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Saufnix
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Dieses Thema hat 45 Antworten
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 Akute Hilfe
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Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

07.05.2004 19:18
RE: mal ohne antworten

Hallo,
also ich lese hier schon seit den Zeiten mit als Ritchie noch einen Fotoavatar hatte und 'Rote Ameise' fleissig schrieb mit.
Obwohl ich hier eine ganze Menge dazugelernt habe, hat es leider bisher noch nicht richtig gefruchtet. Immerhin trinke ich, dem Forum sei dank, nicht mehr alleine zu Hause, gehe dann aber alleine weg, um zu trinken
Mein Konsum beschränkt sich hauptsächlich auf Bier und folgt einem peniblen Wochenturnus: Am Donnerstag wird Anlauf genommen (zwei bis vier Bier, hab ja alles im Griff) am Freitag und Samstag folgt der freie Flug, Sonnatg die Landung und selbst am Montag bin ich noch zu schlapp, um irgendetwas zu unternehmen.
Somit beschränken sich die klaren Tage der Woche auf zwei: Dienstag und Mittwoch. In die Tage wird dann alles Hineingestopft, was locker über die Woche verteilt hätte erledigt werden können.
Nach Sylvester habe ich diesen Turnus schon mal für drei Wochen durchbrechen können bis mich das abendliche Getrinke auf einer Skifahrt wieder angesteckt hatte. Nachdem alle im Bett lagen fehlte dann einer und der lag unterm Tisch.
Jetzt pocht der Schädel, weil gestriger Anlauf schon ziemlich ergibig war und bis weit in den Freitag hineinreichte. Dieses Wochende soll aber trotz Einladung nüchtern verbracht werden.
Da ich mir fest vorgenommen habe hier Montag reinzuschreiben: hat geklappt und das war ja mal eine ganz andere Sichtweise auf feiernde Leute, die ich gar nicht kannte, weil ich zu solchen ja Anlässen immerbetrunken bin. Die meisten Leute, die ich kenne, kennen mich auch nur in zumindest angeheitertem Zustand.
Um mich selbst anzuspornen hab ich nun den Text ins Netz gestellt.

Wünsche allen ein schönen Wochende


Softeis Offline




Beiträge: 624

07.05.2004 21:06
#2 RE: mal ohne antworten

Hiho,

das kommt mir doch sehr bekannt vor...
Meine Frage: Was machst Du wenn du Urlaub hast? "Freien
Flug" bis zwei Tage vor Arbeitsbeginn?

Hm, zieh das mal durch und genieße einen Sonntag ohne
dicken Kopf und dem ganzen.
Du musst wissen/merken ob Dir das gut tut oder nicht.
Kann nur sagen das es sich lohnt. Sind dann halt keine
künstlichen Höhen und Tiefen mehr dabei, aber dafür n
zufriedens Gefühl und Du startest besser in die neue
Woche.

Schönes Wochenende!

Gruß
Andi


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

07.05.2004 22:21
#3 RE: mal ohne antworten

Hallo Softeis,
im Urlaub bestimmt eher der Aufenthaltsort den Konsum. Letztes Jahr bin ich mit einem Freund durchs Balkangebirge gewandert, da gabs nur abends was und der Körper war so erschlafft, das er gar nicht mehr als ein zwei Biere aufnehmen konnte, ohne in Schlaf zu sinken. Daher auch immer wieder die Idee einen ganz normalen Umgang mit Alk zu pflegen. Als dann aber erst die Schwarzmeerküste erreicht war wurde das Gelage eröffnet...
Das 'gute' ist, dass ich im Grunde gar nichts vertrage und immer schwere Kater habe. Im letzten Jahr habe ich mich regelmäßig erst am nächsten Abend übergeben müssen. Raus kam dann natürlich nichts mehr, weil ich an solchen Tagen auch gar nichts essen kann. Habe jedenfalls niemand in meinem Bekanntenkreis, der diesen verzögerten Kater auch kennt. Mich würde auch mal interessieren, wann der Kater einsetzt? Bei 0,0? Manchmal hab ich schon starke Kopfschmerzen, wenn ich einige Biere trinke, eine Pause einlege und erneut ansetze. Was ich merkwürdig finde: trinke ich mäßig, dann ist am nächsten Tag der Körper merkwürdig stimuliert und ich entfalte eine ziemliche Energie, wahrscheinlich weil der Organismus weiss noch diesen Abend gibt es mehr. Nach diesem Mehr (Sonntag) verfällt der Körper in völlige Schlaffheit, so dass ich immer an die 30 Stunden in der Horizontalen verbringe.
Und das Schlimmste während dieser Zeit sind die vorbeiziehenden Erinnerungsfetzen, der meist den einen oder anderen Riss aufweist. Gestern z.B. hab ich meine Nachbarin mit dem üblichen Gewäsch, dass ich kurz vor der Artikulationsgrenze zu verbreiten pflege, zugequatscht. Als sie mich darauf hinwies das doch schon dreimal erzählt zu haben, hatte ich schon in dem Moment vergessen, was ich überhaupt gesagt hatte. Frag mich, wie sie das ausgehalten hat. Sie war allerdings auch nicht ganz nüchtern. Über der ganzen Szene ging dann die Sonne auf und statt den neuen Tag zu begrüßen hieß ins Bett torkeln.

Wie wirst Du denn diesem Wochende verleben? Wie üblich?

Liebe Grüsse
Martin


scary lady Offline




Beiträge: 225

07.05.2004 22:34
#4 RE: mal ohne antworten

Hallo Erst Toll

na das Wochende torkelnd zu begrüßen ist ja nicht grade TOLL Ernst
Kann ja nur besser werden, wenn du die Einladung nüchtern überstehst. Ich find wirklich abschreckend wie saublöd sich die meisten Leute nach mehr oder weniger Alkohol"genuss" verhalten. Ob so eine Maßnahme sinnvoll ist wenn man grad erst ein, zwei Tage Saufpause hinter sich hat mag ich jedoch zu bezweifeln.
Ich drück dir trotzdem die Daumen das dein EXperiment nicht in EX-und-Hop ausartet

Ein schönes trockenes Wochendende wünscht dir
die Scary Lady


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

08.05.2004 04:25
#5 RE: mal ohne antworten

hallo toller ernster Martin,
so richtig säufst du ja nicht, der Menge nach. Dann sei man froh.
Aber deine Beschreibung wie du trinkst, schein mir doch wohl eindeutig.
Dann begrüße ich auch deine klare Selbstanalyse: nicht armer schwarzer Kater, sondern die Fakten aufschreiben. Und dann auch nicht selber rumstochern nach der Lücke im Zaun, sondern ES wissen wollen. Von uns hier, von den Profis.
Mein Rat: du darfst keine "wenn-dann-Beziehungen" aufstellen (hast du ja auch gar nicht gemacht). Der einzige Zusammenhang ist, wenn ich trinke dann trinke ich weiter, ohne echte Kontrolle. Punkt. Daher kann ich als Alternative lediglich NICHT trinken.
Dazu brauche ich eine Anlaufzeit (Entzug).
Und diese erste Zeit bringt mir auch keinerlei (erkennbare) Pluspunkte.
Daher dann die Zweifel.
Du hattest dich gaaaaanz laaaangsam "reingesoffen", und jetzt geht nicht ein Raus mit hauruckizucki. Das braucht einfach eine Entwicklung.
Wenn dich also die Art und Weise deines Trinkens stört, dann versuche es doch zu ändern. Mit ändern meine ich jetzt aber gar nichts trinken, aber eben nicht gleich sofort (als Belohnung für deine edle Handlungsweise) große dicke innere Erfolge zu erwarten.
Das braucht Zeit, ist mühsam, aber lohnt sich zuletzt (wie du ja im Bord hier bereis fleißig gelesen hast).
ich grüße dich, Max


gast ( gelöscht )
Beiträge:

08.05.2004 06:29
#6 RE: mal ohne antworten


max
Von uns hier, von den Profis.

an arroganz wohl ksum zu überbieten!!!


Softeis Offline




Beiträge: 624

08.05.2004 08:32
#7 RE: mal ohne antworten

Hiho Martin,

jou, mein Wochendende verläuft wie üblich. Heut früh
aufgestanden (früher als meine Kumpels, ha! ) Etz
mach i mich fertig den für den Wocheneinkauf, Wäsche
muß noch gewaschen werden etc. ...

Heut bekomm ich noch irgendeinen rum bei dem Wetter
mit mir rumzuradeln
Dann mal gucken was der Abend so bringt. Mir is des egal,
ich finds auch super mal nur so im Park auf ner Bank zu
sitzen und nichts zu sagen. Kann aber auch heftig in ner
Disco hier sein. Ich lass mich da überraschen.

Mehr is da ned. - Und des find ich gut.

Gruß
Andi


Ritsch Offline




Beiträge: 182

08.05.2004 09:41
#8 RE: mal ohne antworten

Hallo Martin = Ernst Toll!

Deine "Karriere" kenn ich doch noch von mir selber. Ganz zu Beginn habe ich auch so getrunken, aber meine Schmerzschwelle hat sich im Laufe der Zeit doch nach oben verschoben. 2 oder 3 Bier tun doch niemand weh, das ist ja kein Saufen . Am Ende waren es nicht am Wochenende 2 oder 3 Bier, sondern JEDEN Tag ein lockeres Sixpack, oft mehr. Jaja, hartes Training macht sich halt bezahlt . Ich weiss auch - für meinen Teil - dass es nur 2 Möglichkeiten gibt: Entweder gar nicht mehr oder irgendwann bis zum bitteren Ende - und da mag ich nicht dabeisein.
Du musst Dir mal ernsthaft drüber klarwerden, was willst Du!?! So weitertun, bis du dort bist, wo ich war (oder noch schlimmer) oder mal die Handbremse ziehen und trocken werden. Weitertun ist leicht, Du bist es ja schon gewohnt, angeheitert oder verkatert herumzulaufen. Einen Entschluss fassen und beinhart durchziehen ist nicht so leicht, aber für Dich und Dein restliches Leben der bessere Weg. Aber wenn der Entschluss mal da ist, dann kannst Du alle deine Kraft diesem Weg widmen und was wirklich Tolles machen. Allein das Gefühl, jeden Tag ohne Brummschädel aufzuwachen ist ein Hit . Wenigstens werden (hoffentlich) die körperlichen Entzugserscheinungen bei Dir nicht allzu schlimm sein, ausserdem ist das nach einigen Wochen vorbei. Bei Dir dürfte auch viel an der reinen Gewohnheit liegen - man kommt zum Gasthaus und ordert gleich mal ein Bier ... ich kam immer vom Job heim und gleich mal eine Halbe auf Ex ins Getriebe - kleine Belohnung . Muss ja gar nicht sein! Und die Freunde und Bekannten! "Bist Du krank? Komm, trinken wir einen!" Aber das sind nur die kleinen Nebenwirkungen, die nicht mit einem trockenen Leben zu vergleichen sind. Stell Dir mal vor, Du hast 7 statt nur 2 Tage zum Leben ...

So, und wenn Dir jetzt ersthaft nach Aufhören ist, säubere den Eiskasten von Bierresten, leere alle Bierpullen im Haus und mach Nägel mit Köpfen

Ich wünsche Dir dafür viel Kraft und viel Erfolg
p.s.: Welcome on Board

LG --- Ritsch


Softeis Offline




Beiträge: 624

08.05.2004 10:15
#9 RE: mal ohne antworten

Hiho,

"säubere den Eiskasten von Bierresten, leere alle Bierpullen im Haus und mach Nägel mit Köpfen"

- Des funktioniert ned.
Alk gibts überall.
Man muß spühren ob man des nimmer will. bei mir wars...
wills garned schreiben, muß jeder selber wissen.
Kann nur sagen das das Leben ohne Alk besser ist
wie mit Alk.

(Bin ja kein missionar oder so )

grüße
andi

(hab grad wenig zeit, aber des thema is gut)
jo, weiterhin viel kraft und so, aber... musst alles selber-
machen. das machst DU!. da hilft dir kein anderer. DU! musst wissen was für Dich gut ist. - wir hier können nur n
bischen ratschläge geben.
cu

[f1][ Editiert von Softeis am: 08.05.2004 10:17 ][/f]


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

08.05.2004 11:59
#10 RE: mal ohne antworten

Hallo an Euch alle,
vielen Dank für die ausführlichen Antworten und Ratschläge.
Die letzte Nacht war ziemlich zerstückelt, immer wieder Schlafintervalle unterbrochen von längeren Wachphasen. Ich vermute, auch hieran ist der Alkohol nicht ganz unschuldig. Besonders offen treten diese Störungen innerhalb meines beschriebenen Rhythmus in der Nacht zu Montag auf, was völlig natürlich ist, da ich ja den ganzen Tag zuvor im Bett lag. Die innere biologische Uhr ist inzwischen entsprechend getacktet, deshalb auch der Wille ihn aufzubrechen und vielleicht wieder so eine gewisse Schlaf- Wachregelmäßigkeit herzustellen. Ich habe keinerlei terminelle Verpflichtungen (Selbstständig von zu hause aus via Computer) und einzig die Ladenöffnungszeiten bilden einen gewissen Rahmen. Als der Rhythmus völlig aus dem Ruder lief, hab ich, sozusagen als Schlafmittel, noch schnell einen Träger geleert und musste, kaum war ich eingeschlafen, naturgemäß wieder aufstehen, um zur Toilette zu gehen. Jedenfalls beobachte ich diese ganzen Verhaltensweisen nun seit zwei Jahren und hoffe jetzt ‚reif’ zu sein. Selbst solche Gedanken, na gut zwei Biere heute, hast ja schließlich was getan und solange der nächste Tag nicht beeinträchtigt ist, schadet es ja nicht und du siehst noch mal was anderes als deine vier Wände, ja dieser gebetsmühlenartige Gedankengang wird schon beim Denken als fadenscheinig durchschaut, wirkt bisher aber trotzdem. Wahrscheinlich sind es aber gar nicht die Worte, sondern die innere Erwartung, die sich gerade eine größere Lust vom Biertrinken als vom Nicht-Biertrinken verspricht. Diese Haltung lässt sich wohl nur durch lange Übung umerziehen.
Jetzt ist glaube ich eine gute Zeit mal einzugreifen. Diesmal über den Weg der kleinen Schritte und erst mal den Samstag ‚überstehen’. Heute ist also besagte Veranstaltung (Konzert im Grünen) und ich war noch niemals bei einer solchen Gelegenheit nüchtern, zumal das charakteristische Klientel, zu dem auch ich gehöre, in erster Linie trinkt, um das Bewusstsein auszuschalten und nicht etwa, um Spaß zu haben.
Wäre jedenfalls recht stolz diesen Termin ‚ohne’ zu verleben, hab auch jetzt durch Euch noch mehr Rückhalt und bin zuversichtlich und entschlossen.
Leider habe ich auch seit zwei Jahren das Rauchen ans Trinken gekoppelt, so dass ich oft mit dem Trinken beginne, um ne Kippe rauchen zu können. Mal sehen wie ich das handhaben werde. Sind schon komische Probleme mit denen man sich so rumschlägt. Aber wenn diese ‚Kleinigkeiten’ erst mal zum Problem geworden sind, fällt auf, inwiefern sie alles andere unterschwellig mitbestimmen.


@ Gast: ich lasse mich gerne von ‚Profis’ beraten, da ich nie ein solcher, wie Max es war, werden möchte. Außerdem schätze ich alle seine Beiträge. Man wünscht sich doch auch professionelle Hilfe.

@ Softeis: viel Spass beim Radeln, gehe auch gleich raus und hoffe die Sonne lässt sich noch mal blicken.

@ Max: danke für den Hinweis auf eine falsche Erwartungshaltung, werde ihn mir zu gegebener Zeit ins Gedächtnis zurückrufen.

@ Ritchie: Vorräte habe ich seit geraumer Zeit keine zu hause, halten sich eben nicht. Freut mich sehr, dass Du den Sixer aus Deinem Leben verbannen konntest.

@ Scary Lady: gleich hole ich einen ausreichenden Saftvorrat, mal sehen, ob man den auch ‚exen’ kann.


Allen einen erholsamen Samstag

Martin


Aldebaran ( gelöscht )
Beiträge:

08.05.2004 12:21
#11 RE: mal ohne antworten

Hi Martin,

finde deine Vorsätze super -auch wie du die Sache angehst.
Hast dir offensichtlich schon sehr viele Gedanken zu deiner Problematik gemacht...Selbst-Analyse! ....find ich auch gut;
ist auch wichtig, dass man/frau mal ganz tief drinnen sich ein bissel umguckt.

Bleib dran -ich wünsche dir, dass du diese "Aufgabe" heute erfolgreich löst!...ist gleichzeitig aber auch eine sehr große Herausforderung und irgendwo ein verdammt gefährliches "Spiel".....

Wirst schon wissen, auf was du dich da einläßt !?!?

Greez
Aldebaran


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

08.05.2004 13:46
#12 RE: mal ohne antworten

Martin,

guter Entschluß, daß Du heute nicht trinken willst. Du wirst sehen, die Veranstaltung macht viel mehr Spaß, dann hast Du wenigstens etwas davon.

Den gestörter Schlaf ist normal. Durch zuviel Alkohol wird der Schlafrhytmus gestört, es ist mehr ein Betäubungsschlaf. Und man ist ständig zwischendurch wach. Bei mir hat es lange gedauert, bis ich normal durchschlafen konnte.

Ich wünsche Dir für heute gutes Durchhaltevermögen.

Viele Grüße
Adobe


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

08.05.2004 14:44
#13 RE: mal ohne antworten

Hallo Aldebaran und Adobe,
dass sich der Schlaf irgendwann, auch wenn es lange dauern sollte, normalisiert finde ich sehr beruhigend. Vorletzten Winter war es besonders schlimm, da bin ich immer erst nach Anbruch der Dunkelheit aufgestanden und hab fast ausschließlich im Dunkel gelebt. Das hat sich mehr oder weniger so ergeben. Manchmal stand ich dann auch mittags für ein paar Stunden auf und die 8 Schlafstunden waren kreuz und quer durch den Tag verteilt. Da wurde es zur Angewohnheit mir die verschiedensten psychischen Krankheiten anzudichten. Inzwischen hab’s ich aber einigermaßen im Griff.
Die Innenschau, Aldebaran, ist bei mir leider auch ziemlich ambivalent. Manchmal habe ich den Eindruck aus der Selbstbeobachtung gar nicht mehr herauszukommen und den Alk nur zu trinken um mich wieder nach außen umzustülpen. Sicherlich der Effekt meiner ursprünglich selbst gewählten Zurückgezogenheit, die mir gar nicht bekommt. Wenn ich länger als drei oder vier Tage mit Niemandem spreche, gehe ich eben meinen Alkohol orientiert Trimm-Dich-Pfad absolvieren. Nach einer bestimmten Promillegrenze finden sich dann immer Gesprächspartner, die aber eher Opfer genannt werden müssten.
Na heute treffe ich mich aber mal mit zwei Freunden und es wird bestimmt lustig zugehen – auch ohne den üblichen Begleiter.
Hinzu kommt noch das beide meiner Nachbarn (Brüder) zwischen denen ich wohne Alkoholiker sind. Die Wand zu der einen Wohnung ist so dünn, dass ich oft das Absetzen der Bierdose höre. Eigentliche sollte das mehr abschrecken, einer der beiden lag letztes Jahr im Delirum tremens, und trotzdem färbt es in bestimmten Situationen ab. Ich hab auch kein Fernseher oder Radio und wenn ich den Tag über viel gelesen habe, ist das abends auch nicht mehr möglich. Bisher habe ich keinen Kniff gefunden, wie sich die Gedanken bündeln oder abschalten lassen. Und Alkohol bewirkt dann auch bei mir meistens das Gegenteil und die Gedanken schießen erst recht ins Kraut.
Und dann der Morgen danach das ist für mich dass Allerschlimmste. Wenn sich die Augen öffnen und der Raum nachschwingt, die Zunge so einen widerlichen Geschmack verbreitet, dass ich mich nicht zu schlucken traue, verbunden mit der unumstößlichen Gewissheit: der Tag ist gelaufen. Blick zur Uhr, gerade mal Mittag, wie viele Stunden dauert es bloß noch bis zum nächsten Schlaf. Noch schlimmer natürlich, wenn ich in diesen Zuständen irgendwelchen Verpflichtungen nachkommen muss, mit dem Wissen mein Kommen schon durch eine Fahne anzukündigen. Den Spiegel hab ich schon absichtlich umgehängt, um bei solchen Gelegenheiten nicht automatisch hineinsehen zu müssen.
In einem ihren letzten Beiträge schrieb Ameise, dass sie ein Foto aus ihren schlimmsten Zeiten auf eine Piccolo-Flasche geklebt hat. Ich glaube, das würde auch am mich ganz effektvoll wirken. Hab nur leider kein entsprechendes Foto, werde aber auch heute für keines sorgen. Das Schlimme ist ja, dass man sich besoffen nie von Außen sieht. Wenn meine Mutter z.B. nur ein Bier getrunken hat, ist sie schon ein andere Mensch.
Wie könnt ihr Trockenen denn mit Besoffenen umgehen?


Viele Grüsse
Martin


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

08.05.2004 14:45
#14 RE: mal ohne antworten

War ich. Einloggpanne die Erste.


1Aldebaran ( gelöscht )
Beiträge:

08.05.2004 15:44
#15 RE: mal ohne antworten

eieiei.....
Hi Martin,

irgendwie verstehe ich dich nicht so richtig, sorry.
Du hältst "Innenschau", beschreibst detailiert deine Empfindungen, deine Misere, deine Wünsche....kennst das alles ganz wunderbar.
Und trotzdem kapitulierst du vor der Hemmschwelle, die Finger komplett von der Pulle zu lassen...
Klar -der Weg, der vor dir liegt und den du zwangsläufig früher oder später gehen wirst (wenn dich dein Intellekt nicht dazu treibt, dann wird dich der Körper dazu zwingen), ist nicht einfach und dir kann keiner auch nur das kleinste Stückchen davon abnehmen, aber schon sehr viele sind ihn gegangen...und sind mehr als glücklich darüber.

Fehlt dir der entscheidende Tritt in den Ar...?...ist der Leidensdruck noch zu gering?...oder hast du Angst davor, dass es dir mal gut gehen könnte?

Greez und einen trockenen Abend

Aldebaran


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