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Saufnix
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Dieses Thema hat 98 Antworten
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 Ganz, ganz viele Fragen
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laufchrissi ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2004 08:49
#46 RE: Suchtfibel antworten

tja das ist gelebter Alkoholismus...immer schön wegrennen.

Ich seh das so,lieber Slogar und schließe mich damit der Meinung der AA an, Du hast nicht vor dem Alkohol kapituliert.

In meiner Therapie hat damals einer unserer Therapeuten einen schönen Vergleich gebracht. Den will ich hier mal zum Besten geben.

Wenn Du den Alkohol mit Muhamed Ali vergleichst, würdest Du mit dem in den Ring steigen, obwohl Du genau weißt, daß Du wieder die Hucke voll kriegst und blutend in Deiner Ringecke liegst. Würdest Du nicht, denn es ist gegen JEDE Vernunft.

Und noch eins, lieber Slogar, es hat Dir keiner die Flasche an den Hals gesetzt und Dich gezwungen zu trinken. Und schminke es Dir ab, daß Dein Leben anders und besser wird wenn Du Dich trennst. Du nimmst Dich nämlich mit. Und der erste Mensch dem Du begegnest in einer neuen Wohnung in einer neuen Stadt, oder in einem neuen Land, das bist Du.

Alles Gute


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

29.07.2004 08:54
#47 RE: Suchtfibel antworten

Hallo Laufchrissi,

"Wenn Du den Alkohol mit Muhamed Ali vergleichst, würdest Du mit dem in den Ring steigen, obwohl Du genau weißt, daß Du wieder die Hucke voll kriegst und blutend in Deiner Ringecke liegst. Würdest Du nicht, denn es ist gegen JEDE Vernunft."

Dieser Vergleich gefällt mir sehr gut und ist sooo treffend.

Ich kenne einen ähnlichen:

Würdest Du, wenn Du gerade aus dem Krankenhaus mit einem gebrochenen Bein entlassen bist, bewußt in das nächste Auto rennen?

LG
Adobe


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

29.07.2004 09:41
#48 RE: Suchtfibel antworten

hi Solgar,
ich denke doch trotz Rückfall, dass du vor dem Alkohol kapituliert hattest und hast.
Dazu kam eben deine "Beziehung", mit der du nicht klar kamst/kommst.
Ich denke du bist in der gleichzeitigen Behandlung beider Sachen über die eigenen Füße gefallen. Aber wieder aufgestanden. Also? Zuerst die Trockenheit, dann die Beziehung, wenns auch noch so bescheuert ist. Aber dieses "verlorene?" halbe Jahr wirst du wieder einholen. Mir bist du ja immer so eine Spur zu barsch im Ton, so wie wenn du dich selber in den Hintern treten müsstest, dir selber was beweisen. Entschuldige wenn ich mich jetzt irre, aber besser ich habe es gesagt.
auf's neu! ich grüße dich, Max


laufchrissi ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2004 10:29
#49 RE: Suchtfibel antworten

Hallo Max,

wie soll das denn gehen "das verlorene 1/2 Jahre wieder einholen" Soll er schneller leben?

Ich kann nur für heute leben und Leben verschieben auf morgen geht nicht. Ich muß heute dafür sorgen, daß ich morgen trocken sein kann.

Und ganz provokant: "beides zusammen ging nicht"
Ich habe eine Beziehungskiste in den ersten Jahren meiner Trockenheit lösen dürfen. Aber nicht im ersten halben Jahr. Allerdings und das scheint mir wichtig, es gibt auch hier eine Empfehlung aus den AA-Gruppen. Laß die Dinge in den ersten Monaten wie sie sind, wechsle nicht den Job, trenne Dich nicht, baue kein Haus.
Ich hatte mit mir alle Hände voll zu tun und hätte ganz sicher keinen Huddel gebrauchen können.
An aller erster Stelle steht die Trockenheit und alles Andere kommt von ganz alleine.

In diesem Sinne grüßt Dich Christiane


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

29.07.2004 10:53
#50 RE: Suchtfibel antworten

hallo Christiane,
zur Erklärung des halben Jahres:
von Solgar: „Bin jetzt aber wieder nüchtern. Könnt mich in den Arsch treten, 1/2 Jahr für nichts.“
Er ärgert sich, über sich selbst, und meint ein halbes Jahr verloren zu haben (entnehme ich diesem Beitrag). Daraus folgere ich, ich denke dass wenn er diese Zeit nicht verloren hätte, er bereits weiter wäre.
Genau dieses wollte ich aber bezweifeln mit meinem Teil „Aber dieses "verlorene?" halbe Jahr wirst du wieder einholen“, worin ich ja das „verlorene“ in Klammern sowie mit Fragezeichen versetzt hatte. Und damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass ich das halbe Jahr nicht für verloren halte.
Auch ich weiß dass man Zeit niemals einholen kann. Gemeint ist dabei allerdings die Zeit im Sinne von „chronos“. Dann gibt es noch die Zeit „kairos“ (in der griechischen Sprache bzw. im Neuen Testament), womit eher die innere Zeit gemeint ist. Und da können dann - nach Reifung - Minuten zu Jahren werden, sinngemäß.
In der Hoffnung es nun präziser ausgedrückt zu haben, was ja nicht so einfach ist,
Max


Biene2 Offline




Beiträge: 4.231

29.07.2004 11:14
#51 RE: Suchtfibel antworten

Hallo Ihrs,

da muss ich den AAs Recht geben,Laufcrissi...

Im ersten Jahr sollte man überhaupt keine Neuerungen wagen,meine ich.

Man ist da noch gar nicht richtig zurechnungsfähig...muss sich selber erst mal neu orientieren..
Wenn man dann nach der Neuordnung der Persönlichkeit immer noch der Meinung ist,es wäre Handlungsbedarf,dann kann man es guten Gewissens und gestärkt tun.

Wenn ich's jetzt täte,wüsste ich,was ich tue....im ersten Jahr wäre es nur eine Kurzschlussreaktion gewesen...

Und weil ich heute weiß,was ich da tun würde,tu ich's nicht...bringt ja eh nix...ich müßte mich ja mitnehmen.


Rosalie ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2004 11:15
#52 RE: Suchtfibel antworten

Hallo Solgar,

mir fiel dazu ein Bild ein.

Jemand will über einen breiten Bach springen. Das erste Mal landet er in der Mitte des Bachs und ist pitschnass. Er schwimmt zurück und probiert es nochmal auf die gleiche Weise und landet wieder in der Mitte des Bachs, pitschnass...
Er schwimmt zurück und fragt jemanden oder andere, die es schon über den Bach geschafft haben, wie die das denn gemacht haben... Er sagt sich, aber ich schaff das so, scheiss auf das, was die anderen sagen, denn ich bin ich und nicht die anderen...Er gab die Schuld für sein eigenes Unvermögen anderen, dem Bach, dem Wetter, der Beschaffeneit des Ufers, etc. nur nicht sich selbst...
Naja, die anderen haben vielleicht jeden Tag aufs neue trainiert, verinnerlicht, sich in Geduld geübt und sind immer ein Stück weiter gekommen beim Springen. (Bescheuert, dachte er sich, ich schaff es auf eine völlig neue einzigartige noch nie dagwesene Weise...)
Irgendwann schafft er es vielleicht auch mit Hilfe anderer auf der anderen Seite des Baches anzukommen und geht seinen neuen Weg... oder er springt weiter in die Mitte des Baches und ärgert sich masslos über sich selbst...oder er gibt (sich) auf und lässt es einfach bleiben...

Wenn Du es vielleicht schaffst Dich gegenüber Deiner Frau zu öffnen, mit Ihr über Dich zu reden (und nicht über Eure Beziehung) und Deine ernsthafte Absicht diesen neuen Weg zu gehen ihr gegenüber deutlich machst und sie um Hilfe bittest, vielleicht hat sie ja dann mehr Verständnis und ein offeneres Ohr für Deine Situation und kann Dir eine enorme Stütze auf Deinem neuen Weg sein... Zusammen macht doch viel mehr Spass, als als Einzelkämpfer, findest Du nicht?

Aber dazu kenne ich Eure Situation nicht, daher ist es schwierig überhaupt was auf Deine kurzen Sätze zu sagen.

Ich wünsch Dir Kraft und ein offenes Herz und einen offenen Geist und dass Du bei all dem Deinen Humor nicht verlierst!


Rosalie


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2004 11:19
#53 RE: Suchtfibel antworten

Sag mal, Solgar,

auch Du erlebst ja Deine Frau das erste mal über längere Zeit nüchtern, zumindest seit langer Zeit.

Will sagen, wie Du sie bisher gesehen hast, das war ja auch durch den Filter Deines nassen Denkens.

Und nun die Frage,..die Du Dir selbst stellen darfst.

der minitiger


bordeauxnixe ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2004 12:22
#54 RE: Suchtfibel antworten

Zitat
Im ersten Jahr sollte man überhaupt keine Neuerungen wagen,meine ich.




Diese Anregung kann ich nur bedingt! unterstreichen.

Ich brauchte Neuerungen: z.B. habe ich mich von bestimmten Freunde distanziert, eine neue Frisur und nun habe ich auch noch einen neuen Job (juchuhhh) mit einem komplett anderen Umfeld.

Ansonsten habe ich an meinem häuslichen Leben nichts verändert. Außer , dass ich inzwischen besser meine Grenzen aufzeigen kann!

@Solgar

Vielleicht ist es ganz gut, dass Ihr Euch für eine bestimmte Zeit räumlich trennt. Es ist ganz alleine deine Entscheidung. Jeder kann so erstmal wieder zu sich selber finden. Und wenn Ihr immer ein offenes Ohr zueinander habt und trotzdem füreinander da seid, wirst du sehen "Distanz kann Nähe schaffen" - und du wirst deine Frau nach ein paar Monaten wieder das sehen , was du an ihr zu Beginn so geliebt hattest. Vieles wird durch den Alltag (mit Alkohol alles) verschüttet. Ich denke nutzt die Chance einer räumlichen Trennung um den angesammelten Schutt wegzuschaffen.

Liebe Grüße

Bordeauxnixe


1Aldebaran ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2004 13:16
#55 RE: Suchtfibel antworten

Hi Solgar,

mir ging`s nach meiner LZT damals ganz ähnlich wie dir (naja, so in etwa zumindest).
Ich wusste schon vor Antritt derselben, dass ich mich danach von meiner damaligen Ehefrau trennen würde/müsste, oder weitersaufen.

Ich musste damals auch eine Entscheidung treffen, die mir alles andere als leicht fiel....und ich habe mich für MICH entschieden...."gesunder" Egoismus.

Greez, Aldebaran

PS.: Gott sei Dank kann ich sagen, dass ich diese Entscheidung bis heute nicht berreut habe


Spieler Offline




Beiträge: 7.881

29.07.2004 14:51
#56 RE: Suchtfibel antworten

Hi Solgar, du alte Bratwurst,

na, hat's wenigstens geschmeckt?

Wir kennen uns ja nun seitdem du auf dem Board aufgetaucht bist und haben uns ja auch hinter den Kulissen ab und zu gekabbelt.
Du weißt ja, dass ich solche Typen wie dich einfach mag.
Diese barsche, manchmal zynische, aber immer ehrliche Art ist mir tausendmal lieber, als das oftmals weichgespülte, voller Mitgefühl triefende Gelaber.
In meinen Augen hast du einen "Arsch in der Hose".

Und genau deshalb hänge diesen Rückfall mal nicht zu hoch auf.Ich denke, dass du einfach völlig staunend vor dir selbst gestanden hast, als du feststelltest, dass das Zusammenleben mit deiner Frau nach der Therapie ja viel schwieriger ist, als vorher.
Die Fragen, die es zu lösen gilt, müßten in etwa so lauten:
"Will ich, Solgar Tralala, mit meiner Familie zusammen bleiben, obwohl ich nicht mehr trinke. Ist meine Familie diese Anstrengung wert und bin ich es mir selbst wert?"

Hast du darauf die Antworten, dann hast du auch die Lösung.
Eigentlich ganz einfach,oder?

Entgegen der übrigen Boardmeinung und der idealisierten AA Grundsätze, bin ich übrigens sehr wohl der Auffassung, dass man schon im 1. halben Jahr gewichtige Dinge angreifen sollte.
Nach meinem letzten Entzug, habe ich z.B. sofort angefangen mir mein Geschäft aufzubauen. Und ich habe es wirklich nicht bereut.
Und mit Muhammad Ali würde ich sofort in den Ring gehen.
Der Kerl ist 62 Jahre und hat Parkinson. Den würde ich zerbröseln.

Also, immer daran denken. "Wo wir sind, ist vorne".

Gruß
Jörg


Falballa Offline




Beiträge: 3.713

29.07.2004 18:18
#57 RE: Suchtfibel antworten

Hallo Spieler
Hallo Solgar,

ich erlaube es mir( @Spieler) mich deiner Meinung anzuschließen.

Ist meine Familie diese Anstrengung wert . Mit Ausnahme dieses Satzes.

Es wird werden Solgar, das weißt du und das wünsche ich dir.
L.G. Manuela


2Solgar ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2004 20:15
#58 RE: Suchtfibel antworten

Hallo Ihr Nasenbären.

Erst mal zu mir. Es geht mir gut, hab mich soweit gefangen das ich das nicht wieder will und brauch.

Nein Jörg, es hat nicht geschmeckt. Ich fand es eher sehr erschreckend wie schnell man wieder auf dem alten Level ist. Innerhalb von 2 Tagen hab ich genausoviel gesoffen wie vor 1/2 Jahr. Nur hab ich mir gedacht, wozu Wein und Bier, kauf dir gleich Jägermeister, das knallt schneller. Das Saufen war also noch viel "berechneter" als vorher.

Das Chaos in meiner Ehe und meine evtl. Trennung ist kein Weglaufen vor mir selbst, nein. Ich glaube auch nicht das Jörg den Satz so gemeint hat wie du es meinst Falballa. Ich denke auch jede Familie ist es wert darum zu kämpfen....Nur darf der Kampf nicht bis zu selbstaufgabe gehen. Ich werde jetzt mal versuchen wo mein Problem in der Ehe liegt (besser gesagt in meinem Kopf) Euch zu erklären, was sicher nicht einfach ist.

Ich, Kind 2er Säufer, Heldenrolle, unfähig Gefühle auszudrücken lebe in einer Ehe mit einer sehr liebenswürdigen Frau. Irgendwann merkt Sie das ich saufe und auch sonst ein Gefühlskrüppel bin.

Irgendwann begreift Sie das ich nicht ehrlich zu Ihr bin. Kann ich ja auch nicht, Menschen die ich Liebe belüge ich weil nur Menschen die ich liebe mir weh tun können. Euch belüge ich nicht, Ihr könnt mich nicht verletzten.

So, jetzt ne Hausnummer weiter...

Je näher mir ein Mensch kommt, desto verletzlicher bin ich. Und desto mehr würde ich für Ihn tun. Bis zur völligen Selbstaufgabe. Also komm ich meiner Frau näher, arbeite mich daran auf bis ich wieder saufe (das soll jetzt kein Vorwurf an meine Frau sein, ihr Zicken !!:grins2. Dann fängt meine Frau an sich zu distanzieren, verständlicherweise. Dann fange ich an wieder klar zu sehen.

Wo soll das enden.

Ich denke das kann nur enden wenn wir uns mal ne räumliche Distanz schaffen. Eigentlich sind wir wie füreinander geschaffen, aber irgendwo komm ich aus meinem Kopfkino nicht raus.

Ich weiss das ist ziemlich wirr. Vielleicht gibt es auf google einen Übersetzer alkoholisch-deutsch---deutsch-alkoholisch.


Gruß Solgar


helena Offline



Beiträge: 215

29.07.2004 20:23
#59 RE: Suchtfibel antworten

Wenn Ihr eigentlich füreinander wie geschaffen seid, dann lohnt es sich doch, für die Beziehung zu kämpfen!!

Eine räumliche Trennung kann auch hilfreich sein, wenn
man sich trotzdem weiter aktiv und konstruktiv auseinandersetzt.

Es gibt auch professionelle Hilfe , ist vielleicht auch eine Überlegung wert.

LG Helena


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2004 20:32
#60 RE: Suchtfibel antworten

So, Du kommst aus Deinem Kopfkino nicht raus?

Vielleicht senkst Du einfach mal den Schädel und läufst gegen die Wand? Richtig mit Schmackes, das hilft manchmal
Jaja, wo mein Kopf ist, ist vorne..
Man spürt dann seine Grenzen zur Außenwelt wieder besser.

Außerdem ist es Zeichen von Selbstliebe, wenn man das tut, vor allem, wenn mans hart mag. Aber es mag ja sein, daß Deine Frau da im Weg ist, sie dämpft halt den Aufschlag.

oder so...

der minitiger


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