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Saufnix
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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 1.846 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
John ( gelöscht )
Beiträge:

18.04.2004 20:14
RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

Hallo zusammen!

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich Alkoholiker bin.
Seit 14 Jahren trinke ich massiv, ausschließlich Bier. Die Mengen pendeln sich derzeit bei 8-12 Flaschen 0,5 am Abend ein. Auch tagsüber habe ich hier und da gesoffen, dass war aber eher selten. Kontinuierlich schwelge ich in Selbstmitleid und finde das Leben grässlich. Suizidgedanken und abgebrochene Versuche usw.

Ich hasse mich.
Ich verabscheue mich.
Und ich bin nichts wert. Weil ich ein total verblödeter, versoffener Penner bin, der nur faul rumlungert und nichts bewerkstelligt bekommt, aufgrund familiärer Unterstützung ein führ Außenstehende sorgenfreies Leben führt und dennoch nur am jammern ist.

Ständig geißelt mich die innere Stimme und sagt mir, was für ein Idiot ich bin. Habe massive Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Tremor usw.

Jetzt habe ich mich erstmals einem Arzt in der Sache anvertraut. Er verschreibt mir Doxepin. Hat jemand Erfahrung mit diesem Medikament?

Ist die ambulante Behandlung mit dem Präparat erfolgversprechend? Sollte ich auch eine SHG aufsuchen?

Danke vorab

John


Lisl Offline




Beiträge: 1.980

18.04.2004 21:00
#2 RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

Hallo John

14 Jahre und keine Ende????

ich habe 25 Jahre getrunken und es hatte doch noch ein Ende

wenn ich so richtig zu war, dann schwelgte ich am nächsten Tag auch in Schuldgefühlen
und fand mich und das ganze Leben auch grässlich
Man habe ich mich gehasst, wenn ich mal wieder dem Alkohol nicht wiederstehen konnte und habe mich auch verabscheut.

Doch John dieses alles hatte ein Ende als ich beschlossen hatte nicht mehr zu trinken
Heute finde ich mich sehr wertvoll
und der Tag ist wunderschön - besonderst gestern, heute und auch morgen - jeder Tag ohne Alk ist ein ganz besonderer Tag, ohne Hass Selbstzweifel und Abscheu, mir gegenüber.

Gut dass du zum Arzt gegangen bist.
Warst du auch schon in einer Beratungsstelle?
Mit Doxeprin kenne ich mich nicht aus, denn mir reicht meine ambulante Therapie und auch meine SHG um Trocken zu bleiben.
Auch hier immer zu schreiben hatt mir sehr geholfen und hilft mir immer noch


Zitat
Ständig geißelt mich die innere Stimme und sagt mir, was für ein Idiot ich bin. Habe massive Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Tremor usw.


Nervösität und Konzentrationsschwierigkeiten hatte ich auch,
das geht bald vorbei, wenn du nichts mehr trinkst.
Und der Idiot habe ich schon lange verbannt

alles gute und melde dich mal wieder


antabus ( gelöscht )
Beiträge:

19.04.2004 00:07
#3 RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

wie du an meinem namen erkennen kannst, bin ich vorläufig und seit donnerstag bei antabus gelandet.
ich nehme durch einen blöden umstand einer probe-medikation am ende einer stationären psychosomatischen behandlung, die dann ambulant "erstmal"(?) übernommen wurde, verschiedene medikamente. daran wird sich aber in den nächsten tagen ebenso was ändern wie ich mir gedanken darüber mache, ob ich antabus wirklich weiternehmen sollte.
jedenfalls war doxepin auch dabei. das medikament macht anfangs u.u. müde. kann dich also vielleicht dabei unterstützen abends zur ruhe zu kommen und zu schlafen. ist ja auch ein antidepressivum, hat langfristig dann vermutlich auch eine gewisse wirkung auf dein gesamtbefinden. medikamente werden in der regel ja dazu verschrieben, damit der ganze hektische mist, der weder ziel noch definierbaren ursprung hat, sich erstmal legt und man sich auf das wesentliche konzentrieren kann: das leben.
jedenfalls ist das medi bekannt und hat glaub ich i.d.R. keine schlimmen nebenwirkungen.
bei allen medis gilt: die helfen sowieso nichts, wenn du weiter trinkst.
ich bin auch gerade dabei, wieder trockener zu werden. heute ist der 6.tag im neunten oder zehnten anlauf seit okt. 2003.
noch im dezember, den ich durchgehend nüchtern war, hatte für mich remargil als antidepressivum (auch abends, macht ähnlich müde wie doxepin) "ausgereicht".
ich werde mich auch jetzt darauf reduzieren. antabus dazu vorläufig weiterhin. wobei ich jeweils an den tagen der beaufsichtigten einnahme (mo.,mi.,fr.) vermutlich wieder merken werde, dass ich darauf keinen bock habe: vor allem dieser widerliche geschmack im mund, der durch nichts weggeht und das leichte (vielleicht eingebildete) gefühl von einer vergiftung mit magenschmerzen als symptom.
im gegensatz zu dem holzhammer-gegen-alk wird doxepin jedenfalls eine heilende wirkung zugesprochen. aber ohne eine ambulante betreuung bringt dir das auch nichts.

grüße und auf paralelles nüchtern-bleiben
a.


Biene2 Offline




Beiträge: 4.231

19.04.2004 08:27
#4 RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

Hallo John,

lass die Pulle stehen und lass das Denken sein.
So in etwa könnte mein Rat lauten.
Das schöne an der Geschichte ist im Grunde,daß Du im Moment gar nicht zurechnungsfähig bist,

wie also willst Du entscheiden können,ob Du ein Idiot bist oder nicht????

Um Dir darüber ein Urteil bilden zu können,musste erst mal stocknüchtern werden.
Also,nimm mal dieses ganze feucht-fröhliche Gefasel Deines benebelten Hirnes nicht zu ernst und zieh es durch.

Danach sieht die Welt mit Sicherheit ganz anders aus.


Merryl Offline




Beiträge: 822

19.04.2004 10:46
#5 RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

Hallo John!

ich hasse mich? Ich bin nichts wert?

Weißt Du was mir das schönste am trockenwerden ist? Dass dieser Selbsthass, diese Verzweiflung (besoffen habe ich sie dann immer für Melancholie gehalten)zur Sucht gehört.

Wenn Du aufhörst (und das geht in deinem fall nur mit einem medizinisch betreuten Entzug), dann wirst Du merken: Huch: es ist weg.

Natürlich sind dann nicht alle Probleme weg und du stolzierst wie ein junger Gott durch dei Straßen. Aber dieser Selbsthass ist weg. Er ist nämlich ein mechanismus deines (fehlgeleiteten) Körpers, um an Stoff zu gelangen.

Also: lass dir nicht irgendetwas aufschreiben, sondern gehe es an. Höre erst auf zu trinken und dann schau weiter.

Dein Problem ist der Alk, nicht das Leben.

Lieber Gruß
Merryl


Sinn ( gelöscht )
Beiträge:

19.04.2004 12:02
#6 RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

Hi John,

zu Deinen Fragen :

1. Wichtig ist, dass Du selbst den Entschluss schaffst selbst mit dem Trinken aufzuhören. ( Sonst nützen all die schönen Pillen nix und zwar rein gar nix. ) Du musst von selbst mit dem Trinken aufhören !!!!!!!!!!!!!!!

2. Eine Selbsthilfegruppe ist auf jeden Fall und uneingeschränkt zu empfehlen. Also geh hin und zwar gleich.

3. Doxepin oder Aponal ( hab ich auch genommen ) kann Dich nach der Entgiftung ( ambulant oder stationär ) nur unterstützen. Ich persönlich habe gute Erfahrungen damit gemacht.

So und jetzt hör auf in Selbstmitleid zu zerfließen, hör auf mit Bier und Co. trink nix und dann sehen wir weiter. Das klappt schon, hat bei mir auch funktioniert, wirst schon sehen.
Ich hab mir jeden Tag ne Flasche Brandy reingezogen, für den Durst einige Bierchen und zum Essen ne Pulle Wein.

Und........es auch auch funktioniert....einfach aufhören-klaro....nix mehr saufen-keinen Tropfen mehr !!!!!!!!!!!!

Der Rest gibt sich, nur ohne eisernen Willen geht es halt nicht.
Ich wünsch Dir gutes Gelingen.

Jetzt versprech mir, dass Du heute und morgen und übermorgen einfach kein Bier trinkst.
Okay ???

Gruß von Sinn


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

19.04.2004 20:09
#7 RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

John,

Doxepin ist alles schön und gut, nur glaube ich nicht, daß es gegen Entzugserscheinungen reicht. Da Du schreibst Tremor, würde ich den Entzug stationär machen. Wenn Du das nicht willst, dann wenigstens nicht alleine, so daß bei Bedarf jemand den Rettungswagen holen kann. Doxepin beruhigt und macht schläfrig.

Ich bin nichts wert usw. Der Meinung waren wir mal fast alle. Laß das erste Glas stehen und Du wirst nach einiger Zeit feststellen, daß das Leben doch schön ist. Deine Selbstzweifel werden auch weggehen.

Viele Grüße
Adobe


Ganznette Offline



Beiträge: 180

20.04.2004 07:20
#8 RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

ich mag dieses board sehr.
es erstaunt mich aber immer wieder aufs neue, wie sehr sich die wirklich nassen alkoholiker gleichen. sie jammern, zerfliessen in selbstmitleid, kriegen weder job noch beziehung noch freundschaften auf die reihe, verkriechen sich, jammern noch mehr... ätzend! ich bin ja auch so ein fall, und es ist traurig, wenn einem dieser spiegel vorgehalten wird. vor allem, weil das saufen keinen sinn macht. es schadet der gesundheit, macht unfrei, raubt energien, macht dick und hässlich, kostet sehr viel geld, man kann nicht mehr arbeiten, man kann keine freundschaften pflegen, weil man am liebsten freiwillig vereinsamt, haushalt und job werden zu kraftakten, die kaum mehr zu bewältigen sind, die beziehung wird immer unwichtiger. fürchterlich!
und dann sind da die trockenen alkis, die so viel stärke ausstrahlen, so viel energie, hoffnung und lebensfreude.
lies hier im board, und dann wirst du das merken. und für dich eine entscheidung treffen müssen. selbsthass ist ganz natürlich, der war sicherlich schon vorher da, sonst hätte man nicht getrunken. aber nicht in der form. irgendwann nimmt der alkohol aber dein ganzes wesen in anspruch und man sehnt sich zu der zeit zurück, in der man nur ein kleines bischen "selbsthass" hatte. ohne alk kriegt man das in den griff, mit alk nicht.


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

20.04.2004 15:29
#9 RE: 14 Jahre und kein Ende? antworten

Ganznette,

es kommt mir vor, als wenn Du mir einen Spiegel aus früheren Zeiten vorgehalten hättest. Genauso ist es.

Viele Grüße
Adobe


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