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Saufnix
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Dieses Thema hat 64 Antworten
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 Akute Hilfe
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eizo Offline



Beiträge: 59

04.04.2004 11:47
#61 RE: Gruss von Steffi antworten

liebe Lisl,
ich bin heute Morgen frisch aufgewacht und ständig mit mir in Zwiessprache.Ich teste mich hier zu Hause aus und suche Paralelen zu meinem früheren nassen Verhalten.
Ich habe keinen Druck.Rolf ist über Nacht weggeblieben und hörte sich am Tel. nicht so gut an.Verkatert?
Ich merke das es mir viel leichter fällt nichts zu trinken,wenn ich mir bewusst sage ,das es nur in meiner Hand liegt.Früher hatte ich den Eindruck es wurde mir verboten,das setzte mich unter Druck.
Ich sitze hier und weiss ,wenn ich wollte könnte ich.Und es macht mich froh den Alk. abzulehnen.
Ich weiss,das ich den Missbrauch nicht wegmachen kann.
Letzte Woche habe ich dem Täter gekündigt,er hat keine Macht mehr.Mein nächstes Ziel ist,meinem inneren Kind die Angst zu nehmen ,und dessen Signale wahrzunehmen.
Ich versuche stolz auf mich zu sein,da ich den Generationenmissbrauch durchbrochen habe.
So,die Sonne scheint und ich werde Kind sein und mit meinen Kindern einen Spaziergang machen.
Lieben Gruss Steffi


Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

04.04.2004 21:55
#62 RE: Gruss von Steffi antworten

Hallo Steffi,

ich habe deine Geschichte teilweise mit verfolgt und sie kommt mir so bekannt vor.

Du hast dem Täter "gekündigt" und den Generationenmissbrauch "durchbrochen". Das ist das Beste, was du machen konntest und im laufe der Zeit, wirst du noch viel mehr kündigen und auch durchbrechen. Was dann zum Vorschein kommt, ist eine Steffi, die so stark ist, dass sie nie mehr Alkohol benötigt, um vor irgend etwas Angst zu haben oder die zwanghaft in einer Rolle bleibt, die von ihr erwartet wird, weil auch ein Stück "heile Fassade" erhalten bleiben soll und gerade diese "Fassade" dein ICH erdrückt.

Der Mißbrauch bleibt nicht nur auf die eigentliche Situation oder Tat beschränkt, sondern man trägt alles immer mit sich herum, wie einen ständig schwerer werdenden Sack. Gerade weil dieser "Sack" so schwer ist, versucht man, ihn leichter zu machen, in dem man sich "vergessen" antrinkt. Aber das funktioniert auf Dauer nicht, denn "vergessen" und "wegtrinken", kann man so was nicht.

Ich spreche da auch aus Erfahrung. Ich habe Ähnliches erlebt, und bin mit 14, 19 und 22 Jahren vergewaltigt worden, was niemand außer mir und natürlich die Täter wissen und ich erwähne es jetzt zum ersten mal vor Anderen. In einem Fall handelt es sich um Mißbrauch und das ganze Dilemma, ist mir erst nach meiner "Trockenlegung" bewußt geworden. Ich habe keine Therapie oder sonstige Hilfe in Anspruch genommen, sondern ganz alleine mit mir, diese schrecklichen Dinge "durchgekaut". Es vergeht kein Tag, wo ich mich nicht damit auseinander setze und ich habe erst jetzt, ebenfalls dem Mißbrauchstäter "gekündigt", obwohl seit der einen Vergewaltigung keine Übergriffe mehr stattgefunden hatten und alles viele Jahre zurückliegt.Jedoch vergessen und verzeihen konnte ich nie.

Aber leider fühlte ich mich gezwungen eine "Fassade" zu erhalten und es war verdammt schwer, die Anwesenheit dieser Person, gerade bei Familienfeiern oder so, zu ertragen. Ich denke, ich habe auch versucht viel "wegzutrinken" und es hat mir letztendlich nichts gebracht.
Erst das "trockenSEIN", und dann das "kündigen" und "wegbleiben", bringt mich weiter, als ich je gedacht habe. Erst jetzt geht es mir gut, obwohl ich auch noch mit anderen Problemen beschäftigt bin, die ich OHNE Alkohol ganz anders anfasse und versuche zu bewältigen.

Es wird noch etwas "Seelenarbeit" auf dich zukommen, aber glaub mir, es geht alles leichter, wenn kein Alkohol im Spiel ist.

Ich wünsche dir alles Gute
und nehme dich mal in den Arm

Laila


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

05.04.2004 11:35
#63 RE: Gruss von Steffi antworten

Hallo Steffi,

ich habe mich gefreut, wieder von dir zu lesen.

Im ersten Moment liest es sich ein bißchen traurig, dass du keine Beziehung mehr willst. Aber dann habe ich gedacht, du hörst endlich auf dein Gefühl und stehst dazu. Du hast damit einen riesigen Befreiungsschritt gemacht!

Das ist das wichtigste, glaube ich. Höre auf deine innere Stimme und decke sie nicht mehr zu und lasse dich nicht mehr unter Druck setzen - so wie du das ja auch beschrieben hast.

Ich finde es ganz klasse, dass du die Therapie für dich durchgezogen hast und merke auch, dass es du jetzt dich und deine Gefühle sehr ernst nimmst.

Toll!!!

Ganz liebe Grüße
Gaby


Nachtpflegel Offline



Beiträge: 29

05.04.2004 14:47
#64 RE: Gruss von Steffi antworten

Hallo zusammen ;

Ich habe Eure Beiträge gelesen und ich muss ehrlich gestehen das ich „Bauchweh“ davon bekommen habe .
Aber vielleicht liegt es auch daran , weil ich es nicht verstehe (verstehen will ?) . Ich bin so erzogen worden , das man Dinge die man beginnt auch zuende führen sollte . Zumindest versuchen sollte !!!
Was ist mit Ehrgeiz , Lebenszielen , Träumen , Familienzusammenhalt , ....... ?
Warum scheint es in unserer heutigen Zeit schon fast eine Art Modeerscheinung zu sein alles was einem nicht gut zu scheinen vermag gleich wegzuschmeißen und aufzugeben anstatt sich dafür zu entscheiden und es anzupacken / zu ändern ?
Für Steffi ist es deutlich einfacher ist als für mich . Sie hat den nötigen Abstand , die Distanz zu mir , unseren Kinder und unserem Umfeld .
Sie lebt seit einem guten halben Jahr in einer völlig anderen Umgebung , hat sich dort eine Art „neue Familie“ zugelegt bzw. bekommen . Sie lebt in einer ganz anderen Welt , aber es ist nicht das wahre Leben was Sie dort durchlebt . Hier ist das wahre Leben , hier findet es statt !
Ich hingegen bin allein mit meinen ( unseren drei Kindern , wenige Freunde und Familienmitglieder haben den Kontakt zu uns (mir) gehalten . Vermutlich weil Sie nicht wissen , wie Sie sich verhalten sollen . Ich bin jeden Tag in meinem doch so gewohnten Räumlichen Umfeld , umgeben mit Erinnerungen .
Steffi sollte nicht den Fehler machen und unsere Beziehung nur nach negativen „Dingen“ abklopfen . Sie sollte sich auch die mühe machen sich an geschehenes gutes zurück erinnern (denn auch das gab es).
Sie sollte sich einmal daran zurück erinnern , warum Sie vor 10 Jahren den Schritt zum Traualtar mit mir gegangen ist , und warum wir drei Kinder in diese Welt gesetzt haben .

Steffis Zitat :

Aber wenn ich in meiner co-abhängigkeit bleibe,werde ich auch wieder abhängig.Und das kann es nicht sein.


Hm , um ehrlich zu sein verstehe ich das nicht .
Ist diese Co-Abhängigkeit auf den Alkohol bezogen ?
Mir macht es nicht´s aus keinen Alkohol zu trinken , es gibt ihn hier auch nur selten seit dem Steffi in Therapie ist . Und es wird keiner mehr ins Haus kommen wenn Sie entlassen wird . Oder wie darf ich diese Aussage verstehen ?
Es kann nicht sein , das sie mir und unserer Beziehung die Schuld geben möchte , das sie „trockene“ Alkoholikerin geworden ist .

Gruß Rolf


[f1][ Editiert von Nachtpflegel am: 05.04.2004 14:50 ][/f]

[f1][ Editiert von Nachtpflegel am: 05.04.2004 23:00 ][/f]


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

05.04.2004 15:18
#65 RE: Gruss von Steffi antworten

Hallo Rolf,

ich kann dich auch gut verstehen, wie schwer das alles für dich ist! Klar, jeder der sich für einen Partner entscheidet, wünscht sich, dass es für immer so bleibt. Ich vermute mal, auch Steffi hatte keine Hintergedanken, als sie dich geheiratet hat.

Gib´auch dir selbst Zeit dich an die Situation zu gewöhnen. Suche dir neue Freunde, Hobbys etc. Fang´langsam an damit. Loslassen, wenn es nötig geworden ist - auch das ist ein Zeichen von Liebe!

Treffe dich doch mal mit anderen alleinerziehenden Vätern, gehe mal in eine Angehörigen-gruppe. Du musst jetzt unbedingt etwas für dich tun, gerade weil es so schwer für dich ist und du noch keine Hilfe erhalten hast. Erst wenn du bereit dazu bist, dass zu aktzeptieren, wird sich das Verhältnis zwischen dir und Steffi entspannen und das ist sehr wichtig - allein schon für die KInder, aber auch für euch beide.

Es ist ein schwerer Weg, der nun zu gehen ist - trotzdem ist er besser, als der mit der tödlichen Alkoholkrankheit.

Du bist jetzt sehr verletzt und getroffen, da ist es schwer noch den gefühlsmäßigen Überblick zu behalten. Ich bin mir aber sehr sicher, dass ihr NICHT der Grund für Steffis Alkoholkrankheit seid. So blöd es sich anhört, du darfst ihre Entscheidung nicht nur persönlich auf dich beziehen. Sie hat eine Entscheidung getroffen, die sie momentan zum Überleben braucht und wenn dir Steffi wichtig ist, dann respektiere es erst mal.

Über Warums und über Vergangenes könnt ihr später mal reden, wenn sich die Wogen geglättet haben.

Wenn es dir irgendwie möglich sein sollte, dann nehme selbst mal eine kleine Auszeit jetzt in den Osterferien zusammen mit den Kinder, wenn es geht.

Ich wünsche dir viel Kraft und dass du dich nun, nach den ganzen Sorgen um Steffi, auch mal um dich selbst kümmerst!

Ganz liebe Grüße
Gaby


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