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Saufnix
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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 1.064 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
nowayout ( gelöscht )
Beiträge:

28.08.2004 09:34
RE: Alkohol und Angst antworten

hallo,
es ist halb neun morgens, ich hab nicht viel geschlafen und mir fällt nichts besseres ein als mir zum frühstück 2 bier zu kaufen und (natürlich) zu trinken. es ist wochenende. ich fühle mich unendlich einsam, aber ich mache auch nichts dagegen. schliesse mich zuhause ein. das ganze seit 3 jahren. täglich 3 bier am abend. am wochenende oft mehr. durchgeschlafen hab ich eigentlich schon lange nicht mehr. ich hab, laut internet test und selbstdiagnose, eine mittelschwere depression. ob das vom alkohol kommt, oder durch alkohol noch weiter verstärkt wird, weiss ich nicht. trau mich ja nicht zum arzt. war aber 2 monate jede woche bei der suchtberatung. geholfen hats nichts. dann bin ich nicht mehr hingegangen. ich habe grosse angst um meine gesundheit. ich rauche sehr viel (20-30 zigaretten am tag), trinke meine 3 bier am abend auf nüchternen magen, esse danach recht viel, mache kaum sport, schliesse mich zuhause ein, kapsle mich von freunden und bekannten ziemlich ab und versinke in selbstmitleid.
nun meine frage, wie lange kann so etwas gut gehen? war vor 5 monaten beim arzt (natürlich wegen etwas anderem) und mir wurde blut abgenommen. der bluttest hat keine abnormalitäten ergeben, ausser die leberwerte. die waren doppelt bis dreifach so hoch. mein arzt hat mir "alkoholverbot" verordnet, was ich natürlich nicht eingehalten habe. ich lese immer wieder von schlimmen situationen während des entzugs. heisst das, wenn man total abhängig ist und von heut auf morgen zu saufen aufhört, dass man epileptische anfälle, usw bekommt? ich habs nämlich vor 4 wochen geschafft 1 woche überhaupt nichts zu trinken. ich dieser woche gings mir sehr gut, fast ein "normales" leben. leider kam dann wieder ein fest und ich "musste" saufen. idiot! aber in dieser woche hab ich überhaupt keine entzugserscheinungen gehabt. heisst das, dass es um mich noch nicht ganz schlimm bestellt ist? dass ich eine chance habe, wenn ich mir endlich hilfe hole und zum saufen und rauchen aufhöre, meine gesundheit wieder "herstellen" kann? und, nachdems bei der drogenberatung nicht geklappt hat, was ist eine gute hilfe?
vielen dank euch allen,
lg nowayout


NoAlktoday Offline




Beiträge: 654

28.08.2004 09:50
#2 RE: Alkohol und Angst antworten

Hallo Nowayout,

erst einmal begrüße ich dich hier auf dem SaufNix-Board.

Deine Fragen kann hier niemand so ohne Weiteres beantworten, aber eins kann ich dir gleich am Anfang schreiben: Es gibt immer einen Weg hinaus (ich beziehe mich auf deinen Namen), Alkoholismus ist, wenn man etwas dagegen unternimmt, keine Einbahnstraße.

Ob du bereits dem Alkohol verfallen bist, ist nicht nur von der Anzahl der regelmäßig getrunkenen Biere abhängig, sondern hier kommt auch noch dein normaler Lebenswandel, deine körperliche Konstitution, dein Gesamtgewicht etc. hinzu.
Drei Biere täglich würden sicher nichts ausmachen, wenn man regelmäßig gut isst und nicht nur Bier frühstückt, denn auf nüchternen Magen Alkohol - in welcher Form auch immer - ist überhaupt nicht zu empfehlen. Wobei die Regelmäßigkeit schon verdächtig ist.
Hier wird immer der Tipp gegeben, eine Saufpause einzulegen, um festzustellen, ob man abhängig ist.
Lies dich hier einfach mal durch die einzelnen Threads durch, du findest sicher viele Antworten auf deine Fragen.

Zu der Angst, unter Menschen zu gehen:
Frage all die, die Selbsthilfegruppen aufsuchen, was ihnen das gebracht hat. Du bist da nicht alleine und hältst Kontakt zur Außenwelt

Ich wünsche dir alles Gute!

Jutta


helena R ( gelöscht )
Beiträge:

28.08.2004 09:54
#3 RE: Alkohol und Angst antworten

Hallo nowayout,

herzlich willkommen hier am board. Daß Du ein Problem hast,
ist Dir ja klar.
Hilfe bzw. Wege zur Hilfe findest Du hier ganz viele, lies Dich mal etwas durch.

Daß Dir die SHG nicht wirklich geholfen hat, kann ja viele Gründe haben, spricht aber nicht gegen SHG an sich.

Was Depressionen, Alkoholabh. und Nikotinabusus angeht,
denke ich, daß Du das der Reihe nach angehen solltest, alles auf einmal ist zu schwierig.

Fang am besten mit Alkohol an , ich meine mit der Alkoholproblematik, manches erledigt sich dann auch schon von alleine.

Leberwerte, fehlende Entzugserscheinungen etc. sagen nicht unbedingt etwas aus, es kann trotzdem sein, daß Du diesmal Entzugserscheinungen bekommst.
Deswegen nicht alleine entziehen, lies Dich durch, auch dazu gibt es jede Menge posts hier.

Ich hoffe, Dir erstmal weitergehofen zu haben, es werden sich wohl noch kompetentere Menschen hier äußern.
Bleib dran und schreib hier auf, was Dir einfällt,

LG helena


helena R ( gelöscht )
Beiträge:

28.08.2004 09:56
#4 RE: Alkohol und Angst antworten

Nochwas: Eine Chance hast Du immer, je eher und konsequenter Du sie nutzt, umso besser für Dich und Dein zukünftiges Leben, was Gesundheit und vor allem Lebensqualität angeht.

Aber DU mußt es tun!!

LG helena


Bernd48 Offline




Beiträge: 979

28.08.2004 09:58
#5 RE: Alkohol und Angst antworten

Willkommen auf dem Saufnix-Board, Nowayout

Den Beitrag von Jutta unterschreibe ich einfach.

Lange habe ich gebraucht und stehe noch am Anfang, aber ich weiß, dass es richtig ist.


apfelsaft Offline



Beiträge: 256

28.08.2004 10:50
#6 RE: Alkohol und Angst antworten

moin noway,
Frage:nun meine frage, wie lange kann so etwas gut gehen? war vor 5 monaten beim arzt

das geht solange gut bist du iner kiste liegst.
sorry

gute 24h

markus


Ralfi Offline



Beiträge: 3.520

28.08.2004 11:08
#7 RE: Alkohol und Angst antworten

Hi nowayout,

jemanden der auf die Idee kommt zum Frühstück auf nüchteren Magen zwei Bier zu kaufen und zu konsumieren kann man ohne weitere Details sagen, daß er mit Sicherheit ein massives Alkoholproblem hat.

Was hast du bei der Suchtberatung gemacht und was war deine Motivitation. Die Suchtberatung kann nur Leuten helfen die aktiv mitarbeiten. Hingehen und denken "da wird mir schon geholfen" klappt nicht.

Eine SHG sowohl für Alkohol wie auch für Depressionen wäre dringend zu empfehlen.

Das wichtigste aber ist der feste Wille mit dem saufen aufzuhören.

Ralf


Bobby ( gelöscht )
Beiträge:

28.08.2004 13:05
#8 RE: Alkohol und Angst antworten

Herzlichen Glückwunsch, du hast den Weg auf das Board hier gefunden.
Eine Entziehungskur und danach der Besuch bei den AA's hat mir geholfen trocken zu bleiben, zudem noch bücher und auch dieses Board hier.
Du hast mir eben auch noch geholfen, mir geht es nicht so gut, dir scheint es aber noch schlechter zu gehen. So würde es mir wohl auch gehen wenn ich noch saufen würde, wenn ich noch leben würde. Es ist eine Entscheidung zwischen Leben und Tod. Suche dir doch mal ein Meeting in deiner Nähe und geh mal hin. Es geschehen dort manchmal Wunder.

Boris


Absti ( gelöscht )
Beiträge:

28.08.2004 21:26
#9 RE: Alkohol und Angst antworten

Was ist los? Der vorletzte Satz von Boris macht mir Angst. Hat er sich / hast Du Dich vertippt?


sophie29 Offline



Beiträge: 6

02.09.2004 12:47
#10 RE: Alkohol und Angst antworten

also das könnte ich sein.....
mir gehts echt genau, wie dir... schließ mich ein, bemitleide mich, usw...
was wir auch gemeinsam haben--- wir haben nicht den mut, die sache zu ändern...
was du schreibst, mit den depries und die woche, als du kein alk getrunken hast, da ging es dir besser...
also ich denke doch, das hier einiges überzogen wird
man hat depries und ich finde, wenn man dann noch allein alk trinkt, dann werden die depries schlimmer... das hab ich bei mir festgestellt...
und das es dir besser geht, wenn du mal nix trinkst, am nächsten tag, ich glaub nicht, das es am alk liegt...
man ist nur stolz, etwas geschafft zu haben... und in dem fall, nix zu trinken... also gibt es ein glücksgefühl...
ich versuche immer mich zusammen zu reissen und doch ab und zu mit freunden was zu unternehmen...
und stell dir mal nen paar ziele, was du noch schaffen willst, in deinem leben.... pass auf- dann hast du auch erst mal dieses glückgefühl...

das alles ist meine einstellung, also wenn du wirklich nur max 3 bier am abend trinkst, denn dann bist du mir in diesem bereich auch sehr gleich...

also wenn du dein leben änderst, mal was anderes probierst, glaub ich das die depries zumindest ab und an weniger werden- so ist es bei mir
hab wenigstens aller zwei tage, so ein scheiss gefühl in mir... dann will ich am liebsten in meiner wohnung liegen, alles abdunkeln--- und der welt die schuld geben....

es liegt nicht daran, das ich abends mal appetit auf nen halbes glas wein hab.. hab ja auch appetit auf schönes zu essen

also versuchs mal, dann gehts dir auch mal etwas besser, wie mir... halt die ohren steif


nowayout ( gelöscht )
Beiträge:

02.09.2004 19:28
#11 RE: Alkohol und Angst antworten

hallo,
vielen dank für eure antworten. viel hab ich nicht geschafft seit meinem posting, ausser einen termin bei einer psychologin fixiert. leider erst am 9.9. (sie ist auf weiterbildung bis 8.9.). ich möchte unbedingt eine ärztin (ich bin m), kann dann, glaube ich, leichter reden. ich möchte hilfe, schon sehr lange, nur hab ichs nie "geschafft" (ausser bei der drogenberatung, war aber nix). ich könnte jetzt seitenlang rumjammern, in selbstmitleid versinken und euch langweilen, kurz: "ich trinke alkohol, weils mir schlecht geht, und mir gehts schlecht, weil ich alkohol trinke", oder umgekehrt. ein teufelskreis aus dem ich alleine nicht mehr rauskomme. versuche es ja schon sehr lange, nur mit kurzen, zwischenzeitlichen erfolgen (immer nach dem sommerurlaub!?). nach den 3 bieren kann ich zumindest alles verdrängen, somit gehts mir besser, bin alleine, muss mich nicht mit anderen beschäftigen, usw., dass es mir am nächsten morgen eben deswegen wieder schlecht geht ("hab wieder mal einen tag verschenkt"), ist der teufelskreis.
die tage/wochen/monate/ja sogar jahre in meinen leben gehen so spurlos an mir vorbei, als ob ich gar nicht da bin. klar passiert mir mal was schönes, ein urlaub, ein ausflug, ein fest, alles mit freunden, aber ich fühle es nicht, ich vergesse es gleich, ich geniesse es nicht. es ist, als ob ich nicht dabei bin. will in selbstmitleid versinkend vorm pc sitzen und meine 3 bier trinken. komisch. traurig, für mich.
so das wars jetzt erstmal mit "euch langweilen",
wünsch euch allen ein schönes wochenende,
danke noch mal für die antworten,
lg nowayout

ps:
gibt es einen unterschied zwischen einem psychiater und einem psychologen???


nowayout ( gelöscht )
Beiträge:

12.09.2004 08:23
#12 RE: Alkohol und Angst antworten

wollte euch nur mitteilen, dass ich wirklich bei der psychologin war und sie mir antidepressiva und eine gesprächstherapie verschrieben hat. hoffe nun, dass ich einen platz bei einer therapeutin so schnell als möglich bekomme. über die medikamente kann ich noch nichts sagen, ist heute der erste tag, bin aber sehr zuversichtlich, nur weiss ich nicht, wie lange es in etwa dauern kann, bis es mir besser gehen könnte.
in 2 wochen muss ich wieder hingehen.
nowayout (oder doch ein weg "out"?)


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

12.09.2004 17:54
#13 RE: Alkohol und Angst antworten

Hallo nowayout,
mit 3 Bier solltest du normalerweise keine furchtbaren Gesundheitsschäden davontragen. Besser wäre natürlich weniger oder gar nichts, aber das sind Glaubensfragen. 2-3 fach erhöhte Leberwerte (GGT, GOT, GPT) sind hier schon seltsam. Ist es nicht vielleicht doch mehr ? Wenn nicht, kann es auch andere Ursachen haben. Die Angst mit dem Arzt gibt es wohl öfter. Ist es aber nicht eigentlich die Angst vor der Wahrheit ? Ich jedenfalls stehe mittlerweile auf dem Standpunkt:
Gehe ich nicht zum Arzt, muß ich mir keine schlimmen Wahrheiten anhören, weiß aber auch nicht, daß es vielleicht gar nicht so schlimm ist. Grübel, Grübel...
Geh ich zum Arzt, stelle mich der Wahrheit und lasse mir professionell helfen und muß nicht weiter grübeln.
Krank oder gesund bin ich so oder so.

Also lass dich nicht verrückt machen, von irgendwelchen Psychologen und sonstigen Ratschlägen, von Leuten, die nur ihre eigene Wahrheit verkaufen. Die Menschen sind sehr unterschiedlich und was für den einen stimmt, stimmt für den anderen noch lange nicht. Höre erst mal in dich selbst hinein. Ich denke, dass du außer den 3 Bieren andere, größere Probleme hast. Die mußt du erst erkennen, dann kannst du reagieren.

Ich wünsche dir viel Glück und belüge dich nicht selbst, dann geht es bald bergauf...


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