Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Saufnix
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 53 Antworten
und wurde 2.948 mal aufgerufen
 Ganz, ganz viele Fragen
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
Beachen Offline




Beiträge: 3.654

06.09.2003 21:20
#31 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo Vanillekipferl !

Ja, dieser Austausch hier tut mir auch unheimlich gut.

Dieses unabänderliche, ja schon, aber ich versuche das auch als Chance für mich zu sehen, ich fühle mich so wohl im letzten 3/4 Jahr, wie ich mich in meinem ganzen Leben noch nicht gefühlt habe. Mir kommt es manchmal vor, als hätte ich eine richtige "Erleuchtung" gehabt. Einfach mein ganzer Zustand und meine Tage haben sich verändert. Manchmal ist es immer noch unglaublich für mich, was ich für mich "erreicht" habe. Ich hoffe das klingt jetzt nicht zu geschwollen.
Und die Gedanken an vergangene trunkene Nächte und den ganzen Bockmist den ich in all den Jahre so gebaut habe .... ich hab da öfters auch schon an den -ich glaube 6.ten Schritt - der AA denken müssen, den wo man sich für beigebrachtes Leid bei allen entschuldigen soll. Irgendwie hab ich da manchmal das Bedürfnis danach und ich denke wenn ich mal jemanden entsprechendes treffen sollte, tu ich das ... . So richtig filmreif das dann derjenige womöglich garnicht weiß wovon ich rede ....
Naja, so am Rande erwähnt ....
Ich denke auch es ist wichtiger nach vorne zu blicken, und die Veränderung von einem selbst zieht doch auch nach sich, das man evtl. auch früher verbocktes (zb wenn man Kinder hat) wieder gut machen kann, einfach weil man sich geändert hat. Denn mit einer Riesenschuld und Scham kann man auch schlecht leben, nicht das man sich dann so schämt und wieder trinken muß um zu vergessen .....
Aber mich holen solche Gedanken auch manchmal ein, aber irgendwie überwiegt der Stolz das ich heute mit mir selbst so gut klarkomme.

Auf uns

und Grüßle von
Bea


Kallekill ( gelöscht )
Beiträge:

08.09.2003 12:17
#32 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hey Helena,
ich kenne solche Attacken von mir selber, aber auch von meiner Frau her, und die waren schon unterschiedlich.
Meine waren so, wie Du es beschrieben hast, ich war irgendwo, im Park, auf einem Konzert,im Zug, oder weiß ich wo, auf jedenfall immer da, wo auch viele andere Menschen waren.Und entweder kam das dann schlagartig, sogar schon so schlimm, das ich im Zug knapp davor stand, die Notbremse zu ziehen, um einfach da rauszukommen, damit ich alleine sein konnte, oder aber ich habe schlagartig irgend ein Fest verlassen müßen, ohne Erklärungen, oder aber, ich konnte nicht bei MC Donald´s reingehen, oder in eine Straßenbahn einsteigen.Und was schlimmer war, das steigerte sich dadurch noch, weil ich dann immer schon vorher auf solch eine Attacke wartete, diese sogar schon herbeizwang,durch mein Angstverhalten.
Ich habe mich da selber durchgekämpft,ich habe mit der Zeit gemerkt, jemehr ich von solchen Situationen durchstand, desto einfacher wurde es für mich, die nächste zu überstehen, dadurch klangen sie immer mehr ab.
Solche Attacken kommen heute immer noch vor, aber ich weiß, das die auch wieder vorübergehen. Ich setze mich dann entweder einfach irgendwo hin, und denke an was anderes, oder aber ich rede darüber, egal mit wem, und dadurch geht das dann am schnellsten vorbei, und das tolle ist, ich bin bis zum heutigem Tage, noch von keinem, mit dem ich da einfach drüber geredet habe, ausgelacht, oder stehen gelassen worden. Sogar das Gegenteil war immer der Fall, ich bin deswegen, wegen der Stärke darüber sprechen zu können, sogar von meinem Gegenüber bewundert worden, und die fanden es alle mutig, das ich das so in den Griff bekam, und da so drüber reden konnte.

Bei meiner Frau kamen diese Attacken anders, sie dachte dann immer, sie würde einen Herzinfakt bekommen, bekam dann eiskalte Hände,Ihr Herz raste, und bekam eine Todesangst.Beim erstenmal habe ich sofort einen Notarzt angerufen, der Ihr dann auch Valium gespritzt hatte.
Aber auch sie hat es in den Griff bekommen, Sie hat sich von Kopf bis Fuß durchchecken lassen, war sogar in einem Herzcentrum, bis Sie sich sicher war,das diese Anfälle keinen organischen Hintergrund hatten, und ich brachte Ihr dann schonend bei, das sie zu jeder Tag,- und Nachtzeit mit mir darüber reden kann, wenn sowas wieder anfängt.Das half Ihr enorm, aber trotzdem hat sie auch noch eine Notration von 2 Tabletten Diazipan immer in Ihrer Handtasche, aus Sicherheit, wenn dieser Anfall mal wieder zu stark wird, und ich nicht bei Ihr bin.
Ich hoffe, das Du für Dich Deinen Weg finden wirst, wie Du damit umgehen kannst, um wieder frei und sorglos das Leben genießen zu können.
einen ganz lieben Gruß
Kalle


ameise Offline




Beiträge: 1.110

08.09.2003 13:20
#33 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo Kalle,

erstmal willkommen hier in diesem lustigen durchgeknallten Haufen .
Wie gesagt - für mich ist es schon einmal eine Riesen-Erleichterung, daß auch andere diese Ängste haben. Nicht, daß ich das den anderen unbedingt wünschen würde, aber das Gefühl, man ist nicht ganz so allein und doch nicht ganz so meschugge, wie man immer dachte - ist schon äußerst beruhigend.

Ich komme gerade vom Einkaufen - auf der Rückfahrt im Auto ist es mir auch wieder passiert.
Mir wurde es ganz eng in der Brust, und ich konnte kaum atmen.
Aber bevor die Panik hochkroch habe ich mich an die vielen Beiträge hier zum Thema erinnert.
Vor allen an den von Biene.
Ich habe mir laut gesagt: "Reiß Dich zusammen, es gibt Schlimmeres - und es kann Dir nichts passieren!"
Und auch wie Du schon schreibst:
Es wird von mal zu mal schwächer. So nach dem Motto: Schön' guten Tach - da biste ja wieder Angst!
Man begegnet ihr wie einen Menschen, auf den man nicht gerade gewartet hat und der einen nun doch über den Weg läuft.
Guten Tag - guten Weg!
Ich denke, ich bekomme das in den Griff.
Wäre ja gelacht, wenn nicht!

Ich habe gerade vorher Deinen Vorstellungs-Beitrag gelesen. Ich wünsche Dir, daß Du diese schwere Zeit gut überstehst.
Bei so einer Frau und so einer Familie glaube ich, daß Du das packst.
Deinen Spruch, der unter den Beiträgen steht - der mit der Freiheit - finde ich übrigens total super!
Habe ich mir gleich aufgeschrieben!

Viele liebe Grüße


Kallekill ( gelöscht )
Beiträge:

08.09.2003 14:59
#34 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

hallo Helena,
ich finde du machst das genau richtig, nur so wirst du wieder Herr über diese Attacken, und die nicht über dich und Dein Leben.
Was ich aber auch noch sehr wichtig finde, ist, das du mal unbedingt nachschauen lassen solltest, ob das nicht doch mit irgendeinem organischem Leiden zusammenhängt.
hier bei uns gibts da ne astreine "Heilpraktikerin"( hab da früher auch immer die Nase drüber gerumpft, wenn ich diese Bezeichnung gehört hatte), die sowas auch sehr ernst nimmt.
Bei meiner Frau war es nachher klar, das das alles vom Stress herkam, und bei Ihr ist noch folgendes passiert, als mein Vater im Sterben lag, bekam Sie eine eiseitige Gesichtslähmung, und wir wußten am Anfang nicht von was das nun wieder herstammte? Ein Gehirntumor, ein Schlaganfall, oder was sonst?
Zwei Wochen brauchten die Ärzte, bis sie dahinter kamen, das auch diese Lähmung vom zuvielen Stress herrührte.
Kannst Du Dir das vorstellen, mein Vater hatte da schon einen Lungentumor, und Metastasen im Gehirn( deshalb konnte er schon nicht mehr laufen), in der Leber, und in der Bauchspeicheldrüse hatte er auch welche(im Juni war er noch kerngesund), und nun noch diese Angst, meine Frau am Krebs zu verlieren.
An dem Tag ,als ich erfuhr, das meine Frau keinen Gehirntumor hat, ist mein Vater die Nacht drauf seelenruhig eingeschlafen und von uns gegangen, ohne Schmerzen, und vor allem, ohne das er an irgend so einer lebenserhaltenen Maschine angeschlossen wurde.Er bekam eine Lungenembolie, und 12 Stunden später war er tot.
Soll ich mich wenn ich nun an dem Tag zurück denke freuen, oder sollte ich wenn ich an den Tag zurück denke nun weinen?
Einmal erfuhr ich, das ich den Menschen, den ich auf dieser Welt am meisten Liebe behalten darf, und gleichzeitig muß ich dafür das Leben meines Vaters opfern, ist das nicht grausam?
Aber meiner Frau geht es nun schon besser,sie kann schon fast wieder alles in der linken Gesichtshälfte bewegen, nur das zwinkern mit dem linken Auge geht noch nicht richtig.
Ich glaube ,jetzt kommt irgendwann die Zeit, das auch ich anfangen darf zu trauern, denn ich weiß das meine Mutter gut versorgt wird, von einer Tante von mir, und das es meiner Frau wieder viel besser geht.
also werde ich mich nun wohl mal um mich kümmern müssen.
Gruß
Kalle


Süsse ( gelöscht )
Beiträge:

13.10.2003 13:06
#35 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Erstmal hallo an Alle...

bin die Neue und komm jetzt öfter.
Habe mir lange nicht eingestanden, dass ich ein ertsthaftes Alkoholproblem habe.

Dann kam der krasse Absturz und ich wurde auf eine geschlossene Staion eingewiesen, um einen Entzug zu machen.
Vorher wollte ich mir die Pulsadern aufschneiden, weil nix mehr zu trinken im Haus war.
Mein damaliger Partner hat das zum Glück verhindert.
Der Entzug dauerte eine Woche, in der ich völlig neben mir stand.(durch Medis)
Hatte aber fast keine Entzugserscheinungen, dank Medikamente.
Durch das Trinken(3Jahre) hat sich bei mir eine Depression entwickelt mit Angszuständen.
Danach ging ich in eine Tagesklinik und machte dort 6 Wochen eine Verhaltenstherapie, wo die Depri und die Ängste behandelt wurden.
Heute(1,5 Jahre später) geht es mir wieder ganz gut.
Ich habe seit dem nicht einen Tropfen mehr angerührt und bin schon stolz auf mich.
Manchmal habe ich Träume, wo ich was trinke und bin dann echt froh, wenn ich munter werde und nüchtern bin.
Habe echt Horror, davor, wieder so abzustürzen.
Kontrolliere alles, wo ich auch nur denke, da ist Alk drinne und esse oder trinke das dann nicht.
Ist das normal?
Gilt man irgendwann als geheilt?
Was ist mit Sachen, wie zum Beispiel Essig und so, wo ja auch zum Beispiel Brantweinessig drin sein kann?
was muß man beachten?
Freue mich auf eure Hilfe
Die Süsse( 26 Jahre)


Gitti Offline




Beiträge: 314

13.10.2003 15:28
#36 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo Süsse

Erst einmal ein herzliches Willkommen hier an Board von mir.
Und für 1 1/2 Jahre Trockenheit da ziehe ich meinen Hut
Zu Deinen Fragen:

Zitat
Kontrolliere alles, wo ich auch nur denke, da ist Alk drinne und esse oder trinke das dann nicht. Ist das normal?


Für mich ist das normal,ich tue es auch,einen Rückfall will ich nicht durch Alkoholisierte Lebensmittel riskieren.

Zitat
Gilt man irgendwann als geheilt?


Nein als geheilt würde ich trocke Alkoholker nicht bezeichnen, aber eine zum Stillstand gekommene Krankheit hört sich für mich besser an. Ich hoffe Du kannst damit etwas anfangen.
LG


Jarjar Offline




Beiträge: 117

13.10.2003 18:23
#37 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo Süße,

herzlichen Glückwunsch zu 1 ½ Jahren Trockenheit und herzlich Willkommen.

Zu deinen Fragen: Wie Gitti schon sagt, geheilt gibt es leider wirklich nicht. Aber die Vorstellung von der zum Stillstand gekommenen Krankheit find ich auch nicht schlecht.

Aber was das Essen anbetrifft: Diesen Zwang alles zu kontrollieren kenn ich nur zu gut. Aber sieh´s doch einfach positiv, du beschäftigst dich einfach viel intensiver mit dem was du zu dir nimmst. Also weist du auch besser Bescheid, über das was in den Lebensmitteln drin ist, die du zum kochen nimmst.
Aber die Sache mit dem Essig ist wirklich kompliziert. enn der wird nun mal aus Alkohol gemacht. Aber es ist normal kein Alkohol drin, ausser die Feinschmeckeressigs,(auweiha, ist das noch deutsche Sprache? :grins1 die mit Wein oder Brandy verfeinert sind.
Da ich ausgesprochener Satatsaucenfan bin, hab ich beschlossen, dass der Essig den ich verwende keinen Alkohol mehr enthält! Basta.
Ansonsten kann man auch Zitronensaft verwenden.

Bei mir hat sich da mittlerweile eine bestimmte Gelassenheit entwickelt, ich meide den Alkohol in Lebensmitteln, aber wenn sich doch was reingeschmuggelt hat, tja, dann wars halt so, man muss den Teller ja nicht leer essen.


michimu Offline



Beiträge: 93

13.10.2003 18:34
#38 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo Süsse,

Ich geb Gitte recht, geheilt werden kann man nicht, denn das hiese ja, dass man irgendwann - wenn man nur lange genug abstinent ist - wieder gepflegt einen trinken kann. Das ist vorbei.

Ich habs (ich wiederhol mich da) mit dem kleinen schwarzen Teufel, undgefähr Daumengroß, der sitzt auf dem Magengrund mit großer roter Zunge, und wartet auf Stoff, und mit jedem Tropfen wächst er wieder...

Ich für mich bin was Nahrungsmittel angeht etwas nachlässig. Ich ess und trink nix, wo das Zeug pur zu spüren ist, SchwarzwälderkirschTorte, z.B. aber bei RumTraubenNuß kann ich nicht wiederstehen. Es gibt andere trockene Alkoholiker, die würden da im Dreieck springen...

Das ganze ist eine Kopfsache, man darf sich nicht innerlich ranpirschen wollen an den normalen Schluck, der ist dahin... einfach versoffen...

Das schlimmste, was mir bisher begegnet ist, war einer der nach 17Jahren wieder hingelangt hatte und dann 2Jahre durchgehalten hat mit dem Süffeltrunk, bis er abgestürzt ist in alte Verhaltensweisen (das zur Wachstumsrate ausgetrockneter Daumenteufel)

und deswegen ist mir die Selbsthilfe wichtig, dass ichs nicht vergess wer ich bin

schön dass du da bist Süße
Michael


Ameise Offline




Beiträge: 1.110

13.10.2003 19:09
#39 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hi Süße,

ich habe da eher genauso Paranoia wie Du. Ich meide alles - aber auch alles, was irgendwie mit Alkohol zu tun haben könnte.
Sogar auf den Kaugummi-Packungen gucke ich auf die Inhaltsstoffe.
Es mag sein, daß es nur eine Kopfsache ist - aber auf der anderen Seite war auch mein Körper abhängig.
Weiß ich, ob mein Belohnungssystem nicht gleich wieder versucht, das Andocken der Botenstoffe, um den Dopaminpegel zu senken, zu verhindern, sobald die kleinste Menge Alkohol in den Kreislauf gerät?
Nein, ich weiß es nicht - und ich möchte es auch nicht drauf ankommen lassen.
Ich traue all diesen kleinen D2-Rezeptoren, Botenstoffen und Nachbarzellen in meinem Hirn nicht über den Weg.
Ich glaube, es braucht nicht viel, um diesen komplexen Mechanismus wieder in Gang zu setzen.

Schwarwälder Kirschtorte mochte ich noch nie - und Tiramisu schmeckt genauso wunderbar, wenn man den Amaretto wegläßt, wenn nicht sogar noch besser.

Ich esse auch kein Eierlikör-Eis, auch keine Contreau- oder Tiramisu-Schokolade.
Ich würd mal sagen: Ich ziehe es voll krass durch .

Aber das muß jeder für sich selbst entscheiden.

Geheilt sind wir nie - da sind Hopfen und Malz verloren.
Aber wir haben die Bremse gezogen - und das ist gut so. Sei stolz auf Deine eineinhalb Jahre - das ist super-toll!

Gruß


eizo ( gelöscht )
Beiträge:

13.10.2003 20:11
#40 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo,bin seid heute neu hier.Habe mich in dem Bereich irgentwie veriert.Ich schreibe Dir hoffentlich wg.dem Thema Panik.Habe seid geraumer Zeit Atacken,so das ich kaum noch Auto fahre.Auf dem Weg in die Eifel,dachte ich ,ich fahre meinen Mann und die Kinder in den tot.Seitdem bin ich schon froh wenn ich es zur Arbeit schaffe.Ich steh leider noch vor dem Anfang.Wollte heut anfangen,habe aber Angst mein Wochenenddienst zu vermasseln.gruss Steffi


tommie Offline




Beiträge: 10.571

13.10.2003 20:21
#41 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo Steffi ,

willkommen auf dem Board .

Wovor und wobei hast du Angst ?

tommie


prinzesserin Offline



Beiträge: 25

13.10.2003 20:23
#42 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo Stefanie,

schön, daß Du hier bist!

Und...was möchtest Du anfangen?

Ich bin so neugierig, weil ich auch grade erst angefangen habe...

Gruß

prinzesserin


Seemaus Offline




Beiträge: 216

13.10.2003 22:44
#43 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Hallo da Draussen!

Ich möchte euch einmal etwas zum Thema Angst und Panikattacken schreiben, da ich zufälligerweise auch darin sehr viel Erfahrung sammeln durfte.
Sammeln musste!

Vor 12 Jahren hatte es mich von heute auf morgen erwischt. Damals hatte ich noch nicht wirklich ein Alkoholproblem, allerdings hatte ich über einen längeren Zeitraum täglich gekifft. Ob es daher kam, weiss ich nicht, es war plötzlich da. Ich war in einem Freizeitpark und bekam wie aus heiterem Himmel eine schreckliche Panikattacke. So, wie sie Helena eben ganz gut beschrieben hatte.

Von diesem Zeitpunkt ab, bekam ich immer öfters Panikattacken bei allen möglichen Gelegenheiten und da ich so wahnsinnig große Angst vor diesen Attacken hatte, vermied ich alle Situationen, in denen ich solche Attacken bekam. Das Ende des Liedes war, dass ich nicht mehr das Haus verließ und also täglich zuhause meine Panikattacke bekam. Ich bekam dazu Depressionen, nahm 10 kg in 3 Monaten ab und mein Leben war nur noch Elend. Was mir noch sehr zu dieser Zeit einfällt, was ich auch heute noch stellenweise habe, ich fühle mich selbst nicht in mir, sondern eher von aussen betrachtet, die Realität um mich herum erscheint ganz weit von mir entfernt. Ein Scheißgefühl!

Nach 3 Monaten startete ich den Ärzten viele Besuche ab. Immerhin hatte ich eine 1-jährige Tochter, so konnte das Leben nicht weitergehen. Aber ich war gesund, obwohl ich täglich dachte, sterben zu müssen, mein Herz schmerzte, mein Magen schmerzte, ich fühlte mich unglaublich krank. Ich fing an die Ärzte zu hassen, die mir doch tatsächlich unterstellten, dass dies alles psychisch sei.

Mein Hausarzt hat mir dann 4 x Imap gespritzt über 4 Wochen. Zuerst einmal hatte ich also 4 Wochen und bekam keine Panikattacke mehr. Ich nahm wieder zu, meine Depressionen nahmen ab und ich machte mit mir selbst eine Verhaltenstherapie. Ich fing an, Dinge zu machen, vor denen ich Panik hatte. Auto fahren, einkaufen, Zug fahren, Bus fahren, U-Bahn fahren, Aufzug fahren, viele Menschen u.v.m.

Diese Panikattacken sind was ganz Fürchterliches, aber man muss einfach lernen, damit zu leben. Und je mehr man mit ihnen umgehen kann, umso mehr überlistet man seinen Körper und umso schwächer werden diese Attacken. Ich habe auch heute noch manchmal solche Attacken, aber sie ersticken jedes Mal im Keim. Man stirbt nicht daran, niemals!
Diese körperlichen Symptome wie Zittern, Herzschmerzen, kalte, steife Finger, Atemnot...das kommt alles von der Aufregung und die dadurch falsche Atmung!

Also, lernen mit der Attacke zu leben, keine Angst davor zu haben. Das ist der 1. Schritt.
Ganz ganz wichtig ist es, die Dinge zu tun, vor denen man Angst hat, fängt man sie an zu meiden, dann beherrschen die Panikattacken einen, es sollte aber andersrum sein.

Als ich letztens mitten in der Nacht durch eine Panikattacke wach geworden bin und das Gefühl hatte nicht mehr atmen zu können, bin ich aufgestanden, auf´s Klo, hab zum Fenster rausgeschaut und geweint. Ich habe geweint und mit mir geredet und schnell ging es mir wieder besser. Bei mir hilft es immer ganz gut, wenn ich meinen Tränen freien Lauf lasse, oft entspannt sich dadurch mein Körper, ist er doch beschäftigt mit der Heulerei!

Ich hoffe, ich konnte ein bisschen weiterhelfen. Heute Abend hatte ich mal wieder (wie all die letzten Abende) richtig Lust auf Alkohol, aber natürlich bin ich standhaft geblieben. Ich hoffe sehr, dass das endlich mal nachlässt. Irgendwie dreht sich jetzt viel mehr in meinem Leben um den Alkohol als vorher!

Gute Nacht,
Seemaus


Süsse ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2003 09:31
#44 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

Na hallo an alle...

hätte ja nie gedacht, dass sich gleich so viele melden.
Bin sehr erfreut. Habe mir gestern Abend Fotos aus meiner "besten" Suffzeit angeguckt und mußte fast kotzen. Ich sah aus, wie der letzte Penner!!!! Um Gottes Willen!!!!
Im Vergleich dazu, wie ich jetzt aussehe, ist das echt erschreckend. Und das, wo ich doch so auf mein Äußeres achte.
Aber ich habe festgestellt, je mehr Abstand ich habe, desto besser kann ich darüber reden, was damals passiert ist.
Und wie wir alle wissen, ist reden über das Thema Suff nicht einfach.
Ich schäm mich manchmal jetzt noch, wenn einer fragt, warum ich keine Alk trinke, auf Partys zum Beispiel.
Aber ich muß es ja auch nicht jedem Fremden erzählen, was bei mir los war.
Ich sag dann meistens, schmeckt mir nicht.
Natürlich wissen meine engsten Freunde bescheid und die haben nie dumm gefragt, warum hast du soviel gesoffen???
Die haben mich unterstützt und sind froh, dass ich wieder oben auf bin.
So muß das doch sein.
Und nächste Woche habe ich Termin bei einer Psychologin, die sich mit dem Thema Sucht bestens auskennt.
Ich muß mich jetzt einfach mitteilen, weils mir eben doch manchmal noch Angst macht.
Aber ich denke, wenn ich darüber reden kann, bin ich doch schon sehr weit.
Oder????


Seid lieb gegrüßt
Süsse


Ganznette Offline



Beiträge: 180

14.10.2003 09:55
#45 RE: Angst- und Panik-Zustand antworten

hm, ja das mit der optik..... obwohl ich nicht viel esse, sehe ich mittlerweile ziemlich aufgeschwemmt aus. man könnte fast sagen pummelig! komisch zu beschreiben:-)
das sehnige ist jedenfalls weg und dafür so röllchen, weiche röllchen halt. seit ich schnaps trinke, hat sich das wohl verstärkt.....
darf man aufgrund der kalorien es alks gar nichts mehr essen????


Seiten 1 | 2 | 3 | 4
 Sprung  
disconnected Saufnix-Chat Mitglieder Online 4
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen