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Saufnix
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Dieses Thema hat 91 Antworten
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 Ganz, ganz viele Fragen
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Max mX Offline




Beiträge: 5.878

10.09.2004 08:46
#76 RE: Was soll ich nur tun? antworten

hallo Mondfrau,
ihc wäre auch in eine "Nicht-Villa" gezogen, vorerst, und hätte mich dann sofort weiter umgeschaut. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
ich grüße dich, Max


mondfrau Offline




Beiträge: 216

10.09.2004 14:04
#77 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo Zusammen,

@ Annilein: Nein, die Wohnung war wirklich nicht schön. Ich habe schon mal den Fehler gemacht und bin in eine Wohnung eingezogen, wo ich mich von Anfang an unwohl gefühlt habe, da konnte ich mich einfach auch nicht frei machen und alles wurde erst mal noch schlimmer und bin nach 4 Monaten wieder ausgezogen, was auch wieder sehr belastend war. Und diesmal habe ich noch ein Kind - nein, das tue ich mir/uns echt nicht an.

Das was du da sagst kenne ich natürlich nur zu gut - bisher war es tatsächlich auch immer so gewesen, dass ich mir immer wieder Hintertürchen aufgehalten habe, um dann doch nicht auszuziehen. Ich hoffte und habe mir die Illusion gemacht, dass er es jetzt endlich kapiert hätte.

Aber ich mache das jetzt, ich muss es einfach tun, sonst habe ich bald überhaupt keine Kraft mehr und ich verplempere auch noch die schönste und wichtigste Zeit mit meinem Sohn - ich kann einfach nicht mehr. Ich will wirklich nur nicht in irgend ein Loch ziehen, was mich noch mehr runterdrückt.

Das Alkoholkranke gute Schauspieler sind, merke ich auch immer wieder. Gestern hat er mir erst wieder die Hölle heiss gemacht, weil ich hier im Forum war und er mir unterstellte, dass ich hier jemanden kennengelernt habe, weigerte sich aber hier zu lesen, wohl weil er Angst vor der Wahrheit hat - und es sind ihm ständig neue Dinge eingefallen, die er mir vorgehalten hat (teilweise völlig widersprüchlich).... Dann plötzlich wurde er total nett und redete mit mir als wäre nie was gewesen (von einer Minute auf die Andere :gruebel und fragte mich dann irgendwann auch noch, ob er mit ins Schlafzimmer gehen dürfe, um dort zu schlafen.

Und da hast du recht Annilein, solche plötzlichen Annäherungsversuche haben mich immer wieder weich geklopft. Es läßt mich jetzt natürlich auch nicht kalt, aber der vergangene Streit hat doch einiges in mir bewirkt jetzt einfach nach vorne zu gehen....

Ich bin hier echt in einem schlechten Film. Ich will mich einfach vor diesem ganzen Hin und Her und den ganzen Demütigungen und meinen eigenen Hassgefühlen und Aussetzern schützen. Ich mag so nicht mehr sein, denn das bin nicht ICH!

Ich hoffe so sehr, dass sich morgen was tut mit einer Wohnung. Habe auch schon kaum noch Angst wie es finanziell weitergeht. Diese Angst hatte ich ja ständig und hielt mich mitunter davon ab, was zu tun - plötzlich hat sie sich aufgelöst. Das ist unglaublich!!!!

LG Mondfrau


mondfrau Offline




Beiträge: 216

10.09.2004 14:07
#78 RE: Was soll ich nur tun? antworten

@ Max - es ist richtig: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Genau das sagte ich meinem Mann die Tage.

Aber ich entscheide mich doch für den Weg, dass ich mir gleich was Richtiges suche und nicht schon wieder auf glühenden Kohlen sitze und weiss, dass ich immer noch nicht "zu Hause angekommen" bin.

Kannst du das nachvollziehen???

LG Mondfrau


traurige13 Offline



Beiträge: 56

10.09.2004 15:26
#79 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo liebe Mondfrau,
also ich kann das ganz gut nachvollziehen, dass du nicht in irgendeine Hütte ziehen willst, sondern in eine einigermaßen zumutbare Bleibe, wo du dir vielleicht auch mal vorstellen könntest, heimisch zu werden.
So was sollte man auch sicher nicht überstürzen!
Wie ich Max verstanden hatte, meinte er, dass nur im absoluten Ernstfall, wenn Dinge eskalieren, so wie es auch bei dir war, jede Bleibe besser wäre als nach Hause zurückzukehren.
Klar, in so einem Fall ist eine Frau aus meiner Nachbarschaft sogar mal ins Frauenhaus gezogen - und das mit 2 kleinen Kindern.

Dass du nicht sicher bist, den Freundeskreis wieder aufleben zu lassen, kann ich ebenfalls nachvollziehen. Es sind bei mir (außer meinen Eltern) 2 sehr gute Freundinnen, die von Anfang bis Ende zu mir hielten und das auch heute noch tun. Zu ihnen könnte ich ganz bestimmt.
Die anderen aus meinem relativ großen Bekanntenkreis haben sich erst von meinem Freund und später auch von mir - weil ich ja die Trennung nicht durchhielt - distanziert.
Das waren sowieso mehr oberflächliche Geschichten, auf die ich mittlerweile keinen Wert mehr lege.

Versuche die Konsequenz aufzubringen, die Trennung durchzuhalten, selbst wenn dein Mann auf einmal wieder so tut, als wäre nichts gewesen.
Ich habe natürlich gut reden, denn genau an dieser Konsequenz mangelte es bei mir ja genauso.

Ich wünsche dir ein einigermaßen ruhiges Wochenende und schicke dir
ganz liebe Grüße
Traurige13


Tina 1970 Offline



Beiträge: 54

10.09.2004 16:57
#80 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Huhu Ihr lieben!

Erstmal zu Mondfrau : Es tut mir leid das es mit der Wohnung nicht geklappt hat, aber nehme nicht die erste beste in der du vielleicht nicht heimisch wirst. Denn ein Auszug oder eine Trennung egal von wem ist nie einfach und wenn du dann in einer Wohnung bist in der du dich nicht wohlfühlst ist das kein guter Neustart. Du wirst das richtige und passende schon finden!

Habe heute einen ganz schlechten Tag.
Denn heute vor einem Jahr bin ich aus der damals noch gemeinsamen Wohnung ausgezogen und habe meinen Neustart begonnen.
Jetzt fragt Ihr euch warum ich deswegen 1Jahr später schlecht drauf bin?
Es sind Schuldgefühle , es sind die Gedanken immer und immer wieder was wäre wenn?
Was wäre gewesen wenn ich die Scheidung nicht eingereicht hätte ?
Wenn ich Ihn nicht in der LZT hätte sitzenlassen? Muß mir heute noch sagen lassen ich hätte Ihn im Stich gelassen!!!
Nur ich habe gekämpft jahrelang gegen einen Feind der nicht zu besiegen ist ! der ALKOHOL !
In der SHG sagen sie immer : Du hast das einzig richtige gemacht! Das weiß ich auch trotzdem kommen an bestimmten Tagen das alles in mir hoch!

Ich will diese Schuldgefühle loswerden denn mich trifft keine Schuld.
Ich war nicht Schuld das er getrunken hat, warum ich, ich habe Ihn nicht gezwungen zu trinken.
War immer eine gute Hausfrau, Ehefrau und Mutter was habe ich falsch gemacht?

Ich bin froh das mein Mann es geschafft hat auch ohne mich,
finde ich als ein Zeichen von besonderer Stärke.

Ich bin eigentlich eine starke Frau und doch eigentlich so schwach.......

Denke es wird noch einige Zeit brauchen um alles zu verarbeiten nicht nur Alkoholiker brauchen ein Therapie auch
dessen Angehörige!

Und die mache ich auch und kann sie jedem Co nur raten, nimmt Hilfe in Anspruch !


Bis bald

Tina


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

10.09.2004 17:23
#81 RE: Was soll ich nur tun? antworten

hallo Mondfrau,
Traurige13 hat es richtig gedeutet. „. . . Weg, dass ich mir gleich was Richtiges suche und nicht schon wieder auf glühenden Kohlen sitze und weiss, dass ich immer noch nicht "zu Hause angekommen" bin.
Ist völlig o.k. Hauptsache ist ja bloß´dass du überhaupt stehen kannst.
hallo Tina,
„Ich will diese Schuldgefühle loswerden denn mich trifft keine Schuld. Ich war nicht Schuld das er getrunken hat, warum ich, ich habe Ihn nicht gezwungen zu trinken. War immer eine gute Hausfrau, Ehefrau und Mutter was habe ich falsch gemacht? Ich bin froh das mein Mann es geschafft hat auch ohne mich, finde ich als ein Zeichen von besonderer Stärke.
Ich bin eigentlich eine starke Frau . . . .
Denke es wird noch einige Zeit brauchen um alles zu verarbeiten nicht nur Alkoholiker brauchen ein Therapie auch dessen Angehörige!"
Tina, das hast du super klar und kurz ausgedrückt, es geht mir zuHerzen. Darin steht ganz genau, dass auch der Co-Alkoholiker krank geworden ist – OHNE SEINE SCHULD!!!!!
hallo Mondfrau,
auch bei dir lese ich ähnliche Tapferkeit heraus. Ich hoffe sehr für dich dass du es in Kürze gerafft haben wirst, damit du in Ruhe und unbehelligt ganz alleine zu dir selber finden kannst. Das brauchst du genauso für dich, wie der Trinkende für sich.
ganz lieben Gruß, Max


Tina 1970 Offline



Beiträge: 54

10.09.2004 19:27
#82 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo Max....

Ich bin mit dir ganz einer Meinung......
Auch die Co-Abhängigkeit ist ein Teufelskreis aus dem nur sehr schwer auszubrechen ist.....

Ich bringe es für mich, und nur für mich, auf den Punkt!

Ich, die jahrelang Co-Abhängig was hatte weder ein Selbstwertgefühl noch sonst irgendwas, habe mich zum Schluß als ein Mensch schlechter KLasse gefühlt als einen Menschen der nur im Suff zu ertragen ist!!!!!!

Denn ich suchte ja die Anwort auf die Frage warum er immer trank bei mir......

Als es bei uns eskalierte und die Polizei Ihn der Wohnung verwieß sagten alle och der ARMMMEEEEEEEEEE !

Ein paar Tage später rief mich eine sehr nette Dame von einer Frauengruppe an und ließ mich reden. Ich nahm Ihn nur in Schutz und suchte die Schuld bei mir!!!
Sie unterbrach mich und sagte sehr energisch : Lernen Sie das sie das Opfer sind nicht er!!!!

Ich habe mir das alles tagelang durch den Kopf gehenlassen und habe mir dann ganz schnell einen Therapeuten bei der Caritas gesucht. ( kann ich nur empfehlen)

Bin dort sehr lange hingegangen und habe vieles gelernt!

Heute bin ich selbstbewußt und nicht mehr der Duckmäuser heute sage ich laut und deutlich was ich denke ohne darauf zu achten ob ich es damit meinem Mann recht mache oder nicht!

Jeder ist für sein Leben verantwortlich und noch was jeder hat nur dieses eine Leben !!!!!
Und damit ist jeder für sein Glück verantwortlich und hat ein Recht darauf in Ruhe und Frieden zu leben und nicht mit Hass, Trauer und Angst.


LG

Tina


mondfrau Offline




Beiträge: 216

30.09.2004 15:33
#83 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo Traurige,

wollte mal hören, wie es dir so geht.

Bist du überhaupt noch hier? Ich habe schon lange nichts mehr von dir gehört.

Liebe Grüße

Mondrau


traurige13 Offline



Beiträge: 56

03.10.2004 21:12
#84 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo liebe Mondfrau,
es ist lieb von dir, dass du dich nach mir erkundigst.
Ich war in den letzten Tagen kaum hier im Forum - aus den unterschiedlichsten Gründen.

Die harte Realität hat mich eingeholt und mir in den letzten Wochen sehr heftig zugesetzt.
Nachdem ich ja versucht habe, mich immer mehr von meinem Freund zu lösen und auch klare Abgrenzungen geschafft habe, ist es dann mal wieder eskaliert.

Nachdem er wieder etliche Male nicht an der Kneipe vorbeikonnte, obwohl wir verabredet waren und dann ziemlich angetrunken bei mir erschien, schmiss ich ihn raus und brüllte ihm nur noch hinterher, dass ich mir wünschte, er solle sich doch endlich kaputtsaufen, dann hätten wir alle Ruhe.......
Ging dann am Abend darauf mit Freunden aus, um mich abzulenken und da tauchter er sturzbetrunken auf, machte alle aggressiv an, bis er schließlich einem Bekannten ins Gesicht schlug.......
Ich wollte beruhigend auf ihn einreden und da schlug er auch bei mir zu !!!!!Es war das erste Mal in unserer Beziehung, wo er alkoholisiert gewalttätig wurde und der körperliche und der seelische SChmerz saß und sitzt immer noch tief....

Bin seitdem in ärztlicher bzw. psychotherapeutischer Behandlung und mir geht es nicht gut. Bin seitdem krank geschrieben und kaum fähig, meinen Alltag zu organisieren bzw. für die Kinder da zu sein.
HAbe in den wenigen Gesprächen mit dem Therapeuten richtig erkannt, wie wahnsinnig schwer es auch ist , aus dieser verfluchten CoAbhängigkeit zu lösen.
Ich habe das wohl alles ziemlich unterschätzt.
In mein Haus habe ich neue Schlösser einbauen lassen, neue Telefon- und Handynummer, aber das schützt mich auch nicht vor immer wiederkehrenden Versuchen meines FReundes, bei mir aufzutauchen , die Kinder abzufangen usw.
Habe in einem Gespräch ca. 5 TAge nach der Eskalation ganz klar gesagt, dass es für ihn nie wieder eine Chance bei mir gäbe, es sei denn, er mache einen Entzug und Therapie - er lachte mich aus und meinte nur, ich hätte Verfolgungswahn, er wäre nicht krank sondern ich.

Genug von mir, das alles hat mir unheimlich zugesetzt und ich habe viel dran zu arbeiten.

Ich hoffe, dass es dir besser ergangen ist in den letzten Wochen, liebe Mondfrau?!

Traurige13


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

08.10.2004 06:24
#85 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo Traurige!
Habe dein Posting gelesen und es tut mir sehr leid für das was Dir wiederfahren ist.
Aber eins möchte ich dir sagen bzw. schreiben:

Du bist auf dem richtigen Weg!!!!!!!

( Nur das das durchhalten ist sehr schwer )

Ich meine damit du hast deine klaren Grenzen signalisiert.
( Schlösser auswechseln , neue Telefonnummern usw.)

Das diese Zeit im Moment sehr schwer ist weiß ich und mit Sicherheit viele andere auch .
Denn im Moment wird er keine Ruhe geben und wird alles versuchen dich zurückzubekommen dir alles und jedes versprechen ( denn das hat ja schon oft geklappt warum sollte es diesesmal nicht auch so sein* denkt er sich*)
Du mußt jetzt stark sein , für dich und die Kidds, und deinen Willen durchsetzen , den das ist wichtig.

Du hast die Tür aus diesem Teufelskreis aufgestoßen und nu geh hindurch und weiter gerade aus !!!!!


Tina 1970 Offline



Beiträge: 54

08.10.2004 06:34
#86 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Oha!
Sorry der letzte Beitrag war meiner habe mich vergessen einzuloggen * schwerbeschämtzubodenguck*

Und ich hoffe man verzeiht mit* schwörnichtmehrvorkommt*


Super liebe Grüße von der Tina

Liebe Traurige!

Ich hoffe das ich Dir mit meinen paar Zeilen einwenig Mut gemacht habe!!!
Verschließe dich bitte nicht vor deiner Außenwelt und nehme in deiner Situation jede Hilfe in Anspruch die du bekommen kannst.

DU BIST DAS OPFER NICHT ER !!!

LG Tina


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

08.10.2004 08:00
#87 RE: Was soll ich nur tun? antworten

hallo Traurige,
auch wenn alles absolut beknackt und bespuckt ist, dann schreibe doch wenigstens hier dein Leid heraus. Auch ich bin mit dir traurig und mir fällt kein Trost ein. Außer alles jedes Mal aufschreiben und auf geht's zur Polizei, Anzeige. Dann sind die wenigstens schon mal vorprogrammiert.
aber geteiltes Leid ist halbes Leid, Max


mondfrau Offline




Beiträge: 216

08.10.2004 14:56
#88 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo liebe Traurige,

entschuldige bitte, ich habe eben erst deine Nachricht gelesen, obwohl ich regelmäßig alles durchgucke.

Ich bin entsetzt über das was dein Freund sich da erlaubt hat. Es tut mir sehr leid, was du durchmachen musst. Aber hoffentlich hast du es somit geschafft, dich vollkommen von ihm zu distanzieren. Vielleicht (entschuldige, wenn ich das so sage) musste es soweit kommen, dass du jetzt wirklich konsequent geworden bist.

Dein Verhalten zeigt mir in jedem Fall, dass du tatsächlich noch einen Funken Selbstachtung hast. Sehr schön!!!

Liebe Traurige, auch sehr gut ist es, dass du so schnell einen Therapieplatz gefunden hast. Hoffentlich bist du dort gut aufgehoben. Das ist jetzt ganz wichtig für dich.

Übrigens was Max geschrieben hat, kann ich vollkommen unterschreiben. Komm wieder öfter zu uns und tausch dich mit uns aus, wenn es dir schlecht geht. Dafür ist das Board da. Du wirst sehen, dass es dir dann immer wieder besser geht, wenn du total in den Seilen hängst.

Ich komme auch ab und an mal in den Trott, dass ich nichts von mir gebe (weder hier noch bei Freunden), wenn es mir mal wieder nicht gut geht oder wenn alles mal wieder stagniert (das ist mir dann unangenehm, weil ich so tatenlos und blockiert bin), aber dann raff ich mich auf und schreib einfach, was mir auf dem Herzen liegt. Das tut gut und bringt mich immer einen kleinen Schritt wieder weiter.

Mir geht es soweit ganz gut momentan. Morgen freue ich mich auf die Zeitungsanoncen, denn hier zu Hause verändert sich nichts.

Mein Mann ist die letzten Tage depressiv gewesen (angeblich kenne er dieses Gefühl gar nicht :gruebel und hat sich demnach schon auf der Arbeit mit einem Kollegen (der komischerweise auch depressiv war :mauer einen Flasche Wodka reingekippt. Da wäre ich auch depressiv.

Am gleichen Tag wollte er sich dann noch was durch die Nase ziehen, er hätte sich das verdient, weil er es schon soooo lange nicht mehr gemacht hat, da bin ich dann doch kurz etwas wild geworden und habe das Zeug vom Tisch gefegt. Wenn das einer gesehen hätte, wie er sich aufgeführt hat. Unglaublich. Ich war aber ganz ruhig und habe nicht wie sonst immer hysterisch reagiert.

Ich distanziere mich innerlich immer mehr. Gestern habe ich ihm gesagt, warum ich keine Lust mehr habe mit ihm zu schlafen. Wer will schon mit jemandem ins Bett, der einen demütigt und nicht den angemessenen Respekt entgegen bringt und dabei noch ne Fahne hat. Er könne das. Schön für ihn - ich halt nicht mehr!

Und das ganze fing bei mir an, nachdem ich im Mai einen Schwangerschaftsabbruch hatte. Seitdem läuft von mir aus nicht mehr viel. Natürlich hat er mich damals alleine gelassen obwohl er anwesen war. Das war ein großer Knackpunkt bei mir. Ich denke, so offen und ehrlich wollte er das nicht hören.

So liebe Traurige, lass immer mal wieder was von dir hören, wenn du es kannst. Wir hören/lesen dir zu.

Fühl dich umarmt und halt die Ohren steif.

LG Mondfrau


Bummi Offline




Beiträge: 261

08.10.2004 17:32
#89 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo Traurige!
Mein Slogan ist: Für alles gibt es seine Zeit!
ZUmindest einer von vielen,aber auch das hat mir schon oft geholfen,auch wenn es schwer fällt,aber ich habe es gelernt.Ich bin trockene Alkoholikerin,aber bevor ich nasse Alkoholikerin wurde,war ich 14 Jahre mit meinem Cousin verheiratet und kannte ihn eigentlich nur mit ALkohol,warum ich ihn dann noch geheiratet habe,keine Ahnung,vorbei!Aber ich habe da auch eine Menge erlbt und durch gemacht,bis ich dann mit meiner Tochter die Wohnung verlassen habe und die Scheidung eingereicht habe.
Ich weiß auch,daß nur ich allein für mein Leben verantwortlich bin und egal was passiert ist,und es ist viel passiert,meine Entscheidung war oder von meinen Entscheidungen abhängig.Manchmal ist es ein langer,mühsamer Weg zur Zufriedenheit,aber er lohnt sich!!!
Du kannst also auch in negativen Situationen Mut schöpfen,denn all das Negative gehört dazu um zum Positiven zu galangen und das Eine verringert sich,damit die andere Seite wächst!!
Wenn sich ein paar Psychologen immer meine Geschichte angehört haben, dann haben sie die Hände über den Kopf geschlagen,aber es ist mein Leben und ich habe so viel geschafft,es ist alles zu schaffen!!
ich wünsche Dir viel Durchhaltevermögen,Mut und Konsequenz!!!Bummi


traurige13 Offline



Beiträge: 56

11.10.2004 19:44
#90 RE: Was soll ich nur tun? antworten

Hallo,
melde mich jetzt mal nach ein paar Tagen Abstinenz vom PC, um mal ne Meldung von mir zu geben.

@ Tina, Max, Mondfrau und Bummi

Ganz lieben Dank für eure lieben und verständnisvollen Antworten. Die helfen mir auf jeden Fall. Es tut einfach gut, sich das alles von der Seele zu schreiben und wenn ich merke, dass ihr mir mit euren Sätzen zur Seite steht, gehts ein kleines bisschen leichter.

Leider neige ich dazu, mich gerade im größten Kummer komplett abzuschotten; ich melde mich dann nirgends, gehe nicht mehr ans Telefon , kein PC, gar nichts mehr......
Meist rüttelt mich dann eines meiner Kinder wach (um derentwillen halte ich das alles einigermaßen über Wasser) bzw. eine Freundin.
Wenn ich sonst ein eher aktiver und unternehmungslustiger Mensch bin, bin ich dann wie gelähmt und zu nichts imstande. Leider dauert dieser Zustand trotz aller meiner Bemühungen in Therapie usw. schon für mich zu lange....

Bei dir, Bummi, glaube ich, habe ich unter deinem Namen gelesen "ich mag mich" und als ich das las, war mir klar, dass ich ganz, ganz weit davon entfernt bin, mich auch nur im geringsten zu mögen. DAs ist absolut kein Understatement in irgendeiner Form, aber ich wüsste zur Zeit echt nichts, was ich an mir gut leiden können müsste.....geschweige denn andere Leute.
Mir ist schon klar, dass ich erstmal wieder in der Lage sein muss, mich selbst zu mögen.
ABer wie stelle ich das denn an??Tipps dazu hat mir leider noch niemand gegeben.

Seit dieser Trennung vor einiger Zeit von meinem Freund fühle ich mich doch oft sehr einsam. So blöd wie es klingt, aber sogar diese negativen Vorfälle, seine Ausraster und Unzuverlässigkeiten durch ständige Kneipenbesuche haben bei mir schon für eine gewisse Normalität in meinem Alltag gesorgt ....und die ist jetzt eben auch weg.

Co-Abhängigkeit hat ganz viel mit einem selbst zu tun, und ich hoffe, weiter zu erkennen, was mit mir los war bzw. ist, dass ich das alles so mitgemacht habe.

Es grüßt euch
Traurige


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