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Saufnix
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Dieses Thema hat 23 Antworten
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 Ganz, ganz viele Fragen
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Marieluu Offline



Beiträge: 57

09.11.2004 23:05
#16 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

tom,

gepostet es tut mir gut-
gerade jetzt in der Anfangsphase solltest Du alles tun, wo Du glaubst, das es Dir gut tut.
Treibe Sport und nimm Johanniskraut und Baldrian, Du fühlst Dich dabei wohl und das ist die Hauptsache.
Vor allen Dingen Du lässt das erste Glas stehen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und
eine gute Nacht
Marieluu


Schneefrau Offline




Beiträge: 2.955

10.11.2004 07:23
#17 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

Hallo Tom!

Von mir erstmal ein freundliches Hallo auf Saufnix!

Ehrlich -ich habe beim Durchlesen und dem Ende deines letzten Satzes lächeln müssen

Ziatätchen- weils so schön ist:

Für alle skeptiker...... ich weiss, das ende der fahnenstange ist noch lange nicht erreicht, (ob ich es jemals schaffe?)aber lasst es mich geniessen!

Ich glaube mal glatt, das sich mit dieser Haltung was Gutes anfangen lässt ... Bist ja wohl schon ordentlich schlauer, als du es selber ahnst- nur dein "Belohnungs-System" - da musste noch was machen und dann dürfte es schon ordentlich im Werden sein, dein "besserer Weg"- vielleicht biste dann ja auch so schlau und holst dir nebs Saufnix noch andere Hilfe zur "Kurskorrektur" !

Ich freu mich mehr von dir zu lesen!

Deine Schneefrau


taize72 Offline



Beiträge: 61

10.11.2004 11:41
#18 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

Hallo Tom,

das was Du hier schilderst kenne ich nur zu gut.
Besonders das Gefühl nach dem Absturz (Selbstzweifel, Scham, Ekel....) Das haben wohl viele obwohl man sich ganz allein damit fühlt, wenn man in diesen Mühlrädern drin ist.

Du bist einen grossen Schritt weiter, wenn Du hier postest und Dir bewusst ist, dass Du ein Alkoholproblem hast.
Das schaffen viele ja gar nicht erst.

Ich wünsche Dir Kraft und Mut!


[f1][ Editiert von taize72 am: 10.11.2004 11:42 ][/f]


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

10.11.2004 19:46
#19 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

Hallo Tom,

Deine Geschichte hat auch mit meiner einige Parallelen. Mittlerweile glaube ich bei mir, das der Alk selbst nicht das Kernproblem ist, sondern eine Folge dessen, was tief zurück bis in die Kindheit geht, ich vermute eine Depression, vermutlich neurotisch mit endogener Komponente. Bis vor drei Jahren habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt, habe es als Schicksal akzeptiert, eben sowas wie ein "Typus melancholicus" zu sein. Aber alles hat seine Ursachen, die muss man aufdecken und berücksichtigen, sonst bringt das alles nichts. Meine komplette Geschichte erzähle ich demnächst mal hier, zur Zeit ist es beruflich zu aufreibend, im Dezember wird es wieder ruhiger (bin selbstständiger Kleinunternehmer). Mein schlimmster Absturz war vor etwa vier Jahren, Eltern gestorben, vom Geschäftspartner um massig viel Geld betrogen, sonstige private Probleme, Immunsystem total im Eimer, eigentlich war ich dauerkrank, Erkältungen, extreme Schweissausbrüche, Polyneuropathien an allen Extremitäten, Palmarerythem, morgendliche Übelkeit mit Coffeinunverträglichkeit, mir wurde vom ersten Schluck Café schlecht, usw. Die Dosis zu dieser Zeit: Drei Liter Rotwein, immer nur Abends, das war das Maximum. Das ging nicht lange gut, die Entzugserscheinungen setzten schon bald gegen Mittag ein. Ich habe dem widerstanden, bloss nicht tagsüber saufen, niemals. In dem Zustand und übergewichtig wie ich war dann trotzdem Sport bis zum Exzess, vor allem joggen und radfahren. Vor drei Jahren dann die Wende: Privates Glück, die Saufkumpane entfernt, beruflich die Stresskunden auch, zwanzig Kilo Gewichtsreduktion nur mit Ernährungsumstellung und dann ganz langsam runter auf Abends zwei Pullen Bier. Immer weiter den Saufdruck nach später rausgeschoben, dann gegen neun Abends was trinken und bis zur Bettschwere lesen. Das ging eineinhalb Jahre gut, bis wieder mehrfach unerwarteter Stress kam und schon ging es wieder abwärts. Der Alltagstrott, alleine das Nachhausekommen, wurde schon mit Alk assoziiert. Essen kochen und dann was trinken. Der Sport wurde vernachlässigt und die Tage liefen so dahin. Vor einigen Wochen ein weiterer Schock: Hautkrebs. Ein kleines Muttermal, unscheinbar wie Millionen andere auch, die an tropischen Stränden von Sonnenanbetern durch die Sonne getragen werden, erwies sich im histologischen Befund als malignes Melanom, das unbehandelt tödlich endet. Also sofort stationär rein in die Klinik und Nachoperation, es war von meiner Seite total unemotional, als bringe ich meinen Körper nur mal eben zur Reparatur. Den Ärzten habe ich auch gleich das Alkoholproblem erklärt, das die OP eventuell darauf einzustellen wäre und das sie eventuell erhöhte Leberwerte finden würden. So wars dann auch. Ich habe dann abends vor der OP meinen Liter Rotwein gesüffelt und alles ging ohne Probleme über die Bühne. Die Ärzte waren alle nett und haben auch wegen dem Alkproblem Hilfe angeboten, wenn ich dagegen etwas unternehmen möchte. Ich werde also in einigen Wochen das gleiche Programm wieder durchziehen, das schon einmal geholfen hat. Mit viel Sport und Vermeidung von Alltagstrott, zusammen mit meiner Parterin, den Alk wieder auf ein möglichst niedriges Niveau zu reduzieren, dann (ins Frühjahr rein, das hat gewirkt) zum Arzt, um den Rest auch noch wegzubekommen. Kontrolliert trinken hat nichts gebracht, man steht quasi in Startlöchern für den nächsten Absturz, sobald ernsthafte Probleme auftauchen. Berufsbedingt kommen für mich langzeitstationäre Aufenthalte nicht in Frage, das wäre der berufliche Ruin. Wenn Du also meinst, auch ein alkoholbedingtes Problem zu haben, dann sage es deinem Arzt und lass dir helfen. Es wäre zu deinem Schaden es nicht zu tun, es zu verschweigen, nur weil es gesellschaftlich stärker stigmatisiert wird als Nikotinsucht oder andere Süchte, seien sie stofflicher oder nichtstofflicher Art wie Arbeitssucht, Spielsucht, etc.

Ichwünsch Dir alles Gute,
Frank


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

10.11.2004 21:46
#20 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

hallo

nochmals vielen dank für eure schreiben.
heute morgen bin ich wider gerannt.
au...was tun mir die knochen weh, aber ich habe gestern gut geschlafen. ohne laufen wäre das wohl nicht so gewesen.

jetzt die belohnung ....nicht erschrecken.... 2 bier

aber morgen früh, lauf ich wieder und dann kein alk, dass habe ich mir fest vorgenommen. ich will mich nicht verrückt machen, wegen den 2en heute abend. ich denke die entzugssymptomatik hat bei mir auch was mit den gelesenen horrorpostings hier zu tun. (die bestimmt ihre berechtigung haben)
ich renn' einfach...trinke morgen nix und werde weiter sehen.
auf jeden fall versuche ich mir wegen heute kein schlechtes gewissen zu machen.

alles liebe

tom


Randolf Offline




Beiträge: 989

10.11.2004 23:29
#21 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

Hi Tom,

Bin auch Läufer seit vielen Jahren.Ich habe es in meiner Alk-Zeit häufig dazu benutzt, die Folgen des Trinkens zu kompensieren.
Es war auch irgendwie eine Alibi-Funktion damit verbunden, nach dem Motto "acht Kilometer Dauerlauf der Gesundheit zuliebe, da kann ich dann ja in gemäßigtem Rahmen so ein/zwei kalte Bierchen zischen." Machen ja auch die Marathon-Läufer und viele schwören darauf.

Ist ja auch in Ordnung - wenn es so läuft, es ist nur ein großes WENN....ich hatte dieselben Gedanken wie du - und wenn es auch ein paar Tage geklappt hat, so bin ich im Nachhinein gesehen doch ganz unmerklich in eine andere Spur geraten, die wieder - na, zu WAS geführt hat..?!

Ich will dir hier nichts madig machen, auch keine Schuldgefühle einreden, das wäre Blödsinn. Ich erkenne mich nur wieder.Es war einfach die Vorstellung mit Willenskraft (Laufen) dem Trinkproblem beizukommen.

Vielleicht ist's bei dir ja anders, die nächste Zukunft wird dir ja darüber Aufschluß geben.

Viel Erfolg

Randolf


barbaraa Offline




Beiträge: 538

11.11.2004 08:16
#22 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

hallo tom,

auch von mir ein herzliches willkommen auf dem board. (wir hatten gestern abend schon zusammen im chat gesprochen)
ich finde es gut, dass du hier geschrieben hast und die resonanz auf deinen beitrag ist gross. der vorteil ist halt, dass wir alle das gleiche problem haben und dann kann man ziemlich offen reden.
ich habe eine sehr lange alkoholkarriere hinter mir und bin 4 jahre trocken. aber das eine habe ich mit dir gemeinsam. es fällt mir immer noch sehr schwer, alkoholismus als krankheit anzusehen. für mich, und nur für mich, sehe ich das als schwäche. ich weiss, diese einstellung zieht jedem suchtberater das hemd aus. aber wenn zum beispiel im urlaub alle einen "sundowner" zu sich nehmen und ich mit meinem wasser dabeisitze, könnte ich mir immer noch in den a... treten, dass ich es habe soweit kommen lassen.
für mich war am anfang schwer, praktisch NIE mehr im leben trinken zu dürfen. unterdessen habe ich das aktzepieren müssen, wenn ich überleben will.
auf alle fälle wünsche ich dir einen guten start in deine abstinenz und du wirst hier immer menschen finden, die dir helfen. aber das ist nur aus der ferne und nicht persönlich.
wie wäre es, wenn du dir eine selbsthilfegruppe suchst, die zu dir passt und wo du dich wohl fühlst. so von angesicht zu angesicht sprechen ist sehr viel wert. du musst dann halt akzeptieren, dass du ein alkoholproblem hast. das ist eine schwelle, die es zu überschreiten gilt.

schönen tag noch, bis dann.
komm doch heute abend wieder in den chat!

lg
barbaraa


Winkelbube ( gelöscht )
Beiträge:

11.11.2004 10:24
#23 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

Hallo tom,

die Überschrift Deines Threads lautet ja: Gespalten, oder typisch Alk. Meine Antwort dazu: Typisch Spiegeltrinker.

Nachdem Du den "Kater" früher noch wegduschen konntest, funktioniert das nun nicht mehr. Grenze überschritten - genau. Nach der durchzechten Nacht mit Unmengen Alkoholkonsum schläfst Du ja wahrscheinlich erstmal. Leider ist das dann aber kein Schlaf mehr im Sinne von Erholung, sondern eher Komaschlaf ohne Tiefschlafphasen, denn der Körper ist die ganze Nacht mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt.

Gleichzeitig will er jetzt aber nicht mehr abbauen sondern eigentlich auf dem Level bleiben. Er hat sich daran gewöhnt, einen bestimmten Alkoholpegel zu haben. Du machst aber eine kleine Saufpause. Also schreit gleich nach dem Aufwachen Dein "Blaumännchen" nach Nachschub. Da hilft nun auch kein Sport mehr oder Duschen. Also fängst Du noch früher an zu saufen, also einstmals. Das geht dann schlimmstenfalls soweit, dass irgendwann mal die Flasche griffbereit neben dem Bett steht.

Weitere fatale Folge ist: Einen gewissen Pegel muss der Spiegeltrinker also haben, der wächst aber stetig an. Waren es vorher z.B. dauerhaft 1,0 Promille, werden es irgendwann 2,0 und mehr, bei denen Du das Gefühl hast, noch "ordentlich" zu funktionieren, ja die Du benötigst, um überhaupt zu funktionieren.

Und nun noch: Wenn Du dann mal einen draufmachen willst, denn auch das kommt weiterhin vor, dann benötigst Du also zusätzlich zu dem ohnehin schon hohen Spiegel eine "Extra-Ration". So kommt es denn, dass man Autofahrer vorfindet, die mit einem Promillewert von 3,0 und mehr noch am Strassenverkehr teilnahmen, ohne grossartig aufzufallen. Da hab ich mich immer gefragt, wie kann sowas möglich sein, der müsste doch nicht mehr stehen können, geschweige denn fahren. Doch der konnte, warum, sollte jetzt klar sein.

Der Spiegeltrinker ist also erst dann richtig betrunken, wenn er auf den Pegel noch so richtig einen draufhaut. Da kommen Werte zustande, die lassen gesunde Menschen an Alkoholvergiftung tot umfallen.

Das war mein bescheidener Beitrag zu diesem Thread von Dir, tom. Viel Erfolg hier.

Ich grüsse Dich,
Ralph.


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

11.11.2004 21:20
#24 RE: gespalten, oder typisch alk? antworten

hallo winkel

ich glaube, bzw. weiss, dass du recht hast.
scheisse, aber so ist es wohl nun mal.

danke barbara für deine antwort.

leider bin ich wohl zu spät für den chat.

trotzdenm morgen wieder 6-8 km.

das tut mir gut!


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