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Saufnix
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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 694 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
Gast ( gelöscht )
Beiträge:

10.07.2003 14:31
RE: Was soll ich bloß tun? antworten

Hey ihrs,
Also erstmal bin ich sehr froh das ich diese Site hier gefunden habe, wo es so viele Leute gibt die mich endlich mal verstehen.
Nun zum Thema.
Meine Mom trinkt schon seit einigen Jahren.
Fast jeden verdammten Tag in der Woche!
Manchmal gibt es auch Pausen, die aber nie länger als 1 oder 2 Tage sind....
Es macht mich einfach total fertig mit anschaun zu müssen was sie sich und ihrem körper und natürlich auch ihrer familie damit antut.Ich will einfach nicht mehr tatenlos zusehen! Aber was soll/kann ich tun?
Wenn es um das Thema Alkohol geht lässt sie natürlich nicht mit sich reden...
Es bleibt nicht "nur" bei Bier oder Wein, nein seit einiger Zeit kommen auch Härtere sachen ins spiel..
Meinen Vater und meinen Bruder scheint das alles überhaupt net zu interessieren?? Und dabei haben wir alle gesehen was dabei rauskommt wenn jemand am Alkohol zu grunde geht als mein Onkel nach langer Abhängigkeit im krankenhaus stab weil seine Leber nicht mehr mit machte. Ich kann und will nicht zulassen das es meiner Mutter auch so ergeht!!
Ist mir jetzt nich so ganz leicht gefallen das alles zu erzählen weil es mir einfach weh tut überhaupt dran zu denken..
Ich hoffe hier könnt mir ein bissel helfen??
Liebe Grüße
S.M


gobi Offline



Beiträge: 28

13.07.2003 23:59
#2 RE: Was soll ich bloß tun? antworten

Hallo S.M.
nicht ganz leicht, was zu sagen. Was ich tun würde, wenn ich den Mut finde (denn der gehört ja erstmal dazu): Kontakt suchen zu ALANON. Fast in jeder Stadt gibt es eine solche ALANON-Gruppe, eine Gruppe von Menschen, die nicht selbst alkoholkrank sind, aber - wie Du - mit Alkoholkranken (Kindern, Ehemänner, Vätern, Müttern) zusammenleben.
In einer Sache kannst Du Dir sicher sein: Sie kennen Deine Fragen, Sorgen und Deine Not.


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

14.07.2003 13:00
#3 RE: Was soll ich bloß tun? antworten

Hallo Gobi,

vielen Dank erstmal für deine Antwort (dachte schon es würde nie jemand Antworten) zu diesem schwierigen Thema.
Also ALANON heißen die...ok da werd ich doch gleich mal das I-net durchforsten...

Danke für den Tipp

bye bye und alles gute

wünscht

Sarah


Zitrin Offline




Beiträge: 308

15.07.2003 22:07
#4 RE: Was soll ich bloß tun? antworten

Liebe Sarah,
hoffentlich hast du dir schon einen Ansprechpartner gegönnt. Ich habe der Antwort von Softeis nichts hinzuzufügen. Wer miterlebt hat, wie es ist, wenn man/frau plötzich nicht mehr allein mit einem Problem dasteht, wird dir deinen Mut,zur Veränderung gönnen!
Gönnst du! ihn dir?
Informiere dich gründlich über Alkoholismus und Co-Abhänigkeit!
Es ist eine Krankheit, und wie z. B. einem Diabetiker nützt es nichts zu sagen, sei nicht "allergisch" auf Zucker, einem Asthmakranken kannst du auch nicht sagen hör auf zu husten!
Einem Alkoholiker kannst du sagen trink nichts, es nützt nichts, er/sie muss selber wollen. Das ist umso schwieriger, weil es ja bis dahin sein/ihr "Medikament" war.(Eine Hilfe, das Leben zu meistern!)
Du hast diese Krankheit nicht hervorgerufen, du kannst sie nicht hemmen und du kannst sie nicht heilen. Entlaste dich sofort von diesem Druck!
Und dann gönn dir etwas für dich!
Trag dir Sorge!
Ich hoffe, du bildest dich weiter, du versuchst zu verstehen, dann erkennst du, dass du nur für dich selber verantwortlich bist, dass du gut zu dir schauen musst, und dass du gerade mit dem, dass du etwas für dich tust, deiner ganzen Familie helfen kannst.
Ich umarme dich herzlich
Zitrin


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

16.07.2003 23:34
#5 RE: Was soll ich bloß tun? antworten

Hallo Zitrin,

danke für die liebe Antwort, ich habe mich schon sehr über den Alkoholismus und natürlich auch über Co-Abhängigkeit informiert, und werde mir bestimmt noch so viele Informationen wie möglich einholen. Ich habe zum teil schon erkannt das es mir und natürlich auch meiner Mutter nicht weiter hilft wenn ich die ganze Zeit versuche auf Sie einzureden. Das kostet mich jedemenge Lebenskraft und auch Freude, die ich nich mehr länger sinnlos Investieren kann. Es war natürlich erst sehr schwer zu für mich zu wissen "jetzt musst du dich um dein eigenes leben kümmern und los lassen" Aber geht dieses "los lassen" überhaupt für immer? Wird mich dieses Gefühl meiner Mutter helfen zu müssen nicht irgendwann wieder einholen? Genau das Befürchte ich. Aber ich werde alles mir mögliche dafür tun das dies nicht passiert. Ich bin 20Jahre alt ich habe noch so viel zu erleben und dazu brauche ich jedemenge Kraft! Und die will ich mir nicht länger nehmen lassen. Ja Zitrin ich will mir b.z.w meinem Leben auch mal was Gönnen und damit sollte ich schleunigst anfangen


Ganz Liebe Grüße und alles Liebe und Gute

wünscht

dir

Sarah


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

17.07.2003 01:12
#6 RE: Was soll ich bloß tun? antworten

Hallo,
Du bist noch sehr jung.Wenn Du der Mamma helfen willst
Lass sie,gehe nicht ans Telefon und besuche sie erst,wenn sie trocken ist.Die Worte sind Hart aber halt Dich drann.
Mehr kannst Du leider nicht machen,glaub mir.
Du hast es hier mit einer Kraft zu tun,die man sich kaum vorstellen kann.
Jedes Wort zur Mamma von Dir wird in Alk umgesetzt.
Ich hoffe ich konnte es rüberbringen.
Also an alle co´s .Lasst das helfen sein.
Ihr macht euch fertig und dem Alki helft ihr auch nicht.


ameise Offline




Beiträge: 1.110

17.07.2003 07:19
#7 RE: Was soll ich bloß tun? antworten

Genau das ist der Punkt!
Mach den Alkohol nicht zu sehr zu Deinem Thema - es gibt tausend andere Dinge, mit denen Du Dich
beschäftigen kannst.

Ich bin zwar selbst Alkoholikerin (trocken) - habe für ein Jahr aber auch mal mit einem nassen Alkoholiker zusammengelebt.
Das hat mir gereicht. Sowas trägt die größte Liebe nicht - es sei denn,man macht sich etwas vor und braucht sowas, aus welchen Gründen auch immer.

Wer trinken will, soll trinken und wird trinken -
wer leben will, soll leben und wird leben.

Ich habe damals das einzig Richtige getan:
Ich habe diesen Mann verlassen.
Ich habe mich dafür entschieden, zu leben.
Ein gutes halbes Jahr später habe ich mit dem
Trinken aufgehört.
Und mittlerweile kann ich sogar Männer wieder nett finden. Das hat lange gedauert - dieser Mensch hatte
so ziemlich alles in mir zerstört - außer einen kleinen
Funken Überlebenswillen.

Er hat bis heute keine Checkung. Weder, warum ich
gegangen bin, noch daß er alkohol-krank ist.
Er säuft und ist der Größte -, hat immer noch nicht erkannt, was für ein armes Schwein er ist - soll er doch, ist nicht mein Ding.

Bei der eigenen Mutter sieht es anders aus - die
kann man ja nicht einfach verlassen.
Aber man kann sich distanzieren.

Mein Bruder hat mal zu mir am Telefon gesagt, als ich ihn betrunken anrief: "Helena, wenn Du diese Stimme hast, dann möchte ich nicht mit Dir reden!"

Ich habe das hier schoneinmal geschrieben - aber ich kann es nur wiederholen:
Dieser Satz war mit ausschlaggebend, daß
ich mit dem Trinken aufgehört habe.

Der hat gesessen - mehr als psychologische Tricks und Endlos-Diskussionen es jemals gekonnt hätten.

Das mag alles hart klingen -
aber anders geht es nicht.
Erst wenn ein Alkoholiker merkt, daß er anders ist,
daß er immer mehr ausgegrenzt wird - im schlimmsten Fall verlassen wird -
dann hat er eventuell eine Chance.

Hoffen auf Besserung ist ein sinnloses Unterfangen.
Denk an Dich.
Dadurch kannst Du Deine Mutter vielleicht aufrütteln - oder auch nicht.
Nimm ihr nicht zuviel Verantwortung ab -
auch sie trägt Verantwortung für ihr eigenes Leben -
so wie Du für Deins.

Lebe Dein Leben.
Wenn Deine Mutter es schaffen sollte, trocken zu werden, wird sie Dir dankbar sein.
Meinem Bruder bin ich für seinen Satz bis heute dankbar. Er hat aus dem Bauch heraus das Richtige gesagt.

Das mag alles hart klingen -
aber nasse Alkis denken anders -
Reden, traurige Blicke - wenn der Alk ständig zum Thema wird -, alles das ödet einen Trinker unendlich an. Und er sagt und verspricht alles, um davor seine Ruhe zu
haben und weitersaufen zu können.

Kopf hoch - denk an Dich, es ist Dein gutes Recht.


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

17.07.2003 13:38
#8 RE: Was soll ich bloß tun? antworten

Hallo Helena,

auch dir Danke ich für deinen Beitrag.Ja ihr habt natürlich alle recht, ich muss mein Leben leben und zuerst endlich mal daran denken was für mich gut und wichtig ist. Das habe ich eingesehen, und ich werde einiges ändern. Ich bin vor einiger Zeit von zuhause weg gezogen (ca. 200km) und fühle mich nun auch nicht mehr länger schuldig meine Mutter im Stich gelassen zu haben weil ihr mir Beigebracht habt das es nicht Falsch sondern genau richtig war zu gehen. Auch mein verhalten gegenüber meiner mutter hat sich geändert, ich sage ihr immer klipp und klar was ich davon halte wenn sie wieder Betrunken ist. Aber natürlich verliere ich dabei niemals den Respekt den ich vor ihr als meiner Mutter habe.

Ich freue mich über die vielen Antworten die ich bis jetzt bekommen habe, ihr hab mir wirklich sehr viel Mut gemacht und mir sehr geholfen, Ich bedanke mich ganz herzlich dafür

Liebe grüße an euch alle
und alles gute

wünscht euch

Sarah


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