zu machen. Ohne Selbsthilfegruppe.


Sensibelchen Offline



Beiträge: 2

22.12.2004 07:55
#8 RE: Karriere? antworten

Zitat
Gepostet von minitiger2
Letztlich hast Du Dich ins eigene Fleisch geschnitten. Hast Dich vor dem Konflikt zurückgezogen und lieber weitergetrunken. Wärst Du länger hingegangen, dann hätten sie dich vielleicht anerkannt, wer weiss?



Hallo Minitiger2
Das ist eines der Grundprobleme in meinem Leben (und nicht nur in meinem, wie ich immer wieder sehe).

Aber gebracht hat mir der kurze "Gastauftritt" bei den AA doch etwas: Mit der Philosophie, daß man sich nicht sagen soll, daß man nie wieder trinkt, sondern nur heute, diesen einen Tag, trocken bleiben will, habe ich mich schon mal drei Wochen lang von Tag zu Tag gehangelt.
Das war dann auch der längste Zeitraum, den ich in den letzten sieben Jahren trocken war.


Absti ( gelöscht )
Beiträge:

22.12.2004 08:05
#9 RE: Karriere? antworten

Hallo Sensibelchen,

jetzt bringst du etwas durcheinander. Die Entgiftung in einer Klinik bringt dich dahin, dass du den Alkohol körperlich nicht mehr benötigst. Du stehst unter medizinischer Beobachtung und erhälst Medikamente, die den körperlichen Entzug erträglich werden lassen.

Gruppe, Therapeut, Langzeittherapie können dir eine Hilfe sein um danach dauerhaft abstinent zu leben. Die seelische Abhängigkeit ist wesentlich hartnäckiger.

Stell dir das mal so vor: Du erbst ein Grundstück (= stationäre Entgiftung).
Das Haus darauf musst du dann aber schon selbst bauen. Dazu kannst du dir aber Hilfe holen. Trocken reden kann dich niemand.

Gruß, - Marianne -


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

22.12.2004 08:42
#10 RE: Karriere? antworten

Morgen Sensibelchen,

Du schreibst:

Zitat
Gepostet von Sensibelchen
Das ist eines der Grundprobleme in meinem Leben (und nicht nur in meinem, wie ich immer wieder sehe)..



klaro. Wenn ich das Problem nicht selbst schon gehabt hätte, hätte ich es vermutlich bei Dir nicht erkannt
Heut bin ich allerdings der Meinung, man muss zwar nicht immer mit Scheuklappen auf Durchmarsch schalten, aber einfach wegbeissen lassen ist auch nicht das richtige. Mit manchen Leuten kann und muss man sich zusammenraufen.

Zitat
Gepostet von Sensibelchen
Aber gebracht hat mir der kurze "Gastauftritt" bei den AA doch etwas: Mit der Philosophie, daß man sich nicht sagen soll, daß man nie wieder trinkt, sondern nur heute, diesen einen Tag, trocken bleiben will, habe ich mich schon mal drei Wochen lang von Tag zu Tag gehangelt.
Das war dann auch der längste Zeitraum, den ich in den letzten sieben Jahren trocken war.




Dr Weg ist das Ziel, und Schritt für Schritt gehts am besten. Wenn ich ne Bergtour mache, hab ich auch nix davon, wenn ich den halben Tag lang nur dran denke, wann ich wohl endlich oben bin.

Nur das Ziel, das muss ich mir natürlich schon vorher überlegen...muss also die Frage irgendwann beantworten, ob ich denn ein nüchternes Leben will. Und auch da muss ich vielleicht mal Widerstände überwinden, meinem inneren Schweinehund standhalten, sonst fang ich ja permanent von vorne an.

Wünsch dir was

der minitiger


alberd ( gelöscht )
Beiträge:

23.12.2004 22:57
#11 RE: Karriere? antworten

Hallo Sensibelchen

also wenn ich mir Deinen Beitrag so durchlese, dann muß ich mich schon fragen, liegt es nur an den AA's oder nicht doch auch an Dir selbst, wenn die Leute anders reagieren als Du gerne möchtest oder erwartest.

Meine Erfahrung ist, wenn ich trinken will gibt es überall Gründe um nicht hinzugehen. Wenn ich nichts trinken will gibt es Gründe um hinzugehen. Die Frage ist was Du willst.

Gruß alberd


amapola4y Offline




Beiträge: 99

24.12.2004 14:24
#12 RE: Karriere? antworten

hallo Sensibelchen,

ich will dir mal ne kleine geschichte erzählen

Ich war mit meinem damaligen Freund ( Alkoholiker ich CO)
im Urlaub es war auch alles sehr toll bis er an einem Tag ziemlichen Saufdruck bekam.
Was war nun zutun ich dachte na toll nun fängt er im Urlaub an zu trinken und das war es.
Er hat im Hotel ( wir waren in Spanien) rotzfrech nach einer SHG gefragt. Der Portier hat erst erstaunt geschaut aber dann ins Telefonbuch geschaut. Es gab da mehere Gruppen unter anderen auch eine deutschsprachige und mein Freund ist da einfach hingefahren.
Das war irgendwie ne spanische Gruppe (weiss nicht mehr wie die hiessen) und keine AA's zu denen er in Deutschland immer ging.
Sein Argument war: Wenn ich irgendwo auf der Welt Saufdruck kriege ist mir das egal ob da AA,Guttempler oder sonstwas an der Tür steht ! Wichtig ist das alle das gleiche Problem haben, ich reden kann, und ich nicht anfange zu trinken
Was ich damit sagen will ist wenn man wirklich aufhören will nimmt man sich auch die Zeit sich eine Gruppe zu suchen und schmeisst nicht nach dem ersten Versuch das Handtuch.

Es war übrigens noch ein toller trockener Urlaub

Frohe Weihnachten
Monica


felidaela Offline




Beiträge: 796

24.12.2004 17:49
#13 RE: Karriere? antworten

Ich weiß nicht, habe das Gefühl, dass das mit den Gruppen überbewertet wird. Mir wurde damals auch immer gesagt, dass ich eine bräuchte und habe es versucht. Dreimal.... viermal? Keine Ahnung. Es klappte nicht. Sicherlich lag das nicht nur an den Gruppen, hatte mir aber mehr erwartet. Leider waren aber gerade Gruppen als solche für mich ein großes Problem. Ich wollte den Teufel mit dem Belzebub austreiben. Das konnte nicht gehen.

Und es gab eine Umkehrung: Immer wenn ich da nicht mehr hin wollte, fing ich an zu trinken und sagte mir, dass ich vom Alk nicht loskomme, weil ich es mit den Gruppen nicht schaffe, wie dann also ohne?

Ich war auch mal zur Suchtberatung. Da sagte man mir, dass ich in Ruhe meine Probleme angehen solle und dann bestimmt besser klar käme, auch mit dem Alk. Das war vor gut 10 Jahren.

Morgen bin ich 11 Monate trocken – ohne Gruppe. Okay, ich habe eine, aber keine Alk-, keine Suchtgruppe, sondern eine, die mich lehrt, in Gruppen überhaupt und mit dem Leben als solchem klar zu kommen. Es ist Therapie.

Ich hatte nie Suchtdruck, keinen Gedanken daran, dass ich doch jetzt gern wollte.... eben weil ich grundsätzlich nicht mehr will.

Es muss jeder SEINEN Weg finden.

Euch allen schöne Weihnachten.


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