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Saufnix
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 Akute Hilfe
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der Peter Offline



Beiträge: 72

06.06.2003 19:28
#16 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo alle hier am Board

Ich bin Heute beim Arzt gewesen und der hat mir Amitriptylin verschreiben. Ich habe das erst mal durch googlet und gelesen. Es scheint ein Standartmittel gegen Depressionen zu sein. Hat jemand Erfahrungen mit dem Medikament? Ich bin immer noch ohne Rückfall und möchte auch das es so bleibt. Ich will natürlich auch nicht auf Medikamente umsteigen.

Info
amitriptylin
[f1][ Editiert am: 06-06-2003 19:48 ][/f]


Rosa Krebs Offline




Beiträge: 436

07.06.2003 11:28
#17 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo Peter,

ich habe mich richtig gefreut wieder von Dir zu hören. Schön, dass Du wiederstanden hast und keinen Rückfall gebaut hast. Depressionen müssen furchtbar sein, ich habe damit nie zu kämpfen gehabt.

Dieses Medikament Amitriptylin wurde einem "Bekannten" der auch unter Depressionen leidet lange Zeit verschrieben. Jetzt bekommt er ein anderes Medikament "Doxepin". Er ist aus dem Berufsleben heraus und fährt auch nicht mehr mit dem Auto. Er steht unter ständiger ärztlicher Aufsicht.

Wie die Wirkung bei Dir ist / oder sein wird, kann ich natürlich nicht sagen.

Eigentlich wollte ich nur meine Freude ausdrücken, dass Du nicht aufgegeben hast.

Ich wünsche Dir alles Gute – und eine depressionslose Zeit.
Rosa Krebs


Jalava ( gelöscht )
Beiträge:

07.06.2003 12:30
#18 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo zusammen!

Ich war vergangene Woche beim Arzt (musste da hin, weil ich LZT beantrage).

Der meint immer, ich sollte mich irgendwie sinnvoll beschäftigen (ich bin arbeitslos), z.B. Volkshochschule oder so. Ich hab ihm gesagt dass mir die Kraft dazu fehlt, und seine Antwort war "Sie sind doch eine willensstarke Frau".
Dann meinte er, es müsse doch tausend Dinge geben, für die ich nie Zeit gehabt hätte als ich noch gearbeitet habe und die ich jetzt tun könnte. Aber ich hab in meiner Freizeit ja meistens gesoffen, und hab mich immer nur auf die Freizeit, Feierabend und Urlaub, gefreut, weil ich da noch mehr trinken konnte, und das seit ich denken kann (hab ja schon als Schülerin angefangen).

Naja, der Arzt geht mir damit etwas auf die Nerven, aber vielleicht hat er auch Recht, keine Ahnung.

Viele Grüße und alles Liebe,
J.


Waschbaer Offline




Beiträge: 114

07.06.2003 13:19
#19 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo Peter,

Amitriptylin kannst ruhig nehmen....ist ein klassisches Antidepressivum (meistens mit Handelsnamen SAROTEN) mit schlafanstoßender Wirkung - also vielleicht im Moment genau das Richtige für Dich. Süchtig machen die Dinger auch nicht, ich kann Dir nichts aus persönlicher Erfahrung berichten, aber ich kenne eine Menge Leute, denen es sehr gut geholfen hat. Du mußt allerdings wissen, daß es gut 4 bis 12 Wochen dauern kann, bis man den therapeutischen Effekt bei Dir überblickt - einzig das Schlafen wird schneller besser werden. Und: Um die Wirkung auszureizen, wird empfohlen, es mind. ein Jahr lang zu nehmen (also bloß nicht gleich absetzen, wenn es Dir besser geht).

Gruß
Waschbaer


Biene ( gelöscht )
Beiträge:

07.06.2003 13:24
#20 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo Peter,
auch ich kenne diese seltsamen Panikattacken,obwohl es bei mir jetzt bald neun Monate her ist,seitdem ich den letzten Schluck getrunken habe.Durch den Alk habe ich es früher nie soweit kommen lassen.
Ich trank damals sporadisch alle drei Monate,dann aber richtig,hangelte mich nach zwei Wochen Saufgelage dann durch die Entzugserscheinungen.Danach war ich dann zwei Monate auf Endorphin und Dopamin,bis die ersten Anzeichen auf Saufdruck wieder da waren.Depri und Panikattacken.Das habe ich dann schnell wieder zugekippt.
Ich denke mir mal,auch Abstinenzler oder "Normalos" haben von Zeit zu Zeit Depris und Panikattacken.Das Leben ist nun mal nicht angenehm,zumindest die meiste Zeit doch nur ein unglaublicher Lernprozess.
Ich gehe mal davon aus,dass wir nun das Leben intensiv mit all seinen facetten spüren und fühlen.
Das erklärt vielleicht auch den "Neid",den manche trockenen Alkoholiker auf trinkende Menschen verspüren.
Mein Rat,halte durch und bau Dir durch jedes "Nein" an das erste Glas starke Muskeln auf.Denk dran:Was Dir heute noch Angst einflösst,kann morgen schon Dein Freund sein.
Und ausserdem sind Alkoholiker von Natur aus überaus sensible Menschen,die auf Schwingungen und Stimmungen sehr empfindlich reagieren.Das ist wahrscheinlich auch der Grund,überhaupt zur Flasche gegriffen zu haben:Selbstschutz!!!


Der Peter ( gelöscht )
Beiträge:

08.06.2003 00:13
#21 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo lieben hier am Board

Ist schon Scheiße richtig trocken fülle ich mich mit Medikament nicht. Nicht mal richtig nüchtern. Ungefährlich ist es scheinbar auch nicht. Ich habe Gestern nach der ersten Pille gut geschlafen war aber Heute den ganzen Tag matschig in der Birne so wie eben kurz angesoffen. Wenn das 4 bis 12 Wochen so geht ist das für einen Alki eine Folter. Ich habe heute nicht gesoffen und Morgen ist ein neuer Tag.


der Peter Offline



Beiträge: 72

08.06.2003 00:30
#22 RE: bösen Rückschlag antworten

Schuldingung Fehler beim Einloggen


ameise Offline




Beiträge: 1.110

08.06.2003 06:53
#23 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo Peter,

ich verstehe, was Du meinst: Wenn man nichts mehr trinkt, möchte man sich auch sauber und trocken und klar im Kopf fühlen.
Matschig im Kopf sind wir ja lange genug herumgelaufen.
Sprich mit Deinem Arzt drüber.

Vielleicht muß man wo ganz anders bei Dir ansetzen - vielleicht mit einer Therapie.

Und bleib geduldig.

Es wird immer wieder Tage geben, an denen man depressiv verstimmt ist und sich zu so gar nichts aufraffen kann, sich zu allem zwingen muß.

Es wird Nächte geben, in denen man das Gefühl hat, nicht eine Sekunde geschlafen zu haben.
Trockensein ist kein wundersamer Zustand, der einen in ewige Hochstimmung versetzt.

Es ist eher ein positives Grundgefühl, das einem dabei hilft, auch solche Tage als gegeben hinzunehmen mit der Zuversicht, daß auch wieder andere Tage kommen.

Man muß lernen, sich selbst aushalten zu können. Da kommen manchmal Gefühle nach oben, die jahrelang verschüttet waren - ist doch klar, daß die auch mal sehen wollen, was an der Oberfläche so los ist.

Die ganze Seele muß sich erstmal wieder neu ordnen, neu sortieren. Das dauert. Ständig werden neue Verhaltensmuster mit alten abgeglichen - zwischendurch kommen lange verdrängte Gefühle dazu, die da gar nicht mehr hinpassen aber trotzdem noch bearbeitet werden müssen.
So stelle ich mir das vor, und ich kann da entsprechend gut mit umgehen.

Ich habe meine Seele und meinen Körper lange Zeit vernachlässigt. Sie haben es verdient, daß ich jetzt nachsichtig mit ihnen bin, wenn nicht alles so klappt wie ich das jetzt im Moment gerade so haben will.

Viele Grüße


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

08.06.2003 12:19
#24 RE: bösen Rückschlag antworten

Hi Peter!

Bei mir war`s am Anfang genauso. Ich nehm seit 3 Wochen Trazodon, ist auch ein Adi mit psychomotorisch dämpfender Wirkung. Hab mich die ersten 3,4 Tage völlig erschlagen gefühlt, konnte nix tun, wollt nur schlafen.
Meine Ärztin hat dann die Dosis reduziert und danach hat sich dieser Zustand gebessert.
Is eine ganz normale Nebenwirkung und vergeht meist schnell wieder(keine Sorge, du wirst nicht 3 Wochen dahindämmern!)
Halt durch und rede mit deinem Arzt darüber!
Alles Liebe, Ulli


Rainer ( gelöscht )
Beiträge:

08.06.2003 19:38
#25 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo Peter,
Möchte Dich beglückwünschen, Dein Recht als mündiger Patient,gegenüber dem Arzt, durchgesetzt zu haben. Leider wird eine Depression von vielen Ärzten garnicht bzw. zu spät diagnostiziert. Du hast es geschafft!!! Das verordnete Medikament ist seit langer Zeit sehr bewährt bei Depressionen Deiner " Vorgeschichte". Gebe dem Medikament, Dir und dem Arzt Zeit und Vertrauen.
Bei der Gelegenheit möchte ich allen Forumteilnehmern Mut machen, gerade als Suchtkranker, einen Facharzt auf eine mögliche Depression, welche sehr vielschichtig sein kann, anzusprechen. Er hat die Möglichkeit, bei entsprechender Diagnose, durch Medikamente und/oder Therapie regelnd einzugreifen. Ausdrücklich weise ich darauf hin, daß berechtigte Ängste bezüglich einer Suchtverlagerung, bei Antidepressiva völlig unbegründet sind. Antidepressiva machen nicht abhängig, behandeln wirksam eine Stoffwechelstörung im Gehirn.
Fazit: Kein Mensch muss heutzutage Schmerzen erdulden oder
psychisch leiden. Lasst Euch durch Fachleute helfen.
PS. Schreibe aus Erfahrung. Bei richtiger und frühzeitig erkannt und behandelter Depression wäre mir möglicherweise
eine Alkoholkariere erspart gebleiben.
Wünsche allen eine gesunde Zukunft.
Rainer, alkoholkrank ,trocken und Suchtkrankenhelfer.


der Peter Offline



Beiträge: 72

08.06.2003 23:06
#26 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo ameise und Biene
Hy Ulli und Rainer [Gast]
Hallo an alle lieben hier am Board.

Nach meiner jetzigen Erfahrung muss ich leider klar sagen das dis Medikament bei mir massiven Saufdruck erzeugt. Ich bin auch am zweiten Tag immer noch in einem Zustand der sehr an einen abklingenden Alkoholrausch erinnert. Mir ist auch klar das ich in dem Zustand in dem ich zuletzt war auch nicht weit gekommen wäre. Es ist eindeutig eine Depression die behandelt werden muss. Mich kotzt es trotzdem am das ich nicht einfach ohne Stoff leben kann. Harmlos ist dis Medikament mit Sicherheit für einen Alki nicht.

Ich habe heute nicht gesoffen und Morgen ist ein neuer Tag.
[f1][ Editiert am: 08-06-2003 23:08 ][/f]


Waschbaer Offline




Beiträge: 114

08.06.2003 23:33
#27 RE: bösen Rückschlag antworten

Mag ja sein...aber es IST definitiv kein Alkoholrausch, und ich würde trotzdem vorschlagen, die Medikation weiter einzunehmen, wenn´s nach Wochen noch nicht besser geht (also weder Schlafproblem noch Stimmung sich geändert haben) kannst es ja noch immer absetzen. Jedenfalls finde ich es besser, ein paar Nebenwirkungen (bei Dir scheinbar das Gefühl, ähnlich dem Alk-Rausch benebelt zu sein)in Kauf zu nehmen, als einen Alk-Rückfall zu provozieren.

Alles Gute
Waschbaer[f1][ Editiert am: 09-06-2003 10:37 ][/f]


Rainer ( gelöscht )
Beiträge:

09.06.2003 16:03
#28 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo Peter,
Schliesse mich der Aussage von "Waschbär" an. Halte durch und versuche Dir kein mögliches Alibi für einen Rückfall
einzureden. Dein verordnetes Medikament wird zur Dämpfung
von vegetativen Beschwerden nach Alkoholmissbrauch eingesetzt.
siehe www.a-connect.de/medikamente
Kopf hoch und durch, andere haben es auch geschafft.
Abstinenz erlangen ist nun einmal schwere aktive Arbeit.
Gruss
Rainer,alkoholkrank, abstinent.


der Peter Offline



Beiträge: 72

10.06.2003 00:16
#29 RE: bösen Rückschlag antworten

Hy

Bin immer noch ohne Alk und fühle mich Scheiße. Auch wen das Medikament Amitriptylin gut und hilfreich ist was sich bei mir noch erweisen muss glaube ich das es für einen Alki besser ist Stationär zu starten und nicht Zuhause. Die Nebenwirkung ist bei mir bis jetzt von müde bis Rauchzustand und nichts als schlechte Laune . Es ist leicht noch oben einen drauf zu setzen weil man sowieso schon halb zu ist. Ich werde es aber weiter durch ziehen. Wen mich später in gleicher Situation Jemand fragt was soll ich tun dann sage ich ihm geh in die Klinik und las deine Depression behandeln
[f1][ Editiert am: 10-06-2003 0:17 ][/f]


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2003 10:07
#30 RE: bösen Rückschlag antworten

Hallo Jalava,

es klingt für mich wirklich panisch wie Du Deinen Zustand beschreibst.

Hier ein Rat von mir.
Suche Dir einen Psychologen der zusätzlich eine Ausbildung als Suchttherapeut hat (Auskunft über Deine Krankenkasse, oder im Internet über Psychologie.de)denn ich habe selbst die Erfahrung gemacht (vor meiner LZT) daß die meisten Ärzte mit Alkoholkranken überfordert sind.

Selbsthilfegruppen haben meist aber auch Listen in denen Ärzte aufgeführt sind die sich Alkoholismus auskennen.

Ausser einer Psychotherapie kann ich Dir auch zu Selbsthilfegruppen raten.

Es ist garnicht so selten daß nach dem überwinden der Alkoholabhängigkeit Angstzustände oder andere Beschweden einstellen.

Denn mit dem Alkohol hat man sich ja die Zustände und die Welt "schöngesoffen".Da kann die nüchterne Wirklichkeit sehr frustrierend sein.....

Aber mit einer Psychotherapie und einer Gruppe kann man da gut in den Griff bekommen.

Ich wünsche Dir die Kraft das erste Glas stehen zu lassen.

LG
Margot


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