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Saufnix
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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 551 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Gast ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2003 16:52
RE: Hoffnungsloser Fall? antworten

Liebe Alk-Experten,
eigentlich bin ich auch ein Alk-Experte - sowohl "praktisch" als auch "theoretisch" und beides sowohl trinkend als auch nicht-trinkend. Weiß eigentlich alles über Alkoholismus und weiß auch alles über das Trocken-werden, nur mit dem -bleiben ist das so ein Problem. Ich werde bald fünfzig und war mit 25 Jahren zum ersten Mal in einem AA-Meeting, habe also schon seit fast 25 Jahren ein "Problembewusstsein". Einmal war ich fast zwei Jahre trocken - die längste Zeit, dieses Jahr schon einmal 2 Monate lang und dann ein Vierteljahr... Und doch trinke ich immer wieder - wider besseren Wissens.
Mir fehlen vor allem die "Angst vor dem Alkohol", der "Ekel gegenüber Alkohol", die "Angst vor dem Rückfall" etc. - alles Sprüche, ich ich von trockenen Freunden und Freundinnen höre und die sie daran hindern, wieder anzufangen. Ich bin auch nicht körperlich abhängig, kein Zittern zwingt mich, Alk zu trinken, um handlungsfähig zu werden. Bei mir säuft die Seele und die flüstert mir immer ein den Trost eines Rituals, das ich auch als sehr-gern-und-gut-Köchin für unerlässlich (?) halte. Noch dazu habe ich seit frühester Jugend immer wieder Depressionsschübe (z.T. bis zu einem halben Jahr), wo ich dann den Alk als "Medikament" einsetze. Z.Zt. habe ich keine Depressionen, trinke trotzdem. Ich bin nur total lustlos und gleichgültig Allem und Allen gegenüber. Ich trinke sogar lustlos. Ich habe auch keine Lust mehr, nochmal einen x-ten Versuch, mit dem Trinken aufzuhören, zu starten ("wird ja eh nix"). Aber ich frage mich natürlich auch: Was machst Du dann noch auf der Welt, wenn Du sowieso zu nix Lust hast??? (Bin nicht akut suizidgefährdet, falls das so klingen sollte). Aber ich weiß auch, dass sich nichts an diesem Zustand ändern wird, wenn ich weiter trinke... Ein hässliches Dilemma. Wenn ich einen Smiley benutzen sollte, dann wohl am ehesten diesen:
Vielleicht hat ja jemand eine Idee.
Danke, Camille


tommie Offline




Beiträge: 10.571

16.11.2003 17:47
#2 RE: Hoffnungsloser Fall? antworten

Hallo Gast Camille ,

-Vorsicht, provokante Antwort-

"Angst vor dem Alkohol", die "Angst vor dem Rückfall" ? Das liest sich für mich -anhand der wenigen Fakten- aber anders: Hast du vielleicht Angst davor, ohne Alkohol leben zu müssen ?
Was nützt es dir, wenn du 25 Jahre krampfhaft versuchst -wer weiss wie oft schon- ohne Alkohol zu leben, wenn du anscheinend selbst nicht weisst, wofür du das tun sollst ?
Leben ohne Alkohol macht doch nur dann Sinn, wenn dieses Leben auch für dich selbst lebenswert ist. Für mich liest sich dein Beitrag so, als ob du "ohne" einfach nichts mit dir anzufangen weisst und du "mit" auch klar kommst. Also, wieso trinkst du nicht einfach weiter ?

tommie


Miezekatz Offline




Beiträge: 731

16.11.2003 18:37
#3 RE: Hoffnungsloser Fall? antworten

Hallo Gast,

als ich deinen Beitrag las, habe ich spontan das gleiche gedacht, was Tommie jetzt geschrieben hat. Warum trinkt er/sie nicht einfach weiter..... Zum Aufhören besteht ja - laut deinen Angaben - überhaupt kein Grund. Du bist nicht körperlich abhängig und empfindest das Leben ohne Alkohol nicht weniger öde und sinnlos als mit. Mit Alkohol ist es einfach nur weniger kompliziert, denn dann muss man nicht immer wieder aufs Neue anfangen aufzuhören. Wenn man es eigentlich garnicht einsieht..... Weisst du, wenn 25 Jahre sporadisch AA nichts geholfen haben, welchen Rat sollen dir dann die von dir angesprochenen Alkohol-Experten hier auf diesem Board geben? Jeder, der trocken wurde, sah einen Sinn dahinter. Jeder hat die Zeit des Trockenwerdens auf sich genommen - gewiss keine leichte Zeit. Das macht man nicht locker vom Hocker. Und die, die noch am Kämpfen sind, machen in ihren Beiträgen ganz deutlich, WELCH ein Kampf das ist......


Du musst selbst wissen, was du willst und was du tust.


Viel Glück dabei.


cube64 Offline



Beiträge: 42

16.11.2003 21:03
#4 RE: Hoffnungsloser Fall? antworten

Hallo,

Bist Du wegen Deiner Depression in Behandlung? Machst Du sonst noch was dagegen? Ich habe das Gefühl, dass nicht der Alkohol primär Dein Problem ist - sonst würdest Du nicht zwischen Trocken und Nass pendeln. Kleiner Link-Tipp (falls das Tommie erlaubt : http:www.kompetenznetz-depression.de)

AA ist übrigens nur eine von vielen Sichtweisen (womit ich AA nicht schlecht machen will - es gibt da viel sehr Gutes).

LG Cube


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

17.11.2003 03:53
#5 RE: Hoffnungsloser Fall? antworten

Cube...
Danke für den Hinweis auf die "Kompetenznetz-Seite" - da fühle ich mich "zu Hause"...
Camille


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