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Saufnix
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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 922 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Tine31 ( gelöscht )
Beiträge:

02.03.2004 20:43
RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Hallo!

Ich glaube, daß ich ein Problem mit Alkohol habe. Ich wollte mal wissen, was Ihr darüber denkt.

Ich trinke, ganz unterschiedlich, aber am Wochenende regelmäßig, Alkohol. Während der Woche ist es, je nach Stimmung, sehr unterschiedlich. Wenn ich trinke, dann ca. 1 Fl. Wein u. 1 Fl. Sekt.

Je nach Stimmung heißt bei mir,daß ich, ob positive oder negative Tage, mich mich abends gerne mit etwas Sekt oder Wein belohne oder in Laune bringen will.

Ich habe es kurzfristig geschafft, während der Woche, nichts zu trinken. Spätestens am Freitag, bei meinem Wochenendeinkauf, kaufe ich wieder Wein und Sekt ein.


Gobi Offline



Beiträge: 28

02.03.2004 23:33
#2 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Hi Tine,
erstmal finde ich es Klasse, dass Du den Mut hast, Deine Fragen hier zu posten.
Und dann wirds (vielleicht schon) ganz einfach: Ein Problem mit Alkohol hat, wer nicht kontrolliert trinken kann. Das bedeutet ja auch: Wer nicht kontrolliert NICHTS trinken kann. Ich kenne jemanden, der verordnet sich pro Jahr zwei Monate komplette Abstinenz. Schafft das auch. Aber ist ja sowas von froh, wenn er dann seine erste Flasche Wein wieder öffnen kann. . . . Aber zwei Monate trocken - finde ich - ist ein ganz guter Beleg. Erstmal.

Also, wenn Du's wissen willst: Fastenzeit hat gerade begonnen. Ostern noch weit weg. Probier mal den Ernstfall: Trocken bleiben bis Karfreitag.

Schaffst Du das nicht, trotz ganz ernsthaft ernstem Vorsatz, dann könnte das wirklich ein Problem sein. Könnte? Ist!

Fastenzeitliche Grüße und Kopf hoch. Bin jetzt fast drei Jahre trocken. Hätt ich mir auch nie zugetraut.


Melli Melli Offline




Beiträge: 138

03.03.2004 08:07
#3 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Hallo Tine,
auch von mir ein herzliches Willkommen.
Du möchtest wissen, ob Du ein Alkoholproblem hast?

Ich denke, jeder der sich vornehmen muß, heute nichts zu trinken ist alkoholkrank. Der nichtalkoholkranke Mensch denkt garnicht an den Alk. Wenn er was trinkt, dann läuft es eher so ab wie Alkohol? Ach, heute könnte ich doch mal was trinken.

Das Du beginnst, Dich damit auseinander zu setzten und dieses Board gefunden hast, spricht auch dafür.

Du schreibst, Du verträgst 1 Fl. Wein und 1 Fl. Sekt?
Gib einem nicht akloholkranken Menschen mal diese Menge an einem Abend, er kippt dir um und ist die nächsten Tage nicht zu gebrauchen.

(Meine Arbeitskollegin bekommt nach einem Gläschen Sekt schon rote Bäckchen)

Wenn Du dir Abstinenz vornimmst, aber zum Wochenende hin wie magisch eh wieder Alkohol kaufst, macht das das Bild komplett.

Ich kann Dir nicht viel raten, denn ich bin heute erst glücklich bei Tag 8 angekommen ausser:

Denke über Dich nach, lese hier auf dem Board, denn hier gibt es viele wertvolle Menschen, die auch mir sehr geholfen haben und dann

viel, viel Erfolg, Wille und Glück

wünscht Dir

Melli


Tine ( gelöscht )
Beiträge:

03.03.2004 15:58
#4 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Hallo!
Vielen Dank für Eure schnellen Antworten.Du schreibst Melli, daß Du erst 8 Tage nichts mehr getrunken hast. Fiel es Dir schwer? Ich habe das Problem, daß ich mir zwar vornehme, mal eine Weile nichts zu trinken, aber nach ein paar Tagen ohne Sekt oder Wein werde ich wieder leichtsinnig und meine," ach man kann ja mal was trinken". Irgendwie fehlt mir die Konsequenz. Mir geht es körperlich nicht schlecht, noch nicht. Gedanken darüber mache ich mir schon, das allein genügt wahrscheinlich nicht. Was war für Dich der Auslöser für das Aufhören? Wieviel hast Du denn getrunken?

Das Schlimme ist, während ich trinke, fühle ich mich besser als nüchtern, bin redseliger, lockerer und aktiver. Ich weiß, daß das nicht in Ordnung ist, weiß aber nicht so richtig, wie ich da raus kommen soll. Ich trinke seit ca. 3 Jahren regelmäßig, zwar mit mehrtägigen Pausen, dafür aber manchmal auch einige Tage hintereinander. Dazu kommt, daß ich sehr auf mein Gewicht achte, auch Sport treibe und manchmal versuche, mit Alkohol mein Hungergefühl zu unterdrücken.

Wenn ich bei Freunden anrufe, habe ich auch meistens schon das Sektglas in der Hand. Es bleibt dann nicht dabei, es muß dann die ganze Flasche sein, oft noch eine zweite. Mein Mann trinkt selten Alkohol und wir streiten uns oft deswegen. Meistens trinke ich dann aus Trotz weiter, um mich nicht bevormunden zu lassen. Er guckt sehr viel Fernsehen, ich überhaupt nicht und habe schon oft aus Langeweile zum Glas gegriffen. Manchmal weiß ich nicht, was ich mit meiner freien Zeit anfangen soll. Aber diese Lücken nur mit Alkohol zu füllen, ist auch nicht der richtige Weg, das ist mir schon klar.

Vielleicht kannst Du ja mal schreiben, wie Du es geschafft hast, einen Schlußstrich zu ziehen, würde mir sehr helfen.

Vielleicht bis bald

Tine


Melli Melli Offline




Beiträge: 138

03.03.2004 17:24
#5 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Liebe Tine,

Fiel es Dir schwer?
Es viel mir sehr schwer und es fällt mir immer noch schwer. Ich denke auch oft an Alkohol und muß jeden Tag kämpfen, aber die Leute hier auf dem Board die länger trocken sind, sagen es fällt mit der Zeit leichter.
Ich fühle mich aber ohne auch viel besser. Bin aktiv, habe keine körperlichen Beschwerden mehr, kann immer Autofahren und habe manchmal auch ein absolutes Hochgefühl.

Mir geht es körperlich nicht schlecht, noch nicht.
Das ist bei der Trinkmenge nur eine Frage der Zeit. Wie geht es Dir morgens?

Was war für Dich der Auslöser für das Aufhören?
Es ging nicht mehr. Burn out Syndrom, ständige Übelkeit, konnte nichts mehr tun, was ich mir zu tun wünschte. Körperliche Beschwerden.

Wieviel hast Du denn getrunken?
Seit ca. 12 Jahren, immer steigendere Mengen. Die letzten 2 Jahre lag ich bei 1 Fl. Sekt und 1 bis 2 Fl. Bier jeden Abend, am Wochenende mehr.

Das Schlimme ist, während ich trinke, fühle ich mich besser als nüchtern, bin redseliger, lockerer und aktiver
Bis auf das aktiver trifft dies auch auf mich zu.

Wenn ich bei Freunden anrufe, habe ich auch meistens schon das Sektglas in der Hand. Es bleibt dann nicht dabei, es muß dann die ganze Flasche sein, oft noch eine zweite.
Das ist der Kontrollverlust. Das kenne ich auch, und ich denke mit mir jeder andere Betroffene auf diesem Board.

Mein Mann trinkt selten Alkohol und wir streiten uns oft deswegen. Meistens trinke ich dann aus Trotz weiter, um mich nicht bevormunden zu lassen.
Meiner trinkt auch selten Alkohol und mein Trinken störte ihn. (Fahne, lallen.) Gestritten haben wir deswegen nie, aber er hat oft gebeten, daß ich mal ein paar Tage nicht trinke und er hat sich große Sorgen gemacht. Wie Du schaue auch ich fast nie Fernesehen (außer Nachrichten und Star Trek) und habe oft auch aus Langeweile getrunken und dabei geträumt, welch schöne Hobbys ich haben könnte - wenn ich nicht mehr trinke.

Manchmal weiß ich nicht, was ich mit meiner freien Zeit anfangen soll.
Ging mir ganz genauso, bis zu dem Zeitpunkt wo ich mit meiner Zeit nichts mehr anfangen konnte, da ich ja trank.

Vielleicht kannst Du ja mal schreiben, wie Du es geschafft hast, einen Schlußstrich zu ziehen, würde mir sehr helfen.
Geschafft habe ich noch garnichts, bis auf 8 lächerliche Tage, auf die ich aber sehr stolz bin.
Ich habe diese Tage mit Hilfe dieses Boards geschafft, und mit Hilfe der wertvollen Leute hier, die mir Mut gemacht und mich zum nachdenken gebracht haben.

Meine Geschichte kannst Du auf diesem erste Hilfe Board lesen, ca 8 Postings weiter unten, noch als Gast mit dem Titel : Ich würde soo gern, und dann etwas höher schon als Melli, Titel Melli in Not.
Dort kannst Du auch sehen, wie sehr mir die Leute hier geholfen haben. Ich kann Dir für den Anfang nur den Tip geben, hier so viel wie möglich zu lesen. Das Motiviert und regt zum nachdenken an.

Liebe Tine, ich rate Dir auch mit deinem Mann zu sprechen, das habe ich letztendlich auch getan, obwohl ich es nicht wollte. Aber Dein Mann kennt Dein Problem ja schon, wenn Ihr deswegen streitet. Er unterstützt Dich bestimmt.

Obwohl meiner in etwa bescheid weiß, hat er keine Ahnung, daß ich hier schreibe und das soll auch so bleiben, da dies etwas sehr persönliches ist, das in eine Richtung geht, die ich nur mit Betroffenen besprechen möchte.
Daher kann ich leider nicht immer so schnell antworten, aber ,so mir möglich, schreibe ich gern wenn Du noch Fragen hast.

Alles Liebe
Melli


Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

03.03.2004 17:33
#6 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Hallo Tine,

herzlich willkommen auf dem Board

Eins möchte ich Dir vorab schon mal sagen: Ich erkenne mich in Deinen Trinkgewohnheiten wieder. Die Menge und die Regelmäßigkeit hatte ich auch mal drauf und konnte und wollte mir nicht eingestehen, dass es unnormal und bereits eine Abhängigkeit eingetreten ist.

Das teuflische an dem Alkohol ist, dass er durch seine Wirkung auf das Gehirn, Auslöser ist, um lange Zeit NICHT zu erkennen, wie weit man schon im Alkoholsumpf drin sitzt. :gruebeladurch kommt der schleichende Übergang in eine immer höhere Dosis in immer kürzeren Abständen. Er ist im Grunde sein eigener Sponsor in Punkto Gehirnwäsche und lässt einen glauben, dass die Zeit, die man damit verbringt und die Menge die man trinkt okay ist.
Wenn man dann, wie Du, anfängt sich Gedanken über das Trinkverhalten zu machen und bemerkt, dass der Alkohol schon einen ziemlich hohen Stellenwert hat, der nicht normal sein kann, dann hast du den ersten Schritt gemacht, um dich von diesem Gift loszusagen.

Ich war auch mal nur Wochendtrinkerin und plötzlich war jeden zweiten Tag Wochenende und ich habe insgesamt über 20 Jahre mit Alkohol verbracht und bin seit fast einem Jahr trocken. Ich habe einfach aufgehört, nachdem mir klar wurde, was ich mir mit diesem Gift tatsächlich antue. Ich habe diesen Schritt nicht eine Sekunde bereut.
Aber ich bereue die Zeit, die mir der Alkohol sinnlos gestohlen hat und ich diese Brühe, als genauso nötig ansehe, wie einen Kropf.....

Liebe Tine, probier es einfach aus, den Alkohol stehen zu lassen. Wenn Du es nicht kannst oder es dir schwer fällt, dann hast du bereits ein größeres Problem, bei dem dir geholfen werden kann, wenn du den Willen dafür mitbringst.

Also, versuche es mal. Du wirst ganz neue Energien und Interessen an Dir entdecken.

Alles Gute

Laila


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

03.03.2004 18:04
#7 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

hallo Tine,

du schreibst: „Das Schlimme ist, während ich trinke, fühle ich mich besser als nüchtern, bin redseliger, lockerer und aktiver. Ich weiß, daß das nicht in Ordnung ist, weiß aber nicht so richtig, wie ich da raus kommen soll. „
In solcher Phase war ich auch mal. Na wenn du dich besser fühlst, dann ist es doch eigentlich gut?! Oder ist es eher so, dass du merkst dass es ohne den Alk klemmt? Dann ist es eben nicht in Ordnung.
Bei mir führte diese erste Flasche Wein (oder was anderes, völlig egal, Hauptsache es dreht) dann später zur Beruhigung meiner etwas zitternden Knochen (Tremor), und bereits 2 Gläser weiter wusste ich ganau ‚mein Gott Maxe was machst du hier eigentlich‘. Ich soff einfach weiter, ohne Bremse. Und wusste es doch jedes Mal schon vorher, verdammt!! Mit dem Ende der seeligen Vernebelung. Toller Lebensinhalt, dachte ich bei mir. Also aufhören!! Und genau das ging nicht, 10.000 Ausreden usw.
Irgendwann gab auch das erste Glas keine Aufhellung mehr, geschweige denn Freude, ab da dann nur noch bergab. Und dann wird es ja echt tragisch.
Da ich also ein alkoholkranker Mensch bin, muss ich das allererste Glas stehen lassen. Ohne Alternative.
Und die hier zu recht angefragte Anhebung der Lebensgeister dauert einfach länger als gewünscht. ich habe mir das immer daran klar gemacht: Was ich in Jahren als Verhaltensmuster antrainiert hatte, muss ich nun erst „umtrainieren“.
Das dauert etwas, aber es lohnt sich ja.
Was hast du denn im Leben vor, außer mit deinem Mann nicht sprechen können weil der fernguckt?
ich grüße dich (ich bin hier einer von den etwas „längeren“
Max


Seemaus Offline




Beiträge: 216

03.03.2004 18:06
#8 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Hallo Melli, hallo Tini,

liebe Melli, erst Mal Gratulation zum 8. Tag, tolle Leistung!
Du bist auf dem besten Wege und ja, es wird immer leichter, auch wenn es zwischendurch auch mal schwere Tage gibt.
Ich habe morgen 5 Monate erreicht und eigentlich drehen sich meine Gedanken nur noch selten um Alkohol.

Liebe Tini, also ich denke, dass du ganz klar ein Alkoholproblem hast. Egal, ob du mal für einige Zeit aufhören kannst oder nicht. Diese Menge von Alkohol, die die so zu dir nimmst und vor allem, dass du das alleine tust (was ich auch täglich getan habe, oder mit meinem Freund), das spricht ganz deutlich dafür. Ich denke, du musst dir nicht beweisen, dass du kein Problem hast, indem du z. B. für ein paar Wochen nicht trinkst und anschließend so weitermachst. Du musst dir einfach klar machen, ob du so weitermachen willst oder nicht und dann die Konsequenzen ziehen!

So, jetzt geh ich aber erst mal noch etwas sporteln, lese heute Abend noch etwas hier, tu ich immer noch einfach gerne und es tut mir sehr gut.

Liebste Grüße aus dem immer noch kalten, verschneiten Allgäu
Sabine


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

04.03.2004 07:43
#9 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Guten Morgen, Ihr Lieben!

Ich finde es total klasse, daß ich so schnelle Antworten von Euch bekomme. Ich glaube, wenn man anfängt, sich Gedanken über seinen Alkoholkonsum zu machen, hat man bereits eingesehen, daß man ein Problem hat. Das mache ich schon seit einiger Zeit, aber mir fehlt, wie schon gesagt, der letzte Schritt, entgültig "nein" zu sagen. Melli fragte, wie es mir morgens geht... also um ehrlich zu sein geht es mir nicht so wirklich gut am Morgen, bin gerädert, schlechtgelaunt, extrem dann, wenn die Dröhnung nachläßt. Hört sich blöd an, ist aber so.

Ich bin verheiratet, habe eine süße Tochter, für die ich ab dem 01.03.04 endlich einen Kindergartenplatz bekommen habe, so daß ich wieder arbeiten kann (bin Steuerfachangestellte).

Ich habe zur Zeit einige Bewerbungen laufen und Angst, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Deshalb trinke ich momentan ziemlich viel Alkohol. Zu meinem Mann habe ich zur Zeit überhaupt kein gutes Verhältnis, er ignoriert mich, weil er mein Trinken nicht akzeptiert. Ich kann ihn irgendwie verstehen, wenn er von der Arbeit kommt, habe ich schon das erste Glas Sekt in der Hand. Er sieht mir komischerweise schon den ersten Schluck Alkohol an und ist dann enttäuscht. Wer will schon als Nüchterner einen Betrunkenen neben sich haben. Ich weiß, daß ich mit dem Feuer spiele, wenn ich weiter trinke und es viele Gründe gibt, es nicht zu tun... a b e r

ich bekomme es irgendwie nicht auf die Reihe!

Vor einiger Zeit hatte ich, wenn ich nicht getrunken hatte, so komische Angstzustände. Ich wußte nicht, wovor ich Angst hatte, es war so schubweise Panik. Nach 2 Gläsern Sekt oder Wein ging es mir dann besser. Waren das Entzugserscheinungen?

Ich glaube, ich bin schon in einem Teufelskreis. Abends verbringe ich oft Stunden vor dem PC (mit Sekt und viele Zigaretten), gesund ist das bestimmt nicht. Ich würde mich gerne ändern, habe aber momentan einfach nicht die Kraft dazu.

Ich bewundere Euch wirklich sehr, daß Ihr so konsequent und standhaft seid. Ich glaube, ich könnte eine Menge von Euch lernen.

Liebe Grüße

Tine


Melli Melli Offline




Beiträge: 138

04.03.2004 09:09
#10 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Liebe Tine,
vorab ganz kurz, muß in 5 Min zur Arbeit. dein Posting hört sich ein bisschen wie abschied an. lass das nicht zu, jetzt wo du anfängst dir gedanken zu machen.
wenn du anfängst zu arbeiten wird es immer schwerer. der dicke kopf am morgen und die übelkeit. die angst die polizei hinter dir zu haben, (restalkohol)
guck dir deine süße tochter an. du wirst, wenn du jetzt nicht aufhörst immer mehr benötigen.
wenn ihr mal was passiert kannst du nicht mehr fahren. wenn sie in der schule ist und dir nachmittags ihre sorgen erzählen will, kannst du ihr betrunken nicht mehr helfen. zieh die notbremse.
sprich mit deinem mann und rette deine ehe. er wird dich nicht ewig „nur“ ignorieren. irgendwann wird er das nicht mehr mitmachen und im schlimmsten fall dich verlassen.
das sorgerecht bekommt meistens die mutter, aber wenn sie nachweislich trinkt?
Liebe tine, dir fehlt kraft?
ich bin noch sehr frisch trocken und kann nicht viel aus erfahrung sagen, weiß eines aber ganz genau, abztinenz gibt dir kraft. das ist wirklich wahr.
heute abend gern mehr
melli


NoAlktoday Offline




Beiträge: 654

04.03.2004 09:52
#11 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Hallo Tine

Dein Posting hat mich etwas berührt, zumal die Sauferei bei mir genauso angefangen hat wie bei dir.
Hier und da mal ein Schlückchen, dann musste die Flasche geleert werden – könnte ja schlecht werden ;-)
Und bald darauf war ich mittendrin in einem Kreislauf, den ich nicht mehr beeinflussen konnte, ich brauchte den Stoff, um in Stimmung zu kommen.
Lass es nicht soweit kommen, du bist jung, Mann und Kind brauchen dich nüchtern und mit viel Energie. Auch willst du beruflich wieder einsteigen, dazu benötigst du einen klaren Kopf.

Mein Mann hat es damals auch nicht gerne gesehen, wenn ich jeden Abend trank, deswegen begann ich, heimlich zu trinken, aber die Fahne hat er wohl gemerkt. Und dann kam er auf die Idee, nach meinen Verstecken zu suchen – logisch!

Ich bin froh, dass ich aus diesem Teufelskreis raus bin und ich kann jetzt auch stundenlang am PC sitzen, ohne etwas anderes außer Kaffee, Saft, Tee etc. in meinem Trinkgefäss zu haben.
Sicher findest du im Internet etliche Inhalte, die Anregungen bringen, was du mit deinem Kind alles machen kannst. Schau mal einfach bei www.blindekuh.de oder z.B. hier:
http://www.familie-hauenstein.de/links/kinder/start.htm rein.

Und dann lass einfach mal den Sekt im Geschäft, es wird sich sicher jemand anders dafür interessieren. Auch ein gutes Buch vorm Einschlafen lenkt ab und du musst nicht trinken :-)

Versuch es einfach mal, du wirst sehen, du brauchst den Sekt gar nicht!

Ich wünsche dir alles Gute und viel Durchhaltevermögen, es lohnt sich wirklich.

Liebe Grüße
eine seit mehr als 500 Tagen zufrieden trockene Jutta


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

04.03.2004 11:13
#12 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Hi Tine !

Zuerstmal auch von mir ein herzliches Willkommen.

Anders als Melli glaube ich, das man nur für sich selbst aufhören sollte zu trinken.
Nicht für den Mann, nicht für das Kind. Ich glaube, der Gedanke daran, eine betrunkene Mutter zu sein setzt einen zusätzlich gewaltig unter Druck und macht noch mehr Schuldgefühle, als man eh schon hat.
Es ist ein Kreislauf, eine Spirale, man schämt sich zu trinken und um das zu vergessen trinkt man weiter.
Das kenne ich.
Mir ging es erst langsam besser, als ich aufhörte zu trinken, das ist jetzt ca. 1 1/2 Jahre her, auch mit Hilfe dieses boards.

Ich suchte dann auch eine SHG auf, und glaub mir dieser Schritt war nicht einfach. Aber es half mir ungemein unter Gleichgesinnten/betroffenen zu sein.
Hast du dir schon mal überlegt, auch in eine Gruppe zu gehen ? Ich bin sicher, es würde dir sehr guttun.
Und mit den Ängsten, in eine solche zu gehen, bist du auch nicht alleine oder die erste ( gell, rosa Krebs ? ).
Du könntest dort genau über deine Ängste reden.

Es grüßt
Bea


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

04.03.2004 14:34
#13 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

hallo Tine,
du jagst mir Schauer über das Gemüt , und zwar mit deinem Satz: "Vor einiger Zeit hatte ich, wenn ich nicht getrunken hatte, so komische Angstzustände. Ich wußte nicht, wovor ich Angst hatte, es war so schubweise Panik. Nach 2 Gläsern Sekt oder Wein ging es mir dann besser. Waren das Entzugserscheinungen?"
Sie waren es !!! Aber die von der Seele (oder Psyche wenn du das besser findest), die körperlichen Erscheinungen kamen dann auch etwas später. Das war bei mir so eine bitter-traurige Mischung aus verlassen sein, hilflos, einsam sowieso, melancholisch bis melanklütrig, ein moderiger Schauer (den Gott sei Dank keiner sah, aber ich Idiot selber auch nicht).
Und die Behebung dauert ja nur 2 Gläser.
In der Hoffnung, auch dein Inneres treffend dargestellt zu haben, Gruß Max


Rosa Krebs Offline




Beiträge: 436

04.03.2004 16:20
#14 RE: Kontrolle-Alkohol antworten

Tine,

Zitat
Zu meinem Mann habe ich zur Zeit überhaupt kein gutes Verhältnis, er ignoriert mich, weil er mein Trinken nicht akzeptiert. Ich kann ihn irgendwie verstehen, wenn er von der Arbeit kommt, habe ich schon das erste Glas Sekt in der Hand. Er sieht mir komischerweise schon den ersten Schluck Alkohol an und ist dann enttäuscht. Wer will schon als Nüchterner einen Betrunkenen neben sich haben. Ich weiß, daß ich mit dem Feuer spiele, wenn ich weiter trinke und es viele Gründe gibt, es nicht zu tun... a b e r



Kommt mir doch sehr bekannt vor. Ich hatte zwar kein Glas in der Hand, wenn mein Mann nach Hause kam, aber er sah mir jeden getrunkenen "Schluck" oder "Schlückchen an. (Rotbäckchen oder heißt das Rotwängchen lässt grüßen)

Mein Mann hat versucht mit mir zu reden, als ich noch ganz am Anfang stand und ich anfing regelmäßig (so WE und später auch mal unter der Woche) zu trinken. Damals habe ich auch abgeblockt und alles verharmlost. Später habe ich dann heimlich getrunken. Es war einfacher .... brauchte keine Ausreden mehr.

Enttäuscht hat sich er dann verzogen - ", entweder ins Büro (im Haus) oder in seine Hobby-Werkstatt oder an den See zum "Probleme wälzen". Ja, es war schon so, dass ich ihn als er die Anfänge des Trinkens bei mir sah reden wollte und ich ihn ignorierte und später war es dann umgedreht. Miteinander "wirklich" reden war dann so gut wie unmöglich. Aber mal ganz ehrlich..... hätte er getrunken und nicht darüber reden wollen, wäre ich genauso enttäuscht abgezogen.

@ Jutta,

Zitat
Mein Mann hat es damals auch nicht gerne gesehen, wenn ich jeden Abend trank, deswegen begann ich, heimlich zu trinken, aber die Fahne hat er wohl gemerkt. Und dann kam er auf die Idee, nach meinen Verstecken zu suchen – logisch!
Ich bin froh, dass ich aus diesem Teufelskreis raus bin und ich kann jetzt auch stundenlang am PC sitzen, ohne etwas anderes außer Kaffee, Saft, Tee etc. in meinem Trinkgefäss zu haben.



Auch das kenne ich..... diese Befreiung aus dem Teufelskreis!
Heute denke ich noch oft kopfschüttelnd an die Zeit von damals – warum glaubte ich da niemals mehr herauszukommen – gab mir ja ewig selbst keine Chance...... mein Gott, wie verbohrt war ich denn da!
Ich bin immer noch sehr "glücklich" den Weg aus diesem Teufelskreis gefunden zu haben und werde nie vergessen wie schrecklich es ist in so einer "Hölle" zu stecken.

Und die Frage: Was wäre wenn.......?
......mein Mann nach versteckten Flaschen gesucht hätte und meine Heimlichkeit somit aufgeflogen wäre.....
nun, diese Frage wird für mich immer unbeantwortet bleiben, da er sich nie die "Mühe" gemacht hat.

@ Max,

Zitat
Das war bei mir so eine bitter-traurige Mischung aus verlassen sein, hilflos, einsam sowieso, melancholisch bis melanklütrig, ein moderiger Schauer (den Gott sei Dank keiner sah, aber ich Idiot selber auch nicht).



Genauso fühlte ich mich damals auch. Supertreffend dargestellt. Danke.

@ Halole Bea,
Mensch Bea,
ja ja, ich gebe es zu – hatte wirklich Angst damals und brauchte schon ein paar Überredungskünste um mir Mut angedeihen zu lassen. Werde ich auch nie vergessen..... auch nicht mein erster Gang zur SHG. Jetzt habe ich ja die Gelegenheit mich bei Euch liebe "Forumler" von damals, zu bedanken. Danke für den sanften Tritt..... es war für mich etwas sehr bedeutendes weil es mein erstes öffentliches "Outing" war, das mir den Mut gegeben hatte, zu mir und zu meiner "Krankheit" zu stehen.

Liebe Tini, entschuldige bitte, jetzt ist mein Post so lang geworden, eigentlich wollte ich doch nur dies schreiben:
Halte durch, es lohnt sich wirklich! .......und das schreibt Dir eine, die dem "Teufelkreis" entkommen ist.

Ich wünsche Dir alles Gute
Rosa Krebs


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