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Saufnix
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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 759 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Charona Offline



Beiträge: 4

06.09.2004 20:31
RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hallo an alle,

ich habe vor ein paar Wochen hier schon mal geschrieben und mich vorgestellt. Anfang September sind es jetzt genau 5 Monate geworden, dass ich nichts mehr getrunken habe. Das Rauchen habe ich vor drei Wochen aufgehört. Mir geht es gut dabei. Ich hätte nie gedacht, dass ich das alles mal so auf die Reihe kriege. Es freut mich total wenn ich feststellen darf, dass ich mein Leben auch ohne Stoff meistern kann.

Vor ein paar Tagen habe ich das Antidepressivum abgesetzt, das mir mein Psychologe verordnet hatte. Es war Fluoxetin, ich sollte es absetzen meinte er, weil ich es nicht besonders gut vertragen habe (ständig müde und Verdauungsstörungen und geholfen hat es nach dem damaligen Empfinden nicht sehr viel).
Doch jetzt stellt taucht die Angst seit ein paar Tagen auf.... Nicht dass ich das Antidepressivum vermissen würde (ganz im Gegenteil, mir geht es besser ohne diesen lästigen Nebenwirkungen), aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir die Sicherheit fehlt. Ich habe das Gefühl, allein auf großer Flur zu stehen und die Furcht, irgendwann mal, in einer schwachen Minute, zum Glas zu greifen, ist seit ein paar Tagen ständig da. Es ist die Angst vor einer inneren Leere, die Angst vor einem Rückfall, es ist die Angst vor der Zukunft und der Ungewißheit und es ist die Angst vor der Angst.

Wenn ich hier im Board lese, dann gibt mir das oftmals Kraft. Ich konnte hier schon viel Positives erleben. Manchmal werde ich aber auch erst richtig mutlos, beispielsweise ich lesen muss, dass so manche durchaus eine Trinkpause von 9 Monaten schafften, aber dann wieder rückfällig wurden. Ich bin jetzt gerade mal 5 Monate alkfrei und weiß nicht, ob ich das für den Rest des Lebens hinkriege. Ich war schon immer sehr schwach.
Wenn ich an meine "nasse" Zeit zurückdenke, dann fällt mir auf, dass ich das nicht mehr erleben möchte. Diese Selbstzerstörung Stück für Stück möchte ich nicht noch einmal durchmachen. Trotzdem weiß ich nicht, ob ich mich auf mich selbst verlassen kann. Ich weiß, es klingt blöd, aber geht es euch genauso? Wie kann man sich einen gewissen Halt verschaffen? Hat an dieser Stelle auch jemand von euch Erfahrung mit Antidepressiva, insbesondere Fluoxetin? Bringt sowas überhaupt was? War es vielleicht das Fluoxetin, das mir bislang Zuversichtlichkeit schenkte und mir Kraft gab? Ich möchte es so gerne aber auch alleine schaffen.

Viele liebe Grüße an euch alle: Charona.

[f1][ Editiert von Charona am: 06.09.2004 20:44 ][/f]


Alexandra1392 Offline




Beiträge: 57

06.09.2004 20:56
#2 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Liebe Charona,

Vorweg das Wichtigste: DU hast es geschafft von den Suchtmitteln wegzukommen. Du hast eine Krücke dabeigehabt, aber geschafft hast du es ganz allein. Ich habe mehrere Serotoninwiederaufnahmehemmer schon "genossen". Ja, sie helfen und haben furchtbare Nebenwirkungen. Aber die Stärke mit einer Sucht aufzuhören kommt von einem selbst und nicht von einem Medikament.

Ich kann deine Änsgte sehr gut nachvollziehen. Meine Angsterkrankung hat bei mir sicher bei der Entstehung meiner Sucht mitgespielt. Alkohol hat mir leider gut gegen die Angst geholfen und ich hatte die gleichen Sorgen wie du, als ich trocken wurde (erst vor 3 Monaten, aber schon ohne Medikamente).

Jetzt sage ich mir eben wenn die Angst kommt (seeehr selten): "Wenn ich jetzt wirklich sterbe hilft kein Alkohol. Wenn ich nicht sterbe, habe ich nur einen sinnlosen Rückfall. Das ist mir das Risiko nicht wert. Ich warte ab, bis die Angst vergeht". Bis jetzt hat das ehrvorragend geklappt und ich bin optimistisch, was die Zukunft angeht.

Ich habe zuerst mit dem Rauchen aufgehört und dann mit dem Trinken. Ich habe mich vor mir selbst gefürchtet und trau mir immer noch nicht ganz, werde aber immer sicherer, was beide Süchte angeht. Es ist wie laufenlernen ohne Krücken. Zuerst hat man Angst und dann ist man Mega-stolz.

Dass kannst du auch sein und die Angst ist vielleicht auch gar nicht so schlecht. Sie verhindert "Größenwahn" und der kann schlimme Folgen haben.

Alles Gute, Alexandra


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

06.09.2004 21:00
#3 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hi Charona,

irgendwie ist es doch egal, wie Du die 5 Monate geschafft hast, oder nicht? In jedem Fall hast Du ja schon mal die Erfahrung gewonnen, daß nüchtern durchaus geht und positiv ist.

Wenn andere wieder trinken wollen, dann kann Dir das zuallererst egal sein, zumindest brauchst Du Dir selbst den Schuh nicht anzuziehen. Es sollte uns ja auch egal sein, daß überhaupt viel getrunken wird in unserer Gesellschaft. Davon können wir unsere Trockenheit nicht abhängig machen.

Und mit Schwäche hat das nicht allzuviel zu tun, sondern mit loslassen, bleibenlassen, das Glas stehenlassen, dem Kampf aus dem Weg gehen, oder so.. Vielleicht ist Dir schon mal aufgefallen, daß viele Leute weiter- oder wiedertrinken, weil sie mit grosser Kraft an alten Gewohnheiten festhalten...bin ich zumindest überzeugt davon.

..Du musst es nicht genauso machen

wünsch Dir was

der minitiger


Bobby ( gelöscht )
Beiträge:

06.09.2004 23:30
#4 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hi Charona, ich kann mir vorstellen das es in der Anfangphase okay ist Antidepressiva zu nehmen.
Für mich war es zwischendurch auch mal okay, allerdings verlasse ich mich nun auf meine Gruppen (AA) und habe dadurch tatsächlich zum Glauben gefunden. Vorher war ich Atheist, nun habe ich ein ganz schönes, für mich vorstellbares Bild einer Macht die größer ist als ich selbst, die höhere Macht, die ich Gott nenne. Manchmal ist die Gruppe die höhere Macht, zum Teil ein universelles Bewußtsein. Dieser Glauben gibt mir viel Kraft das Leben annehmen zu können. Es hat aber lang gedauert dahin zu kommen. Oft nur durchalten, manchmal saß ich nur auf dem Sofa und hab geatmet. Das war alles.
In meinen Gruppen über alles sprechen war auch superwichtig, und die Trockenheit vor alles zu setzen.
Das ist sozusagen schon das ganze Geheimnis.

Bobby


Bobby ( gelöscht )
Beiträge:

06.09.2004 23:31
#5 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Ach so, nur für heute, also einen Tag trocken bleiben und das jeden Tag aufs Neue. Wenn es mal hart wird nur jetzt, in dieser Minute, dieser Stunde. Ein Tag ist immer zu schaffen.
Das hört sich vielleicht etwas abgedreht an, aber es hat mir wirklich geholen,

b.


Randolf Offline



Beiträge: 981

07.09.2004 00:26
#6 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hi Charona,

ist dieses Fluoxetin nicht dieses Prozac, die amerikanische 'nebenwirkungsfreie' Glückspille...?

Mit Antidepresiven u.ä. habe ich keine Erfahrungen.

Aber was anderes:ist natürlich eine Riesenleistung, daß du auch zu Rauchen aufgehört hast.Ich habe gerade einen mißglückten Versuch hinter mir.Manchen fällt's vielleicht nicht so schwer und es geht glatt über die Bühne.

Aber mich hat es doch ganz schön 'aufgemischt', emotional vor allem.Da kam ne Menge hoch, auch 'alte' Sachen, die ich gar nicht vermutet hatte.Auch das Trinkverlangen, recht deutlich sogar.
Das Rauchen als ein unzählige Male sich wiederholendes Ritual IST ein Konstante, eine 'Sicherheit'.
Als ich das entfernte, kam das ganze Gebäude ins Wanken;da war ein WIRKLICH STARKES VERLANGEN sich das Begehrte zu holen - und eine Angst/Resignation/Trauer im Wissen, daß es ja unwiederbringlich wegbleiben sollte.Was soll ich denn jetzt noch vom Leben haben..? Wird mich diese Freiheit auch wirklich glücklich machen..?

Ich meine jetzt natürlich nicht, fang wieder zu rauchen an, ich denke daß du in einer für dich ungewissen Übergangsphase bist - schließlich hast du ne Menge aufgegeben - da wird die Psyche sicher einige Zeit brauchen, um das zu verdauen.Jeder sollte sich nur das aufladen, was er auch wirklich tragen kann. Eine Änderung im Verhalten ist immer auch eine Veränderung der Sichtweise.

Du willst es alleine schaffen ? Oh, Vorsicht - da mußt du mit vielen unbestimmten, ungewissen und fremden Situationen rechnen in denen du dich neu erfährst.Und wenn du dann keine 'Koordinaten' hast von einer 'Quelle' deines Vertrauens z.B.eines Menschen, der an dir Anteil hat und dich kennt (nicht unbedingt der Partner) - dann besteht ein Risiko.
Dies sind so meine Erfahrungen.

Wünsche dir eine gute Zeit.

Grüße

Randolf


Baba52 Offline



Beiträge: 4

07.09.2004 08:33
#7 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hallo Charona
Angst vor dem Rückfall-ich glaube diese Angst hat wohl jeder von uns mehr oder weniger.Eine gewisse Angst ist auch gut.Wie leicht kann man vergessen was der Kumpel Alkohol angestellt hat.Es gab schon unendlich viele Momente an denen ich kurz vor der Versuchung stand.Das eigenartige ist nur,es kam nie in richtigen Stressmomenten-immer schon zuvor oder hinterher.Also in Zeiten in denen man irgend eine Sache noch nicht richtig verkraftet hat.Jeder Tag kann schöne Stunden bringen...aber auch verflucht gemeine Situationen hervorbringen.Mir hat bisher immer die Erinnerung an 12 schreckliche Jahre geholfen.Wie oft hatte man bei Problemen,bei Freude bei irgendwelchen Anlässen zur Pulle gegriffen und sich lahm gelegt....hats geholfen?-NIE-
Einen schönen Tag -
Baba


felidaela Offline




Beiträge: 796

07.09.2004 19:54
#8 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hi Randolf,

Zitat
Aber mich hat es doch ganz schön 'aufgemischt', emotional vor allem.Da kam ne Menge hoch, auch 'alte' Sachen, die ich gar nicht vermutet hatte.Auch das Trinkverlangen, recht deutlich sogar.
Das Rauchen als ein unzählige Male sich wiederholendes Ritual IST ein Konstante, eine 'Sicherheit'.
Als ich das entfernte, kam das ganze Gebäude ins Wanken;da war ein WIRKLICH STARKES VERLANGEN sich das Begehrte zu holen - und eine Angst/Resignation/Trauer im Wissen, daß es ja unwiederbringlich wegbleiben sollte.Was soll ich denn jetzt noch vom Leben haben..? Wird mich diese Freiheit auch wirklich glücklich machen..?




.... das macht mich etwas sprachlos. Auf diese Probleme hattest du nur die Antwort, wieder mit dem Rauchen anzufangen? Wie konntest du denn aufhören zu trinken? Kam da nicht Ähnliches hoch, oder hast du einfach mehr geraucht?

Ich dachte immer, das Rauchen kann man nicht so 1:1 mit dem Trinken vergleichen. Aber was bei dir beim Nikotinentzug zutage kommt, kenne ich. „Was soll ich jetzt noch vom Leben haben?“ So dachte ich in den ersten trockenen Tagen und Wochen.... und fing oft wieder mit dem Trinken an. Bis die Verzweiflung wegen des Suffs stärker war als die in der Trockenheit.

Hattest du schon mal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören? Wenn ja, was passierte dann immer? Oder hattest du in der Zeit noch getrunken und das dann verstärkt?

Habe den Thread mit Rosalie gar nicht mehr verfolgt, gleich mal gucken, ob sie noch dabei ist.

Aber ich kann dich gut verstehen, dass du wieder angefangen hast. Bei mir funktioniert das mit dem Rauchen nicht, hatte es mir mit 17 mal abgewöhnt (mit 14 angefangen) und seit dem wird mir eher schlecht davon. An manchen Tagen geht es. Da rauche ich abends Eine mit, aber die reicht dann auch. Manchmal ärgert mich das, weil ich doch auch was zum „Festhalten“ haben will.... Ich weiß, jeder Raucher, der das loswerden will, fasst sich jetzt an den Kopf. Ich sollte doch froh sein..... Naja, müssen halt die Gummibärchen herhalten, die Schoki.... auch nicht so toll.... Der Körper sucht verzweifelt nach einem Ventil.

Bin gerade umgezogen, da habe ich erst mal eins


Randolf Offline



Beiträge: 981

07.09.2004 20:29
#9 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hi, Felidaela

besonders glücklich bin ich nicht drarüber, daß ich wieder qualme, im Gegenteil es wurmt mich ganz schön.Ich denke über einen neuen Anlauf nach.

Wahrscheinlich habe ich es mir zu leicht vorgestellt, da ich vor 3 Jahren für 12 Monate nicht geraucht habe.Da klappte es aber deswegen so gut, weil ich noch getrunken habe. Es war sogar ein Vergnügen, da der Rotwein einfach göttlich schmeckte.Nach einigen Wochen war ich übern Berg und alles lief von selbst, ich habe es nicht vermisst.

Ein anderes Mal, einige jahre davor habe ich 8 Monate nicht geraucht, davon 6 Monate auch nicht getrunken.Dabei ging es mir blendend - bis zum Alkrückfall !

Ich will diesen mißglückten Versuch auch nicht überbewerten, da ich mich mehr aus dem Gefühl heraus entschieden hatte, weil ich mich stark fühlte. Wohl doch nicht so stark, hm ? Und 7 Tage sind auch nicht lang, da steckt man noch zu sehr im Entzug, um Rückschlüsse zu ziehen.

Es war auch zuwenig 'Klick' vorhanden, denn ich schielte immer noch sehnsüchtig nach dem Genuß des Rauchens...

Aber:die Sache ist noch nicht erledigt, dafür sorgt schon mein beschädigtes Selbstbild...

Oder so.

Grüße

Randolf


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

07.09.2004 21:09
#10 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hi,

ich kann euch nur immer wieder das Mantra wiederholen..

Es geht
Es geht
Es geht
Es geht
Es geht
Es geht
Es geht
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der minitiger


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

08.09.2004 10:54
#11 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

Hallo Charona,

Zitat
Trotzdem weiß ich nicht, ob ich mich auf mich selbst verlassen kann



Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut - es hat mich jahrzehntelang begleitet. Vor 7-8 Jahren bekam ich von einem Arzt dann auch mal Fluoxetin. Es hat gemacht, dass diese Angst und Unsicherheit wegging. Ich machte mir einfach nicht mehr so viel Gedanken. Es hat auch verhindert, dass ich nicht mehr so verzweifelt war bis hin zu Suizidgedanken. Ich habe es 1 Jahr genommen. Man merkt eigentlich gar nicht, dass man etwas nimmt, weil man sich ganz "normal" fühlt, nur eben die Anspannung und Angst besser ist. So war es bei mir. Was das Medikament nicht machen kann, ist, dass man sein Verhalten, sein Selbstwertgefühl, seine Einstellung zu sich selbst ändert. Das ist der Knackpunkt! Ich setzte es wieder ab und ein halbes Jahr später war ich da, wo ich vorher war: Selbstzweifel, Ängste, hoher Alkoholkonsum, Selbstmordgedanken...

Zitat
Wie kann man sich einen gewissen Halt verschaffen?



Meine Erfahrung ist, dass man diesen Halt nur bei sich selbst finden kann. Er ist schon da, nur eben veschüttet und vergraben. Suchtmittel und Tabletten gaukeln dir eine Sicherheit vor, die nicht da ist.
So schwer es auch erscheint, ist aber der erste Schritt, um diese Ängst und Unsicherheiten zu besiegen : Nicht mehr Trinken! Anders geht es nicht!

Ich habe damals dann eine ambulante Verhaltenstherapie gemacht, aber weitergetrunken. Vermutlich hat sich deshalb bei mir nichts groß geändert. Ich konnte erst anfangen mich zu ändern, als ich erkannte, dass ich Alkoholikerin bin und abstinent wurde.

Über 15 Jahre habe ich getrunken und auch noch Bulimie gehabt. Ich dachte, dass das niemals mehr was wird mit mir...
Aber es geht doch!
Heute fühle ich mich ganz prima - ohne jegliche Suchtmittel, die ja eben nur die KURZFRISTIGE Erleichterung bringen, aber das langfristige Jammertal bringen!

Habe keine Angst vor einem Rückfall, sondern fang an, dich um dich selbst zu kümmern. Wenn du das nicht in die Hand nimmst, wird es niemand tun! Rückfallgedanken sind nur ein "Warnsignal", eine Hilferuf, dass du rücksichtsvoller und geduldiger mit dir umgehen musst und dich vor Allem nicht zurückziehen und aufgeben darst. Nimm das ernst!

Ein Rückfall kann jedem Menschen passieren, wenn man nicht rechtzeitig auf die Signale achtet. Aber auch dann kann man wieder aufstehen und sich Hilfe holen, man macht es sich halt unglaublich schwer, wenn man so lange wartet bis es "passiert" ist. Ein Rückfall kommt nicht einfach über dich - du musst schon viele Handlungsschritte unternehmen, bis es dann so weit ist, dass du dir die Flasche an den Hals setzt und bei jedem Schritt gibt es die Möglichkeit noch auszusteigen und Hilfe zu holen.

Gehst du eigentlich zum Suchtberater oder in eine Selbshilfegruppe?

Meine Erfahrung ist, dass viele Psychologen/Therapeuten mit Alkoholikern nicht richtig umgehen können, wenn sie nicht zusätzlich eine Suchtausbildung/-spezialisierung haben.

Mit mir hat mal ein Therapeut einen "Test" gemacht, bei dem rauskaum, dass ich KEINE Alkoholikerin bin. Ergebnis: ich habe noch mal 8 Jahre lang weitergesoffen und kam gar nicht mehr auf die Idee mir Hilfe zu holen, weil ich bin ja laut Psychologe KEINE Alkoholikerin

Suche dir auf jeden Fall Hilfe bei einem Suchtberater! Die können dir wirklich gut helfen und es kann der Anfang dazu sein, was du wirklich finden willst.

Liebe Grüße
Gaby


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

08.09.2004 17:47
#12 RE: Angst vor einem Rückfall antworten

hallo Charona,
„. . .richtig mutlos, beispielsweise ich lesen muss, dass so manche durchaus eine Trinkpause von 9 Monaten schafften, aber dann wieder rückfällig wurden. Ich bin jetzt gerade mal 5 Monate alkfrei und weiß nicht, ob ich das für den Rest des Lebens hinkriege. Ich war schon immer sehr schwach.“
„Schwach“ ist Ansichtssache und subjektiv. Rede dir das mal nicht ein!!! Du solltest vor dem Alk kapitulieren weil du überhaupt keine Chance hast. Und keine Trinkpause machen, das ist ein prinzipieler Unterschied.
„Wie kann man sich einen gewissen Halt verschaffen?“
Meine einzige Form der „Runderneuerung“ war der Vergleich in Gruppen mit meinesgleichen auf gleicher Augenhöhe. Alles andere habe ich überhaupt nicht an mich herangelassen. Beschimpft, gedemütigt und weggestoßen daher vereinsamt war ich bereits ausreichend für mein ganzes Leben, und das von Leuten die sowieso wussten wie das Leben geht, meinten sie jedenfalls.
Meine allerersten 4-5 trockenen Monate waren an sich traurig, unsicher, suchend, zitternd, deprimierend usw., aber der einzig mögliche Anfang, nämlich ohne Alk. Aber ich wusste im Kern sofort „das isses!!!“, als Kontur für meine weitere Entwicklung. Und mir stand auch nicht zu, gleich von Anfang an glücklich zu sein oder zu werden. Mich hätten antidepressive Pillen vermutlich eher gehindert an meinem Weg (das kann bei dir selbstverständlich anders sein, falls du in echte Depressionenn gefallen bist!!).
ich grüße dich, Max


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