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Saufnix
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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 1.599 mal aufgerufen
 Ganz, ganz viele Fragen
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ben bremser Offline



Beiträge: 955

10.11.2004 15:40
#16 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

hallo ralph,
nach lektüre dieser glasigen betrachtungen, erscheint mir deine signatur plötzlich unter ganz neuen glanz.
danke für deine dosen-doku, danke deshalb, da sich der saufdruck ,trotz detaillierter beschreibung , bei mir einfach nicht einstellen wollte.(obwohl lecker genug war dein bemühen ja schon )
da wasser, apfelschorle ,tee und buttermilch die einzigen flüssigkeiten sind, die ich zu mir nehme, wird mir das zweifelhafte vergnügen einer dose wohl ,hoffentlich, auf ewig verwehrt sein...

was mir in zusammenhang mit saufdruck und ritualen aber noch auf den nägeln brennt, dass sind die eingefahrenen situationen. so scheiterte bei mir bis jetzt jeder versuch mit dem rauchen aufzuhören, an der segensreichen erfindung des telefons.
beim trinken ist es nicht das telefonieren, sondern die gesellschaftlich genehmigten anlässe zum kontrollierten betrinken, als da an erster stelle wäre : "essen gehen"
plötzlich will die heiß geliebte pasta nicht mehr der ultimative, kulinarische kick sein, sondern nur noch ein nudelgericht, eingenommen in lautstarken ambiente, wo die rechte entspannung sich nicht einstellen will.
oder da der schnee wohl gerade über einige landstriche einfällt, gedenke ich schon mal der weihnachtsmärkte.
diese waren überhaupt und sowieso nur mit glühwein zu ertragen, was bei der qualität des weins schon einiges besagen will.
kurz, der saufdruck scheint einen verbündeten in der geselligkeit zu haben.(zu der , aus aktuellen anlaß auch der liebeskummer gezählt werden darf.)
ich versuche mich schon einmal darauf einzustellen,auf das, was da am jahresende auf mich zukommen mag, und bin für jede anregung dankbar.
ben


Depri Offline



Beiträge: 1.848

10.11.2004 19:14
#17 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Ich habe gestern alle meine Weingläser und Sektgläser, die ich noch im Schrank hatte, einfach weggeworfen. Schwubs und ab damit in den Mülleimer. Ich brauche sie nicht mehr und mein Besuch auch nicht, weil es hier keinen Alkohol mehr gibt. Für andere Getränke, Wasser, Saft ect. habe ich Wassergläser. Auch da gibt es wunderschöne Gläser zu kaufen. Als ich in der Kur war, gab es Mineralwasser dort grundsätzlich in Weingläsern, es hat mich sehr irritiert und fast einen Rückfall verursacht.


Winkelbube ( gelöscht )
Beiträge:

10.11.2004 22:55
#18 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Grüsst Euch,

@Ben, jo, das mit der Pasta und den Weihnachtsmärkten kenne ich. Plötzlich ist dem Ambiente der (Alk)Schleier entrissen.
Da ist bei mir auch so manches Restaurant unter den Tisch gefallen.
Mit Jahresende meinst Du sicher "Prost Neujahr". Da hatte ich auch anfangs ein Problem. Kann man denn mit Mineral auf das Neue Jahr anstossen?
Klar kann man, das bringt mindestens genauso viel Glück. Allerdings verblasste so manche Fete, nun fete ich zuhause, allein mit meiner Frau und wir reflektieren über das Alte Jahr und haken es ab.

@Depri, kann ich gut nachvollziehen mit diesem "fast" und deshalb ja auch mein Post. Ich finde es prima, dass mein Beitrag auslöste, Deine alten Alk-Gläser zu entsorgen. Manchmal sind es nämlich diese scheinbar banalen Dinge, in denen aber immer noch der Teufel Alkohol wohnt.

Ich grüsse Euch beide herzlich,
Ralph.


barbaraa Offline




Beiträge: 538

11.11.2004 08:30
#19 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

hi ben,

du schreibst mir aus der seele. das mit den lauten restaurants und dem weihnachtsmarkt. stimmt bei mir 100 pro. neulich in köln bei dem saufnixtreffen, war ich zum ersten mal seit jahren wieder in einer kneipe. der krach war für mich unerträglich. man musste schreien, den ganzen nachmittag und ich bekam kopfschmerzen. bestimmt rein psychosomatisch. als wir dann draussen am rhein sassen, auf den rheinterassen, waren die kopfschmerzen weg. da war ich ja auch in keiner "kneipe".
jetzt kaufe ich für has horrende geld, was man heutzutage beim essengehen ausgibt, ein gutes stück fleisch oder fisch und koche selber. aber für die geselligkeit ist das nicht gut. mein freundeskreis hat sich drastisch verringert. vielleicht entdecke ich ja eines tages die freude an einem guten essen mit einem edlen glas wasser wieder. man soll die hoffnung nie aufgeben.

in diesem sinne
schönen tag noch
barbaraa


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

11.11.2004 09:20
#20 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Hallo Ben,

mit den Restaurants hast Du schon recht. Also eine Pasta essen gehen tun wir schon lange nicht mehr. Die kann ich besser als die Italiener, die eh einem nur ein Fertiggericht servieren.

Wir gehen heute bedeutend weniger essen, dafür aber "exclusiver", auch wenn es etwas teurer ist. Und da macht es mir auch nichts aus, Wasser zu trinken.

Weihnachtsmarkt war für mich auch immer Glühwein. War schon seit Jahren auf keinem mehr. Man friert eh nur. Aufs Weinfest, das ist im August gehe ich aber nach wie vor einmal. Man trifft nette Leute und Wasser gibt es bei jedem Stand. Auch gibt es da immer leckeres Essen. Und auch die Musikdarbietungen sind nicht ohne.

Sich einfach in einer Kneipe mit jemandem treffen, macht mir auch keinen Spaß mehr. Bevorzuge heute eher Kaffees.

LG
Adobe


Lisl Offline




Beiträge: 1.980

11.11.2004 09:22
#21 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

barbaraa

dein Avatar mit mit der Kakerlake hatt mich nun zum lachen gebracht

Depri das mit den Gläsern habe ich auch so gemacht, jedoch meine Schwester hatt sie im Flohmarkt verkauft.
Deshalb kaufe ich mir jetzt neue schöne edel langstilige Gläser und die werden dementsprechen mit antialkoholischen Getränken eigeweiht

euch allen gute 24 Stunden


Bettina Offline



Beiträge: 277

25.11.2004 12:31
#22 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Hallo Winkelbube,

habe gerade Deinen Beitrag
" Gedanken über den Saufdruck " gelesen und habe so gelacht! ( ist nicht böse gemeint ):
Dieses " Gluckgluck " und " aaahhh "
und das Ausblasen der Luft durch die Nase, dass kommt mir sehr bekannt vor.
Ich trinke auch generell nur aus Flaschen oder Dosen,
dass geht ja auch schneller.
Allerdings mache ich das auch mit Wasser.
Jetzt verstehe ich das ich nur noch aus dem Glas trinken darf !

Danke für Deine guten Ratschläge

Es grüsst Dich Bettina


BellaT Offline




Beiträge: 96

26.11.2004 08:57
#23 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Hallo Bettina,

ja, genauso sehe ich es auch. Ich gehe auch so weit, daß ich mich bemühe, Situationen zu umgehen, die für mich persönlich mit dem Triken von Alkohol verbunden sind.

So habe ich dieses Jahr z.B. keine Kekse gebacken. Es war für mich früher das Schönste, wenn ich von einem langen Spaziergang mit den Hunden durchgefroren nach Hause kam, den Kamin anzumachen, selbstgebackene Kekse zu essen und dazu den einen oder anderen Glühwein zu trinken.

Es gibt zwar inzwischen leckere alkoholfreie Punschsorten und auch Weihnachtstee's, aber die würden bei mir bestimmt nur den Wunsch nach dem "echten" Glühwein wecken. Muß doch nicht sein...

Ralphs Beitrag hat mir den Anstoß gegeben, mich zu bemühen, solche Situationen zu erkennen und zu umgehen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist und der Saufdruck kommt.

Daher war dieser Beitrag besonders wertvoll für mich und eine echte Hilfe.

Vielleicht bin ich nächstes Jahr ja so stabil, daß ich die alkoholfreien Varianten wählen kann, aber dieses Jahr traue ich mir das einfach nicht zu. Muß ja auch nicht sein...

Liebe Grüße
BellaT


Bettina Offline



Beiträge: 277

26.11.2004 11:53
#24 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Hallo Bella T

Auch ich habe beim Plätzchen backen Glühwein getrunken,
habe dieses Jahr noch keine gebacken!
Ob ich es wohl besser lassen soll ????
Wiederum trinkt mein Mann weiter Alkohol,
allerdings nicht so viel wie ich es tat.
Auch wenn ich vom Laubfegen wieder in die Wohnung kam,
konnte ich es gar nicht mehr abwarten was zu trinken.
Im sommer bei der Gartenarbeit,habe ich auch mittags schon
getrunken,
und dann bis spät abends weiter bis ich manchmal nicht mehr wusste wie ich ins Bett kam
Eigentlich habe ich immer einen Grund gefunden was zu trinken
ob zur Belohnung ,wenn ich viel geschafft habe,
oder meine Trauer zu mildern oder mich ärgerte oder,oder oder....
Das schlimmste kommt noch: weihnachten !!!
In meiner Familie gehöhrt zum Fest auch immer einen guten Wein,einen Apperetif, ein Schnaps zur Verdauung.....
dazu.
Natürlich habe ich mich immer darum gekümmert ( weiss garnicht wie ich dass geschafft habe mit der Promille die ich in mir hatte ).
Ich kann Weihnachten ja auch nicht ausfallen lassen oder ?
Werde weiter versuchen stark zu bleiben,
obwohl es sehr schwer für mich wird.

Es grüsst dich von Herzen Bettina


beed Offline




Beiträge: 882

26.11.2004 12:16
#25 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Hallo Bettina,

wenn früher zu allen möglichen Gelegenheiten Alkohol getrunken wurde, wäre es jetzt übertrieben bzw. unnötig Stress aufbauend, diese Gelegenheiten zu umschiffen und dauernd die Unsinnigkeit derer zu argumentieren.

Klar, die Beispiele sind unendlich, aber nimms einfach mal als getrunken, um des Trinkens willen.
Man stößt während der Trockenlegung laufend auf die Momente, zu denen man vorher die Buddel ansetzte und mit jedem Mal, wo Du dann nicht zum Alkohol greifst, merkst Du, dass es auch ohne geht.

Die Erinnerung, wie im Sommer, als man schon fast am Dehydrieren ob der Hitze und der Plagerei im Garten war, das kühle Bier die Kehle runterbrauschelte und man(n) dann herzhaft rülpste, um die mitgeschluckte Luft aus dem Magen zu kriegen, taucht in solchen Momenten wieder auf und man findet nichts schlimmes daran...
Aber wie oft hat man auch einfach nur sinnlos reingekippt?
Warum?
Damit unser Suchtzentrum seine Rundumleuchte ausschaltet und wir uns zufrieden fühlen. Wenn man sich oft genug in diesen Zustand gebracht hat, wird es zur Normalität und dann bedarf es schon sehr viel Kraft, immer wieder aufs Neue zu widerstehen, aber es lohnt sich!

Die Klarheit, mit der man seine Umwelt wieder wahrnehmen kann, ist viel überwältigender, als dieser Zufriedenheitszustand, in dem wir uns von der Welt immer weiter entfernen, um immer apathischer und unmotivierter zu werden.

In diesem Sinne: Halt durch, bleib stark und freu Dich über die neu gewonnene Lebensqualität.

LG
beed


clara1 Offline



Beiträge: 40

26.11.2004 17:59
#26 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Mir fällt dazu noch ein, dass es gewiss einmal eine Zeit gab, wo ich nach einem Sekt oder Glühwein wieder aufhören konnte.
Aber die ist lange vorbei, und wenn ich mir das noch so sehr herbeiwünsche, ich kann nach dem ersten Glas nicht mehr normal trinken. Das ist so, und das bleibt so.
Seit ich mir das ganz klar gemacht habe oder besser seit ich das akzeptieren durfte, geniesse ich mein alkoholfreies Dasein viel intensiver.

Ich kann es kaum fassen: der ständige Saufdruck hat nachgelassen. Hoffentlich bleibt es so.

Fröhliche Grüsse von
Clara


Winkelbube ( gelöscht )
Beiträge:

27.11.2004 12:39
#27 RE: Gedanken über den Saufdruck antworten

Hallo Ihr Leser hier.

Zitat BellaT:
Daher war dieser Beitrag besonders wertvoll für mich und eine echte Hilfe.
Zitiat Ende.

Mehr soll es auch nicht sein, eine Hilfe nämlich. Kein Leitfaden, keine Bevormundung, keine Panikmache, nichts dergleichen. Einfach nur ein Anstoss, mal über den Tellerrand zu schauen.

Zitat beed:
... wenn früher zu allen möglichen Gelegenheiten Alkohol getrunken wurde, wäre es jetzt übertrieben bzw. unnötig Stress aufbauend, diese Gelegenheiten zu umschiffen und dauernd die Unsinnigkeit derer zu argumentieren.
Zitat Ende.

Ich mache mir auch heute noch, nach mehr als drei Jahren, in diesen Situationen bewusst, dass ich da häufig früher trank. Allerdings nicht mit Stress sondern als Belohnung, in dem ich feststelle, dass ich heute gerade dann nicht mehr trinke, weil ich es nicht mehr brauche. Umschiffen wäre tatsächlich nicht richtig, sondern standhaft bleiben dann und darauf stolz sein.

Allerdings meine ich nicht diese einem bekannten Gelegenheiten, zu denen man seinen Alkohol genoss, denn die waren ja eh schon Programm, sondern genau jene, die man bisher nie als programmiert erkannt hat. Jetzt hat man doch mal die Gelegenheit zu schauen, wo man sonst noch überall zur Flasche gegriffen haben könnte. Da entdeckte ich mit klarem Kopf so manches.

Ich empfinde die Gedanken, die sich Bettina macht, allerdings doch als sehr nützlich und nicht als Stress.

Lieber einmal zuviel nachdenken, als einmal zu wenig.

Lieber Gruss von Ralph.


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