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Saufnix
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Dieses Thema hat 10 Antworten
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 Medien und Alkohol
Lisl Offline




Beiträge: 1.980

05.11.2004 16:36
RE: Bier als Lebensmittel antworten

Hallo aufgrund von ben bremsers Thread wollte ich hier mal ne kleine Aufklärung über Bier als Lebensmittel posten

Das Haupt-Rohmaterial zum Bierbrauen ist Gerste und man weiß, dass es dieses Korn schon 3.000 v.Chr. gab. Da Gerste in kühleren Klimaten besser wächst als Weintrauben, produzierte man in den nördlichen Regionen Deutschlands und Englands Bier anstelle von Wein, wodurch diese Regionen für ihre Biere bekannt wurden. In der Tat wurde die Bierherstellung sehr ernst genommen, auch in der Neuen Welt, wo Bier eine wichtige Komponente der Ernährung der Siedler war.

Bier als Lebensmittel

Bis zum Jahre 1400 waren die Hauptbestandteile von Bier gemalzte Gerste, Wasser und Hefe. Rosmarin und Thymian wurden zugefügt, um das Verderben des Biers zu verhindern und um Geschmack zuzuführen. Das Bier war trüb und reich an Proteinen und Kohlenhydraten, was es zu einem guten Nährstofflieferanten sowohl für die Bauern als auch für den Adel machte.

Man glaubt, dass im 15. Jahrhundert eine neue Biersorte entdeckt wurde. Händler aus Flandern und Holland führten Hopfen ein, und dieser machte das Bier bitterer. Die gehopfte Variante wurde fortan „Bier" und die ungehopfte „Ale" genannt. Die gehopfte Sorte war so beliebt, dass bereits im 18. Jahrhundert alle Biersorten gehopft wurden.

Im Mittelalter wachten die europäischen Mönche sowohl über Literatur und Wissenschaft als auch über die Kunst des Bierbrauens. Sie verfeinerten den Prozess fast bis zur Perfektion und etablierten den Gebrauch von Hopfen sowohl als Geschmacksstoff als auch als Konservierungsmittel. Jedoch wurde erst mit Louis Pasteur eine letzte entscheidende Entdeckung gemacht. Denn bis zu diesem Zeitpunkt waren die Braumeister auf eine wilde, luftverbreitete Hefe für die Fermentation angewiesen. Indem er nachwies, dass Hefe ein lebender Mikroorganismus ist, legte Pasteur den Grundstein für eine präzise Kontrolle der Fermentation von Zucker zu Alkohol.

Bier heute

Heute werden je nach Biersorte viele Verfeinerungen eingesetzt, doch im Grunde werden nur zwei Arten von Hefe verwendet, nämlich S. Carlsbergensis und die nah verwandte Saccharomyces cervisiae, die als obergärig bezeichnet wird, da sie auf der Oberfläche der Würze schwimmt. Sie wird zum Brauen dunklerer Biersorten wie „English Bitter" verwendet, wohingegen die kontinentalen Lager-Sorten mit S. Carlsbergensis gemacht werden, einer untergärigen Hefe.

In Europa gibt es heute eine überwältigende Zahl an Biersorten, vor allem in Belgien, in den Niederlanden und in Deutschland. Besonders zu erwähnen ist das so genannte „Lambic" Bier, das mit wilder Hefe fermentiert und manchmal mit Kirschen oder Himbeeren gewürzt wird, während das beliebte „Weißbier" mit Weizen gemacht wird und seinen Geschmack durch Koriander und Orangenschalen erhält.



Die Geschichte des Biers ist sehr interessant. Vom flüssigem Lebensmittel für „fastende" Mönche bis zum Durstlöscher für Goldgräber in Kalifornien gibt es schon seit sehr vielen Jahren die verschiedensten Gebräue.

Abbey Ale: Dieses Starkbier wurde traditionell von belgischen Äbten für die Klosterbrüder gebraut, die es als „flüssiges Brot" während der Fastenzeit genossen.

Bock: Ein sehr starkes Lager, dass traditionell im Winter gebraut wurde, um den kommenden Frühling zu feiern.
Doppelbock: Dieses Bier stammt von den italienischen Mönchen des Franziskanerordens in Bayern, die es brauten um über die Fastenzeit zu kommen.

India Pale Ale: Ein „Ale", dass im 18. Jahrhundert in England für die in Indien stationierten britischen Truppen gebraut wurde. Es wurde als Starkbier gebraut, um die lange Reise, die bis zu sechs Monate dauern konnte, zu überstehen.

Porter: Dieses Bier wurde zuerst von einem Mann namens Harwood 1722 in London gebraut und sollte als Ersatz für die damals beliebte Mischung aus Ale, Bier und „two penny beer" dienen. Das Bier wurde zunächst „Entire" genannt und wurde als „reichhaltiger und sättigender als Ale" vermarktet. Es war ursprünglich für Gepäckträger und Schwerstarbeiter gedacht, um diesen Leuten die Kraft zu verleihen, ihre Aufgaben zu überstehen.


detlef54 ( gelöscht )
Beiträge:

05.11.2004 17:14
#2 RE: Bier als Lebensmittel antworten

Hallo Lisl Für eine lange Zeit gehörte das Bier zu meinen Grundnahrungsmittel.Natürlich habe ich unterschiede in verkonsumieren gemacht ,aber später war es mir egal, hauptsache es dröhnte !Selbst heute, nach 3 jahren zufriedener Trockenheit konnen noch so kleine Spots,in den ich den Biergeschmack auf der Zunge habe.
Gerne möchte ich glauben, das Bier im Maßen getrunken eine gesunde Wirkung haben soll, aber für mich kommt dass nicht mehr in Frage,..und das ist gut so!!!detlef


beed Offline




Beiträge: 882

05.11.2004 17:32
#3 RE: Bier als Lebensmittel antworten

Hallo Lisl,

oops, da hatte ich mit dem "flüssig Brot" ja garnicht so unrecht...

Ich denk, damals waren die Menschen wohl auch nicht so vielen anderen Giften ausgesetzt, arbeiteten sich aus und lebten ja auch nicht so lange, wie die Leute heute.

LG
beed


Schneefrau Offline




Beiträge: 2.955

06.11.2004 07:27
#4 RE: Bier als Lebensmittel antworten

Hallo Lisl!

Das mit dem "flüssiges Nahrungsmittel" kenn ich als Schnack auch von meiner Ma- und da sie nass ist finde ich das immer net so doll, dat aus ihrem Munde zu hören!

Da hab ich aber noch aus der Nordlichtigen Region noch ein weiteres Schmankerl: ... früher, da ja wie nun lesbar ist, Bier mit zum alltäglichen Lebensmittelkanon gehört, so hatte quasi jedes kleine Dorf auch eine Art Brauerei- und besoffen wurden die Leutz damals dennoch auch davon- was zu Raufereien und allgemein net besonders gehobelten Sitten in Ostfriesland führten... irgendein gebildeterer und weitsichtigerer Fürst oder Herrscher aus der Gegend hat dann folgendes gemacht: er gab an die werdenden Mütter und solche mit Kleinkindern eine genau abgewogene Menge Tee ab, mit der Bedingung weder während der Schwangerschaft noch während der Zeit des Stillens Bier zu trinken...
Da guckste, wa- und so wurden die Ostfriesen neben den Japaners doch wirklich berühmte Tee-Konsumenten!

Wo genau nachzulesen, weiss ich leider nicht mehr!

Gruss und schönes WoE


Deine Sabine


barbaraa Offline




Beiträge: 538

06.11.2004 07:55
#5 RE: Bier als Lebensmittel antworten

hallo ihr,

bier wird manchmal als nahrungsmittel bezeichnet, weil es viele kohlehydrate enthält.
genau wie milch, sie ist auch nicht als getränk und durstlöscher zu betrachten.
aber über die milch würdet ihr natürlich nicht 1000 posts schreiben. sie ist ja nicht gefährlich.
also amüsiert euch lieber weiter mit diesem sch... bier!

bis dann
barbaraa


Lisl Offline




Beiträge: 1.980

06.11.2004 08:35
#6 RE: Bier als Lebensmittel antworten

guten morgen

dass Bier als Lebensmittel gebraucht wurde, kam ich gestern als ich mich an das Buch: "Die Säulen der Erde" von Ken Folett erinnert hatte.
In der damaligen Zeit wurde das Bier am morgen schon den Kindern gegeben, denn das hatten sie zu genüge, was an Milch nicht vorhanden war.
Ich dachte beim Lesen des Buches, dass Bier mich eigentlich immer müde gemacht hatte und in der damaligen Zeit bekamen sie es als Stärkungsmittel schon am Morgen
Ich glaube darum, dass damals noch nicht so viel Alkohol im Bier war?

Wenn ich früher einen Kater und Kreislaufschwierigkeiten aufgrund des Saufens am Tag zuvor hatte, hatt Bier mir am Morgen immer geholfen wieder ruhig zu werden

da kommt mir heute grad das wenn ich daran denke

doch heute nach fast 40 Wochen abstinenz und das auch Dank eurer Hilfe habe ich keinen Kater und Kreislaufschwierigkeiten mehr und am Morgen mache ich

da kann der Tag schon kommen

gute 24 Stunden


helena R ( gelöscht )
Beiträge:

06.11.2004 08:49
#7 RE: Bier als Lebensmittel antworten

Hallo Guten Morgen,

daß Bier als Nahrungsmittel galt, lag ja überwiegend daran,
daß so viele gute Stoffe mit drin sind, die wirklich z.T. sehr nahrhaft und auch gesund sind. Und das zu einer Zeit, als die Bevölkerung auf jedes gesunde , nahrhafte Lebensmittel angewiesen war. Aber auch damals gab es schon genügend Probleme wegen des Alkohols da drinnen, außerdem bekamen Kinder und die arme Bevölkerung nur sehr stark verdünntes Bier, während der Adel und der Klerus sich am Starkbier vergnügten!

Das, was aus einem Bier je nach Definition ein Lebensmittel macht, ist aber SICHER NICHT DER ALKOHOL, sonst müßte man doch auch Hochprozentiges als Lebensmittel einstufen, u.z. je höherprozentig, desto mehr Lebensmittel!!!!!!

Auf so eine dämliche Idee ist aber meines Wissens bisher noch niemand gekommen!!

Also denke ich, daß für die einen ( Nichtalkoholiker)alkoholhaltige Dinge wie Bier, Soßen, Torten, Desserts etc schmackhafte Leckereien sind, für die anderen ( Alkoholiker) das gleiche als prima Rechtfertigung herhält ( "ist ja gesund, ist ja ein Lebensmittel etc")!


Sind so meine Ideen am frühen Samstagmorgen


LG helena


Absti ( gelöscht )
Beiträge:

06.11.2004 10:15
#8 RE: Bier als Lebensmittel antworten



Da fällt mir wieder mein längst verstorbener Opa ein, den ich über alles geliebt habe.
Er trank nur Klosterfrau Melissengeist (verdünnt mit Hagebuttentee) aus der Apotheke und war rigoros gegen jeglichen Alkoholkonsum. Er hat meinen Vater, der nach der Schicht Bier trank, immer auf die übelste Art als Säufer verteufelt.
Wenn Opa mal vom Stuhl fiel und ich mir als Kind große Sorgen machte, bekam ich immer zur Antwort: Der Opa ist besoffen. Das habe ich nie geglaubt.

Schönes Wochenende, -Marianne-


miezegelb Offline




Beiträge: 2.677

06.11.2004 10:22
#9 RE: Bier als Lebensmittel antworten

Zitat
Er trank nur Klosterfrau Melissengeist



...das ist der teuerste Kreuterschnaps der Welt.


Winkelbube ( gelöscht )
Beiträge:

06.11.2004 11:06
#10 RE: Bier als Lebensmittel antworten

Lächel, Absti,

das mit der Klosterfrau kenne ich auch, von meiner Grossmutter, ebenfalls nicht mehr auf Erden.

Sie brauchte das angeblich zum "Einreiben". Soviel Hautfläche hatte sie garnicht, wie Flaschen davon verbraucht wurden.

LG Ralph.


barbaraa Offline




Beiträge: 538

06.11.2004 14:50
#11 RE: Bier als Lebensmittel antworten



kenn ich das... gut ist auch ein enzian... baldriantropfen...schwedenkräuter..
nichts unter 80% alkohol.

erst jetzt verstehe ich, warum sich meine alten tanten das flaschenweise reingejubelt haben.
und ich durfte immer eierlikörgläser auslecken. meine tante hat ihn selbst hergestellt, weil sie "zu viel eier" übrig hatten, von ihren vielen hühnern, wie sie sagte.
wahrscheinlich war das schon der grundstein zu meiner "karriere" ( nun wollen wir aber meine sauferei nicht auf andere schieben).


barbaraa


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